[Review] QSC CP8

von Redti, 26.06.19.

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QSC
  1. Redti

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    Erstellt: 26.06.19   #1
    Einleitung

    Da ich in der glücklichen Lage war den zweiten Preis beim QSC Gewinnspiel zu ergattern folgt hier mein Review:
    Gewonnen habe ich zwei hübsche und brandneue QSC CP8 Boxen. Danke schon mal an dieser Stelle an QSC, das Musiker Board und speziell an @Matthias Lüken für diese tollen Gewinnspiele. Beim Review habe ich mich grob an den Aufbau des Reviews von @Benson gehalten, der zuvor schon die QSC K12.2 in weiß gewonnen hat.

    Lieferumfang und Verarbeitung

    Geliefert wurden die Boxen direkt in der QSC-Verpackung. Eine wurde von Thomann versandt und eine kam aus Frankfurt. Beide Boxen sind unbeschadet bei mir angekommen.



    Mit dabei waren jeweils zwei Netzkabel, wobei ein Kabel für eine englische Steckdose inkludiert war sowie die Betriebsanleitung.



    Die Boxen verfügen mit einem 8" Tieftöner und 1,4" Kompressionstreiber sowie einen Class-D Verstärker mit 800W für den Tieftöne rund 200W für den Hochtöner. Die Boxen strahlen im 90° Winkel ab (im Vergleich zur k-Serie, die mit 75° abstahlen). Das Gewicht beträgt 9,5kg!!! Das ist mal eine rückenschonende Ansage. Das Chassis oder die besser die Karosserie (wenn man so will) der CP8 besteht aus Kunststoff, sonst wäre das niedrige Gewicht natürlich nicht möglich. Dieses macht aber einen sehr wertigen Eindruck! Ebenso wie das Gewicht sind die Abmessungen kompakt mit 411 x 273 x 256 mm gehalten.

    Soweit ich das beurteilen kann gibt es 4 Möglichkeiten die Boxen zu platzieren. 1.: Hochkant Aufstellung 2.: Schräge Aufstellung z.B.: als Bodenmonitor 3.: Auf einem Boxenstativ oder 4.: Fix installiert, und zwar hängend, an einem passenden U-Bügel (https://www.thomann.de/at/qsc_cp8_yoke.htm).
    Die Boxen machen einen sehr wertigen Eindruck. Für die Positionierung nach Möglichkeit 1 und 2 sind jeweils unter anderem Gummifüße installiert, damit auch sicher nichts verrutscht.

    MuBo_Reviews_Redti_QSC-CP8.jpg

    Anschlussterminal


    Gleich mal was sehr Positives: Die Anschlüsse und Knöpfe sind so positioniert, dass sie auch einen ruppigen Transport unbeschadet überstehen sollten. Im Gegensatz zur K2 Serie verfügen die CPs über keinen Bildschirm. Es gibt die Eingänge A und B, einen Stereo-Aux Input (Input C), die Input-Gain Regelungen A+C und B und einen Mix-Out bei dem alle Signale zusammengeführt weitergegeben werden können.

    Außerdem gibt es eine Reihe LEDs um Infos über den Betriebszustand der Box zu bekommen:
    Die Power LED leuchtet grün wenn die Box eingeschaltet ist.
    Die LEDs bei Input A und B zeigen in grün an, ob ein Signal am jeweiligen Eingang anliegt.
    Die Limiter LED leuchtet rot wenn der eingebaute Limiter arbeiten muss.
    Über die Mic Boost Taste kann ein MIC Level (+25db) für Kanal B gewählt werden. Die dazugehörige LED leuchtet gelb wenn dieser aktiviert ist.

    Zur Preset-Einstellung steht ein sogenannter Contour Regler zur Verfügung. Dieser ermöglicht die Anpassung der Boxen an die jeweilige Situation. Folgende Einstellungen sind dabei möglich (der Einfachheit und Vollständigkeit halber habe ich die Tabelle dem Manual entnommen):


    Des Weiteren befinden sich der der Anschluss für den Kaltgerätestecker sowie der Einschaltknopf ebenfalls auf der Rückseite. Kühlrippen oder einen Lüfter konnte ich bis jetzt noch nicht entdecken - weder optisch noch akustisch.

    Sound

    Meine Testumgebung ist mein Gitarrenraum im Keller. Hier kann ich die Boxen auch mal etwas lauter testen ohne, dass sich jemand beschwert. Der Raum ist leider nicht besonders groß und Live ist es natürlich nochmal etwas anderes wenn viele Menschen im Raum sind. Ich versuche meine Empfindungen jedoch so objektiv wie möglich darzulegen. Des Weiteren Versuche ich immer einen Vergleich zur Yamaha DBR10 herzustellen, da ich diese hier vor Ort habe und durch Umswitchen direkt vergleichen kann.

    1. E-Gitarre (Les Paul, Start oder SG)+ Modeler (Atomic Amplifire)
    Das ist mein Standardsetup in der Partyband. Die Boxen kommen sehr klar rüber aber nicht zu scharf. Ich musste keine meiner Einstellungen am Atomic verändern. Die Unterschiedlichen Gitarrentypen werden wie erwartet sehr akkurat wiedergegeben.

    Vergleich mit Yamaha: Die QSC spielt gefühlt trotz des kleinen Speakers etwas tiefer runter. Dafür fehlt ihr irgendwas in den Mitten, wofür mir aber die Erfahrung fehlt um es genau zu beschreiben. Oder sie hat ein etwas anderes Voicing? Jedenfalls klingt Sie in meinen Ohren etwas moderner als die Yamaha. Für mich heißt das, dass Metal Riffs und verzerrte Gitarren mit der QSC etwas besser klingen und cleane oder vintagemäßige Sounds mit der Yamaha besser kommen.

    2. Westerngitarre (Gibson J100) sowie Westerngitarre und Preamp (Atomic Amplifire)
    Zuerst der Gibson direkt in die Boxen (via Audio Interface Focusrite Scarlet 6i6): Wow, ich bin überrascht! Sehr klar aber wieder nicht zu aufdringlich klingt es aus den Boxen. Da ist keine Schärfe zu hören und der Klangt ist wirklich angenehm. Man kann hier lange zuhören, ohne dass die Ohren ermüden.

    Vergleich mit Yamaha: Die DBR10 gefällt mir in diesem Fall nicht so gut. Die QSC klingt irgendwie natürlicher. Beim abmischen mit einem Pult würde ich wahrscheinlich genau die Mitten rausziehen, die die QSC nicht so präsent wiedergibt.

    Dann mit der Gibson über den Atomic in die Boxen. Der Atomic dient dabei als Preamp und hat IRs einer Akustikgitarre geladen: Auch hier erhärtet sich der Eindruck. Schön anzuhören sind die Boxen. Klar, aber nicht aufdringlich. Sehr gut!

    Vergleich mit Yamaha: Der Unterschied ist hier sehr gering. Beide Boxen klingen super.


    3. Smartphone via Miniklinke
    Ok, die kleine sind unglaublich laut. Ich habe jetzt nur eine Box in Verwendung und kann sie keinesfalls ansatzweise aufdrehen ohne einen Gehörschaden zu riskieren. Beim Gain bin ich dabei bei 0db (+10db sind möglich) und bei der Lautstärke am Handy auf knapp 2/3. Mehr mag ich meine Ohren nicht antun. Ich wiederhole mich, aber auch hier bin ich wieder vom angenehmen Klang und der wahnsinns Basswiedergabe überrascht.
    Außerdem habe ich in diesem Setup die Settings des Contour Reglers durchprobiert:
    Dance scheint die Mitten abzusenken. Wem‘s gefällt... Für mich ist es nichts, da mir der Klang des Songs zu sehr verfälscht wird.
    Floor Monitor senkt die Bässe ab und der Sound wird etwas klarer aber eben ausgedünnter. Mir gefällt der Default Modus besser. Auf Bühnen wo hohe Pegel gefahren werden und wo man seinen Sound trotzdem gut hören will macht diese Einstellung aber sicher Sinn.
    Da Speech nur auf den Kanal B eingreift kann ich diesen nicht mit dem Smartphone testen aber das ist auch kein realistisches Anwendungsgebiet.

    Vergleich mit Yamaha: Die QSC klingt Hifi-mäßiger. Für mich hört es sich so an, als ob die QSC den druckvolleren Bass hätte und die Yamaha mehr auf Mitten getrimmt ist. Zum reinen Musikhören würde ich aber definitiv die QSC bevorzugen.

    4. E-Bass
    Gleich wie @Benson habe ich auch ich keinen Bassamp daheim, weshalb dieser Anwendungsfall natürlich interessant ist. Und da kann ich nur eins sagen: FETT! Der Bass hat richtig Druck und Punch. Zum Proben daheim oder mit einem moderaten Drummer super. Ob die Boxen mit einem lauten Drummer mithalten können wage ich zu bezweifeln und kann ich hier leider auch nicht testen. Aber das ist wahrscheinlich auch kein normales Anwendungsgebiet.

    Vergleich mit Yamaha: Die QSC klingt für mich in diesem Anwendungsbereich knackiger. Der Sound der auf den Studiomonitoren funktioniert, passt auch ohne irgendetwas umzustellen. Die Yamaha dröhnt mir etwas zu viel. Kann natürlich auch an dem kleinen Raum liegen in dem die Boxen getestet werden. Hier würde ich definitiv eine Tiefmitten absenken.

    5. E-Gitarre & Modeler mit Backingtrack
    Diesen Anwendungsbereich verwende ich sehr häufig zum Üben und Abschalten: Backingtrack starten und darüber jammen. Klingt wiederrum super! Die Gitarre ist auch bei hohen Lautstärken in jeder Nuance perfekt herauszuhören. Man muss sie dafür auch nicht extra lauter regeln. Der Sound ist wie zu erwarten sehr druckvoll. Ich habe testweise auch mit Aufnahmen (Schlagzeug, Bass, Keys) meiner Band mitgespielt. Yeah, da kommt Proberaum- bzw. Livefeeling auf!

    Vergleich Zur Yamaha: Meine hörtechnischen Beobachtungen decken sich auch hier mit den oben beschriebenen. Die Boxen unterscheiden sich irgendwo in den Mitten. Die QSC klingt etwas Hifi-mäßiger. Ich tue mir hier leider wirklich schwer zu sagen, welche Box ich bevorzugen würde.



    Fazit
    Die Boxen wurden von mir in einem kleinen Raum getestet. Wie sie z.B.: in einem kleinen Veranstaltungssaal mit maximalen Lautstärken klingen würden ist für mich nur erahnbar.

    Im Vergleich zur Yamaha DBR10 klingt die QSC wie oben beschrieben im Bassbereich tiefer, dafür liefert sie etwas weniger Mitten ab. Sie klingt somit eher nach einer Hifi-Stereoanlage. Das hat natürlich bei verschiedenen Anwendungen Vorteile. Müsste ich mich entscheiden würde ich der QSC den Vorzug gegenüber der Yamaha geben. Neben dem Sound hat die QSC den Vorteil der geringeren Größe und des Gewichts auf ihrer Seite. Außerdem fühlt Sie sich etwas wertiger an.

    Aus früheren Zeiten kenne ich die alten QSC K12 Boxen. Aus meiner Erinnerung würde ich sagen, dass diese um eine Ecke lauter gehen und noch druckvoller sind (was beim Größenunterschied des Speakers irgendwie logisch ist). Die CP8 kommen mir hingegen „runder“ vor und bei Dauerbetrieb angenehmer für die Ohren.

    Derzeit kenne ich außerdem das Bose L1 System (Modell II mit dem B2 Bass) sehr gut. Dieses bringt viele Vorteile (Gewicht, Soundverteilung, rückkopplungsarm, angenehmer Sound, etc.) sowie einige Nachteile (Mittenloch, nicht so Druckvoll wie herkömmliche PA Systeme, etc.) mit sich. Ein Vergleich mit den QSC CP8 hinkt dahingehen, dass die Systeme für unterschiedliche Anwendungen und Veranstaltungsgrößen ausgelegt sind. Während die CP8 meiner Meinung nach den „besseren“ Sound haben würde ich darüber natürlich keine ganze Band laufen lassen.

    Den Anwendungsbereich der CP8 Reihe sehe ich viel mehr in folgenden Bereichen:
    · Als Monitore bei Auftritten - klein, leicht, praktisch, guter Sound
    · Für Akustik Gigs auf Stativen - Es ist ein guter Sound, aber keine affenartige Lautstärke gefordert.
    · In großen Räumen als Beschallungsquelle für Sprache oder Musik aus der Dose die nicht zu laut sein muss
    · In kleinen Räumen auch für Partys
    · Als Proberaumanlage


    Ich hoffe ich konnte meine ersten Eindrücke halbwegs vermitteln. Es ist ja nicht immer leicht das Gehörte in Worte zu fassen. Für mich werden die Boxen aus derzeitiger Sicht in meinen neuen Musikraum einziehen (der erst ausgebaut werden muss) und dabei fix an der Decke montiert werden. Darüber werden dann Bandproben mit Gesang, Gite, Bass, Keys und E-Drumset laufen.

    Für weitere Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.
     
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  2. R2K

    R2K Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.19   #2
    :eek: Wie cool ist das denn
     
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  3. SubbrSchwob

    SubbrSchwob Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.19   #3
    Mich würde ein Vergleich mit den K8.2 von QSC interessieren, die ja quasi die großen Brüder sind. Interessant fände ich auch das Thema Abstrahlwinkel. Den großen Abstrahlwinkel der K8.2 finde ich oft und gerade bei Sprache sehr nützlich. Unlängst habe ich entdeckt, dass ich tatsächlich den EQ-Preset für Monitor benutze und Musiker damit zufrieden sind... allerdings sind die K8.2 für Monitor-Anwendungen eher überdimensioniert und da wäre es interessant, was der günstigere und kleinere Bruder im Direktvergleich bietet.
     
  4. Redti

    Redti Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.19   #4
    @SubbrSchwob: Mit der Kx.2 Serie habe ich leider keine Erfahrung.
    Laut Datenblatt haben die Boxen einen Abstrahlwinkel von 90°, also sicher nicht ganz schlecht :great:.
     
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