Korpus aufmotzen - wie schwierig?

von Cancun, 31.10.07.

  1. Cancun

    Cancun Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #1
    Servus,

    wie hoch schätzt ihr die Schwierigkeit ein, einem Basskorpus (P/J-Form, aber kleiner) die Zargen abzusägen und dem Teil ringsum mit angeleimten Holzteilen eine andere Form zu verleihen?

    Hintergrund ist der, dass ich diesen billigen ostasiatischen Shortscale vom Thomann kürzlich noch mal ne Nummer billiger auf Ebay geschossen habe. Erträgliche Substanz, Hals musste ein wenig unterfüttert werden - aber er ist nun mal langweilig und schwarz. Seither spiele ich mit dem Gedanken, das kleine Ding auf diese Weise für Showzwecke in Richtung des coolen Lemmy-von-Motörhead Rickenbacker 400x umzufrickeln...

    ... wenn ich mir andererseits meine bisherigen "Erfolge" in Sachen Holzbearbeitung anschaue, komm ich doch ins Grübeln. Man müsste die Seitenteile ja schon ziemlich passgenau hinkriegen, gleiche Dicke und all so was...
     
  2. McCyber

    McCyber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #2
    Ich würde ein holzrohling bei rockinger oder so kaufen und ihn dann die form geben. Ich denke mal dass das einfacher ist und auch von besserer qualität als wenn du jetzt anfängst an deinen korpus andere holzstücke rannzukleben.
     
  3. Cancun

    Cancun Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #3
    Bei Rockinger finde ich vorgefertigte J-Bodies, wo der Hals meines Shorty garantiert nicht (ohne weiteres) reinpasst, oder eben das Body blank, wo ich sämtliche Fräsungen, Bohrungen etc. selber anbringen müsste. Das stell ich mir eigentlich nicht sooo einfach vor? (Ab davon, dass der Rohling drei mal so viel kostet wie ich bislang für den ganzen Bass ausgegeben habe... Bass ist mein Dritt- oder Viertinstrument).

    Meine Alternative wär eher "nur" entlacken und ein cooles Finish drauf, wehende Südstaatenflagge oder so was, aber der Gedanke an dieses Seitenteil-Tuning lässt mich nicht los...
     
  4. JakobCases

    JakobCases Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.07   #4
    Das ist auf jeden Fall eine coole Idee, ABER: Wenn du schon sagst, dass du das Teil für Live-Zwecke benötigst, dann stehst du bei der Show wahrscheinlich nicht nur dumm rum, also musst du dir schon eine sehr sichere Verbindung der beiden Holzstücke überlegen, außerdem müsstest du den Bass dann ja auch ganz neu lakieren, alles andere sieht ja nicht so schön aus.

    Ich glaube schon fast, dass wenn du alles das vorhast, also Arbeitszeit + Material + Lackierung (die verdammt aufwendig ist und wenn man es selbst macht, verdammt in die Hose gehen kann), kommst du am Ende teurer weg als wenn du dir einen Bass kaufst, der dich wirklich anspricht und auch in einer sehr viel höheren Preiskategorie liegt.
     
  5. Cancun

    Cancun Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.07   #5
    Also selbst beim Üben im Wohnzimmer steh ich eigentlich nicht so drauf, wenn mir das halbe Instrument runterfällt ;)

    Eh klar.

    Ist immer so aufwendig, wie man es sich macht.

    Meine Strat-Kopie hab ich auch selbst "verschönert" - Sandsteineffekt-Strukturlack ausm Baumarkt (Sprühdose) auf Pickguard und Pickup-Kappen. Hat sonst NIEMAND, hat fast nix gekostet (drunter noch etwas Kunstoff-Haftgrund und fertig) und wäre auch ultraschnell gegangen, wenn ich nicht noch an den Pickups gefrickelt hätte. Ist für meine Begriffe irre gut geworden und die Klampfe sieht mit einem Mal nur noch halb so billig, plastikhaft und langweilig aus. Nachher stell ich davon vielleicht mal ein Bild rein.

    Bei dem Bass schweben mir jedenfalls keine 27 handpolierte Schichten Nitrolack vor, das ist mal sicher :screwy: und da der Body nicht konturiert ist, dürfte auch das maschinelle Entlacken keine Ewigkeit dauern. Elektroschleifer rulez. Hab ich drei Stück von.

    Diese Frage stelle ich mir grundsätzlich als erstes, nicht zuletzt weil mein "Stundenlohn" gar nicht sooo niedrig liegt und ich wenig Freizeit habe. Allein in der Zeit, die ich gestern und heute mit Einstellen verbracht habe, hätte ich bei entsprechender Auftragslage den Neupreis ungefähr drei Mal reingeholt :D

    Andererseits bastel ich mitunter ganz gern, das macht mir manchmal sogar mehr Spaß als Einkaufen gehen.

    Und hier liegt der Fall sowieso nochmal anders:

    1. Bass ist mein Dritt- bis Fünftinstrument.

    2. Ich hab bislang bis auf den Rickenbacker keinen Bass gesehen, der mich vom Styling her anspricht. Ein Explorer vielleicht noch am Rande, aber der würde mich dann vermutlich eher traurig machen, weil ich immer noch keine Explorer-förmige Gitarre habe!

    3. Rics sind mir nicht nur viel zu teuer, sondern soweit ich weiß, gibt es auch keine Shortscale-Ausführungen. Würde klanglich wohl auch keinen Sinn machen. Bei meinen kurzen Fingerchen und weil ich mehr Gitarre als Bass spiele, brauche ich das aber unbedingt.

    Und schließlich viertens: Firma Rickenbacker ist auf Kopisten gar nicht gut zu sprechen. Versuch mal bei Ebay, eine der raren Kopien zu verticken. Selbst wenn man das böse R-Wort vermeidet, wird eine solche Auktion nicht selten schneller gecancelt als Du kucken kannst. Daher gibt es auch keine preisgünstigen Kopien - im Gegenteil: Die paar, die es aus den 80ern oder so noch gibt (Ibanez und so) sind fast genau so teuer wie die Originale. Klingen gerüchteweise mitunter sogar besser...

    Ich will mir bloß vorher klar drüber werden, wie kompliziert das ganze wird, denn im Holzbereich ist es mir bislang nicht unbedingt gelungen, eine hohe Fertigungspräzision zu erzielen. Stichsäge sollte ich da vermutlich direkt vergessen, sondern mir lieber einen gescheiten Schnittplan machen und die Teile (und den Korpus) von einem Tischler mit einer Bandsäge schneiden lassen oder so...

    Was ich herauszufinden versuche ist, ob es wirklich unkomplizierter wäre, als sich direkt einen komplett neuen Body für den Taiwan-Hals zu sägen. Ich hab trotz der preisgünstigen Oberfräse, die ich Papa letztes Jahr zu Weihnachten schenkte, gewisse Bedenken, wie gut ich z.B. die Halstasche hinbekäme. Nicht zuletzt deswegen liegt hier seit fast nem Jahr ein abgelagerter Klotz Pappelholz herum, aus dem ich mir mal eine Mini-Explorer für am Schreibstisch zu klimpern basteln wollte... die Hardware ist praktisch ebenfalls vollzählig...
     
  6. Cancun

    Cancun Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.07   #6
    So, hier ist das Ding. Es handelt sich um eine Cort, vermutlich eher aus Taiwan als Korea. Ich hatte bereits zuvor ein fantastisches Instrument dieser Marke auf Ebay ergattert, als ich irgendwann auf den Tripp kam, dass man eigentlich unter allen Umständen eine Strat im Haus haben muss.

    Die Rote gefiel mir auf Anhieb und war günstig zu haben, doch hatte ich vergessen, nach dem Holz zu fragen. Zu dem Zeitpunkt der Lackierung ging ich noch davon aus, dass es eine Sperrholzgitarre sei - da wollte ich für Kosmetik weder viel Aufwand betreiben noch viel Geld ausgeben. Aber das Pickguard bestand aus dem billigsten Plastik des Planeten, das sah schlimmer aus als ein Toyota Yaris von innen. Ein bei Ebay im Konglomerat aus übriggebliebenen Bastelteilen abgegriffenes Pearloid-Teil entpuppte sich leider nicht nur als HSS-Typ, sondern die Bohrungen und der Halsaussschnitt passten auch vorn und hinten nicht auf die Cort. Eine halbe Sprühdose Kunststoff-Haftgrund war noch von Lackarbeiten am Motorrad übrig, also flugs in den Baumarkt gehuscht, noch eine Minidose lustigen Effektlack abgegriffen (eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, eine noch halbvolle Dose neongelben Markierungslack aufzubrauchen) und ab dafür.

    Heute hab ich mal etwas mehr Lack in der Kammer abgeschliffen und siehe da: Sie scheint massiv zu sein! Klang auch eigentlich zu gut für eine "Zigarrenschachtel"... Jetzt muss ich erst mal lernen, wie man ein Standard-Tremolo justiert.
     

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