Krebskriegerin

von Izelion, 22.08.16.

  1. Izelion

    Izelion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #1
    Das ist kein Songtext im klassischen Sinn, es gibt hier keinen Refrain. Vielleicht schreibe ich noch einen, mal sehen. Aber eigentlich drückt er genau das aus was er soll. Stolz, Angst und Hoffnung.

    Ich lächle dich an,
    es kommt kein lachen zurück,
    nur dieser angstvolle,
    tot trauriger Blick,

    deine Tränen bilden Seen,
    deine Stimme klingt schwach,
    du sagst du willst nicht sterben
    hältst dich krampfhaft wach,

    10 Jahre tapfer einen Kampf geführt,
    immer in der Hoffnung auf den großen Sieg,
    dazwischen viel zu viel verloren,
    der Kampf gegen Krebs ist wie ein Krieg,

    es gibt keinen Sieger nur Waffenruhe,
    es ist und bleibt ein Teil von dir,
    doch so lange du zu kämpfen vermagst,
    bleibst du ein lebender Teil von mir,

    Gib dich nicht auf fehlt grad auch der Mut,
    ich bin immer noch da und gebe dir kraft,
    ich kann nicht sagen alles wird gut,
    aber so vieles haben wir gemeinsam geschafft,

    ich kann dich nicht gehen lassen nicht jetzt und nicht hier,
    dafür bin ich den Weg nicht mit dir gegangen,
    ich bin da um in Momenten wo du zweifelst
    dir Halt zu geben und dich aufzufangen.

    In der heutigen Zeit zählt jedes Jahr,
    fast monatlich gibt es neue Therapien,
    und wöchentlich setzte ich Hoffnung darauf,
    dass die Stunden mit dir uns noch lang nicht entfliehen.


    © 2016 lyriks by Roland Born
     
  2. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.16   #2
    Was ist los? Fällt euch dazu nichts ein? Ich weiß es ist ein schwieriges Thema.
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.09.16   #3
    Hi Izelion,
    für mich ist dieser Text, gut geschrieben, flüssig, nah, wie ein Tagebucheintrag, ein Bekenntnis, eine Botschaft - viel zu persönlich, für mich, um ihn hier unter die Lupe der Textkritik zu nehmen.

    Du hast ihn für Dich und sie geschrieben und das ist gut so.

    Herzliche Grüße und alle Kraft der Welt!

    x-Riff
     
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  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.09.16   #4
    Tut mir leid. Aber ich finde es tatsächlich sehr schwierig, einen so persönlichen Text mit einem realen, traurigen Hintergrund zu kritisieren.

    Aber wenn du unbedingt möchtest. Ich mache es aber kurz.

    Ich finde einige Zeilen isoliert betrachtet gelungen.

    Im Lesefluss aber kommt mir die Metrik und die Reimerei teilweise etwas hausbacken und holpernd vor. Auch die Balance zwischen Bildhaftigkeit, persönlicher Betroffenheit und konkreter Information und Ansprache wirkt auf mich unausgewogen.

    Ich habe den Eindruck, du hast etwas zu viel in deinem Text unterbringen wollen - was ich nachvollziehen kann. Bildhafte Zeilen wie "deine Tränen bilden Seen" oder "es gibt keinen Sieger nur Waffenruhe" beißen sich mit infomellen Aussagen wie "fast monatlich gibt es neue Therapien".

    Alles Gute. Eine Freundin von mir hat den/mehrere Krebs bereits dreimal besiegt. Bei der letzten Untersuchung sagten die Ärzte: In Ihrer jetzigen Konstitution werden sie auf jeden Fall über 70. Vielleicht hilt ja die Info.
     
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  5. Lehrgut01

    Lehrgut01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.16   #5
    Hey, da bisher noch niemand geantwortet hat, bekommst du meine Gedanken zu deinem Text ;)

    Mir gefällt der Anfang gut, ab Strophe 3 verliert der Text meiner Meinung nach etwas an Lesefluss bzw. "Flow". Ich will das aber nicht abschließend so sagen, da mir die Musik dazu fehlt, bzw. ich öfter den Eindruck hatte, dass etwas im Lied funktionieren kann, was der bloße Text nicht so ersehen lässt.

    Ich persönlich fände es auch schön, wenn du ein bisschen metaphorischer an die Sache gehst und mehr Bilder nutzt (ist aber vielleicht auch einfach mein persönliches Empfinden). Gerade das Bild des Krieges könntest du mMn noch stärker aufgreifen.

    Aber klar, sehr schwieriges Thema. Gerade deshalb fällt es denke ich schwer, Kritik zu äußern, hoffe aber, dass ich dir mit meiner Meinung irgendwie helfen kann. Ich selber habe vor kurzem eine ähnliche Situation durchgemacht, und wünsche, insofern du sowas tatsächlich aktuell durchlebst, dir/euch auf jeden Fall alles, alles Gute!
     
  6. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.09.16   #6
    Hallo und vielen dank für eure Antworten. Wie gesagt, es ist mehr ein Gedicht als ein Songtext.

    @antipasti

    nur bedingt tun Sie das. Vor allem vor dem Hintergrund das mit Waffenruhe gemeint ist, dass man Krebs nicht heilen kann, sondern nur am Wachstum hemmen oder aber auch nur verlangsamen. Dann macht eben auch wieder der Zusatz Sinn das es immer neue Therapien gibt. Sei es nun um das ganze noch weiter zu verlangsamen oder vielleicht doch irgendwann mal heilen zu können.


    lg Izelion
     
  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 06.09.16   #7
    Ob sie das tun oder nicht, ist ja nichts, was du einfach entscheiden kannst. Für mich tun sie das. Ich rede dabei ja nicht über den Informationsgehalt oder den SInn, sondern über die Wirkung und die Komposition der Worte.


    Aber genau das meinte ich doch. Es klingt für mich in dieser Form eben genau wie ein "Zusatz" und nicht wie Teil des lyrischen, homogenen Gesamtwerks. Eher wie eine Information aus einer Broschüre, die du noch loswerden wolltest. Im Gegensatz zum Rest des Textes, der persönlicher und ab und zu auch bildhafter ist.

    Etwas krass überspitzt ein spontanes Vergleichsbeispiel als Demonstration, wie ich diesen Gegensatz empfinde:

    Die welke Rose der Vergessens
    Düngt scharlachrot des prallen Lebens Hain
    Der Preis für Gartenartikel hat vor 10 Jahren noch die Hälfte besessen
    Das muss ja wohl nicht sein


    So ungefähr wirkt das auf mich. Die ersten Zeilen sind (übertrieben) stellvertretend für die Lyrik, die den Großteil des Textes auszeichnen. Die unteren Zeilen sind eine für das Gefühl eher störende Info, die außerdem noch in einen eher ungelenken Reim mit ausufernder Metrik gezwungen werden - ähnlich wie deine "Therapien (...) Stunden mit dir uns noch lange nicht entfliehen".

    EDIT: Natürlich erkenne ich nach mehrmaligem Lesen auch einen "Kniff", den du angewandt hast. Dass die Zeiteinheiten immer kleiner werden. Jahr -> Monat -> Woche -> Stunde. Den finde ich ansich gut. Vielleicht kann man das mehr auf den Punkt bringen.

    Jedes Jahr zählt
    Jeder Monat bringt Erkenntnis,
    Jede Woche hoffe ich
    Und jede Stunde lieb' ich dich

    Missversteh' das jetzt nicht als Korrektur. Sondern lediglich als Demonstration einer Alternative, wie man einen ähnlichen Inhalt klarer und direkter transportieren könnte, ohne die Zeilen mit Sachinformationen zu "überlasten".
     
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