Lautstärkeschutz beim Proben

  • Ersteller windplayer
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Na, ich würde ja vermuten, dass die Stille in Bezug auf dieses Thema auch eine Art Antwort ist. In einem guten Forum sprechen Menschen nur über Dinge, von denen sie etwas verstehen.
 
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noise canceling Technologie soll rauschen, brummen verhindern, also niedrige, eher gleichförmige Geräusche.
wenn sie bei Musik wirksam wär, würdest du nichts hören.

man hat sie zum Musik hören, damit der Lärm von assen weniger stört und man weniger laut Musik hören kann.
 
Vor Jahren habe ich mal in einem Bose-Shop gefragt, ob die ANC-Hörer auch für Live-Musik geeignet wären. Antwort war: eher weniger ...

Letzten Endes arbeiten die ANC-Systeme wie folgt: ein Mikro nimmt die Umgebungsgeräusche auf, eine Elektronik setzt (phasenverdrehte?) Gegengeräusche dazu, so dass sich Geräusch und Gegengeräusch gegenseitig aufheben (sollen). Das klappt umso besser, je gleichmäßiger (zeitlich gesehen) die Umgebungsgeräusche sind, also z.B. der Basis-Lärm am Bahnhof oder das Rauschen der Klimaanlage und der Turbinen im Flieger. Evtl. auch im Proberaum? Hab' ich keine Erfahrung mit. Nur: was nutzt mir im Proberaum die Senkung des Basis-Pegels, wenn Lautstärke-Spitzen ungefiltert durchkommen? Öhhh ...

Und das war bei mir damals der Grund, mir auf einer Seite die MusicSafe reinzutun. Wir haben zwar insgesamt recht zurückhaltend geprobt, was die reine Lautstärke anging (sowohl Mitmusiker als auch der Proberaum gaben das her), aber ich stand knapp neben einem Becken des Drumsets, das "dank" Drumrisers auch ziemlich exakt auf Ohrhöhe war. Jedesmal, wenn das Becken zum Einsatz kam (war, glaub' ich, ein Crash), zuckte ich zusammen. Mit den verschiedenen Filtern probiert, erst in beiden Ohren gleich, dann unterschiedlich, schließlich das "freie" Ohr ohne und das "Becken"-Ohr mit Stöpsel. Ging einwandfrei. Und diese Peaks hätte kein ANC-System irgendwie in den Griff bekommen können, ohne dass ich vorher - zumindest kurzfristig - die volle Ladung abbekommen hätte.
 
Moin,
Noise cancelling ist keine gute Option. Der Kopfhörer Over Ear verfälscht den Sound, und die "Mithörfunktion" ist frequenzmäßig stark eingeschränkt. Die meisten Systeme filtern sehr gut mittel- und tieffrequente Signale raus, die hohen Frequenzen werden mechanisch gedämpft. Diese Systeme wurden für Flugzeuge entwickelt, dort funktionieren sie super.

Ciao
Monkey
 
Ich nutze seit einigen Jahren die alpine Party Plugs. Gibts in der Apotheke oder im Baumarkt für unter 15€, die dämpfen ca. 20db. Bei einer lauten Probe kann ich mich und die anderen einwandfrei hören, ohne dass mir danach die Ohren klingeln.
 
Super, jetzt fühle ich mich gut informiert und werde auf verschiedenen Ebenen handeln (eigener Gehörschutz, Einwirken auf die Band). Besten Dank!
 
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Vergiss Noise Cancelling. Wie hier schon geschrieben ist das eher für gleichmäßige Aussengeräusche, nicht für Live-Musik geeignet. Du kannst es mit guten angepassten Gehörschutz vom Hörgeräteakustiker probieren. Persönlich halte ich aber langfristig die in-ear Lösung als besser. Geht’s nur um den Proberaum? Ich meine, wenn es keine anderen Optionen gibt, die Gesamtlautstärke runter zu bringen, musst du an dich denken, und da ist in-ear ne gute Option, und funktioniert auch, wenn nicht alle mitmachen. Es müssen natürlich bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, d.h. ein Pult muss vorhanden sein, das über entsprechende Ausgänge bzw. Aux-Wege verfügen. Ggf. brauchst du noch einen Kopfhörerverstärker oder ein Bodypack, dass ein Aux-Signal auf Kopfhörerpegel verstärkt. Es wäre sinnvoll wenn möglichst alle Instrumente abgenommen werden. Evtl. reicht auch ein Mikro, das den Raumsound aufnimmt. Aber besser wäre es, wenn du dir deinen Mix aller Instrumente selber einstellen kannst. Dann brauchst du nur noch einen Kopfhörer, der möglichst hohe Aussendämpfung hat. Im Proberaum kommt es dabei nicht so auf die Optik an, live sieht das dann wieder anders aus.
 
Ich finde es ja sehr belustigend, dass die kostengünstigste und wirksamste Option immer gleich konsequent ausgeschlossen wird, nämlich die mit Runter vom Gas. wo hat das denn angefangen dass man immer nur mehr die Auswirkungen bekämpfen will und nicht die Ursachen?
So sehr ich deine Irritation verstehen kann: sobald ein akustisches Drumkit in einem üblichen 12-16qm die Lautstärke vorgibt, würde ich persönlich immer mit Gehörschutz spielen. Mache ich persönlich seit 25 Jahren, mit wenigen Ausnahmen (live oft mit Inear, oder auch mal ohne Stöpsel, wenn bei großer Bühne und gutem Mischer der Sound auf der Bühne dazu einlädt) - fahre gut damit, und kann das jedem (!) nur wärmstens ans Herz legen.

Ich habe mit sehr unterschiedlichen Bands gespielt, darunter - bis auf eine Casting-Probe - keine einzige, bei der es im Proberaum exorbitant laut gewesen wäre. Und bei einer war der Raum so günstig geschnitten und der Drummer so unfassbar tight und gleichzeitig leise, dass es auch ohne Stöpsel gegangen wäre - das findet man aber beides nicht alle Tage.
Im Schnitt habe ich es mit relativ disziplinierten Musikern zu tun gehabt, und trotzdem ist die Lautstärke beim Proben zu hoch, um sich das ein- oder zweimal die Woche für mehrere Stunden ungeschützt anzutun.

Leiser zu proben, wäre zwar wünschenswert, aber das ist oft einfach irgendwann nicht mehr sinnvoll möglich. Spätestens beim Drumkit oder (so vorhanden) Blechbläsern geht irgendwann "leiser" auf Kosten der Musikalität. Dass viele Bands über diese Baseline hinaus noch viel lauter proben (dann ehrlicherweise meist von der Saitenfraktion getriggert), ist allerdings auch leider wahr.

Auf der Raumseite zu optimieren, bleibt für die meisten Hobbymusiker ein frommer Wunsch, weil dazu als erstes die Räume mal größer sein müssten, zweitens kann man in Mieträumen nicht alles machen, und drittens kostet es Geld, und zwar ehrlicherweise mehr als ein Satz angepasster Gehörschutz pro Musiker alle 10 Jahre.
 
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Spätestens beim Drumkit oder (so vorhanden) Blechbläsern geht irgendwann "leiser" auf Kosten der Musikalität.
Naja, du hast ja selber gesagt dass es geht
und der Drummer so unfassbar tight und gleichzeitig leise
Ich kenne einige Drummer, die das so machen. Auch in meiner Band haben wir in meinem Proberaum eine Pegel, der es nicht notwendig macht, mit Stöpsel zu spielen. Und da bei klassischem Gitarren Rock, sei mal so gesagt.
Vielleicht ist das ja etwas für den Thread über die "gute alte Zeit". Das wird wohl etwas sein, dass damals eher noch trainiert wurde, so zu spielen dass es an sich keine Verstärkung brauchen würde um alles gut zu hören.
Ok, ich war in frühen Jahren auch mal in einer Band, die es eine Zeit lang etwas übertrieben hat. Weil wir da eine wirklich potente PA uns zugelegt haben, haben wir auch dem entsprechend laut geprobt, so laut dass wir uns schon überlegten im Proberaum das Drumkit anzunehmen. Aber nach ein, zwei Proben oder so, nach denen uns die Ohren noch eine Zeit lang geklingelt haben, verständigten wir uns darauf wieder mit dem Pegel runter zu gehen. Jahre später hatte ich mit einer Band gespielt (auch die typische Besetzung Drums, Bass, 2xGitarre), bei der wir nur einen kleinen Monitor von HK hatten und über den Via Quadraverb ein Mikro vom Sänger angesteckt hatten. Und auch da ging es extrem sittsam her.
Bis auf die kurze Zeit, als wir es doch deutlich übertrieben haben, habe ich beim Proben mit den Bands, mit denen ich so zusammengespielt habe, nie ein Pegelproblem gehabt und deshalb auch nie einen Gehörschutz gebraucht. Und ich bin da schon etwas empfindlich.
Nochmal, es geht leiser auch für sog. laute Instrumente, das war "früher" einfach der Normalfall, auch weil man nicht so potentes Zeug hatte. Gehörschutz kann ja der letzte Ausweg sein, aber doich nie gleich mal die erste Maßnahme die einem einfällt. Da machen sich die Leute es einfach zu leicht. Und jammern dann herum weil in einer Location der Veranstalter/Wirt/Whoever herum mosert, weil man als band einfach zu laut ist. Lauter machen kann man im Zweifelsfall praktisch immer, leiser geht dann halt nicht weil man es so nicht gewohnt ist. Wenn man da erst beim Soundcheck versucht vom Gas zu gehen, ist es zu spät. Das kriegt man dann auf die schnelle eben nicht hin.
Deshalb kann ich jedem nur empfehlen, den Pegel beim Proben schon zu kontrollieren. Das mag ja eine kirze Zeit lang sich ungeil anfühlen, langfristig ist man dann aber definitiv der Gewinner. Man gewinnt ja auch musikalisch dabei, weil man alles immer besser und deutlicher hört.
 
Naja, du hast ja selber gesagt dass es geht
Wie gesagt, bei einer glücklichen Verkettung seltener Umstände. So leise habe ich seitdem keinen Drummer mehr spielen hören, und ich rede nicht von Schülerband-Niveau. Das ist in der Form wirklich selten (und das war es früher auch schon!). Der Gitarrist hat dort zum Beispiel zeitweise einen 6W-Amp gespielt.
Auch in meiner Band haben wir in meinem Proberaum eine Pegel, der es nicht notwendig macht, mit Stöpsel zu spielen. Und da bei klassischem Gitarren Rock, sei mal so gesagt.
Ich glaube, wir reden von sehr unterschiedlichen Lautstärke-Referenzen. Das, was du als "so leise, das man keine Stöpsel braucht" bezeichnet, ist (da möchte ich wetten!) ziemlich sicher lauter, als ich ohne Stöpsel spielen würde. Und du würdest höchstwahrscheinlich unsere Probelautstärke schon als leise empfinden. Ich bin auch in allen meinen Bands meist der einzige gewesen, der konsequent mit Gehörschutz probt. DAS Niveau zu erreichen, ist natürlich mit Disziplin und "leiser spielen" ohne Probleme zu schaffen. Das ist aber objektiv immer noch so laut, dass man sich auf Dauer das Gehör kaputt macht. Das fängt nicht erst da an, wo es weh tut oder einem nach der Probe die Ohren klingeln.

Es wäre mal sehr interessant, das mit dB-Zahlen zu hinterlegen.
Gehörschutz kann ja der letzte Ausweg sein, aber doich nie gleich mal die erste Maßnahme die einem einfällt.
Gehörschutz sollte eigentlich als Rockmusiker IMMER die erste Sache sein, die einem einfällt. Unabhängig davon, dass man trotzdem leiser proben kann. Ich kann zwar deinen Punkt verstehen, dass man auch woanders ansetzen kann. Aber ich persönlich würde nie einen Musiker, der über Gehörschutz nachdenkt, von diesem eigentlich sehr sinnvollen Gedanken abbringen.

Ich möchte mit 70 auch gerne noch Musik machen können, und habe von einem Ohrenarzt mit Anfang 20 den Warnschuss bekommen.
 
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