Sagen wir mal so bezüglich der ursprünglichen Thematik:
"Analogfunk ist geduldig". Ich erinnere mich, seinerzeit mal spaßeshalber ein MEI1000G2 mit einem Sennheiser ew G3 Empfänger verheiratet zu haben. Mit deaktivierter Pilotton-Erkennung kam da Audio raus.
Aber das sind halt Spielereien auf dem Werkstatttisch. Wie gut die Übertragungsqualität bzw. Dynamik wirklich war kann ich nicht mehr sagen bzw. habe ich nicht weiter verfolgt; auch bin ich mir ziemlich sicher, dass es spätestens bei Störquellen auf benachbarten Frequenzen bzw. der Funk schwach wird extrem hässlich geworden wäre. Selbst mit aktiviertem Pilotton-Mute hatte ich bei den analogen Sennheisers da manchmal schon erheblich Rauschfahnen.
Also: "Irgendwie" wird das mit der Kombination aus der 100er und 1000er-Serie vermutlich funktionieren, man müsste es testen.
Jetzt das "Aber", warum ich es so und so nicht empfehlen würde. Man muss sich da vielleicht ein Stück weit bewusst machen, wie solche Serien überhaupt entwickelt werden. "LD Systems" ist eine Handelsmarke der Adam Hall GmbH, also eines Großhändlers für Veranstaltungstechnik mit ausschließlich eigenen Brands. Ich kenne die Strukturen der Firma Adam Hall jetzt nicht so gut, dass ich mich behaupten traue, dass die überhaupt keine hauseigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung in D haben. Ich denke schon, dass es da einige Ingenieure gibt und auch hierzulande das erste Prototyping betrieben wird, dann aber sicher eher für die hochpreisigeren Produkte hauptsächlich im Bereich der professionellen Beschallungssysteme.
Zu einem zumindest erheblichen Teil wird es aber vermutlich laufen wie bei allen anderen auch - zwei Möglichkeiten:
1. Es wird ein fertiges Standardprodukt aus Fernost zugekauft, mit leicht anderen Specs wie z.B. modifizierter Hard- oder Software und natürlich Bedruckung.
Beispiele beim Thomann: MiPro 5,8GHz InEar-Monitoring vs. t.bone-Pendant auf 2,4GHz. The Sssnake Cat Snake vs. das Pendant von Pronomic.
2. Es wird eine Liste mit den Specs von der lokalen R&D "from scratch" erarbeitet und dann an X OEM-Hersteller verschickt. Vielleicht auch schon mit einem konkreten Design und Detailvorgaben für die Software-Funktionalität. Der Günstigste bekommt dann natürlich den Zuschlag. Was im Detail an Hard- und Software drinsteckt, weiß der Auftraggeber aber auch hier i.d.R. nicht und hat ihn letztlich auch nicht zu interessieren, solange die Specs erfüllt werden.
Konkrete Bestätigung dazu aus der Praxis: Ich hatte einen MEI1000 G1 Sender auf dem Werkstatttisch. Im Betrieb überhitzte der Mikroprozessor rasch, es kam zum Totalausfall. Kein Ton, keine Anzeige, nur noch Hintergrundbeleuchtung. Eine Anfrage bei Adam Hall (ob man einen Ersatz-IC liefern könnte oder zumindest die kompilierte Firmware bereitstellen könnte zum "Selberbrennen" - war damals glaube ich ein Standardtyp von STM oder Microchip drin) wurde immerhin beantwortet, allerdings mit dem vermuteten Ergebnis: Chip können wir nicht besorgen und auch die Firmware steht uns nicht mal selbst zur Verfügung (glaube ich denen auch, sonst hätten sie ja auch sagen können "dürfen wir nicht zur Verfügung stellen"). Das passt genau zur beschriebenen Vorgehensweise: Auch der "Hersteller" bzw. eben eigentlich Vertrieb (selbst wenns eine Hausmarke ist, augenscheinlich also aus dem "eigenen Stall" kommt) schiebt eben nur Pakete vom Container 1 (aus Asien) in den Container 2 (zum inländischen Versanddienstleister), hat aber sonst keine Aktien drin, was in dem Ding konkret verbaut ist, kann bestenfalls für eine begrenzte Zeitspanne ganze Baugruppen besorgen.
Es gibt dann noch so die Variante "1.5". Die hiesige R&D gibt was vor, und der Chinese guckt, wie er das auf seine Maschinen adaptiert bzw. welches Konzept er dafür "recyclen" kann. Das gibt es vor allem bei Movinglights recht oft. Es existieren sehr viele Geräte z.B. bei High End Systems und Elation, die sich sehr ähneln, weil das alles von Golden Sea kommt. Aytron bespielsweise gehört sogar direkt zu Golden Sea, wie letzterer Homepage zu entnehmen ist. Möglich, dass da sogar manchmal dann der eigentliche Hersteller auf die anderen Vertriebsmarken zugeht und sagt: "Ich hab Lampe XY entwickelt, braucht ihr das Produkt unter eurem Label auch?" Weiß ich nicht, kann ich mir aber vorstellen. So mit Patenten und so läuft das in CN ja eh ein bissl anders. Ich glaub, man muss da ja auch Rechte abtreten, wenn man dort etwas im Auftrag fertigen lässt? Da ist ja sogar schon der eine oder andere Hersteller durchaus auf die Nase gefallen, weil eben nach Ablauf der Verträge Plagiate oder zumindest baugleiche Produkte untern anderem Namen auf dem Markt erschienen sind zu einen Bruchteil des Preises, wo faktisch wirklich die gleiche Technik drin war.
To make it short:
Es kann also sein, dass MEI100 und MEI1000 entweder zumindest aus der gleichen Fabrik in Fernost kommen, aber mit unterschiedlichen Anforderungen (v.a. an den Zielpreis und daraus resultierenden, notwendigen Einsparungen) designt wurden, sodass selbst hier keine Kompatibiltät gegeben ist, obwohl es tatsächlich der gleiche Hersteller im eigenen Sinne ist (nochmal: damit meine ich nicht "LD", sondern die Fernost-Bude, wo das tatsächlich vom Band fällt). Es kann aber eben sein, dass es sogar zwei komplett unterschiedliche Werke sind, deren Entwicklungsabteilungen überhaupt nichts voneinander wissen.
Dementsprechend ist eine Aussage über die Inkompatiblität der Serien für mich weder verwunderlich, noch überraschend. Es hätte mich sogar eher irritiert, wenn eine positive Antwort gekommen wäre. Dementsprechend verwundert es mich es im Nachgang eigentlich auch nicht, dass die Gehäuse der Sender auch unterschiedlich breit sind, wie ich letztens beim Fertigen von Sonderadaptern zur Montage diverser MEI100 und MEI1000 in Flyht Pro 9,5"-Racks feststellen musste. Da war ich rückblickend schon ein wenig sehr naiv, mir lauter 1000er zu fräsen, anstatt den 100er-Sender nochmal extra abzumessen.
LD Systems MEI und ANT MIM weisen übrigens, wenn man sich die Fotos anschaut, auch diverse Gemeinsamkeiten beim Layout der Bedienelemente auf, sind im Detail aber doch wieder unterschiedlich (z.B. fehlt beim ANT-Sender der "SET"-Button und die Anordnung von Kopfhörerausgang und RF-LED bei den Beltpacks ist auch anders - auf der Sender-Rückseite wirds aber dann wieder eher ident.