Ich bin grundsätzlich sehr gut mit Gitarren versorgt.
Ich habe aber gemerkt, dass mir die Gibson Les Paul Mensur mehr liegt als die Strat-/Tele-Mesur. Deshalb nehme ich diese auch öfter als meine Strat- und Tele-Modelle in die Hand.
Die Les Paul ist wiederum relativ schwer und unhandlich. Sie schmiegt sich einfach nicht so an den Körper.
Gibt es eine Gitarre mit einer 628 mm (oder weniger) Mesur, die auch leicht und „angenehm“ zu spielen ist?
Das Gewicht sollte max. bei 3,3 kg liegen. Ach ja, es sollte möglichst keine Singlcut Form sein und auch keine einfache „Brett-Gitarre“ wie die Tele.
Es gibt so viele Gitarren, was soll man da sagen?
Wichtig ist, dass sie mechanisch gut aufgebaut ist und gut klingt.
Kommt auch auf die Stilrichtung an, die Du spielst.
Ich würde dringend empfehlen, selbst ein paar Gitarren in die Hand zu nehmen.
Gefällt Dir das Halsprofil? Ist der Hals gerade, hält er die Stimmung gut.
Wie ist die Qualität der Mechaniken, sind die Bünde gut gefeilt, oder bleibt man dran hängen.
Laufen die Potis gut? Ist die Elektronik ok.
Ist die Gitarre gut ausbalanciert? Kann man sie auch gut im Sitzen spielen?
Reicht der Einstellweg für die Bridge?
Ist das eine ordentliche Brücke oder ist der Haltemechanismus "Historisch blöd", wo ein Bügel, der die Bridgesaddles nach unten drücken soll, wie eine Sitar mitschwingt?
Firebird war zu kopflastig. Flying V sieht geil aus, aber lässt sich im Sitzen nicht so bequem spielen.
Eine Gibson Explorer mit ihrer ausladenden Form ist der Feind aller Mikroständer auf der Bühne.
Ein passender Koffer sollte am besten dabei sein.
Bei Jazzgitarren ein Muss, der wird immer auf die Gitarre angepasst, damit er Halt gibt, aber nicht auf die Decke drückt.
Am besten vor Ort ausprobieren, eine Gitarre muss man in die Hand nehmen und spielen.
Es kommt auch sehr auf den Hersteller und die Serie/das Baujahr an.
Nur wenige feilen die Enden der Bünde, weil das noch in Handarbeit gemacht werden muss.
Bei so gut wie jeder Gitarre solltest Du einplanen, nochmal zum Gitarrendoc Deiner Wahl zu gehen,
um sie durchchecken und besser als von Werk einstellen zu lassen.
Damit meine ich nur die Bundreinheit.
Oft sind die Sättel nicht ordentlich gefeilt und wenn die Saite im 1. Bund zu hoch über dem Bund schwebt, dann bekommst Du hinten auch nur eine schlechte Saitenlage hin. In den Bridgesätteln sollte sich der Halsradius widerspiegeln und da muss u. U. hinten noch ein wenig rundgefeilt werden, damit die Saiten beim Ziehen nicht reißen.
Wenn Du da einen guten Gitarrendoktor hast, dann kann man selbst sehr preiswerte Gitarren aufwerten und gut bespielbar machen.
Zum Thema Mensuren.
Die Mensuren von Les Paul und 335 sind ein guter Kompromiss.
Bei der Tele hast Du durch die lange Mensur eine höhere Saitenspannung und beim Spielen weniger Probleme, dass die Tonhöhe schwankt, je nachdem, wie fest man die Saiten beim Spielen drückt.
Kürzer als Les Paul gibt es auch, da fällt mir die Gibson Byrdland ein. Durch die kürzere Mensur ist die Saitenspannung nicht so hoch und da kann man dann einen 10er-Satz deutlich entspannter spielen.
Kehrseite der Medaille einer sehr kurzen Mensur:
- Bei gleicher Saitenstärke weniger Saitenspannung. Man sollte hier die Saiten am besten eine Nummer dicker planen.
- Kein Drama, aber das Stimmen der Gitarre oder auch das Einstellen der Bundreinheit gestaltet sich etwas filigraner. Durch die kürzere Mensur (= kürzerer Weg) ändert sich die Tonhöhe schneller.
- Bei großen Händen (oder dicken Fingern) ist eine längere Mensur vorteilhafter zum Greifen von Akkorden. Es gibt aber auch Akkorde, da profitiert man von einer kürzeren Mensur.