[Literatur] Leo Fender, the quiet giant heard around the world

von unixbook, 10.01.19.

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  1. unixbook

    unixbook Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.19   #1
    Mal ein Literatur-Review…

    Ich muss mich in gewisser Weise als Fan Leos outen. Ich finde es faszinierend, wie ein Mann, der eigentlich nicht mal selber Gitarre spielte, derartig unsere heutigen Instrumente geprägt hat. Da habe ich durchaus eine Affinität zu Literatur über solche Menschen. Vor diesem Hintergrund las ich das hier vorgestellte Buch, und möchte Euch meine Meinung dazu nicht vorenthalten.

    Titel: Leo Fender, the quiet giant heard around the world

    IMG_20190110_170151_edit.jpg

    Erschienen: 2017

    Sprache: Englisch

    Seiten: 189

    Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag

    Verlag: LEADERSHIP INST PR

    Preis: 24,95 USD / 21,99 €

    ISBN: 978-0-9967931-4-8

    Amazon-Link: https://www.amazon.de/Leo-Fender-Quiet-Giant-Around/dp/0996793143

    Autor(en):
    Pyllis Fender und Randall Bell

    Ich tue mich etwas schwer den Plural Autoren zu verwenden, denn das Buch nennt als Autoren neben Phyllis Fender auch Randall Bell. Sein Anteil an dem Buch bleibt aber unklar. Das Buch ist durchgängig aus der Perspektive von Leos zweiter Ehefrau Frau Phyllis geschrieben. Randall Bell steuerte erkennbar nur ein Vorwort bei, auch wenn er schreibt, dass er es als Privileg empfand, an diesem Buch mit Frau Fender zu arbeiten.

    Inhalt:

    Das Buch beschreibt, interpretiert und bewertet Leo Fenders Biografie. Ohne dass das Buch konstant chronologisch bleibt, ist eine gewisse Chronologie, oder besser der Versuch diese anzustreben, erkennbar. Sie beginnt mit dem Elternhaus und endet mit dem Tod bzw. mit dem Nachwirken Leos. Wo es um dessen Person geht, da ist der Zugang stets der private Blick seiner zweiten Frau, die er 1980 geheiratet hatte. Dementsprechend ist das Buch aus der Perspektive von Phyllis Fender geschrieben. Diese hatte ihn nach dem Tod seiner ersten Frau Esther im Jahr 1979 kennengelernt. In Folge dessen berichtet dieses Buch über alle Geschehnisse vor diesem Kennenlernen aus dritter oder vierter Hand und große Teile beziehen sich hauptsächlich auf Leo Fenders letzte Schaffensperiode.

    Der Leser bekommt einen Eindruck von der Person Leo Fender, von seinen Interessen, seinen Verhaltensweisen, seinen Motivationen, Vorlieben und Abneigungen. Leider bleibt das Buch dabei in fast allen Teilen merkwürdig oberflächlich. Es gelingt nicht, den persönlichen Zugang seiner zweiten Frau dazu zu nutzen, einen wirklich tiefgründigen Einblick in das Leben Leo Fenders zu vermitteln.

    Zu den wenigen mir wirklich neu anmutenden Perspektiven zählt beispielsweise die Schilderung des Verhältnisses zwischen Leo und seinen ehemaligen Firmen. Aus anderen Quellen war bei mir bisher der Eindruck entstanden, dass es zu Zerwürfnissen und Unzufriedenheiten im Laufe der Trennung gekommen war. Phyllis Fenders Schilderungen sind deutlich harmonischer und deuten die Vergangenheit anders.

    Redundanz ist beispielsweise beim Bergsteigen ein Sicherheitsaspekt. In der Literatur kann sie ein Stilmittel sein. Wird sie jedoch wie in diesem Buch angewandt, so langweilt sie den Leser oder beleidigt ihn gar. Ich weiß nicht wie oft Phyllis von dem stets gleichen Inhalt Leos Hemdtaschen oder seiner Kleidung schreibt. Ähnliches gilt für eine Reihe von immer und immer wieder vorgetragenen Fakten.

    Verarbeitung:

    Das verwendete Papier und die Bindung sind gut. Gleiches gilt für den Druck. Das Buch liegt angenehm in der Hand und lässt sich, auch durch die schnörkellose Schrift in angenehmer Größe, gut lesen.

    Fotos:

    IMG_20190110_170210_edit.jpg IMG_20190110_170232_edit.jpg

    Das Buch ist gut bestückt mit Fotos. Nur wenige davon sind in Farbe gedruckt und gerade bei diesen hätte ich mir oft ein größeres Format gewünscht. Viele der Aufnahmen kannte ich noch nicht und sie illustrieren passend den entsprechenden Text.

    Klang:

    Das Umblättern der Seiten hat diesen unverwechselbar analogen Sound, den eben nur Printausgaben mit sich bringen. Daumen hoch an dieser Stelle, aber es gilt auch zu bemerken, dass dies eben viele Bücher leisten und nicht speziell dieses Buch dafür benötigt wird.

    Fazit:

    Wer dieses Buch nicht liest wird kaum etwas verpassen und der literarische Wert ist sehr überschaubar. Wer dies Buch lesen kann ist nicht wirklich im Vorteil.
     
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  2. Brocke

    Brocke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.19   #2
    Beim Klang hast du mich gehabt! :hail:

    Schönes Review.
     
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