Macht es Sinn sich als Gitarrist ein Stereo Setup zuzulegen?

  • Ersteller molcolm83
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Ich spiele in meiner zweiten Band als alleiniger Gitarrist Stereo!

Aber habe grundverschiedene Sounds (Angecrunchter, cleaner oder effektierter Fendertwang & heisser JCM800 quasi) zwischen denen ich hin- und herhopse. Ein Amp pro Raumhälfte/Bühnenhälfte. Zum Dampf geben schalte ich beide Amps zusammen... Spektakulär :)

Aber ich habe ohne Witz rund 4 Monate gebraucht, bis ich meinen Sound gefunden habe. In der Regel spielt man kurz alleine an, klingt geil, aber im Kontext mit Band müllt sich alles dermassen zu, Abnahme an Probe-PA ist mühsam, Mischorgien... Bandkumpels schauen einen komisch an. Man steht halt leicht als totaler Gearhead da ;)

Ich warne davor, "einfach so weils geil ist" ein Stereosetup zuzutun! Man kann den Kumpels schwer auf die Eier gehen! In meiner Gruppe habe ich einfach keine Wahl, weil sich so schön abrupt vom einen Sound zum anderen umschalten lässt :)
 
Ich finde so etwas macht schon Sinn, wenn man der einzige Gitarrist in der Band ist.
(Finde es halt schon cooler, wenn dann eine Gitarre links und eine rechts ist)

Ein Bekannter von mir löst dieses Problem so :
 
Stereo auf Live-Gigs ist ausserhalb eines "Drum-Bass-Gitarre"-Trios Quatsch. Und selbst da kann man drüber streiten.

Der Bühnensound wir lauter und undifferenziert, damit ist das Monitoring problematischer.
Bei PA-Abnahme ist der Stereo-Sound nach vorn nicht reproduzierbar und - je nach Größe der Anlage - sorgen die Überschneidungen aus den vielen Klangquellen für Phaseneffekte und Matsch. Über Delays, Modulationen oder Hallräume, die das ganze zusätzlich verschmieren, reden wir da schon gar nicht.
Man wird brüllend laut, geht aber im Gesamtmix unter. Dazu kommt ein aufgeblähtes Setup mit entsprechend mehr Schlepperei, längerer Aufbauzeit und zusätzlichen Fehlerquellen.

Keine echten Vorteile, jede Menge Nachteile.
Ich rate davon grundsätzlich ab.
 
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Ich spiele einen Roland Jazz Chorus. Der hat für jeden Speaker eine eigene Endstufe die von meinem GT-10 stereo befeuert werden. Ich lasse mich auf der Bühne dann zweimal mikrofonieren. Da guckt zwar der Tonmann häufig erst etwas dumm und man muss ihm erst klar machen, dass das auch tatsächlich Stereo ist (steht zwar auch in unserem Tech Rider, aber wer liest den schon?), aber dann klappt es ziemlich gut.

Ich lasse beide Kanäle dann zu 100% nach links und rechts pannen und habe im Saal dann einen echt schönen Stereo Sound. Ist nicht brüllend laut und geht auch nicht unter. Auf der Bühne gibt es mit dem Monitor auch kein Problem, der ist mono.

Stereo macht bei mir auch Sinn, zu meinen Standardsounds gehört als Modulation Chorus (Stereo) und mindestens ein Delay, häufig aber auch gleich zwei hintereinander. Den einen habe ich Mono auf punktierte Achtel, der zweite ist ein Ping Pong Delay auf Viertel. Dazu natürlich noch Hall. Das gibt einen geilen breiten Sound, wieso sollte ich den mit mono kaputt machen?

Schlepperei habe ich mit einem 2x12 Combo auch nicht viel.

Keine echten Nachteile, jede Menge Vorteile.
Ich sage grundsätzlich "ja". :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Paul es wäre mir hauptsächlich um Feste zwischen 800 und 2000 Leuten

.

Hallo!

Wie oft spielt ihr denn sowas? Welche Band ist das? Bei regelmäßigen Events dieser Größe solltet ihr ja im Netz zu finden sein, das würde mich interessieren.


Gruß

erniecaster
 
Stereo auf Live-Gigs ist ausserhalb eines "Drum-Bass-Gitarre"-Trios Quatsch. Und selbst da kann man drüber streiten.

Der Bühnensound wir lauter und undifferenziert, damit ist das Monitoring problematischer.
Bei PA-Abnahme ist der Stereo-Sound nach vorn nicht reproduzierbar und - je nach Größe der Anlage - sorgen die Überschneidungen aus den vielen Klangquellen für Phaseneffekte und Matsch. Über Delays, Modulationen oder Hallräume, die das ganze zusätzlich verschmieren, reden wir da schon gar nicht.
:great:

Ich selbst habe bei meinen Setups zumindest die Option Stereo zu spielen, was ich auch in Triobesetzungen früher sehr häufig gemacht habe. Die Amps standen dann aber auch auf der Bühne weit auseinander. Bei 2 Gitarristen und/oder Keyboarder, Bläser, etc macht das keinen Sinn. Die Keys sind i.d.R. Stereo und das reicht für live.
Im Studio kommt es auf die Produktion an und darauf welchen Platz die Gitarren im Mix haben werden. Es nutzt nichts wer weiß wie eine tolle Stereochorusfläche zu erzeugen, wenn diese Gitarrenspur im MIx ganz hinten erscheint. Darüber und ähnliche Dinge muss man sich vorher Gedanken machen.
 
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hi, an alle.
hab schon lange nichts mehr zu dem Thema gepostet.
Wir haben unsere Stereo Idee aufgegeben.
Aus folgenden Gründen:

1. Hat sich das mit den größeren Festen wo es Sinn machen würde erledigt... haben damals irgendwie den Absprung verpasst
2. sehr teuer in der Anschaffung... und da wir selten größeren Gigs spielen, den Preis nicht Wert.
3. Wir mit unserem jetzigen Equipment schon immer schräg angeschaut werden was wir so auffahren. das wäre dann nochmal mehr.
4. Wir keinen eigenen Mischer mehr haben (dafür meist besserer Sound als früher :) ) Ich denke auch dass leider die meisten Mischer, solche Gigs leider nur noch als Job
betrachten und sich auf den extra Aufwand nicht wirklich einlassen und somit kein gutes Ergebnis zu Erwarten ist.

Dennoch finde ich es eine gute Idee und würde es sofort wieder in Betracht ziehen wenn die Gegebenheiten stimmen würden .
Ich finde es auch schade, das sowas meistens als Angeberei und völlig übertrieben angesehen wird.
Ich mache Musik um Menschen zu begeistern... und das gelingt am besten mit Sounds von denen man selber begeistert ist.
Vielleicht kommt das irgendwann mal wieder auf die Liste... im Kopf noch nicht ganz abgehackt ;-)

Grüße Robert
 

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