Mehrere Fragen zu Endstufen

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DirkVetter
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Ich lese bei Beschreibungen immer wieder folgende Angaben:

LEISTUNG:
- 2x 250 Watt RMS an 8 Ohm
- 2x 350 Watt RMS an 4 Ohm
- 1x 700 Watt RMS an 8 Ohm

Was ganz genau heißt das mit den 8 bzw. 4 Ohm und wa hat es mit dem 1x 700 Watt an O Ohm auf sich? ne normale Endstufe hat doch 2 Ausgänge ...

Weiterhin bin ich immer irritiert von der maximalen Leistung - es wird immer geschrieben, ne Endstufe hat soundsoviel RMS Leistung (meist so um 50% vom Maximum), kann aber kurzzeitig bis zur angegebenen Maximalbelastung ausgelotet werden. Was heißt das ganz genau? Ich stell mir das irgendiwe immer so vor, dass man die Regler an der Endstufe nur bis zur Hälfte aufdrehen darf, damit man sichergehen kann, dass das Teil nicht durchknallt - wäre doch aber an sich Schwachsinn, denn sonst könnte man sich das doch schenken, wenn die zweite Hälfte der Leistungsstufe eh nur für 1-2 Minuten durchhält, oder liege ich da total falsch???
 
Eigenschaft
 
DirkVetter schrieb:
Ich lese bei Beschreibungen immer wieder folgende Angaben:

LEISTUNG:
- 2x 250 Watt RMS an 8 Ohm
- 2x 350 Watt RMS an 4 Ohm
- 1x 700 Watt RMS an 8 Ohm
Was ganz genau heißt das mit den 8 bzw. 4 Ohm und wa hat es mit dem 1x 700 Watt an O Ohm auf sich? ne normale Endstufe hat doch 2 Ausgänge ...
Je nachdem, welche Impedanz ("Ohm") der angeschlossene Lautsprecher hat, gibt die Endstufe unterschiedlich viel Leistung ab. Das ist im Grunde einfache Physik... Das stellt sich also quasi von selbst ein.

Das "1x..." ist der sogenannte Bridge-Modus, wo statt zweier nur eine Box (ein einzelner Sub z.B.) angeschlossen wird und jeder Endstufenkanal für eine Halbwelle des Audiosignals "zuständig" ist. Dadurch erhöht sich die Leistung durch eine spezielle Schaltung. Angeschlossen wird der Speaker dann üblicherweise an den beiden "+"-Polen der jeweiligen Kanäle statt jeweils an "+" und "-".

Weiterhin bin ich immer irritiert von der maximalen Leistung - es wird immer geschrieben, ne Endstufe hat soundsoviel RMS Leistung (meist so um 50% vom Maximum), kann aber kurzzeitig bis zur angegebenen Maximalbelastung ausgelotet werden. Was heißt das ganz genau? Ich stell mir das irgendiwe immer so vor, dass man die Regler an der Endstufe nur bis zur Hälfte aufdrehen darf, damit man sichergehen kann, dass das Teil nicht durchknallt - wäre doch aber an sich Schwachsinn, denn sonst könnte man sich das doch schenken, wenn die zweite Hälfte der Leistungsstufe eh nur für 1-2 Minuten durchhält, oder liege ich da total falsch???
Ich glaube, das verwechselst du im wesentlichen mit den Angaben auf Boxen. Da ist die Leistungsgrenze im wesentlichen durch die thermische Belastung gegeben, und die wird natürlich schneller erreicht, wenn das Signal mit dauerhaft gleicher Leistung (Rauschen) anliegt, als wenn sich kurze, hohe Spitzen mit kleinen "Abkühl-Pausen" abwechseln. Das aber nicht im Minutentakt, sondern im Bereich unterhalb einer Sekunde. Ein typisches Musiksignal besteht eben aus kurzen Spitzen (z.B. Bass und Snaredrum), dazwischen ist der Pegel niedriger.

Bei Endstufen gilt das so ähnlich im Zusammenhang mit dem Netzteil. Für die Spitzenbelastung von einigen Millisekunden sichert ein Kondenstaor den "Nachschub", während die mittlere Leistung dauerhaft entnommen werden können muss, ohne dass die Versorgungsspannung zusammenbricht.

Jens
 
Zur Leistung:

Je höher der Ohmwert desto geringer die Leistung im Betrieb das ist richtig!

Es gibt auch Endstufen die man von Stereo auf Mono schalten kann dadurch erhöht sich natürlich die Gesamtleistung im Monobetrieb, aber vorsicht: Nur eine Stereoendstufe die zum Monobetrieb ausgelegt ist, oftmals duch einen kleinen Schalter sind dafür geeignet, ansonsten droht Endstufentod.
 
.Jens schrieb:
Ich glaube, das verwechselst du im wesentlichen mit den Angaben auf Boxen. Da ist die Leistungsgrenze im wesentlichen durch die thermische Belastung gegeben, und die wird natürlich schneller erreicht, wenn das Signal mit dauerhaft gleicher Leistung (Rauschen) anliegt, als wenn sich kurze, hohe Spitzen mit kleinen "Abkühl-Pausen" abwechseln. Das aber nicht im Minutentakt, sondern im Bereich unterhalb einer Sekunde. Ein typisches Musiksignal besteht eben aus kurzen Spitzen (z.B. Bass und Snaredrum), dazwischen ist der Pegel niedriger.

Bei Endstufen gilt das so ähnlich im Zusammenhang mit dem Netzteil. Für die Spitzenbelastung von einigen Millisekunden sichert ein Kondenstaor den "Nachschub", während die mittlere Leistung dauerhaft entnommen werden können muss, ohne dass die Versorgungsspannung zusammenbricht.
Heißt das, dass das alles absolut nichts mit den Reglern zu tun hat, ich theoretisch also eine Endstufe bei "normalem" Gebrauch auf voller Power laufen lassen kann? Ich verteh das jetzt so, dass es so'n Teil mit der maximalbelastung erst dann durchhaut, wenn man jetzt z.B. die Frequenzen einer Snare dauerhaft laufen lassen würde, kommt das in etwa hin? :confused:
 
DirkVetter schrieb:
Heißt das, dass das alles absolut nichts mit den Reglern zu tun hat, ich theoretisch also eine Endstufe bei "normalem" Gebrauch auf voller Power laufen lassen kann?
Wenn die Endstufe zu den Boxen passend dimensioniert ist (also etwa 1,5...2mal soviel Leistung, wie die Boxen "vertragen"), dann ja.

Ich verteh das jetzt so, dass es so'n Teil mit der maximalbelastung erst dann durchhaut, wenn man jetzt z.B. die Frequenzen einer Snare dauerhaft laufen lassen würde, kommt das in etwa hin? :confused:
Selbst dann geht nicht die Endstufe, sondern tendenziell eher der Hochtöner der angeschlossenen Box kaputt. Endstufen sterben nicht so schnell. Es wird einfach irgendwann nicht mehr lauter ;)
Das schlimmste, was so einer Endstufe üblicherweise schonmal passiert bei "zu hoher" Belastung, ist, dass der Überhitzungsschutz eingreift und je nach Modell die Endstufe abschaltet oder herunterregelt.

Jens
 
.Jens schrieb:
Wenn die Endstufe zu den Boxen passend dimensioniert ist (also etwa 1,5...2mal soviel Leistung, wie die Boxen "vertragen"), dann ja.
Öhm, das versteh ich jetzt auch mal wieder überhaupt nicht - warum schließt man Endstufen mit 2facher Leistung an Boxen an? Die müsste es doch bei Maximalbetrieb eiskalt durchlöten ...
 
Nein, eben nicht. Das ist der Unterschied zwischen Hifi und PA. Bei Hifi hättest du wohl recht, PA-Boxen können dagegen kurzfristig eine Menge mehr ab als draufsteht. Und weils irgendwann Sch**** klingt, ist auch schnell zu merken, wo die Grenze ist. Viel gefährlicher für PA-Boxen sind zu klein dimensionierte Verstärker, weil durch das dann auftretende Clipping (such mal im Forum nach diesem Begriff) die Hochtöner sofort und ohne Vorwarnung über den Jordan gehen.

Jens
 
Verstehe ich das jetzt richtig: Im Prinzip stimmt das schon, dass es die Boxen bei Maximalbetrieb der Endstufe irgendwann durchhaut, ist jedoch für jedes normale Ohr vorher deutlich wahrnehmbar, weils scheiße klingt?

Hab mich jetzt auch bei Musik-Service über Clipping informiert, versteh jedoch nicht, wie man ne Endstufe übersteuern kann - was heißt eigentlich übersteuern? Normal muss ich die doch aufdrehen können, ohne dass das den Geräten was ausmacht, oder? Ich mein wozu gibts ne 10 auf der Pegelskala, wenn man sie nicht nutzen darf?
 
DirkVetter schrieb:
Verstehe ich das jetzt richtig: Im Prinzip stimmt das schon, dass es die Boxen bei Maximalbetrieb der Endstufe irgendwann durchhaut, ist jedoch für jedes normale Ohr vorher deutlich wahrnehmbar, weils scheiße klingt?
Richtig.

Hab mich jetzt auch bei Musik-Service über Clipping informiert, versteh jedoch nicht, wie man ne Endstufe übersteuern kann - was heißt eigentlich übersteuern? Normal muss ich die doch aufdrehen können, ohne dass das den Geräten was ausmacht, oder?
Der Pegelsteller an der Endstufe ist ja nicht das einzige. Davor hängt ja i.d.R. ein Mischpult usw, wo man die Lautstärke einstellt. Mit dem Pegelsteller sagst du der Endstufe nur "mach den Ausgang 40mal (oder 60mal, 100mal) lauter als den Eingang". Wie laut es dann wird, hängt vom Eingangssignal ab und ist nach oben durch die Maximalleistung (und Maximalspannung, das ist nicht dasselbe...) der Endstufe begrenzt.
Clipping entsteht, wenn die max. Spannung am Ausgang überschritten wird.

Ich mein wozu gibts ne 10 auf der Pegelskala, wenn man sie nicht nutzen darf?
Sieh es andersrum: Du suchst erst die Boxen aus, und nimmst dann die Endstufe dazu, bei der du die "10" nicht brauchst (bzw. entsprechend hohe Pegel am Eingang), weil das einfach im PA-Bereich für die Boxen sicherer ist.
So wie die Bremsen deines Autos ungefähr doppelt soviel "PS" haben müssen wie der Motor ;)

Jens
 
.Jens schrieb:
Wenn die Endstufe zu den Boxen passend dimensioniert ist (also etwa 1,5...2mal soviel Leistung, wie die Boxen "vertragen"), dann ja.

Damit meinte er, dass du den Regler auf der hälfte lassen solltest, wenn du ne Endstufe hast, die 2 mal soviel Leistung bringen kann, wie deine Boxen vertragen.

Beispiel: Deine Box hat 400Watt RMS (8Ohm)
Die Endstufe hat 800Watt an 8Ohm
In dem Fall, solltest du die Endstufe nich zwingend weiter als bis zur Hälfte aufdrehen ;)

Eine Endstufe kann ruhig mehr Watt Leistung bringen als die Boxen vertragen, nur sollte man dann darauf achten, dass man die Boxen nich überfordert, indem man die Endstufe zu hoch einstellt.
 
Tschief schrieb:
Damit meinte er, dass du den Regler auf der hälfte lassen solltest, wenn du ne Endstufe hast, die 2 mal soviel Leistung bringen kann, wie deine Boxen vertragen.
Nein, eigentlich nicht. Ich mein: Das kann man so machen. Genauso richtig und eigentlich üblicher ist es, die Endstufe auf voll zu drehen und einfach mit dem Masterfader des Mixers zu arbeiten. Wie gesagt: bevor man die Boxen mit zuviel Leistung schlachtet, hört man das deutlich und rechtzeitig.
Man sollte nur darauf achten, dass man Mischer, Endstufe und solche Dinge in der richtigen Reihenfolge ein- und ausschaltet bzw. beim Umverkabeln die Endstufe "zudreht", damit einem nicht ein Einschaltknacks bei "voller Pulle" die Boxen zerkrümelt.
Also Einschalten: Mischer -> Endstufe, Ausschalten umgekehrt.

Jens
 
Clipping entsteht, wenn die max. Spannung am Ausgang überschritten wird.
An welchem Ausgang, an dem der Endstufe?

Mmmh, also ist der Mischer eigentlich das wichtigere "Verstärkungs"instrument? Also erst am Mischer gewünschten Sound einstellen, dann Endstufe auf volle Power und dann am Mischer hochrregeln, so lange es noch gut klingt?
 

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