Ben zen Berg
HCA Pickups
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Ich habe etwas länger über eine Reisegitarre nachgedacht - Wieviel ist es mir wert? Wie wichtig ist die Optik? Und welchen Kompromis gehe ich ein?
Meine Wahl: Eine billige Kindergitarre - sieht nach Gitarre aus und hat einen Neck-PU (für mich sehr wichtig). Und sie sieht wie ein Fun Gadget aus, was perfekt zum Urlaub passt.
Die Harley Benton ST-Junior HSS SBK hat 99 Euro gekostet, da erwarte ich keine Wunder.
Optisch kommt sie erstaunlich gut daher, die Bünde haben jedoch scharfe Kanten. Außerdem wurde der Humbucker schlampig montiert, das umlaufende Gewebeband wurde an der Oberseite unter das Pickguard gedrückt.
Ausgeliefert wird das Teil mit einem 9er Satz Saiten für eine Standard A-Stimmung. So ganz passt das nicht für mich, ich hab' es doch lieber in Standard E. Runter stimmen geht nur bedingt, die Spannung wird zu labberig. Da kann man auf der hohen E-Saite locker sieben Halbtöne benden. Bünde und Griffbrett brauchten sowieso eine Behandlung, danach habe ich einen 11er Beefy Slinky Satz aufgezogen.
Beim Entfernen der Saiten sind die String Ferrules heraus gepurzelt, die Bohrungen sind ein Tick zu groß, so dass diese nicht eingepresst werden. Bei den Tonabnehmern möchte ich gar nicht hinschauen... Schalter und Pots sind entsprechend der Preisklasse, funktionieren aber erst einmal ohne Beanstandung.
Beim Entfernen der Saiten wurde ich noch ein weiteres mal, nun aber positiv überrascht: Die Saiten steckten tief im Inneren der Mechaniken.
Ähnlich wie bei vintage safe-T Tunern haben diese Mechaniken eine zentrale Bohrung, in der man die Saite ca. eineinhalb cm rein schieben kann. Dadurch bleibt sie nach dem Aufziehen mit einmaliger 'Überstimmung' und anschießender Dehnung in Stimmung.
Für mich wird das Spielgefühl mit dickeren Saiten verbessert, ich schieß' beim Benden nicht mehr durch die Decke und die Töne klingen sauberer. Mit der größeren Spannung verrutschen die Saiten beim Greifen nicht mehr so schnell.
Natürlich bringen die dickeren Saiten auch mehr Volumen, was aber keine allzu positive Auswirkung hat. Die Schwächen der Pickups treten dadurch deutlicher in Erscheinung und der Charakter der TS-Junior wird weiter in Richtung Guitarlele geschoben.
Vielleicht wäre ein zehner Satz die bessere Wahl gewesen. Klanglich funktionieren Single Notes ganz gut, Chords sind aber nicht so prickelnd. Da ich aber nur selten Akkorde spiele, ist das für mich zu verkraften.
Die ST-Junior ist weit von einem ernsthaften Instrument entfernt. Es ist ein Spielzeug. Ein Fun Gadget. Man muss sich nicht um das Teil sorgen. Trotz Defizit macht es Spaß darauf zu spielen. Mit 'nem Spark Go kann echtes Lagerfeuer-Feeling aufkommen.
Bis auf die Bewertung der Ernsthaftigkeit sind das alles Argumente für eine Reisegitarre. Und mit Ernst wollte ich noch nie einen Urlaub verbringen.
Meine Wahl: Eine billige Kindergitarre - sieht nach Gitarre aus und hat einen Neck-PU (für mich sehr wichtig). Und sie sieht wie ein Fun Gadget aus, was perfekt zum Urlaub passt.
Die Harley Benton ST-Junior HSS SBK hat 99 Euro gekostet, da erwarte ich keine Wunder.
Optisch kommt sie erstaunlich gut daher, die Bünde haben jedoch scharfe Kanten. Außerdem wurde der Humbucker schlampig montiert, das umlaufende Gewebeband wurde an der Oberseite unter das Pickguard gedrückt.
Ausgeliefert wird das Teil mit einem 9er Satz Saiten für eine Standard A-Stimmung. So ganz passt das nicht für mich, ich hab' es doch lieber in Standard E. Runter stimmen geht nur bedingt, die Spannung wird zu labberig. Da kann man auf der hohen E-Saite locker sieben Halbtöne benden. Bünde und Griffbrett brauchten sowieso eine Behandlung, danach habe ich einen 11er Beefy Slinky Satz aufgezogen.
Beim Entfernen der Saiten sind die String Ferrules heraus gepurzelt, die Bohrungen sind ein Tick zu groß, so dass diese nicht eingepresst werden. Bei den Tonabnehmern möchte ich gar nicht hinschauen... Schalter und Pots sind entsprechend der Preisklasse, funktionieren aber erst einmal ohne Beanstandung.
Beim Entfernen der Saiten wurde ich noch ein weiteres mal, nun aber positiv überrascht: Die Saiten steckten tief im Inneren der Mechaniken.
Ähnlich wie bei vintage safe-T Tunern haben diese Mechaniken eine zentrale Bohrung, in der man die Saite ca. eineinhalb cm rein schieben kann. Dadurch bleibt sie nach dem Aufziehen mit einmaliger 'Überstimmung' und anschießender Dehnung in Stimmung.
Für mich wird das Spielgefühl mit dickeren Saiten verbessert, ich schieß' beim Benden nicht mehr durch die Decke und die Töne klingen sauberer. Mit der größeren Spannung verrutschen die Saiten beim Greifen nicht mehr so schnell.
Natürlich bringen die dickeren Saiten auch mehr Volumen, was aber keine allzu positive Auswirkung hat. Die Schwächen der Pickups treten dadurch deutlicher in Erscheinung und der Charakter der TS-Junior wird weiter in Richtung Guitarlele geschoben.
Vielleicht wäre ein zehner Satz die bessere Wahl gewesen. Klanglich funktionieren Single Notes ganz gut, Chords sind aber nicht so prickelnd. Da ich aber nur selten Akkorde spiele, ist das für mich zu verkraften.
Die ST-Junior ist weit von einem ernsthaften Instrument entfernt. Es ist ein Spielzeug. Ein Fun Gadget. Man muss sich nicht um das Teil sorgen. Trotz Defizit macht es Spaß darauf zu spielen. Mit 'nem Spark Go kann echtes Lagerfeuer-Feeling aufkommen.
Bis auf die Bewertung der Ernsthaftigkeit sind das alles Argumente für eine Reisegitarre. Und mit Ernst wollte ich noch nie einen Urlaub verbringen.
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