Melancholische Harmonien / Hörbeispiele

von illbleed, 07.07.05.

  1. illbleed

    illbleed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #1
    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach besonders melancholisch klingenden Akkordprogressionen und vor allem passenden Musikbeispielen. Damit meine ich insbesondere klassische Musik (im weiteren Sinne), zB Chormusik, Streicher, Klavier.. Als Beispiel kann ich noch Bach nennen, da gibt es einiges das sehr in die Richtung geht, wie ich es meine (Kunst der Fuge) -> Bedrückend, nicht allzu banal, also interessant und trotzdem mit klarer Stimmung. Nur sollte es nicht derart kompliziert sein wie Bach. Den Anstoß zur Suche hat mir übrigens die Band 'Elend' gegeben, da gibt's zT Stücke die sehr melancholisch/gruselig u.ä. klingen. Ich hoffe meine Anfrage wird einigermaßen deutlich :o

    Bin dankbar für jede Hilfe.
     
  2. joergen

    joergen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #2
    ach komm, frag was leichteres!!!

    also ich muss dazu sagen, dass gefühle wie melancholie sich meiner meinung nach immer ein verschmelzungseffekt aus vielen musikalischen mitteln. eine akkordfolge kann wie auch immer geartet sein, erst wenn du sie melancholisch inszinierst, kann sie auch bedrücken.

    und bachs musikalische dramaturgie ist dafür ja eigentlich auch das beste beispiel.

    wenn du eine melancholische stimmung schaffen möchtest, höre stücke, die dich traurig machen und versuche, ihre tonsprache aufzuschnappen. akkordfolgen allein bringen diesen effekt glaube ich nicht.
     
  3. illbleed

    illbleed Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #3
    Das da noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen stimmt vllt, aber ich denke schon dass es Akkordfolgen gibt, die zumindest von der Grundstimmung her in die Richtung gehen. Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass man solche Gefühle auch durch bestimmte Harmonien erfassen kann. Es ist doch sicher so, dass zB in Popstücken, oder auch in der Klassik, in melancholischen Stücken häufig bestimmte Harmonien verwendet werden, die dafür eben besonders geeignet sind. Ansonsten sind ja auch Antworten wie "Ich werde immer ganz traurig, wenn ich auf der Gitte das und das spiele" iO und hilfreich :)
     
  4. Leguano

    Leguano Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #4
    Hi,

    ich kann auch nur das gesagte wiederholen.
    Grundsätzlich ist der Einsatz von Moll Akkorden schonmal klar, nimm dir doch einfach deine Gitarre, spiel ein E-Moll (ist der traurigste Akkord ohne Fingerverbiegungne, meiner Empfindung nach) und versuch dazu was zu finden, dürfte nicht allzu schwer sein.

    Viel GlücK,
    Kevin
     
  5. illbleed

    illbleed Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #5
    Um einfache Akkordfortschreitungen geht es mir eigtl auch garnicht, sondern um Akkordfolgen die ich eben nicht aus mir heraus finde. Dh also Akkordfolgen, die ich weder im Ohr habe, noch die so unkompliziert sind als das ich sie einfach durch Rumprobieren finden könnte. Es gibt ja mehr Möglichkeiten ein paar Akkorde zu spielen als Em - Gm - Am :) Wie zB Septakkorde oder Slashcords..
     
  6. slony

    slony Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.05   #6
    Naja gut, dann müsstest du dich eventuell mal mit Akkorden und ihren Umkehrungen beschäftigen....

    Du möchtest jetzt ein Rezept bekommen um gezielt eine Emotion hervorzurufen, aber genau da sitzt ja die eigentliche Faszination und Motivation des Musikmachens. Es gibt wohl für Filmmusik so ein "Nachschlagewerk" in dem tatsächlich Gefühle und Atmosphären nach Stichwörtern aufgegleidert sind inkl. Beispiel. Das hilft einem sicherlich im Arbeitsprozess aber viel wichtiger ist ja, dass man das was man auch vermitteln möchte auch selber fühlt/ fühlen kann. Da ist ja der Knackpunkt. Die Leute wollen ja in ihrer Seele berührt werden.
    Ich hab hier leider so oft das Gefühl, es geht nur um Geschwindigkeit, möglichst viel in kurzer Zeit spielen und das wesentliche wird dann dabei vergessen.
    Da saß ich vor kurzem auch in einer Prüfung und da war jemand, der konnte alles von Steve Vai hoch und runter..super, interessiert keine Sau, als er dann auf nen 12/8 Blues ne kleine Melodie entwickeln sollte kam da nichts...das ist dann Schade.
    Da hab ich immernoch eine Textstelle aus "In Vivo Guitar" von Abi Reininghaus im Kopf, in der er dem Leser vor Augen führt wie viele Melodien man aus 8 Noten einer Durtonleiter machen kann (eine Oktave) ohne etwas wegzulassen oder doppelt zu spielen, keine Phrasierung oder sonstige Mittel: irgendwas um die 40000!
    Gut, das interessiert auch niemanden der Zuhause vor sich hin daddelt und seine Lieblingslieder nachspielen will. Sollte auch nur verdeutlichen, dass niemand dir deine Frage konkret beantworten kann.
    Als praktischen Tipp hätte ich für dich nur: Akkorde oder Notenfolgen in denen Prim/Oktave und große Sieben aufeinandertreffen find ich immer sehr "traurig" bzw. ergibt das eine schöne Spannung.
    Dazu meine Lieblingsumkehrung von Maj7 Akkorden anhand eines Cmaj7 dargestellt

    e-------------------------------------0------
    h--------------------------------8-----------
    g---------------------------5----------------
    d----------------------9---------------------
    a-----------------7--------------------------
    e-------------0------------------------------

    Schon etwas schwierigeres Voicing für die ungeübte Hand aber der Klang entschädigt jegliche mögliche Verkrampfung :) Ist doch großartig, wie ein Cmaj7 klingen kann.

    LG
     
  7. Bright Eye

    Bright Eye Registrierter Benutzer

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  8. Armin

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    Erstellt: 14.07.05   #8
    ich habe in der Hinsicht die Erfahrung gemacht, dass man einfach 0815-Akkordfolgen erweitern kann:

    Wir hatten in der Band konkret das Problem: Trauriger Text war da, aber Am - F - C - G ist doch etwas zu Techno-Schlumpf-Mässig. Also als erstes: Langsamer spielen... dann:
    Am - Am - Fmaj7 - F - C - Cadd9 - G - G
    das ist nur ein beispiel, aber jetzt kommen meine beiden Trauer-Favouriten rein: add9 und maj7!!
    der Fmaj7 entsteht dadurch, dass der Bass schon auf F wechselt und der Chord noch auf Am liegt... klingt irgendwie widerspenstig :mrgreen:
    und bei Cadd9 drängen die Chords Richtung G, weil das neue D aus Cadd9 als Quinte von G schonmal den Akkord vorbereitet.

    Spiel das mal nach - auf der klampfe oder den Tasten... der Unterschied ist gewaltig. Nur durch langsamer spielen und 2 Akkorde verändern...

    €dit: meistens hilft auch legato :)
     
  9. Libertine

    Libertine Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.05   #9
    Ich finde ja, dass sich moll-nonen akkorde so schön dramatisch und melancholisch anhören zb. e g h fis
     
  10. antipasti

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    Erstellt: 15.09.05   #10
    bei Klassik fällt mir hayden ein... wenn ich nur wüsste, wie dieses Teil hieß...die heißen ja immer sowas wie "Ballade in As Moll" oder so.

    Bei Pop und Melancholie kommt mir sofort "Fool on the Hill" von den Beatles in den Kopf. Diese schwebenden Akkorde in den Strophen sind meiner Erinnerung nach Dur6-Akkorde..
     
  11. Günter Sch.

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    Erstellt: 15.09.05   #11
     
  12. duden

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    Erstellt: 15.09.05   #12
     
  13. SeSe

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    Erstellt: 15.09.05   #13
    Hallo illbleed!

    Hör dir doch mal die Klaviermusik von Eric Satie an, z.B. "Gymnopédie #1" - die ist für mich persönlich der Inbegriff von Melancholie.

    Eine Aufnahme mit Klavier:
    http://www.superopera.com/mp3/satie/rn_satie%20gymnopedie_442.mp3

    hier nochmal als midi:
    http://members.ozemail.com.au/~davcooke/paddywax/sat_gym1.mid

    ... und als tab: (habs nicht ausprobiert, keine garantie ob es "richtig" klingt)
    http://www.guitaretab.com/s/satie-erik/16812.html

    Vielleicht geht das ja in die Richung, die du dir vorgestellt hast?
     
  14. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 15.09.05   #14
    Verflucht .... ich meinte natürlich Chopin...Scusi
     
  15. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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  16. StarGhost

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    Erstellt: 07.04.07   #16
    Was ich hier auch empfehlen kann sind die Metamorphosen von Philip Glass (kann man sich auf Youtube anhören/sehen, einfach unter Philip Glass suchen), die sind harmonisch eher einfach gehalten und mit vielen Wiederholungen.
    Irgendwo konnte man sich die als Midi runterladen, wenn ich den link finde, schreib ich ihn mal hier rein.
     
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