Melodica, Fehlgriff?

von Leef, 15.08.08.

  1. Leef

    Leef Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.08   #1
    Hallo liebe Bläser / Brass Gemeinde!

    Ich habe eine Hohner Student Melodica 32 aus reiner Neugier gekauft aber doch viele Probleme damit. Kann mir bitte jemand ein paar grundlegende Tips dazu geben?

    Problem 1, wie vermeidet ihr daß über kurz oder lang der Speichel der Schwerkraft sei Dank seinen Weg in das Mundstück findet? Ich muß immer Pause machen und schlucken damit nichts passiert - das kanns doch aber nicht sein?

    Problem 2, wie koordiniert man Mund / Hand? Blase ich konstant hinein habe ich einen angenehmen Gegendruck wenn keine Taste gedrückt wurde. Drücke ich nun aber eine Taste oder noch schlimmer einen Akkord, komme ich kaum hinterher mit der Luft.
    Wenn ich andererseits zuerst die Tasten drücke und dann blase habe ich zwar eine gute Kontrolle aber sobald ich etwas neues greife und in der kleinen Pause wieder der Luft der Ausweg versperrt wird stockt mir sozusagen wieder die Luft im Mund und der nächste Ton kommt sehr unkontrolliert.

    Problem 3, mit dem Mundstück läßt es sich relativ gut spielen, auch die Ansprache ist angenehm, aber mit dem langen Anblasschlauch geht leider total das Gefühl verloren. Dummerweise lassen sich auf dem Student Modell die Akkorde einhändig sehr mühsam bis gar nicht greifen.

    Problem 4, der Klang :rolleyes: Das einzige, was mir gefällt sind Akkorde. Einzeltöne klingen.... halt schei... :p Vielleicht liegts auch nur am Tonumfang? Es wird recht piepsig in den oberen Lagen, das ganze im Bass könnte ich mir richtig reizvoll vorstellen.

    Danke! :great:
     
  2. Roland Kramer

    Roland Kramer Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.08.08   #2
    Hallo,

    meine schulbedingte Melodicazeit ist ja nun schon ein Vierteljahrhundert her ... aber:

    Problem 1: Dein Mund muss erst noch lernen: Melodicamundstücke sind Freunde, keine Nahrung. Mit der Zeit lässt der Speichelfluss nach, weil Dein körper gelernt hat, dass das Einführen eines melodicamundstückes nicht zur nahrungsaufnahme zählt.

    Problem 2: Warum nicht mir der Zunge zwischendurch den Luftfluss unterbrechen? Dann musst Du nicht erst "Druck" aufbauen, mit dem Niederdrücken lässt Du die Luft dann durch, und wenn Du grad keine brauchst, wieder verschliessen. Macht man bei anderen Blasinstumenten auch.

    Grüße
    Roland
     
  3. filou44

    filou44 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.09   #3
    Hallo

    das Wesentliche hat Roland ja schon gesagt. Keine Angst vor internen "Überschwemmungen", vor allem wenn Du mit dem Mundstück spielst. Die Melodika hat rückseitig einen Knopf mit einer zugehörigen Ausblasöffnung für den Speichel.

    Ich favorisiere den Anblasschlauch, da ich vor Allem Akkorde - z. T. zweihändig - spiele. Natürlich braucht's denn etwas mehr Luft, und laut ist die Melodika eh' nicht. Ansonsten müßte man doch über Mic/Verstärker spielen.

    Wichtig ist - wie bei jedem Blasinstrument - die richtige Atmung, d.h. nicht aus dem Brustkorb, sondern aus dem Bauch mit "Stütze" durch das Zwerchfell. Wenn Du in der Bekanntschaft eine(n) Blechbläser(in) hast, lass' es Dir mal erklären.

    Lass' Dich nicht gleich frustieren und probiere erst mal was geht und was nicht (so gut).

    Grüße

    Jürgen
     
  4. bobcät

    bobcät Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.09   #4
    Hallo!

    Zu 1: Ein bissken Speichelfluss ist normal, aber der dürfte nur dann zurücklaufen, wenn du "überkopf" spielst - was ich auch nicht empfehlen würde. Wichtig ist vor allem, dass du den Speichel bei längeren Sessions ab und zu ablässt (müsste ein Ventil geben), da der sonst die Töne blockieren könnte.

    Zu 2: Hier kommt sicher auch die Qualität des Instruments ins Spiel. Deine ist am untersten Ende der Qualitätsskala anzusiedeln und daher sicher schwerer spielbar. Eigentlich sollte man mit einer Backenfüllung ne ganze Weile auskommen, und wenn du Luft holst, musst du das in kurzen Stößen an den geeigneten Stellen tun. Gib nur dann Luft in das Instrument, wenn du auch Töne spielst, und das wohldosiert. Die Methode mit der Zunge, die Roland Kramer angesprochen hat, ist mir neu (was nicht heißt, dass man's nicht so machen kann, es gibt ja vermutlich nicht DIE Art des Melodicaspielens).

    Zu 3: Hmm, kann ich so nicht bestätigen. Ist es mit dem Schlauch denn auch schwerer spielbar, also hast du das Gefühl, es kommt weniger Luft an? Das dürfte wirklich nicht sein.

    Zu 4: Geht mir auch so, die Modelle in Alto-Tonlage sind meine Favoriten. Bass-Modelle sind sehr selten, nur Suzuki beiet noch eins für knapp 160 € an. Dass du den Ton kacke findest, liegt sicher an dem billigen Modell. Von Typ zu Typ gibt es Riesenunterschiede. Hör dir mal eine Piano 36 oder eine Cassotto an, das sind richtige Instrumente. Aber es gibt auch Leute, die generell mit Melodicasound nix anfangen können.
     
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