Metal - Kunst oder nicht?

von heiligerbimbam, 27.08.04.

  1. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.04   #1
    Eine gekonnte schöpferische Gestaltung, die unter heutigem Verständnis weitgehend auf Intuition beruht, und sich damit jenseits der Wissenschaft befindet. ahd. kunst = Wissenschaft, Fertigkeit. Unter den sieben Freien Künsten septem artes liberales , von Martianus Capella, 5. Jh. n. Chr., so bezeichnet, weil dies Künste von den freien Bürgern gepflegt wurden, verstand man in der Antike bis ins Mittelalter hinein, die Grundwissenschaften: Arithmetik, Astronomie, Dialektik, Geometrie, Grammatik, Musik und Rhetorik (oder ist "Metal" für dich keine Musik?) .
    ....soviel zu deiner Kompetenz :eek: ,finde es aber echt schön, wie viel Wert einige von euch auf Dinge legen, die "richtigen Musikern" (also Künstlern) in der Regel scheiß Egal sind!


    ___________

    die menschen müssen stets alles ordnen,
    da sie mit dem geschenk
    eines komplexeren
    denkapparates
    hoffnungslos überfordert sind
     
  2. Fafnir

    Fafnir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.04   #2
    Metal hat deshalb mit Kunst nichts zu tun, weil Metal gar keinen Anspruch darauf erhebt. Warum auch? Klar ist Metal Musik (was für eine Frage...), aber keine mit künstlerischem Anspruch (Deine Lexikon-Zitate u.ä. kannst du gerne lassen, das interessiert mich nicht). Musik, die ich als Kunst bezeichnen würde, wäre unter Umständen vielleicht Pink Floyd oder Rainbow. Ein Musiker (Metal), der sich ernsthaft als "Künstler" bezeichnet, ist für mich kein Metaller.
     
  3. GRINDyourMIND

    GRINDyourMIND Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 27.08.04   #3
    Öhm ja, und wie definierst du dann Kunst ?
     
  4. Liwjatan

    Liwjatan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.04   #4
    Na so jemanden wie Madonna natürlich.
     
  5. Whych

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    Erstellt: 27.08.04   #5
    Dann wuerde mich mal interessieren wie du Metal definierst. Dream Theater sind auch Metaler und das ist keine Kunst ? Ist nicht jede Musik Kunst sei sie einfach, kompliziert oder was auch immer ?
    Dann noch die von dir aufgefuehrten Rainbow. Hardrock ist also Kunst Metal nicht ?
     
  6. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.08.04   #6
    Woher nimmst du dir eigentlich das Recht, so etwas zu behaupten? Bist du der Pressesprecher der "Metaller", oder was?
    Der zweite Teil deines Satzes hebt den ersten auf (es gibt eine klare Definition!), also wenn Metal keine Kunst ist, ist Metal auch keine Musik!
    Es interessiert mich nicht, ob es dich interessiert!
    Was ist denn der Unterschied zwischen Pink Floyd,Rainbow und z.b Cannibal Corpse? Alle drei Bands haben Musiker, die die gleichen Instrumente spielen (Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang) und die wiederum erzeugen mit diesen Instrumenten bestimmte Klänge, Töne, Rhytmik .... ,also auch klar!
    Da sind mit Sicherheit einige nicht deiner Meinung (außer Billo-Metaller vielleicht und die find ich blöd)! Ich bezeichne mich sowieso nicht als Metaller, obwohl ich Mitglied in der IG-Metall bin, du scheinst einen sehr begrenzten Horrizont zu haben! Na ja, kannste vielleicht nix für!

    "Wer hat die Scheiße aufgefressen" ist noch Lustig, aber andere Texte von denen sind es nicht mehr! Wenn ich die nicht kennengelernt hätte und ich nicht wüßte, daß die ganz Normal sind, würde ich die für Psychopathen halten! Kauf dir mal für 13 Teuro alle Alben von denen, dann fällt dir nix mehr ein!
     
  7. Funkyking

    Funkyking Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.08.04   #7
    mal ganz im ernst wenn ich nur die musik höre find ichs lustig!!!!


    kennt ihr gronibard? das ist so sons of tarantula in frankreich, die sind echt genial, auf deren website kann man sehr viele songs donwloaden :rock:
     
  8. Fafnir

    Fafnir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.04   #8
    Ich bezeichne Metal deshalb nicht als Kunst, weil Künstler meiner Meinung nach kulturelle Ansprüche befriedigen oder es wollen. Künstler beziehen sozialkritisch Stellung und mischen sich in das öffentliche Leben ein, wollen mit ihrer Kunst ein großes Publikum erreichen wollen meist etwas schaffen, um "der Welt etwas zu geben". Ich bewerte das nicht, ich interessiere mich nicht für Kunst.
    Aber das steht doch in einem großen Gegensatz zur (Metal)-Band, die biersaufend im Proberaum sitzt und Musik macht. Zudem ist Metal (oder sollte sein), so wie ich es bewerte, eher ziemlich faschistoid, asozial (der Allgemeinheit und anderer Musik gegenüber), gewalt- und kriegsverherrlichend, egoistisch etc.

    Keine Ahnung ob Dream Theater Metaller sind. Ich denke mal nicht, zumindest nicht in meinem Sinn.

    Wenn für dich alle Musik Kunst ist, trifft das dann auch auf sagen wir mal Zwangsversteigerte Doppelhaushälften oder Zillertaler Türkenjäger zu (hab mal zwei aus verschiedenen Richtungen genannt, damit niemand sagt ich wär links- oder rechtsextrem oder was auch immer).
     
  9. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.04   #9
    Mein lieber Fanfir!
    Metal_up_your_ass würde jetzt sagen:"du hast echt keine arnung", ich wiederum sage:"Wenn du meinst, der Himmel ist Violett und hat grüne Punkte, lassen wir dich einfach erzählen und denken uns dann einfach unseren Teil, nicht mehr und nicht weniger!"
    Du kennst dich nicht nur mit Kunst nicht aus, sondern mit Metal noch viel weniger, Bursche! Befasse dich erst einmal mir einer Materie, bevor du irgendwelche Vorurteile in den Raum wirfst! Glaube nicht alles, was du in irgendwelchen billigen TV-shows siehst, sondern mach dir mal dein eigenes Bild von Leuten, die nicht so intensiv in der Öffentlichkeit stehen, du müßtest doch eigentlich wissen, daß dort nur die auffälligsten Leute zu sehen sind. wie fällt man am einfachsten auf? Indem man scheiße ist, wie Kübelböck, Bohlen u.s.w.. Besonders Metal wird oft von Akademikern gehoert, weil er zu den anspruchsvollsten Musikrichtungen überhaupt gehoert (z.B. Watchtower, Cynic, Cryptopsy, Cephalic Carnage, Asphyx, Hexenhaus, Sieges Even, Sanctuary, ..............)! Könnte jetzt noch stundenlang Fortfahren, aber wenn du auch nur einen Bruchteil dessen, was diese Musiker draufhaben, in deiner Birne hättest, würdest du einen solchen Müll nicht vom Stapel lassen!
    Wenn du keine Ahnung hast, halt besser den Mund! Was soll es denn sonst sein, deiner Meinung nach?
    Ganz genau, das ist es! Was man davon hält, ist dem Betrachter überlassen!
    Gruß,
    HeiligerBimBam
     
  10. Fafnir

    Fafnir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.04   #10
    Keine Ahnung hin oder her, das gleiche könnte ich dir vorwerfen...

    Ob Akademiker jetzt eine besonders große Ahnung von Musik haben.. Naja wenn du meinst...

    Was heißt hier Vorurteile? So bewerte ich Metal, so sehe ich Metal. Ich kenne den Underground so seit mindestens 10 Jahren.

    Mag ja sein daß Dream Theater von Heavy Metal beeinflusst sind, aber deshalb sind sie doch nicht unbedingt Metaller... Du redest ein Zeug...
     
  11. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.04   #11
    In welcher Beziehung könntest du mir vorwerfen, ich hätte keine Ahnung und kann man jemandem " vorwerfen ",keine Ahnung zu haben?
    Die Akademiker, die ich kenne, schon! Musikalisches Verständniß setzt eine gewisse Intelligenz voraus.
    So bewerte ich Türken, so sehe ich Türken. Ich kenne die Türken so schon seit mindestens 10 Jahren. Siehst du jetzt, was ich mit " Vorurteile " meine? Nur weil du die Falschen kennst, kannst du nicht alle über einen Kamm scheren!
    Ich kenne nur die ersten 2 Alben und die ordne ich dem Metal zu, außerdem ist Metal nur ein Oberbegriff für einen bestimmten Sound, meiner Meinung nach,
    gruß,
    HeiligerBimBam
     
  12. Fafnir

    Fafnir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.04   #12
    Ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei. Ich meinte, daß Metal so sein sollte. Früher hatten viele Leute Angst vor Metallern, heute lacht man darüber (was ja auch kein Wunder ist, wenn viele Leute "Metal" hören, weil er so "anspruchsvoll" ist - und diverse Studenten sind sicher nicht unbedingt ernstzunehmende Gegner). Sogar meine ex-Freundin hatte einem Türken die Nase gebrochen, weil er mit einem blöden "Satan"-Spruch kam. Die "Metal-Szene" ist zu friedlich, aber was kann man auch erwarten, wenn die Leute Metal Salonfähig machen wollen??
    Gestalten wie Edguy kann jeder 10jährige auseinandernehmen. Die meisten "Metaller" heute gröhlen ja die kriegerischsten Texte und gehen gleichzeitig einer Auseinandersetzung aus dem Weg. Früher hieß es "dagegen halten, egal was passiert". Heute "nein bitte nicht, ich will keinen Ärger". Ist das Metal?? Ich find das ein bisschen lächerlich.
    Vor allem wenn alle davon reden, Metal sei eine "Einstellung, nicht nur Musik" - warum sind dann alles ganz normale Leute, die Metal nur "hören"?!
     
  13. Whych

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    Erstellt: 02.09.04   #13
    So dann frage ich mich wie ein absoluter Antialkoholiker der in seinen Texten gesellschaftliche Themen verarbeitet in dein Bild eines Metallers passt ? Noch dazu seinen Zivildienst in einem Heim fuer Koerper/Geistig-Behinderte gemacht hat. Ich selbst bezeichne mich auch als Metaller und auf mich treffen eben diese Sachen zu. Nicht ein einzigstes deiner Klischees die du hier anfuehrst treffen auf auch nur einen in unserer Band zu und den andern Metallern in unserm Bekanntenkreis.

    Fakt ist das du keinerlei Ahnung hast was Metal ueberhaupt ist und einfach nur, um es mal deutlich zu sagen, dumm daher redest. Welche Gruende du dafuer hast weiss ich nicht.

    Und ja auch Bands die Extreme ausleben sei es in ihren Texten oder in der Art Musik die sie spielen sind erstmal Kunst egal ob dir das passt oder nicht. Das ihre Texte Mist sind steht auf einem ganz andern Blatt.
     
  14. Whych

    Whych Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.09.04   #14
    Es war noch nie so das Leute die Metal hoeren rumrennen und andere verpruegeln. Ich bin seit 20 Jahren im Metal verwurzelt und was du da schreibst gabs noch nie. Eher ist es so das es sogar immer schon um einiges friedlicher war auf einem Metal-Konzert wie Samstags in der normalen Disco.
    Wieso es alles normale Leute sind ? Ja was sollen sie den sonst sein ? Irgendwelche Pyschokiller die an einem Stueck Leute um die Ecke bringen ?

    Ich glaub das was du suchst findest du eher in der Hooligan-Bewegung aber bestimmt nicht im Metal. Weder frueher noch heute.
     
  15. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.04   #15
    Mein lieber @Fanfir!
    Du bist, glaube ich, höchstens 12!
    Wie eine Scene drauf ist, hat auf jeden Fall damit etwas zu tun, wo man herkommt. Im Allgäu wird man als Metaller betrachtet, als sei man von einem anderen Stern , in Essen ist es so, daß man Abends mit zerfetzter Jeans in einen Club gehen kann und am nächsten Tag Medizin Studiert! Wo ist eigentlich dein Problem? Muß eine Scene Radikal sein, um bei dir Anerkennung zu bekommen, oder was? Ich war in meinem Leben bestimmt schon auf ca. 400 Metal-Konzerten (ich hab sie schon lange nicht mehr gezählt) und habe dort noch nie Schlägereien erlebt und auch nicht vermisst, auf der anderen Seite hab ich auch noch nie erlebt, daß sich bedroht fühlende "Metaller" , wie Angsthasen verhalten hätten. Das gab es in meinem Umfeld noch nie, im Gegenteil, ich mußte des öfteren die Leute bremsen, was ich auch gerne tue, weil ich darauf keinen Bock habe! Ach so, abgesehen von den Proben, meinem Arbeitsplatz, wenn ich Autofahren muß, wenn ich auf ein Familienfest muß(wie z.B. der 80-te von meiner Oma), wenn ich mit meiner kleinen Familie unterwegs bin, bin ich auch überwiegend voll, da hast du, was mich persönlich betrifft, auf jeden Fall recht! Abgesehen davon, bin ich als Musiker jetzt schon erfolgreicher, als du jemals sein wirst, ohne Scheiß! Kotz weiterhin vor dich hin, ich wünsche dir viel Erfolg dabei, dein dich schätzender HeiligerBimBam!
     
  16. disillusion

    disillusion Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.09.04   #16
    einigermassen amüsiert habe ich diese kleine auseinandersetzung beobachtet und da muss ich heiligerbimbam (marco, soweit ich mich recht entsinne, oder?) zustimmen, metal hat für mich - genauso wie fast alle anderen musikstile - etwas mit kunst zu tun: es ist die kunst jemanden zu beigeistern, jemanden emotional oder anderwertig zu berühren. für mich zählt die musik an sich (trotz meiner starken visuellen fixierung) zu der absoluten königsdisziplin der kunst.

    ich war mittlerweile auch schon bei einigen konzerten (sicher nicht 400 aber einige waren es trotzdem) und was ich bei diesen konzerten erlebt habe, das ist mehr als nur ein weg gegen die gesellschaft zu rebellieren oder sich selbstbewusst die schädel einzudreschen. ich habe solidarität mit anderen menschen erlebt, rücksichtnahme auf mitglieder der gesellschaft, die von anderen "normalen" menschen nicht in diesem masse akzeptiert werden. und soweit ich mich erinnern kann, rekrutieren sich metal-fans fast immer aus der bürgerlichen schicht, in der zeit von black sabbath eben arbeiterkinder, die mit ihrem leben und ihrer umwelt unzufrieden waren. heute sind durch die intellektualisierung auch andere gruppen wie studenten oder auch akademiker auf die faszination „metal“ aufmerksam geworden und haben sie aufgenommen, verändert, weiterentwickelt. es wurden meta-ebenen entdeckt, die früher - möglicherweise unbewusst - eingewoben wurden und in songs eingebaut. der angesprochene medizin-student, der nach der nacht im club wieder in seine ursprüngliche rolle schlüpft ist für mich ein symbol. ein symbol für weiterentwicklung in persönlicher, musikalischer und gesellschaftlicher form.

    die persönliche weiterentwicklung kann man insbesonders am spott der anderen messen: wer wurde nicht schon einmal verlacht wegen seines musikgeschmackes, musste erleben, wie seine bevorzugte musikrichtung durch oberflächliche und plumpe argumentation in den dreck gezogen wird? vermutlich ein minderheit hat sich noch nicht mit diesen problemen konfrontiert gesehen. aber meine persönliche erfahrung in dieser hinsicht war eine interessante: mittlerweile schmerzt mich der spott dieser „unwissenden“ nicht mehr. ich stehe darüber, mir von musikalisch ungebildeten durschnittshörern kommentare bezüglich gesangsstil und outfit der musiker zu herzen zu nehmen. man wächst mit der „fuck-you“-attitüde mit, wird unempfindlich gegenüber der unberechtigten und argumentationslosen spott der anderen. für mich eine unschätzbare fertigkeit.

    dann erwähnte ich noch die musikalische weiterentwicklung: man kann entweder behaupten durch die verschiedenen einflüsse wird der ursprüngliche „spirit“ des metals verwässert, verweichlicht. oder man sieht die unterschiedlichen musikalischen einflüsse als vorteil, als chance zur evolution des gewohnten stiles. die integration von stil-fremden instrumenten, das experimentieren – all diese vorgehensweisen sind für mich mehr metal als jedes nietenarmband dieser welt (daher halte ich rebel extravaganza von satyricon für eines der gelungensten black metal-album überhaupt, eine hammond orgel und black metal. wer hätte gedacht, dass so eine kombination funktioniert?). hör nicht auf diese nörgler, probier es aus! an dieser stelle kann man auch wieder an die persönliche weiterentwicklung anknüpfen. müssig zu erwähnen, dass ich fan letzterer auffassung bin...

    als weiteren punkt möchte ich auf die gesellschaftliche entwicklung eingehen: wieso sollte man unterschiedliche kulturen mit ihren eigenheiten nicht genauso einfliessen lassen? aber death metal aus brasilien, der genauso klingt wie florida death? wozu? roots von sepultura ist meiner meinung nach ihr originellstes und gelungenstes werk, trotz aller unkenrufe. einfach weil es mehr eigenständigkeit besitzt als die 24. kopie eines trällernden power metal-songs, den man schon in 23 besseren varianten gehört hat. das funktioniert natürlich nicht uneingeschränkt und sollte nicht erzwungen sein (wenn die leute unbedingt wollen und es ihre feste überzeugung ist, dann können sie ja auch eine 25. oder 26. version des power metals nachschieben!) aber gewisse kombinationen haben charme... beispiel: nile und ägypten (instrumente und texte).

    im schwitzenden moshpit vor einer bühne sind alle gleich. sie alle fiebern mit glänzenden augen dem auftritt ihrer favoriten entgegen und geniessen die musik, jeder auf seine art und weise. der eine bangt sich die seele aus dem leib, ein anderer steht mit verschränkten armen im hinteren drittel der halle und staunt bauklötze beim solo des gitarristen. leute, die in ihrem brotberuf bankangestellte sind helfen lehrlingen im moshpit auf die beine zu kommen. und wer weisss, vielleicht war der letzte metaller, den du bei dem letzten konzert um feuer gefragt hast, ein installateur, den du sonst keines blickes würdigen würdest. menschen kommen zusammen und erleben gemeinsam begeisterung und das soll bitte keine kunst sein?
    vielleicht schlüpfen sie am nächsten tag wieder in ihren anzug, streifen sich ihre krawatte über und gehen ihrem normalen job nach aber wenn du unter dem begriff "metaller" dieses bild als ideal hernimmst, dann gelte ich mit absoluter sicherheit nicht als metal-freak. meine bevorzugte beschäftigung ist es nicht bier-trinkend herumzugröhlen oder faschistoiden gedankengängen nachzuhängen. ich lebe diese musik - aber auf meine art und weise, ich empfinde sie als aufregende parallelwelt, die kunstvoll und schön oder apokalyptisch-düster gestaltet ist. von aussergewöhnlichen menschen mit begabung geschaffen, wie ein geschichtenerzähler fesselnde konstrukte zum leben erweckt.

    ja, ich sehe mich als metaller aber ich passe nicht in das klischee vom bier-saufenden proll, genausowenig wie viele andere hier in diesem forum. ich sehe das allerdings nicht als nachteil sondern als unschätzbaren vorteil, verschiedene facetten und unterschiedlichste bildungs-level bilden ein buntes (und nicht schwarz-weisses) bild und tragen so zu einer welt bei, in der eine minderheit nicht als lästiges anhängsel, sondern als wertvolle bereicherung der kultur gesehen wird.

    wenn dieser kleine text als aufruf zu mehr toleranz und weniger engstirnigkeit helfen soll, dann habe ich meine schuldigkeit getan.
    viel spass mit eurer bevorzugten (oder auch nicht) musik. stay metal. stay unique.
     
  17. Aqua

    Aqua Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.09.04   #17
    David, dein Text hat mich tief bewegt und spricht mir aus der Seele.
    Das ist einer der besten Aufsätze über die musikalischen Entwicklung, das Individuum und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Metal, den ich je gelesen habe! Brillant!

    In diesen Sinne:
    stay metal! stay unique! stay united!
     
  18. Fafnir

    Fafnir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.04   #18
    Es gibt kein Zusammengehörigkeitsgefühl im Metal, weil es keine Metalszene gibt, wie es die großen Zeitschriften euch wohl immer weismachen wollen. Und sollte es eine geben, ist sie ziemlich armselig.

    Heiligerbimbam: Na schön, vielleicht habe ich etwas übertrieben. Ich habe auch gar keine Lust, zu dem Thema noch irgend etwas zu sagen, da es sowieso keinen Sinn hat. Aber was bitte meinst Du interessiert es mich, wie "musikalisch erfolgreich" Du wohl bist (wie auch immer man das definiert). ;-)

    Natürlich bin ich gerade erst 12 geworden, und meine ganze Meinung über Heavy Metal habe ich aus der Bravo übernommen :p
     
  19. Aqua

    Aqua Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.09.04   #19
    Ach ja, die bösen Metal Mainstream Magazine (wer die rhetorische Figur erkennt gewinnt nen Keks)...ach komm Fafnie, was besseres fällt dir nicht ein?

    Ich würde ja mal dein Verständnis über den Begriff Szene hören, vielleicht drifften da deine und Davids (auch meine Ansicht) etwas auseinander.
    Eine Szene ist für mich eine offene, dabei aber komplexe, Bewegung von Menschen, die sich für ein und das selbe interessieren.
    Im Falle einer Metalszene hier natürlich die dazugehörige Musik.
    Immer wenn ich mit einen wildfremden Arm in Arm headbange, einen gestürzten Menschen aus den Moshpit hochhelfe, Stagediver auffange oder einfach mit wildfremden Menschen auf Konzerten quatsche, dann empfinde ich dieses schöne Gefühl der Zugehörigkeit... :)
     
  20. Funkyking

    Funkyking Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.09.04   #20
    ich find sowieso den begriff metalscene viel zu weit hergeholt!

    ich finde nicht das zb heavymetal fans von iron maiden und zb fans von gorgoroth oder eisregen irgendwas gemeinsam haben, weder kleidung einstellung oder halt musikgeschmack! klar gibts immer kleine ausnahmen aber um die geht es ja nicht! :rock:
     
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