mini festival organisieren

von Cid Vicious, 29.06.06.

  1. Cid Vicious

    Cid Vicious Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.06   #1
    hallo!

    wir wollen mit mehreren bands aus unserer region ein festival organisieren und sind gard an der palnung ich hatte hier schonmal einen ähnlichen thread gesehen finde ihn aber nicht wieder. die bands organisieren das quasi selbst und wir haben vor einen veranstaltungsaal dafür zu mieten. die inhaber der halle übernehmen den getränkeausschank

    welche kosten fallen an (gema, versicherung...)?
    sponsoring durch regionale firmen?
    woran könnten wir nicht denken (unauffällige aber wichtige details)?
    welche art von werbungist die effektivste (und möglichst kostengünstigste)?


    danke schonmal für die antworten

    cid
     
  2. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 30.06.06   #2
    Auf jeden Fall beim Mietvertrag aufpassen, für was Ihr "haftbar" gemacht werden sollt (Gebäudeschäden, Eddingspuren auf den WCs....).

    Wir empfehlen bei unseren Veranstalterseminaren seit Jahren hier eine Vertragsergänzung, die wie folgt lauten könnte:
    "ich/wir hafte/n im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen der Bundesrepublik Deutschland". DAmit kommt die Verschuldenshaftung (§ 823 BGB) ins Spiel und ihr als Veranstalter seid erst einmal nicht derjenige, der das Waschbecken auf den Klo demoliert hat...

    Wenn jemand als Veranstalter dagegen unterschreibt, dass er für alle Schäden während der Veranstaltung oder von Auf- bis Abbau haftet, dann kann man ihm alles anhängen (= vertraglich übernommene Haftung).

    GRUNDSÄTZLICHE FRAGE: wenn mehrere Bands gemeinsam ein Festival organisieren - wer tritt nach außen als Veranstalter auf? Eine Einzelperson? Eine der Bands als GbR? Darüber sollte man auf jeden Fall vorher Klarheit schaffen, sonst führt es im Schadens-/Streitfalle stets zu Stress

    GEMA, klar! Muss VOR DER VERANSTALTUNG bei der GEMA angemeldet sein. ABER NUR, wenn auch wirklich verwertungsrechtlich geschütztes Material zur Aufführung gelangt.
    Wir nur während der Umbaupausen Konservenmusik vom Wirt eingespielt, dann sollte der auch über seinen i.d.R. bestehenden GEMA-Vertrag für die Hintergrundberieselung dafür die Kosten übernehmen.

    KÜNSTLERSOZIALABGABE (KSA):
    Ich hoffe, dass die Bands an Veranstaltungen auch etwas verdienen. Diese "Gagen" sind von Veranstalterseite KSA-pflichtig (2006 = 5,5 %). Die Künstlersozialkasse ist nach unseren Erfahrungen beim Eintreiben der KSA sehr unnachsichtig.

    VERANSTALTERHAFTPFLICHTVERSICHERUNG:
    Diese ist UNERLÄSSLICH, weil schnell mal ein Personan- oder Sachschaden passiert ist. Auch sog. Tätigkeitsschäden/Be- und Entladeschäden sind an der Tagesordnung.
    Es gibt Versicherer, die hier Spezialpolicen anbieten. Darin enthalten die Deckung für:
    - Personenschäden
    - Sachschäden
    - Vermögensschäden
    - Leitungsschäden
    - Tätigkeitsschäden
    - Schäden an gemieteten Gebäuden infolge Brande und Explosion (aber keine Mietsachschäden durch DRITTE!!!! - aufpassen / siehe Haftungspunkt oben!)

    In Deutschland haben sich etwa eine handvoll Agenturen auf den Veranstaltungsbereich spezialisiert. Pro Besucher rechnet man ca. 0,12 - 0,17 €. Mindestbesucherzahl i.d.R. ab 500 Personen.
    Unter dem nachfolgenden Link findest Du z.B. eine Gebührenkalkulation von Eberhard, Raith & Partner: http://www.erpam.com/index.php?page=veranstalter_haftpflicht.php&navi=Veranstaltungen

    KURZFRISTIGE ELEKTRONIKVERSICHERUNG:
    Ihr leiht möglicherweise Equipment aus - entweder von befreundeten Bands oder von einem kommerziellen PA-Verleiher. Letzterer hat meist ohnehin in seinen AGBs stehen, dass der Entleiher eine solche Versicherung abschließt. Deshalb steht bei Entleihungen i.d.R. auch der Gesamtwert des geliehenen Equipments auf der AB.
    Die Elektronikversicherung kostet durchschnittlich 7,50 € je angefangene 5.000,- € Materialwert.

    Vorteil gegenüber anderen Versicherungen (wie z.B. etlichen Instrumentenversicherungen) ist, dass z.B. der Wiederbeschaffungswert (und NICHT der Zeitwert) des Equipments ersetzt wird.
    Auch haben solche Versicherungen eine sog. Nachtzeitdeckung in Kfz (also zwischen 22 und 6 Uhr).
    Und damit sind eigene und fremde Sachen abgeckt.
    Versicherrungsschutz besteht u.a. für Fahrlässigkeit, unsachgemäße Handhabung und/oder Vorsatz Dritter, Kurzschluss, Überspannung, Brand, Blitzschlag, Wasser/Feuchtigkeit/Überschwemmung, Einbruchdiebstahl, Diebstahl, Beraubung, Plünderung....

    Den Beitrag kann man über die Selbstbeteiligung relativ "gut" steuern. Will heißen: Mikros und Kabel rausrechnen, weil die sowieso während einer KOnzertsaison einem hohen Verschleiß-/Verlustrisiko ausgesetzt sind...

    Wenn man Glück hat, dann kann man eine Firma finden, die durch den Logo-Eindruck auf den Plakaten die Druckkosten amortisieren hilft. Aber ansonsten sollte man sich als Band keine großen Hoffnungen machen, dass man als "Werbepartner" für "die Wirtschaft" interessant sein könnte.

    Darüber machen wir seit 15 Jahren zweimal pro Jahr viertägige Veranstalterseminare (siehe www.allmusic.de unter "Seminar Veranstalter"). Hier jetzt in die Tiefen der Branche abzutauchen, wäre too much.
    Aber die behördlichen Auflagen sollte man auf jeden Fall einhalten. Wenn der Raum regelmäßig bespielt ist, dann hat der Vermieter da sicherlich die Eckdaten für Euch.

    Je nach Status einer Band ist das sehr unterschiedlich. In den weiten Felder von Amateurbands ist die MUNDPROPAGANDA noch immer die günstigste und effizienteste. Plakate helfen meist nur dann, wenn man sich bereits einen entsprechenden Status erspielt hat und der Name regelmäßig durch die Medien geht/ging.
    Flyer sind ein sehr günstiger PR-Träger. Aber Flyer kosten auch Verteildisziplin (vor Schulen etc.) oder Geld für professionelle Beflyerung durch Agenturen (je nach Größe der Stadt).

    Es gäbe noch so viel zu sagen...
    Meinem Plan, ein eigenes Tutorial für Bands als Eigenveranstalter zu schreiben bin ich aus Zeitgründen aber noch immer nicht näher gekommen.

    lg.
     
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