Mit der Pentatonik "On the Beach"

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Saitenstechen
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Nein, nein, ich fahre nicht in Urlaub und suche auch keine Übungen, die ich gelangweilt an einem einsamen weißen Strand machen könnte. :D

Bei meinem Thema geht es darum, dass ich aus der letzten Ausgabe der "Gitarre und Bass" von Chris Rea den Song "On the beach" näher betrachte. Zuerst schaute ich mir die Tonart an, die sagt, dass der Song in As-Dur bzw. F-Moll gehalten ist. Die Akkorde sind jazzlastig. Demnach schloss ich schon daraus, dass die licks wohl auf einer Tonleiter aufbauen.

Folgende Töne sind enthalten:
As b C des es F G as

Liege ich da richtig, dass es sich um das modi "As-Phrygisch" handelt?

In dem jamtrack wurde dann ein langer Teil zum Improvisieren eingebaut. Hier wird es auf die Dauer sehr eintönig, wenn ich nur die Töne der einen Tonleiter durchspielen würde. Da der gute Herr Rea neben dem Jazz auch viel Blues in seine Songs einfließen läßt, dachte ich daran für das Improvisieren die Moll-Pentatonik in F zu verwenden. Sind solche Sprünge in Ordnung oder hält man dann doch eher an den Tonleitern zu entsprechenden Stufenakkorden fest?

Gruß

Andreas
 
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Hm, ich bin jetzt kein Experte, aber für mich sind das auf den ersten Blick alles Töne der ganz normalen As-Dur Tonleiter. Wie kommst du da auf Phrygisch? Korrigier mich, aber ich sehe da keine Verbindung.
Über dieses Tonreportoire hinausgehend würde ich es so handhaben, wie mein Lehrer es mir anhand von Cantaloupe Island mal gezeigt hat. Mal notiert sich alle vorkommenden Akkorde und überprüft die einzelnen Töne auf ihre Dazugehörigkeit der verwendeten Tonleiter (hier As-Dur) und guckt, ob es noch irgendwelche anderen Töne oder daraus resultierenden Tonleitern gibt.

Ah, mir fällt ein. Phrygisch war doch die Tonart, die im Jazz häufig verwendet wurde oder (oder war das Dorisch:confused:). Mein Lehrer meinte auch, dass es durchaus möglich sei, dann so einen Mode einzusetzen, um dem Ganzen ein wenig Pepp zu verleihen.


Ich weiß, alles nur mehr oder weniger Halbwissen, aber ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen;)

Max
 
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Hallo Max!

Danke für deine Unterstützung. Habe gerade eine sehr gute Erklärung der Modi bei youtube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=OY9rFlu8RRI&feature=PlayList&p=F491F9EA05571B9F&index=0

Jetzt ist mir klar, was phrygisch bedeutet, also auf den 2. Ton der Tonleiter bezogen. Vorher versuchte ich mir das an einem sehr schlecht gemachten Buch zu erklären. Erst deine Anmerkung hat mir klar gemacht, dass ich da wohl nicht richtig durchgestiegen war. :great:

Aber jetzt ist der zweite Teil meiner Frage für mich noch wichtiger: Wenn ich die licks im Song nutze, die auf einer Dur-Tonleiter basieren, ist es dann trotzdem in Ordnung im langen Solopart auf die Moll-Pentatonik zu wechseln?

Hey, ist mein Beitrag Nr. 1000, da sollte ich jetzt wohl etwas feiern. ;-)

Gruß

Andreas
 
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Herzlichsten xD
 
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Ja, ich hatte erst auch Schwierigkeiten zu verstehen, dass sich zB D-Dorisch nicht auf die D-Tonleiter und dann den Grundton E bezieht, sondern damit d-d´ bspw. gemeint ist, aber über die C-Dur Tonleiter
 
FluffiFluff
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Aber jetzt ist der zweite Teil meiner Frage für mich noch wichtiger: Wenn ich die licks im Song nutze, die auf einer Dur-Tonleiter basieren, ist es dann trotzdem in Ordnung im langen Solopart auf die Moll-Pentatonik zu wechseln?

So ganz versteh ich die Frage nicht.
Die Töne von As-Dur (hast du ja oben eh schon aufgezählt) sind:
As b C des es F G

Die Töne von der F-Moll Pentatonik sind:
F As b C es

Das ist das selbe Tonmaterial.
 
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Richtig, habe mich da undeutlich ausgedrückt. Die auf die Tonleiter bezogenen Töne werden in dem Lick alle eingesetzt und bilden die Hookline. Wenn ich nun im langen Teil mit der Pentatonik improvisiere, dann fällt mir persönlich schon auf, dass da im Kontrast zur Hookline etwas fehlt. Weiterhin klingt die Pentatonik auch sehr bluesig, während der Song doch eine gute Portion Jazz einbringt. Sind da die entsprechenden Tonleitern zu den Stufenakkorden nicht stimmiger? Kurz gefragt: Macht man sich zum Affen, wenn man hier eben trotzdem die Moll-Pentatonik (von der ich mir nun 3 Pattern und ein paar Licks angeeignet habe) zum Improvisieren nutzt. :gruebel:

Gruß

Andreas
 
Decuay
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Nein, es ist sogar recht gängig auf einen Song der in Dur gehalten ist eine Moll Pentatonik zu nutzen. Macht Slash permanent. Der Tonvorrat ist bei der Pentatonik ja identisch.
Mann muss nur darauf achten das man den Grundton (in deinem Fall wohl As) im Auge behält, denn sonst kann es sein das deine Changes etwas unpassend klingen.

Noch eine Kleinigkeit: Die Einzahl von Modi ist Modus oder Mode ;)
 
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Danke für die schnelle Antwort. Aber Slash ist wohl kein Gitarrist, der in einen Popsong Jazz einfließen läßt und dann darüber nachdenkt, ob da nun eine "Bluesimprovisation" paßt. Entweder drücke ich mich da falsch aus oder die unterschiedlichen Stilrichtungen Jazz, Pop und Blues werden nicht berücksichtigt. Das ist doch die eigentliche Grundlage meiner Frage.

Ah, der Hinweis mit den Modi und dem Modus ist natürlich richtig und auch wichtig. Jetzt wird mir klar, dass es nicht Soli, sondern Solus heißen muss. ;)

Gruß

Andreas
 
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In dem jamtrack wurde dann ein langer Teil zum Improvisieren eingebaut. Hier wird es auf die Dauer sehr eintönig, wenn ich nur die Töne der einen Tonleiter durchspielen würde. Da der gute Herr Rea neben dem Jazz auch viel Blues in seine Songs einfließen läßt ...

Wenn Du die Akkorde aus dem Impro-Teil mal nennen würdest, wäre Deine Frage besser zu beantworten. Antworten wie "Ja, geht, nein geht nicht, nimm dies oder das" sind doch reine Kaffeesatzleserei, wenn keiner weiß, was da im Solo harmonisch passiert.
 
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Klar, hier die Akkorde, die im Chorus und Solo zu finden sind:

Fm7 9 11
Db major 7
C7 #9


Prechorus:

Bbm7
Cm7
Db major 7
Eb


Verse:

Fm7
Gm7 b5
C7 alt

Fm7
Ebm7
Ab7
Db major 7
Gm7 b5
C7 alt

Fm7
C9 sus4


abschließend noch das Interlude:

Dbm9
Ab9 sus4

Dbm9
Bbm7
Cm7

Wäre jetzt wirklich sehr dankbar, wenn mir jemand meine Frage beantworten könnte. Mir geht es darum, ob ich den Song (einer meiner Lieblingssongs) nutzen kann, um daran das Improvisieren mit der Moll-Pentatonik zu üben oder mich jetzt davon löse und zum nächsten "Projekt" wechsel. Danke. :)

Außerdem würde mich, mit meinen bescheidenen Kenntnissen aus der Musiktheorie interessieren, was in dem Song passiert, d.h. Tonartwechsel und Kadenz.

Gruß

Andreas
 
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Das wichtigste bei einer guten Improvisation ist das Zusammenspiel deiner gespielten Töne mit den AKKORDEN - leider wird das ziemlich oft am Anfang vernachlässigt.

Spielst du jetzt deine gelernten (Blues)-Licks auf der F-Moll Pentatonik, wirst du sehen, dass nicht immer alles ganz so mit dem Song harmoniert wie wenn du das Ganze über ein Blues-Schema spielst - bzw. bekommt der Song auf einmal eine ganz andere "Farbe" - hast du ja eh schon bemerkt.
Der Blues besteht nur aus 3 Akkorden (Tonika, Dominante und Subdominate) und die dazugehörige Pentatonik harmoniert sehr gut mit diesen Akkorden.

Spielst du jetzt einen gelernten Lick kann es sein, dass du Töne triffst die im gerade gespielten Akkord nicht vorhanden sind - und in "On the Beach" sind viele Akkorde.
Es ist Grundsätzlich natürlich nicht Falsch, aber wenn man mehrere Takte lang über die Quinte oder den Grundton des jeweilig gespielten Akkord herumspielt, schreit die Melodie einfach nach einer Auflösung.

Grundsätzlich kann man sagen: Spiel die Töne des jeweilig gespielten Akkords - dann liegst du immer richtig.

Ein paar Anregungen/Tipps:

1. Spielt der leibe Chris bei seinen Licks die Blue-Notes ? Nein, dann lass auch du sie weg.
2. Schau dir die Licks von ihm an. Besonders: Wie stehen die gerade gespielten Töne in Verbindung mit dem gerade gespielten Akkord. Sind es nur die Akkord-Töne oder bricht er oft aus? Bediene dich dann dem selben Stil-Mittel.
3a. Zum Anfang benutze einfach mal nur die selben Töne die du auch schon in den Licks gespielt hast (Änder das Timing, die Reinfolge, etc). Meisten "passen" diese auch recht gut zu dem Imrpovisations-Teil des Liedes.
3b. Wenn ein schon vorher im Lied gespielter Lick an einer Stelle gut passt - Verwende ihn wieder. Bau ihn nur gleichzeitig ein wenig weiter aus. So bleibt oft auch eine gewisse "Grundmelodie" erhalten.
Die gespielte Melodie soll ja nicht aufeinmal wie ein ganz anderes Lied klingen.
4a. Improvisier einmal nur über die jeweiligen Akkordtöne.
4b. Du solltest also auch immer wissen welcher Akkord gerade gespielt wird.

Grundsätzlich kannst du für deine Improvisation natürlich auch die Moll-Pentatonik verwenden.
Du solltest halt nur schauen das du Grundton, Quinte und besonders die Septime (wenn ich mir so die Akkorde anschau, wird die wohl öfters gespielt) des jeweilig gespielten Akkord triffst (wenigstens ab und zu :)).

Ein reines Auf- und Ab-, oder herunterspielen von gelernten Licks ist leider nichts, solange es nicht zu den Akkorden paßt.

Hoffe ich konnte wenigstens ein bisschen helfen.

lg
 
Decuay
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Mal nebenei: Wenn du weißt das die Dur-Pentatonik passt ist es scheissegal ob es Blues, Jazz oder Funk ist, die Parallele Moll-Pentatonik passt theoretisch. Halleluja.(Immerhin sinds dieselben Töne!)
Und was der Diss mit dem Solus sollte weiß ich nicht, deutsche Sprache und Niveau im Forum sollten nicht zu kurz kommen.
Der Hinweis, dass Akordgebundenes solieren wichtig ist stimmt.
Wenn du nichtmal an eine Moll-Pentatonik gewöhnt bist, halte ich es aber für quatsch sich auf die Akkorde einzuschiessen, zumal man das nach ein paarmal üben auch hört.
 
Saitenstechen
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Danke, FluffiFluff! Genau um die von dir angesprochenen Punkte ging es mir.:great: Das Lick habe ich schon verändert und in verschiedenen Versionen ausgetestet.

Beim Bass nehme ich gerade die Walking Bass Linien durch, d.h. die akkordeigenen Töne bzw. Tonleitern. Von daher verstehe ich, was du meinst. Ja, das wäre eine Möglichkeit.

Gruß

Andreas
 

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