Möchte parallel zu Klarinette das Buzzing lernen

von janole28, 24.03.16.

  1. janole28

    janole28 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.16   #1
    Hallo,
    ich fange jetzt nach den Osterferien mit Klarinette an, daneben spiele ich noch Klavier (Keyboard) und Gitarre. Habe jetzt überlegt, damit ich mich noch weiterentwickeln kann, mir zumindest das Buzzing/Ansatz autodidaktisch beizubringen, denn Atmung ist ja bei Klarinette und Posaune gleich (bitte korrigiert mich, falls das falsch ist), denn dadurch kann ich dann später einfacher Posaune lernen.
    Nun wollte ich insbesondere von den Posaunisten wissen, ob das so einfach geht wie ich mir das vorstelle, also Buzzing, Atmung von Klarinette und dann irgendwann in 2/3 Jahren Posaune lernen.
    Bin was so was angeht manchmal viel zu optimistisch ;-)

    Vielen Dank schon mal für die Antworten und einen lieben Gruß
    janole28
     
  2. BioMarco

    BioMarco Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.03.16   #2
    Hallo janole28,

    Ich denke zu dieser Kombination (Klarinette + Posaune bzw. Buzzing) wird es schwer Informationen aus erster Hand zu bekommen. ich kann nicht sagen, inwieweit der Ansatz bei der Klarinette und der Ansatz bei der Posaune miteinander zu vereinbaren sind. Ich kannte zwar mal einen Posaunisten, der zuvor zienlich gut Klarinette gespielt hatte. Der war aber komplett umgestiegen.

    Die andere Frage ist, ob man das Buzzing einfach mal so als Vorbereitung zu einem späteren Lernen des Posaunenspiels vorab lernen kann bzw. ob das einem dann leichter fällt. Ich würde sagen "eher jein". Einfach Buzzing-Übungen sind OK, aber gerade Anfänger sollten dazu mindestens auch ein Posaunenmundstück verwenden (Standardgröße für Anfänger ca. 6 1/2 AL), da die Lippenmuskulatur noch recht schwach sein dürfte. Die untrainierten Lippen alleine können die Trennung zwischen fixiertem (Außen) und frei schwingendem (Mitte) Bereich der Lippen noch nicht ohne Unterstützung durch den Mundstückrand vornehmen bzw. ermüden dabei extrem schnell. Überlastung ist hier das größte Risiko und unbedingt zu vermeiden.

    Mit entsprechender Anleitung kann man mit Buzzing sicherlich Atmung, Zungenstoß und Lippenflexibilität trainieren, indem man einfache Meldodien "buzzt" und sich an die Melodieführung aus dem Gesang hält. Da man Anfänger ist, kann man sich ohne Anleitung und Kontrolle aber auch grobes Fehlverhalten antrainieren, das einem später dann den Einstieg auf das Instrument sehr erschweren kann.

    Es ist also ein Balanceakt, der gut gehen kann, wenn man entsprechende Anleitung bekommt und/oder über eine sehr gute Selbstbeobachtungsgabe verfügt. Am besten immmer vor dem Spiegel üben und beim kleinsten Anzeichnen für Überlastung Pause machen und die Lippen z.B. durch "Schnauben wie ein Pferd" lockern. Nichts über das Knie brechen. Wenn es nicht geht, ausruhen, am nächsten Tag wieder probieren und immer locker bleiben.

    Inwieweit einen das bloße Buzzen auf Dauer ausfüllt und es zu keinen akuten Anfällen der Langeweile und Lustlosigkeit führt, steht natürlich noch auf einem anderem Blatt. 2-3 Jahre sind keine kurze Zeit... ;)


    Viele Grüße
    Marco
     
  3. janole28

    janole28 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.16   #3
    @BioMarco: Danke für deine ausführliche Antwort. Ich weiß dass man sich viele Fehler antrainieren kann. Mir kommt es dabei aber auch nur auf Spaß an weil ich ja auch schon andere Instrumente spiele. Übrigens: Gitarre hab ich mir auch selber beigebracht ;-)

    Lieben Gruß
    janole28
     
  4. BioMarco

    BioMarco Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.03.16   #4
    Hi janole28,

    Ja, es mag sein, dass man Gitarre recht leicht autodidaktisch lernen kann. Allerdings kann man das auch nicht wirklich vergleichen. Bei Blechblasinstrumenten findet die Tonentstehung komplett im und durch den Körper des Musikers statt. Von der Luftführung über Zungenstoß bis zu den schwingenden Lippen, alles muss zusammenpassen für einen im Ergebnis schönen Ton. Mundstück und Instrument sind hier nur Resonanzkörper zur Tonverstärkung. Und wenn nur eine Kleinigkeit der Tonentstehung im Körper nicht passt, kann der Ton schnell alles andere als "schön" klingen. Und da sprechen wir noch nicht von der für die Zugtechnik nötigen Feinmotorik, sondern vom bloßen Blasen eines schönen geraden Tons.

    Wir haben es hier schichtweg mit teils sehr komplexen muskuläre Vorgängen zu tun, die es so bei keiner anderen Musikinstrumentengattung zu finden gibt. Es ist z.B. so, dass sich durch 2 Wochen Pause (z.B. Urlaub) die trainierte Lippenmuskulatur abbaut und der Bläser je nach Übungsstand einige Übungseinheiten benötigt, um die zuvor vorhandene Tonqualität (Intonation, Tonumfang) wieder komplett zurück zu erlangen. So wie der Körper im Musizieren eingebunden ist, kann man das sehr gut mit Leistungssport vergleichen.

    Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass man die Posaune nicht autodidaktisch lernen kann. Das geht wohl, ist aber sicher nicht mit der Gitarre zu vergleichen, bei der selbst der blutigste Anfänger innerhalb von Sekunden einen ersten sauberen und toll klingenden Ton anspielen kann. Das ist bei der Posaune (und Trompete, Horn, Tuba usw.) einfach anders und das sollte man wissen. Dafür gibt es bei der Gitarre sicherlich andere technische Hürden, die sich aber stets nur auf die Feinmotorik der Hände beschränken.

    Ein erfahrener Posaunenlehrer kann durch entsprechende Übungen dem Anfänger die richtige Richtung vorgeben und wenn nötig korrigieren. Ohne diese Anleitung wird es ungleich schwerer. Kann aber trotzdem klappen. Und wenn der Spaß im Vordergrund steht, umso besser. :)


    Viele Grüße
    Marco
     
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  5. Hermii

    Hermii Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.16   #5
    Ich denke hier kann ich auch eine gewisse Hilfestellung geben.
    Ich spiele seit nunmehr fast 15 Jahren Trompete in unterschiedlichen Anforderungsstufen. Begonnen im Posaunenchor unter Anleitung des Chorleiters, dann mit verschiedenen (professionellen) Lehrern und jetzt seit nem guten Jahr, nach längerer Pause wieder.
    Mir ist besonders aufgefallen, dass man sich Techniken sehr schnell falsch angewöhnt. Und das im Besonderen auf Blechblasinstrumenten. Die Fehler die man hier macht können sich leider sehr lang einschleichen, wie ich bei einigen Mitmusikern immer wieder sehe. Ich habe Gitarre und Bass auch autodidaktisch gelernt, wünsche mir aber im Nachhinein zumindest ein paar Übungsstunden :o Ja man kann sich auch auf der Gitarre Fehler antrainieren (ich habe leider immer noch Haltungsprobleme bei einigen Akkorden auf der Gitarre), die sich aber meist nicht so drastisch auf die Belastung des Körpers auswirken.
    Ein Blechblasinstrument ohne Lehrer zu lernen, halte ich aber für äußerst schwierig.
    Hör dich zumindest mal in der Nähe um und lass dir von verschiedenen Trompetern / Posaunisten jemanden empfehlen. Was du dir am Anfang bei Atmung, Ansatz und Druck versaust, kann sich wie @BioMarco schon schrieb, später am Instrument in einem miserablen Ansatz, schlechtem Ton und grundsätzlicher Überanstrengung äußern.

    Bei der Gitarre formst du halt nicht den Ton mit dem Körper. Man "sieht" eine schlechte Haltung etc., eine schlechte Stütze für den Ton, aus dem Bauch ist schwer zu erklären. Und dank einiger Experimente in unserer damaligen Schul BigBand, weiß ich auch, dass die Tonformung bei Holzblasinstrumenten wenig mit der von Blechblasinstrumenten zu vergleichen ist.

    Mein Tipp ist wie gesagt, dass du dir zumindest für den Start Tipps von einem erfahrenen Blechbläser holst und diese auch kontrollieren lässt.

    Gruß Fabian
     
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