Möglichkeiten zur Tongestaltung am Akkordeon

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In vielen Interviews wird die Seele des Akkordeons heraufbeschworen und besonders die Möglichkeit des Crescendos auf einem bereits klingenden Ton als Vorteil gegenüber dem Klavier oder der Statik der Orgel hervorgehoben.

Das stimmt natürlich, ist aber einerseits noch lang nicht alles und andererseits doch irgendwie wenig wenn man mit Stimme oder Geige vergleicht.

Könnt ihr helfen die Sachen hier zusammenzufassen?

Abgesehen von der Geschwindigkeit des Anschlags, der Lautstärkemodulation (Balg), den Registern, dem Tonglissando und Bellowshake...

Fällt Euch noch etwas ein?

Es können auch Nebeneffekte sein, wie überziehen oder quäkende kaputte Stimmzungen.

Defekte sind für mich oft viel spannender als ordentliche Spieltechnik.

Tonlängen, halb gedrückte Tasten, zur Differenzierung von Stimmlautstärken. ...

Was sonst?
 
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Christian_Hofmann
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Mir würde noch einfallen dass man eben die Möglichkeit hat die Töne sehr unterschiedlich zu Artikulieren was so z.B mit dem Harmonium das klanglich ähnlich ist oder der Orgel so nicht funktioniert.

In vielen Interviews wird die Seele des Akkordeons heraufbeschworen
Na oft ist so etwas ja eher "Mein Instrument ist besser als alle anderen". Die Seele eines Instruments ist derjenige der es spielt. Und mit Literatur für das Akkordeon wird diese gut klingen, mit einem vierstimmigen Choralsatz für die Orgel oder das Harmonium eher nicht, genau so wird ein Akkordeon Stück auf den anderen Instrumenten nicht gut klingen :)
 
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In vielen Interviews wird die Seele des Akkordeons heraufbeschworen und besonders die Möglichkeit des Crescendos auf einem bereits klingenden Ton als Vorteil gegenüber dem Klavier oder der Statik der Orgel hervorgehoben.
Unterschätze das Volumenpedal einer Orgel nicht.
 
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Ist nicht meine These 😉
 
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besonders die Möglichkeit des Crescendos auf einem bereits klingenden Ton als Vorteil gegenüber dem Klavier oder der Statik der Orgel hervorgehoben.
Die Statik der Orgel gibt es prinzipiell schon.
Mit der Eigenheit, dass man durch vergleichsweise extrem viele Registrierungsmöglichkeiten auch eine Art von Dynamik (wenn auch eher Terrassendynamik) verwirklichen kann.

Pfeifenorgel:
Ansonsten gibt es noch oft die "Walze", mit der man während des Spiels nach und nach immer mehr Register zuschalten kann, so dass sich auch eine allmähliche Lautstärke- und Klangänderung ergibt.

Vor allem aber sie das Schwellerpedal erwähnt, das zwar nur auf das Schwellwerk wirkt, dort aber eine Lautstärkedynamik ermöglicht.

Sonderfall Hammond-Orgel:
Da wirkt das Schwellpedal sehr deutlich auf die Lautstärke - und zwar im Gegensatz zur Pfeifenorgel auf beide Manuale und Pedal.
Das ist meiner Meinung nach ziemlich gut mit dem Balg zu vergleichen, denn der Balgdruck wirkt ja auch gleichzeitig und untrennbar auf Diskant und Bass.
Und das Schwellpedal ("Expression-Pedal") ist auch unverzichtbarer (!) Bestandteil des Hammond-Spiels, auch wenn das viele Keyboarder, die nur einen Hammond-Sound einstellen, nicht zu wissen scheinen.


Fällt Euch noch etwas ein?
Da fiele mir noch die Möglichkeit des Bending ein, die es so auf Klavier oder Orgel nicht gibt.
(Außer, wenn man bei der Pfeifenorgel die Windanlage ausschaltet und die Orgel "absaufen" lässt, dann gehen die Töne auch runter, solange keine keine elektrische Traktur dafür sorgt, dass vorher die Ventile zugehen.
Bei der Hammond geht das auch, weil die Drehzahl des Motors und somit des Tongenerators abfällt.
Man darf es nur nicht übertreiben. Ich habe es bei einer solchen Aktion mal "geschafft", dass sich beim Wiedereinschalten der Synchronmotor auf halber Drehzahl gefangen hat und dann alles eine Oktave zu tief klang...

Viele Grüße
Torsten

Edit:
Unterschätze das Volumenpedal einer Orgel nicht.
QuixX war schneller... (nomen est omen)
 
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Du meinst wohl das Crescendo Pedal/Walze oder?

Ansonsten gibt es noch oft die "Walze", mit der man während des Spiels nach und nach immer mehr Register zuschalten kann, so dass sich auch eine allmähliche Lautstärke- und Klangänderung ergibt.
Viele Orgeln haben auch ein Schwellwerk wo man die Lautstärke ganz gut steuern kann. Im Grunde sind Akkordeon und Orgel sehr ähnlich. Es gibt nur Ton an oder Ton aus. Beim Akkordeon kann man eben durch den Luft/Winddruck die Lautstärke variieren an der Orgel über die Registrierung/Walze/Schweller.

Tasten nur halb drücken klappt übrigens bei den meisten Orgeln auch (sofern man keine elektronischen Ventile hat). Nur in der Praxis ist so was natürlich schwer sinnvoll und sicher zu nutzen und Pfeifen (ausnahme Zungenstimmen) hören sich bei einem geringeren Wind eben nicht mehr so an wie sie sollten.
 
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Viele Orgeln haben auch ein Schwellwerk wo man die Lautstärke ganz gut steuern kann.
Sag ich ja. Wirkt aber eben nur auf das Schwellwerk und beeinflusst meist eher den Klang (gedämpft bis klar) als die Lautstärke. Und, klar, es haben mehr Orgeln ein Schwellwerk als eine Walze.
Aber mit der Walze kommt man eben von Pianissimo bis Tutti/Organo pleno.

Tasten nur halb drücken klappt übrigens bei den meisten Orgeln auch (sofern man keine elektronischen Ventile hat).
Stimmt, daran hatte ich nicht gedacht.
Und habe doch vor Kurzem zufällig jemanden genau diesen Pfeifenorgel-Bending-Effekt mit mechanischer Traktur vorgeführt.
 
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wird die Seele des Akkordeons heraufbeschworen

Ihr habt aber schon gesehen, dass es hier in diesem Bereich und in diesem Faden um s Akkordeon geht und nicht um die Orgel.

Auch wenn sich bei der Orgel die Dynamik irgendwie, gestuft, frei anwendbar oder sonstwie manipulieren lässt, geht es dem Fragesteller hier trotzdem ums Akkordeon ... und nicht um Orgeln!

Drum also bitte hier wieder zum Thema des Fragestellers zurückkommen und sich auf s Akkordeon beschränken!

(andernfalls erlaube ich mir den Faden von Beiträgen die nicht zum Thema gehören zu befreien! )
 
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Fällt Euch noch etwas ein?
das Akkordeon habe ich im Arm, umarme es quasi. Ok, die Gitarre vielleicht auch noch. Aber andere Instrumente habe ich eher vor mir, seien es Blasinstrumente oder klavierähnliche. Ok, das ist für den Spieler wahrscheinlich wichtiger als für den Zuhörer, aber ich könnte mir nicht vorstellen, berührende Musik zu machen mit einem Instrument, das ich nur mit den Fingerspitzen berühre.
 
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Ich sammle erst einmal alles , obwohl einiges davon nicht spielerisch kontrollierbar ist.

Vergleiche zu anderen Instrumenten sind schon ok, aber eben möglichst nur zum Zweck des Vergleichs.
D.h.eine Liste der Tonbeeinflussung auf anderen Instrumenten wäre schon auch sinnvoll.
Das möchte ich am Ende herausarbeiten.

Vielleicht sollte man den Vergleich auf wenige Instrumente einschränken?

Bevor hier Bemerkungen über den Sinn des Fadens kommen, in Interviews wird wirklich oft von der Ähnlichkeit zum Cello, zur Stimme gesprochen, und tatsächlich von der Überlegenheit zum Klavier.

Ich ordne das Akkordeon irgendwo in der Mitte ein, mir fehlen wirklich Ausdrucksmittel direkt an der Tonerzeugung im Vergleich zu sagen wir Blechblas insbesondere mit Dämpfer, oder Mundharmonika und auf jeden Fall Stimme.
Aber doch ist es modulierbarer als z.B. Cembalo
 
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Interessanter Effekt, wenn man ausgehend von einem 8' ein 8+8–Register halb hineindrückt (klingt dann "müsettig").
Mittels Balgarbeit versuche ich langsamen und schnellen Hammond–Lesley-Effekt nachzuahmen.
Viel Spass beim Ausprobieren aller oben genannten Beeinflussungen des Akkordeonklanges wünscht Euch Paul Frager.
 
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Ha ... Du auch? 🥂
 
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Drum also bitte hier wieder zum Thema des Fragestellers zurückkommen und sich auf s Akkordeon beschränken!
Ja, danke für den Moderationshinweis. Stimmt, ich habe wieder mal übertrieben.

Trotzdem geht es ja auch um die Abgrenzung des Akkordeon zu anderen Instrumenten und da ist es nicht immer leicht, zu vergleichen, ohne auch auf das Vergleichsobjekt einzugehen.

Mittels Balgarbeit versuche ich langsamen und schnellen Hammond–Lesley-Effekt nachzuahmen.
Ha, das war jetzt aber der Paul! :D

Bevor es in meinen Orgel-Auswüchsen untergeht:

@Klangbutter: in Deiner Liste fehlt noch der Bending-Effekt, oder nicht?

Viele Grüße
Torsten
 
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Je nach Akkordeon kann man bei geschickter Bedieung beim Druckwechsel mit den Stimmzungen auch so ne Art "Schluckgeräusche" produzieren, die ich mitunter gerne als Betonung dieser Noten einsetze - geht besser je tiefer der Ton ist.

... und ja - ich versuche insgesamt mit dem Akkordeon sehr sanglich zu spielen - d.h. ich nutze den Balg um aktiv ein anklingen und ausklingen des Tons zu erzeugen, wie Sänger oder bei Blasinstrumenten wie Klarinette etc... nur mit dem Vorteil dass das auf dem Akkordeon auch "akkordisch" geht! :)
 
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Es ist ein Unterschied ob man bei einem Ton erst drückt und dann zieht oder andersrum
 
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das Akkordeon habe ich im Arm, umarme es quasi
Genau, und das führt mich zu einer für mich zentralen Eigenschaft des Akkordeons: Es atmet. Diese Vorstellung, wie sich passend zur Emotionalität mein Atmen verändert, der Brustkorb weitend groß wird oder in sich zusammensinkt usw. ist mit dem Balg ausdrückbar. Der Übergang von mentaler Vorstellung zu motorischer Umsetzung ist sehr kurz. So wird das Akkordeon Teil des Körpers. Wenn ich jetzt noch all die beschriebenen Techniken beherrschen würde - grandios. Aber allein das Ausprobieren bringt so viel Freude.
 
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Das stimmt zwar, aber ist das nicht lediglich eine Beschreibung? Das ist genau das was ich meine. Es wird immer wie ein Vorteil der Tongestaltung präsentiert.
 
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