"Musik stirbt im Laden" - HR-Doku

  • Ersteller peter55
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Ich denke mal, dass sich der Musikbrunnen auch deshalb gut hält, weil es in Hannover auch eine stark im Zentrum vertretene Klassikszene gibt. Die städtische Musikschule ist nur einen Katzensprung entfernt, da können die Lehrenden dort die Schüler gleich nach dem Unterricht hinschicken, wenn mal das Rohrblatt durchgenudelt oder eine Saite gerissen ist. Dementsprechend werden die auch dort nicht den Bedarf sehen, sich mit dem Onlinehandel anzulegen.

Die Musikhochschule ist ebenfalls nicht weit weg, und dass mit diesem sichtbetonenen Klaviertempel die Klavierhändler in der Stadt einen vergleichsweise sicheren Anker haben, liegt auf der Hand.

Bei PPC war ich in all den Jahren (drei Jahre Studium und nun über ein Jahrzehnt Lehrauftrag an der HMTMH mit Wohnsitz in der Heide) tatsächlich kein einziges Mal.
 
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Für mich sieht es eher so aus als würde der Gesamtumsatz in DE mit dem Gesamtumsatz von Thomann (EU) verglichen ... Ich würde schon sagen, das Thomann +/- 40% (Bauchgefühl) nicht in DE umsetzt.

Gruß
Martin
 
Ich verstehe nicht, was das Schlechtreden des Musikbrunnens hier soll.
Da habe ich mir damals mein E-Piano gekauft. Sie hatten mehrere in meiner Preisklasse zur Auswahl, haben mich ausprobieren lassen, beraten, aber nicht gedrängt und am Ende habe ich es ohne Nachfrage oder Verhandeln zum Thomannpreis bekommen.
Motiviert von Jordan Rudess, also auch vom Metal kommend (aber natürlich kein 'cooler' True-Metal).

Aber es steht ja jedem frei. Wer auf Coolness wert legt, kauft halt das vom coolen Tiktokinfluencer beworbene Instrument.
 
Grund: Rechtschreibfehler. Ich sollte doch mal zum Optiker gehen.
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Ich denke auch, dass Böhmekes gerne so weiter machen dürfen wie sie es jetzt tun. Angesichts der hier schon deutlich beschriebenen Marktlage wäre es gerade für einen solchen Laden auch wirtschaftlich unklug, sich irgendeinem Trend anzubiedern zu versuchen. Wer Veranstaltungsequipment und anderes technisches, in erster Linie Pop-orientiertes Rüstzeug in großem Umfang braucht, der wird eben nicht zuerst nachschauen, ob der Musikbrunnen das vielleicht mittlerweile auch im Sortiment hat, sondern wird gleich online bei den üblichen Verdächtigen bestellen.
 
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Ich verstehe nicht, was das Schlechtreden des Musikbrunnens hier soll.

Ich vermag nichts zu entdecken, was ich als Schlechtreden bezeichnen würde.

Die Atmosphäre und die persönliche Präferenz dazu muss doch eh jeder für sich bewerten. Was der eine altmodisch findet, bezeichnet der Andere als entspannt und gediegen. Und jeden Kunden kann sowieso kein Anbieter ansprechen :nix:
 
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Für mich sieht es eher so aus als würde der Gesamtumsatz in DE mit dem Gesamtumsatz von Thomann (EU) verglichen ...
Die Aussage von Frau Böttcher macht keinen Sinn, dass der Verband der Notenverlage (=Musikalien) die berichteten Zahlen zum gesamten Instrumentenhandel geliefert haben soll. Der Musikalienumsatz macht den Verband zum 10% Juniorpartner, der kaum in der Position zur Erhebung von Zahlen außerhalb seines Aufgabenbereichs sein dürfte.

Gruß Claus
 
Ich verstehe nicht, was das Schlechtreden des Musikbrunnens hier soll.

Ich habe den Musikbrunnen mit keinem Wort schlechtreden wollen. Der Begriff "Fünfzigerjahre-Charme" stand tatsächlich genauso letzte Woche in der Lokalpresse. Und das ist auch durchaus beabsichtigt. Der Laden wurde 2017 renoviert und der hausbackene Charme inklusive Original-Schriftzug sollte erhalten bleiben.

Auch ich habe dort ca. 1979 im Alter von 14 mein erstes Eqiupment gekauft. Damals saß sogar die olle Emma Böhmeke herself noch strickend an der Kasse. Und dieses Bild hat sich in das kollektive Gedächtnis meiner Generation eingebrannt .:)

Es war halt damals so: Wer selbst langhaarig war und Jeans trug, kaufte lieber bei anderen Langhaarigen, die Jeans trugen. Die Böhmeke-Söhne waren halt eher so dickliche Verkäufertypen in Anzügen. Also nicht cool. Das mag sich geändert haben, aber so war es lange Zeit. Der Vorteil aber war, dass es dort gitarrenmäßig viel Billo-Kram gab für die Schülerbörse. Das taugte zwar nicht viel, aber für den Anfang reichte es. Das erste "richtige" Equipment habe ich dann im Musicians Place gekauft.

Aber von all dem abgesehen bietet der Musikbrunnen aktuell das größte stationäre Sortiment in der Stadt. Soll er noch lange erhalten bleiben.
 
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Ich habe den Musikbrunnen mit keinem Wort schlechtreden wollen.
Naja,
in Verbindung mit
Die waren den meisten Rock- und Popmusikern aber zu spießig.
klingt halt nicht so wohlwollend.
Aber auch von mir war das ja nicht böse gemeint.
Ich habe mit dem Musikbrunnen gute Erfahrung gemacht und wenn ich nicht viel zu weit wegwohnen würde, würde ich da gerne wieder hingehen.
Meine Kopfhörer habe ich aber damals auch noch bei PPC gekauft.
 
klingt halt nicht so wohlwollend.

Das war lange Zeit hannoverscher Mucker-Konsens. In den Achtzigern und Neunzigern hieß es noch "Mief", heute sagt man dagegen "Charme". Beides ist aus der jeweiligen zeitlichen Perspektive zutreffend.

Du musst dir das so vorstellen: Man kam als junger, angehender Rockstar in den Laden, dessen Schaufenster überwiegend Blasinstrumente zierten, und musste zunächst an der Hausherrin Emma vorbei. Ein wortkarges Ömchen, welches strickend hinter dem Tresen saß. Dann kam einer der Söhne im Sakko, mutmaßlich auch schon mitte dreißig, und wich einem nicht von der Seite. Es fühlte sich damals für einen jungen Menschen, der eine E-Gitarre kaufen wollte, nicht "richtig" an. In den anderen Läden wurde geduzt, man bekam einen Kaffee und es gab eben auch immer viel Szene-Schwatz.

Heute, wo ich selbst alt und grau bin, freue ich mich natürlich, dass es diesen Laden noch gibt und finde ihn ebenfalls eher charmant als miefig. Kunde werde ich wohl nicht mehr, da keine Neuanschaffungen in Sicht sind.
 
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Musikbrunnen: Der Name spricht Bände. Ein Familienunternehmen in dritter Generation, dem immer noch jede Menge Fünfzigerjahrecharme (oder auch -mief) anhaftet. Ein Metalhead lässt sich wahrscheinlich nicht von Familie Böhmeke beraten.
... und als Akustiker bin ich sehr von deren Angebot begeistert, bin aber auf der anderen Seite gut mit Instrumenten versorgt. Wenn ich aber mal wieder zu Ladenöffnungszeiten nach Han komme, dann werde ich da auf jeden Fall hingehen.
 
Der Umzug ist allerdings schon seeeehr, seeehr lange her. Eine Fehlentscheidung hätte sich deutlich früher bemerkbar machen müssen, nicht erst dreißig Jahre danach.
Das hat sich m.E. auch schon sehr bald bemerkbar gemacht. In der Theaterstraße war der Laden immer halbwegs voll. Am Alten Flughafen war ich dann nur ein paar Mal, aber da war selbst Samstag Nachmittag oft tote Hose, auch schon kurz nach dem Umzug. Ich wundere mich eher, dass der Laden überhaupt so lange durchgehalten hat so weit draußen (aber eben auch weit ab vom anderen "Zentren auf der grünen Wiese" wie Altwarmbüchen oder Großburgwedel...)
 
In der Theaterstraße

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die PPC-Chronik in meinem Kopf gerade etwas nebulös wird.

Es gab einen coolen Laden, der hieß "Inter Music" oder "Intermusic". Aus dem ist nach meinem Gedächtnis das spätere PPC geworden. Inter Music war aber woanders. Lavesstraße? Berliner Allee? Sind sie von dort erst später in die Theaterstraße gezogen?

Auf jeden Fall hatte das PPC zeitweise zwei Ladengeschäfte. Im kleineren wurden hauptsächlich akustische Instrumente verkauft. Dort habe ich 1996 meine Westerngitarre gekauft, das weiß ich sehr genau. Das war in der Theaterstraße.

Edit: Gerade im Internet-Archiv geguckt, dort gibt es noch eine ausführliche Historie.

  • Ursprünglich Münchner Laden, spezialisiert auf Drums und Percussion
  • 1983: Hannover sollte nur eine kleine Filiale werden und war zunächst eine Laden-im-Laden-Lösung (das wird dann wohl in den Räumen von Intermusic gewesen sein)
  • Dann Umzug in die Theaterstraße mit 1000qm Fläche und "Entspezialisierung" des Sortiments. Der Akustikladen gehörte also dazu, hatte aber einen eigenen Eingang.
  • 1998 zum Alten Flughafen
  • 2004 noch ein Anbau, nun mit 7500qm Fläche
...
 
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klingt halt nicht so wohlwollend.

OK, kann man so lesen.

Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich gerade geschriebene Kommunikation beim Gegenüber ankommt. Ich habe das nicht als ernsthafte Abwertung empfunden und offensichtlich war es ja auch so nicht gemeint.
 
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