Nach 1,5 Jahren Lackrisse an Gibson LP Std. '50

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melissa1919
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Hallo, ich habe vor 1 1/2 Jahren eine Gibson Les Paul Standard 50's gekauft, jetzt musste ich leider Risse in der oberen Lackschicht feststellen, die eindeutig nicht mein Verschulden sind. Gibson teilte mir mit, dass solche Lackschäden nicht von der Garantie abgedeckt werden! Ich bin enttäuscht von Gibson. Auch vorher hatte ich schon eine Gibson bei der die Gurt Halterung einfach beim Spielen raus gefallen ist.
Hat noch jemand solche großen Probleme mit Gibson? Und was würdet ihr gegen die Risse im Lack machen?
 
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Bholenath
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Ich bin enttäuscht von Gibson.
Ich glaube da bist du nicht ganz alleine. :engel:
Gegen die Risse kann man so denke ich wenig machen. Manche sehen so etwas einfach als natürliches Altern.
So lange die Gitarre noch gut klingt ist ja nichts wirklich Schlimmes passiert.

Ein ausreissender Gurtpin, wie von dir beschrieben, ist da schon gefährlicher.
Da könnte die Gitarre durch einen Sturz kaputtgehen.
 
MAI
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Hallo und willkommen im Forum!

Deine Gitarre ist mit einem Nitrocellulose-Lack lackiert. Das ist der gängige Lack-Typ, der in den 50er Jahren verwendet wurde, als diese Gitarren aufkamen.
Gibson verwendet diesen Lack, wenn auch wahrscheinlich in einer anderen Zusammensetzung, mit wenigen Ausnahmen durchgehend seit dieser Zeit.
Fender hingegen nur bei den teureren Produkten.

Eine Eigenschaft dieses Lackes ist, dass er -wiederum je nach Zusammensetzung mit mal mehr und mal weniger Weichmacher- erst mit der Zeit vollständig aushärtet und dadurch immer spröder wird. Wird die Gitarre Temperaturschwankungen, oder besser gesagt Schwankungen der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, arbeitet das darunter liegende Holz minimal nach (Holz ist hygroskopisch) und es kommt zu Spannungen am Lack, die solche Risse verursachen.
Das ist bei dieser Lackart kein völlig unnormales Verhalten und kann auch nicht irgendwie 100%ig vermieden werden. Gibson hat bei seinen Custom Shop Gitarren vor ein paar Jahren die Lackrezeptur dahingehend sogar etwas abgeändert und den Weichmacheranteil verringert, damit dieser Effekt bei diesen Gitarren früher auftritt, weil es von der Community teilweise auch gewünscht bzw. gefordert wurde.

Es wird Dir jetzt keine Hilfe sein, wenn ich das jetzt sage:
viele Leute bezahlen fast das Doppelte für eine Gitarre wie Deine, nur um u.a. diesen beschleunigten Effekt ab Kauf zu haben (die Gitarren haben natürlich zudem noch eine leicht veränderte, aufwändigere Konstruktion und eine andere Holzauswahl):
https://www.kirstein.de/Single-Cut-...b-1956-Les-Paul-Goldtop-Ultra-Light-Aged.html

Es ist jetzt nicht ungewöhnlich, dass dies jetzt zum Beginn der Heizperiode auftritt, das ist so die typische Zeit dafür, wenn die Luftfeuchtigkeit in den Räumen etwas zurückgeht. Bremsen kannst Du den Prozess bestenfalls dadurch, wenn Du für eine konstante Temperatur- und Luftfeuchte sorgst, wo Du die Gitarre benutzt und aufbewahrst.
 
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Hauself Zwo
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Risse in der oberen Lackschicht
Das ist überhaupt nicht schön und ich würde mich in diesem Fall auch sehr ärgern. Aber leider ist das bei Gibson fast schon normal, @MAI hat das ja gut erklärt.
Gerade bei einer Goldtop sieht man das auch noch besonders gut ... :(

Ich habe bis heute nicht herausbekommen, was an diesem Nitrolack so toll ist. Ich muss allerdings zugeben, dass ich keinen Unterschied höre, ob ein Instrument nun mit "normalem oder Nitrolack lackiert oder mit Schellack eingelassen ist (das habe ich in meinem "Fuhrpark). Und auf Alterungsprozesse ("worn", "aged" etc.) bin ich auch überhaupt nicht scharf, meine Instrumente sollen möglichst lange neu aussehen, da stört mich jeder Kratzer, jede Delle ... Aber wer (außer mir:embarrassed:) lässt sein Instrument wegen sowas neu lackieren?

Was man gegen solche Risse machen kann? Ich habe keine Ahnung, aber vielleicht haben @Bassturmator oder @murle1 eine Idee?
 
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Rostl
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und was hat das hier mit Kaufberatung zu tun :gruebel:
 
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Sich über die Verarbeitungsqualität bei Gibson, deren Kundenservice und Risse im Lack aufzuregen könnte aber auch aus dem "Handbuch zum Trollen von Gitarren-Nerds-Foren" stammen. :whistle:
 
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@MAI, @Hauself Zwo danke für eure schnellen und hilfreichen Antworten! Ich werde das wohl wirklich so hinnehmen müssen. Von diesen Lack habe ich noch nie etwas gehört, aber das manche für sowas sogar mehr bezahlen, tröstet mich tatsächlich ein wenig :D
 
Myxin
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Wenn alle Risse dort sind, wo die Knöpfe sich befinden, dann liegt es wohl weniger an der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, sondern mehr an der mechanischen Beanspruchung des Lacks an der Stelle durch die mit den Muttern festgeknallten Knob Pointer.
Dass der Lack ansonsten auch dazu neigt, diese Haarrisse zu bilden, wenn es ein härterer Nitrolack ist, stimmt natürlich auch.
 
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Das Bild zeigt mir,das alle Risse von den Potis ausgehen. Somit übt die Verschraubung der Potis Druck auf Holz und Lack aus, und lässt den Lack in dem Bereich reißen.
Und diese Umstände begünstigen das natürlich:
Es ist jetzt nicht ungewöhnlich, dass dies jetzt zum Beginn der Heizperiode auftritt, das ist so die typische Zeit dafür, wenn die Luftfeuchtigkeit in den Räumen etwas zurückgeht.
@Myxin war schneller!!
 
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Was man gegen solche Risse machen kann? Ich habe keine Ahnung, aber vielleicht haben @Bassturmator oder @murle1 eine Idee?

Na klar!!!

Ich finde ein echtes weatherchecking auf alten Les Pauls sehr schön. Ich selbst habe eine sehr hochwertige Akustische Gitarre die 1979 gebaut wurde und bei der etwa 1981 Risse im Nitrolack auftraten. Der Gitarrenbauer hat mir auch direkt eine neue Lackierung angeboten und sich entschuldigt dass in dem Lack wohl nicht genug Weichmacher gewesen seien...

Heute bin ich froh dass ich das Angebot nicht angenommen habe. (Eigentlich war es keins denn ich hatte lebenslange Garantie auf die Gitarre)

Heute findet man im allgemeinen solche Schäden schick und zahlt sogar beträchtliche Aufpreise dafür.

Die Risse in der Gitarre von @melissa1919 haben aber für mich nichts mit weatherchecking zu tun und sehen in ihrer absoluten Parallelität zur Mittelachse / Holzmaserung einfach nur nach einem Schaden aus.

Gibson verwendet leider seit einigen Jahren eine sehr merkwürdige Sorte Nitrolack, die zwar Weichmacher enthält, aber nicht so viele, dafür aber Duftstoffe damit der Käufer direkt "benebelt" ist...

Langer Rede kurzer Sinn:

Natürlich könnte ich diesen Schaden annähernd unsichtbar werden lassen.
 
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lebenslange Garantie auf die Gitarre

Eine solche hast du bei Gibson sowieso nicht.
Gibson schließt das auch explizit bei Lackschäden aus (s. Punkt 10):

"This Warranty Is Subject To The Following Limitations​

THIS WARRANTY DOES NOT COVER:
  1. Any instrument that has been altered or modified in any way or upon which the serial number has been tampered with or altered.
  2. Any instrument whose warranty card has been altered or upon which false information has been given.
  3. Any instrument that has been damaged due to misuse, negligence, accident, or improper operation.
  4. The subjective issue of tonal characteristics.
  5. Shipping damages of any kind.
  6. Any instrument that has been subjected to extremes of humidity or temperature
  7. Normal wear and tear (i.e., worn frets, worn machine heads, worn plating, string replacement, scratched pickguards, or damages to or discoloration of the instrument finish for any reason).
  8. Any instrument that has been purchased from an unauthorized dealer, or upon which unauthorized repair or service has been performed.
  9. Any factory installed electronics after a period of one (I) year following the original date of purchase.
  10. Cracking, discoloration or damage of any sort to the finish or plating for any reason.
  11. Gibson does not warranty the playability of a instrument whose "action" is lower than the standard "action" as defined in the owners manual."

https://www.gibson.com/en-US/Support/Warranty/Gibson
 
Bassturmator
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Eine solche hast du bei Gibson sowieso nicht.
Gibson schließt das auch explizit bei Lackschäden aus (s. Punkt 10):

Ja, aber bei meiner Gitarre von einem seriösen deutschen Gitarrenbauer hatte ich die nun mal.

Das war ein schönes Gefühl auch wenn ich die Garantie nicht in Anspruch genommen habe.

.
 
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Lackrisse bei Gibson sind keine Fehler, sondern ein "special feature". :)(y)

Gruß
 
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Für mich sehen die Risse wie mechanische Beschädigungen aus. Die Poti-Muttis zu fest angezogen? Oder mal auf die Poti-Knöpfe gefallen oder im Koffer lag noch irgendetwas drin, was beim Schließen des Deckels Druck ausgeübt hat?
 
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Lackrisse bei Gibson sind keine Fehler, sondern ein "special feature".
Jau,kann man so sagen.

Ich sage aber,das es bei einer neuen,teuren Klampfe nicht so sein sollte.Ich nenne sowas einen extremen Mangel und schlechte Fabrikation.
Oder auf Deutsch:
Schrott.

Gibsonliebhaber sollten auf die chinamarke "Chibson" umsteigen.Die sind besser und günstiger.
Leider hängen die öfter mal am Zoll fest.

Nein,sorry,aber Ich finde sowas bei einer knapp 2 Jahre alten Gitarre eine Frechheit.
 
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Uhu Stick
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Und was würdet ihr gegen die Risse im Lack machen?
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1. Gitarre zum Händler bringen + Reparatur fordern
2. (Wenn 1. unmöglich ist) Gitarre zum Händler bringen + Kaufpreisminderung fordern
3. Akzeptieren, das sowas bei Gibson normal ist.
 
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