Neue Front-PA für Galaband, gerne Säulensystem - Turbosound IP3000, RCF Evox, EV Evolve, db ES1002, ...

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Hallo zusammen,

bei einer von mir betreuten Hochzeitsband kristallisiert sich die Anschaffung eines neuen Allround-Systems raus. In Verwendung ist aktuell für den Hauptsaal eine HK Deacon, i.d.R. mit nur zwei Subs, sowie eine Kombi aus Pro Achat Sub 115A + 2x EV ZLX12P fürs Brautstehlen. Je nach Locationgröße werden die u.U. auch mal getauscht.

Die HK soll heuer in Rente geschickt werden, da diese Minimum schon 15 Jahre auf dem Buckel hat und das Grundrauschen der internen Amps immer höher wird. Zudem ist der DuoTilt mit "praxistauglichen" 7,5° und 15° (!) immer wieder ein Erlebnis bei langen Locations (ich habe teilweise mit Gravity-Zwischenstücken dann schon "gegen-getiltet") und allgemein besteht das ganze System halt aus Lautsprechern, die unhandlicher kaum sein könnten. Auch optisch natürlich ein Wahnsinn (nicht im positiven Sinne) im Vergleich zu dem, was andere Bands aktuell so anschleppen bei gleichem Ergebnis.

Also wech damit. Nur - was kommt stattdessen?

Vom klassischen System mit 10er oder 12er Top obendrauf möchte ich mich eigentlich lösen zugunsten etwas schlankerer Optik und vor allem auch breiterer Coverage. Oft hat man Säle, die entweder direkt quadratisch oder zumindest massiv breit sind, da kriegt die Hälfte der Zuhörer mit einem klassischen 90er Top (die HK haben glaube ich sogar nur 60°) nix mehr mit. Oft habe ich dann zusätzliche Fills gestellt, das soll zukünftig vermieden werden (auch wenn das Ergebnis natürlich nie 100%ig werden wird, denn sonst bräuchte man teilweise 270° Abstrahlwinkel, wenns danach geht). Locationgröße ist meistens maximal 10 x 15m ("Bühne" schon eingerechnet), bis zu 150 Gäste. Wobei dem Personal hinten am Ausschank aber nicht die Ohren wegfliegen müssen. Hochzeit halt. Auf der Tanzfläche sollte entsprechend Schub da sein aber hinten sollte man bei angenehmem Pegel auch noch was verstehen.

Ursprünglich hätte ich mal gesagt: "Finger weg von den All-In-One-Teilen!", jetzt war ich aber letztens selber mal Gast auf einer Hochzeit und war direkt überrascht, wie viel selbst aus einer Maui 28 G2 rauskommt, und die wäre eigentlich sogar eine Klasse unter dem, wo wir gedacht hätten, einzusteigen.

Aktuell habe ich folgende Systeme in der näheren Auswahl:
Turbosound IP3000
EV Evolve 50
db ES1002
RCF Evox 12
LD Maui 44


Tatsächlich gefällt mir rein von den Specs eigentlich die db ES1002 am besten. Der riesige Vorteil ist, dass das Ding eine normale, verstellbare Distanzstange hat und mit Speakon verbunden wird. Oft genug gibt es überhaupt keine erhöhte Bühne und somit auch keine Möglichkeit, die PA höher zu stellen. Gefühlt ginge mir dann das Array zu tief los, da brülle ich bei voller Tanzfläche wieder nur in die ersten zwei Reihen und habe keine Reichweite mehr. Aktuell stört mich als einziges, dass die PA für das Gebotene fast schon zu billig ist. Wo ist der Haken? Einfach nur Abverkaufspreis, oder sind die Daten extrem geschönt? Quasi teilweise aus dem gleichen Stall (korrigiert mich, wenn das mittlerweile überhaupt nicht mehr zutrifft mit der Verbandelung RCF <-> db) gäbe es die RCF Evox 12. Wobei das schon eher am oberen Ende der anvisierten Preisspanne für zwei Systeme ist. Aber es ist schon noch im Rahmen, wenn der Preis wirklich gerechtfertigt ist, weil die PA alle anderen Systeme schlägt.

Schönes Mittelfeld - auch preislich - wäre die Turbosound IP3000. Hier habe ich viel Lob gelesen, die Bestückung mit 15"-Sub gefällt mir jetzt initial erstmal deutlich besser als z.B. der Single-12er bei der EV, die damit eigentlich hinter allen anderen Systemen zurückfällt, und der Abstrahlwinkel wäre schön breit. Aber es bleibt halt wieder das Thema "fixe Säule ohne Höhenverstellung".

Als Budget würde ich ganz grob 3000 - 4500€ für beide Systeme zusammen anpeilen. Letztens hatte ich Seeburg GL16c dp1000 mit, da wäre man inkl. Stativbügel, Covers & Co. selbst wenn man als Subs auch die Achat drunterstellen würde schon in Richtung 7000€ unterwegs. Das wäre zähneknirschend und mit stundenlangen Diskussionen sicher auch noch irgendwie drin, wenn jeder von uns gesagt hätte "OK, das ist die absolute Offenbarung, das ist es!" - war aber nicht so. Wobei die Coverage schon geil war. War leider nicht viel Zeit zum ausführlichen Soundcheck. Letztlich war es mir im Nahfeld in Verbindung mit recht prägnanten Stimmen an Sennheiser* e935 dann ein wenig zu brachial. Wahrscheinlich hätten die Tops noch höher gehört (sprich Unterkante schon deutlich über Kopfhöhe), aber leider eben zu wenig Zeit für ausführliche Spielereien. Habe mir das dann schon hingedreht, aber wie gesagt, der absolute Aha-Effekt hat gefehlt, gefühlt kriege ich das gleiche Ergebnis mit o.g. Systemen wahrscheinlich auch preislich eine Stufe drunter. Und die Schlepperei ist schon auch ein Thema, so ganz handlich sind sie ja nicht. Zwar kein Vergleich mit den alten Deacon-Tops, aber mit montierter Mechanik schon an der Grenze für alleinige Handling.

Was habe ich nicht auf dem Schirm?
Gibt es andere coole Systeme im anvisierten Preisbereich, die man sich ansehen sollte? Vielleicht fernab der üblichen in den Onlineshops gelisteten Marken?


Gruß Stephan
 
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ein interessantes, weil modulares, wäre das kleinere FBT Vertus CLA System. Da kann man von klein (ein Bass 2x8" mit einem Top 6x4" +Horn) bis größer (jeweils 3 Stück pro Seite) inklusive unterschiedlicher Distanzstücke ganz gut ein Paket individuell für den aktuellen Anwendungsfall zusammenstellen. Die Tops aus der Serie habe ich nicht in Verwendung da mir meine eigenen (QSC K10.2 bzw Yamaha* DZX12) schon ganz gut gefallen. Aber ihc habe inzwischen voer von Den Subs, wobei ich meist mit zwei ganz gut mein Auslangen finde für bis zu 200 Personen. Allerdings steh ich nicht auf DJ Pegel, und daher komme ich schon recht gut über die Runden mit den kleinen Sch....chen.
 
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  • #3
Das schau ich mir auf alle Fälle mal näher an. Selfpowered Tops hätten natürlich einen gewissen Charme, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm (bzw. nur NXL24A, aber die wären fast ein bissl wuchtig). Hat dann Controlling entsprechend an Bord und man könnte als Subs ggfs. auch was anderes drunterstellen. Überlegung war ein Stück weit, nochmal zwei Sub 115A zu kaufen, um dann insgesamt vier zu haben (ich hätte auch nochmal 4 passive im Lager) und dann auch mal für z.B. Fasching eine größere PA bauen zu können (mit anderen Tops, wo dann aber die ZLX oder CLA als Nearfill dienen können). Wobei ich die 2x8er schon cool finde, die hattest du an anderer Stelle schon mal erwähnt.

Gut gefällt mir auf alle Fälle auch das Konzept mit den 4 HTs, da finde ich die Konkurrenz oftmals im Vergleich etwas untermotorisiert. Das kommt einem geringeren Klirr bei höherem Pegel sicher zugute.
 
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  • #4
Nur gut vier Jahre später möchte ich dann auch mal mit dem Ergebnis um die Ecke kommen. :D

Ein paar Mal hab ich es in Threads mit ähnlichem Kontext ja schon angerissen bzw. Empfehlungen ausgesprochen, aber meinen eigenen Ursprungsbeitrag hier nie offiziell abgeschlossen.
Es wurden dann tatsächlich die CLA604A (mit einem weiteren Paar der Achat 115A Subs).

Ich bin damals ins kalte Wasser gesprungen und habe gesagt "Probieren wir jetzt so", ohne zwischen den GL16 und den CLA dann nochmal irgendwas anderes bemustert zu haben.

War es Liebe auf den ersten Blick (bzw. Höreindruck)? Nein, ich hab mich schon ab und an gefragt, ob das die absolut richtige Entscheidung war.
Mittlerweile kann ich aber sagen: Ja.

Gestern hatten wir wieder eine Hochzeit in einem recht langen Saal (sicher T 20m x B 10m), zzgl. Saalerweiterung auf einer Seite, und ich muss sagen: Es passte einfach. Wir hatten die PA auf der Bühne (ca. 30-40cm erhöht) und nur die längeren Distanzstangen dabei, dementsprechend waren die Tops höher als ich sie normal habe und gern gehabt hätte. Daher hat es schon ein paar Meter gedauert, bis der Hochton "aufmacht", aber in der Mitte der Tanzfläche war der Sound dann wirklich super transparent und die Sprachverständlichkeit 1A bis zum Ende des Saals.

Nach diversen Vergleichen betreibe ich sie jetzt wieder in Preset 1, was meiner Auffassung nach eine Art 2,5Wege-Konzept ist. Ich hatte sie lang im 2er Preset (da laufen dann alle 4-Zöller mit der gleichen Trennfrequenz, also die unteren auch entsprechend höher), aber dann klingen die Tops eigentlich fast schon zu mittig, grad wenn man direkt davorsteht macht das u.U. dann auch einen quäkigen Eindruck. Gerade um die 250Hz musste ich auffallend oft stark reduzieren. Mit der Einstellung, dass die unteren TMTs nicht so hoch spielen, ist es dann sogar auch noch sehr angenehm, wenn man bei ordentlich Pegel recht nah an der Box vorbeigeht. Was schon bleibt (aber halt einfach konstruktionsbedingt ist) ist relativ viel Pegel bis so ca. 1,5k würd ich schätzen, wenn man seitlich steht. Grad bei "FOH = SOS" klingt das da erstmal quäkiger, als es vorne raus wirklich ist. Wenn jemand die Tops für Anwendungen benötigen sollte, wo GBF schon ein größeres Thema ist (Chöre etc.), könnte (!) das zum Problem werden.

Den HPF habe ich übrigens nie an, auch an den Bässen hängen sie am Link-Out, laufen also immer Fullrange, sonst fehlt mir schon was im Grundton, selbst wenn man die Subs etwas höher spielen lässt. Betrachtungen hinsichtlich dessen was die Sauberkeit des Übergangsbereichs betrifft und ob das bei einer anderen Vorgehensweise eventuell sauberer wäre, lassen wir jetzt mal außen vor, weil da will ich ganz ehrlich sein - bei derartigen Jobs (oft kleine Säle, Drummer mit Akustikset, Gäste die oft lauter "ratschen" als sie selber aber die Musik am lieben hätten) hat man da definitiv andere Probleme als einen +/-3dB glatten Frequenzgang von 40Hz bis 20k...

Was ich viel wichtiger finde: Trotz der Fullrange-Einstellung habe ich da noch nie die Peak-LED auch nur aufblitzen sehen, selbst gestern nicht, als es beim Partyset zum Schluss dann wirklich schon gut zur Sache ging und ich an dem Punkt war "lauter will ich auch gar nicht mehr".

Unsere Vokalisten haben ohnehin sehr soliden "Output", deswegen war in der Hinsicht GBF eh nie ansatzweise ein Thema. Aber bei Hochzeiten ergreift natürlich auch mal ein Redner das Mikro, der voller Inbrunst so dermaßen am Mikrofon vorbeigestikuliert, dass alles zu spät ist, und das auch noch in einer Lautstärke, als wolle er seinem besten Spezl ein hochbrisantes Geheimnis erzählen. Natürlich muss das genau zwei Meter vor der PA stattfinden. Auch da verhält sich das System aber sehr gutmütig, hier zeigen sich m.E. die Vorteile, wenn der SPL eben auf mehrere Treiber aufgeteilt wird.

Gestern habe ich nach der guten alten "Quick and Dirty"-Methode "eingemessen", also sE V7 vom Sänger vor die Bühne (in Richtung PA zeigend) wo der Hochton schon gut präsent war und dann nochmal weiter Richtung Bühne, wo die PA eher noch etwas indirekt war. Geguckt, wo es koppelt und das entsprechend gezogen. Es waren sehr wenig Eingriffe erforderlich, maximal -3dB. Hauptsächlich im Bereich 3-4k, das habe ich aber erwartet und da sind mir generell fast alle PA-Systeme einen Tick zu scharf. Dann noch ein paar kleinere Korrekturen zwischen 300Hz-1k6, die hauptsächlich der Räumlichkeit geschuldet waren. Damit spielte das System wie eingangs beschrieben sauber und transparent und auch bei höheren Pegeln recht unangestrengt (der Sänger hat mitunter eine recht raue Stimme, gerade nach ein paar Stunden Performance, da muss man dann im Kanal situationsabhängig so um die 3k schon nochmal recht ordentlich zügeln, damit es nicht in den Ohren sägt, wenn er Gas gibt - da kann aber die PA erstmal nix für).

Von der Sensitivity harmoniert es gut mit den Achat 115 Subs, ich habe eigentlich mittlerweile beide auf Unity Gain, die Tops sogar minimalst (!) zurückgedreht.

Letztens stand ich bei einer anderen befreundeten Band hinterm Pult, die Evolve 50 bzw. 30 einsetzt. Das sind nette Anlagen "bei bestimmungsgemäßer Verwendung", aber wenns pegelmäßig beim Brautstehlen zur Sache geht streicht auch die 50er einfach die Segel. Da können das 3,5"-Massengrab und der 12"er nicht mehr mithalten.

Wichtig war mir auch die räumliche Trennbarkeit (mechanisch) von Top und Sub beim Einsatz, also dass die Verbindung nicht über eine Distanzstange mit integrierten Kontakten passiert. So kann ich mit den Subs auch mal einen Monocluster bauen oder die CLA als Fill hernehmen, wenn wir 180° machen müssen und klassische 12/2er als Frontholz stehen. Oder halt (wenn man die passenden Distanzstangen dabei hat) auf unterschiedliche Aufstellungsszenarien besser reagieren.

Und optisch passt das sowieso. Sieht super schlank aus, kein Vergleich zur alten Lösung mit der HK. Da langst dir eigentlich fast ans Hirn, wenn ich überlege, was wir da so getrieben haben teilweise...
Pro Seite Sub-Sub-Top, und weil links und rechts neben der Bühne noch Leute saßen, eine EV ZLX12P quer oben drauf gelegt. 2,30m-Stack, die Gäste müssen sich wie bei Rock am Ring vorgekommen sein. Könntst heute gar nicht mehr bringen, da ist so ein brachiales Gebilde ja schon zu laut, bevor überhaupt das Stromkabel steckt...

Fazit: Ich würde die PA wieder so wählen und kann die Kombination CLA604A + "generische 15er Subs der persönlichen Lieblingsmarke" für Tanzmusik auch bei gehobenen Pegeln empfehlen, wenn es technisch flexibel und gleichzeitig optisch dezent sein soll.
 
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