Neue, handgemachte Musik in unserer Sprache

Sogar Reinhard Mey fällt raus, da er auch Lieder mit Humor darbietet, Bodo Wartke sowieso ("Comedy"), Alte Bekannte / Wise Guys ... nur um ein paar Beispiele zu nennen, die mit deutscher Sprache wirklich umzugehen wissen. Und die brauchen keine eigene Plattform, die sind/waren auch so bekannt, ihre Konzerte sind/waren ausverkauft.
Gerade diese alten Bekannten schätze ich ausnahmslos sehr, und keiner fällt in eines der genannten Exklusivgenres! Wie gesagt, Musik mit Humor UND Tiefgang ist eben doch etwas anderes als reine Comedy.

Was den Nachwuchs angeht, ist die wahrnehmbare Palette aber eher mau.

Deshalb wäre es schön, wenn wir jetzt wieder der Musik mehr Raum als den Debatten geben könnten.

streamingtheatre hat zuletzt hier etwas eingestellt das mir sehr gut gefällt.
91 Aufrufe in vier Jahren....

Verständlich, was ich meine?

Gruß,
Dennis
 
Deshalb wäre es schön, wenn wir jetzt wieder der Musik mehr Raum als den Debatten geben könnten

Meine Musik -die ich mittlerweile nur noch für mich selber mache- kann man durchaus als Krautrock bezeichnen obwohl auch britische Einflüsse enthalten sind. Ein Beispiel wäre Grobschnitt.

Das ist immer so. Aber wenn man sich nach denen richtet, kann man gar nichts mehr machen 🙂
Die japanische Band Ningen Isu verwendet Texte in einem klassischen Dialekt den kaum jemand versteht 😁🤣
 
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Meine Musik -die ich mittlerweile nur noch für mich selber mache- kann man durchaus als Krautrock bezeichnen
Ich bin sicher, dass die Mehrzahl hier im Forum das positiv aufnehmen würde.
Von einigen Miesepetern würde ich mich da nicht einschüchtern lassen.
Mich würde das durchaus interessieren.
 
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streamingtheatre hat zuletzt hier etwas eingestellt das mir sehr gut gefällt. 91 Aufrufe in vier Jahren....
Verständlich, was ich meine?
Grundsätzlich ja, aber hier auf einer extra Plattform (das war doch der Ausgangspunkt, oder?) etwas pushen zu wollen, was anscheinend für viele nicht soooo interessant ist - naja, ich brauche es nicht.
Auch Musik ist letztlich ein Markt, der sich gemäß Angebot und Nachfrage regelt, außer man nur für sich selbst Musik. Wer abseits des Mainstreams versorgt werden möchte, musste schon früher im Plattenladen suchen und ggf. nachfragen "habt ihr... wo steht denn ...". Heute sucht man halt im Internet - na und? Ist doch immer so bei etwas besonderem Geschmack.
Musik mit Humor UND Tiefgang
Interessant! Wer entscheidet verbindlich, was (noch) Humor und was (schon) Comedy ist? Ich glaube, das richtet sich nach dem persönlichen Empfinden, der individuellen Auffassungsgabe oder der Einstellung zu gewissen Themen ...
"Tiefgang" kenne ich nur bei Schiffen ;)
 
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Ich bin sicher, dass die Mehrzahl hier im Forum das positiv aufnehmen würde.
Von einigen Miesepetern würde ich mich da nicht einschüchtern lassen.
Mich würde das durchaus interessieren.
Mich definitiv auch!
 
Mir gehts um die vorliegende,vielleicht nichtmal bewusst getätigte, Formulierung
"unsere Sprache".
Wer ist den Teil dieses "Unseren" und wer nicht ?
Eben.
Wenn sich jemand in mehreren Sprachen wohlfühlt, ist das genauso okay. Musik ist schließlich kein Einbürgerungstest. ;)
Wer nur eine Sprache gelten lässt, läuft halt ein bisschen Gefahr, ignorant* zu wirken, so wie jemand, der nur eine Sorte Eis kennt und sich dann wundert, warum andere auch Schoko oder Mango essen. Kann man machen, muss man aber nicht.

*Ein Ignorant ist jemand, der sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung bemüht und daher (absichtlich) unwissend verbleibt.
 
Ich denke - auch aus meinen eigenen Versuchen des Schreibens von Songtexten - dass es relativ schwierig ist, auf Deutsch zu schreiben. Die Gefahr, dass es zu Platitüden, leeren Phrasen oder Schnulzerei kommt, ist relativ hoch. Ich selbst konnte auf Englisch - obwohl nicht meine Muttersprache - meine Gedanken meist klarer formulieren aund präziser auf den Punkt bringen. Ausnahmen bestätigen die Regel - ich lade später mal noch ein Demo hier hoch (nur Audio).
Aus dieser Erfahrung heraus haben deutsche Texter, die diese Probleme umgehen oder gar lösen können (und ja, die gibt es, sogar erstaunlich viele!) meinen allergrössten Respekt.
Es ist auch in anderen Sprachen nicht einfach, wirklich gute, nicht klischeehafte Texte zu schreiben. Wäre es einfach, würde es ja jeder tun :)
Wenn wir auf Deutsch texten, fällt's uns halt auf, wenn's nicht gut ist, weil wir als Muttersprachler ein ganz anderes Gefühl für unsere Sprache haben. Wenn aber Nichtmuttersprachler auf Englisch texten, sind diese oft ganz genauso holprig und voller Plattitüden und Schulenglisch. Nur fällt es uns da eben nicht so auf.
Es ist schon noch ein Unterschied zwischen gutem Alltagsenglisch und dem kunstvollen Umgang mit der Sprache. Denn in unserer Muttersprache haben wir ein um ein Vielfaches größeres Vokabular als in einer nachträglich gelernten Sprache.
 
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@Eiko und @Tseh-M'oll
Das ist tatsächlich ein Gedanke bzw. eine Thematik, die mich stark beschäftigt, zumal ich auch sowohl englische wie deutsche Texte schreibe.
Ich habe den Eindruck, dass mich manchmal die deutsche Sprache bremst - und zwar gerade beim assoziativen Schreiben. Oft suche ich dann doch nach Worten, die sich reimen oder habe den Eindruck, dass es plattitüdenhaft ist, während ich das bei einem englischen Text erst mal umgehen kann. Zudem habe ich früher eher zum Englischen gegriffen, wenn es bei mir um Gefühle ging. Möglicherweise aus ähnlichen Gründen, möglicherweise aber auch deshalb, weil eine fremde Sprache auch Distanz schafft. Und vielleicht ist es gerade die Kombination von intimem Inhalt mit fremder (distanzierter) Sprache, die es mir leichter ermöglicht hat, Texte zu schreiben mit sehr emotionalem Gehalt, mit Gedanken, mit Gefühlen.

Wie Ihr an den Formulierungen merkt: Hier sprechen keine Gewissheiten, sondern Vermutungen - und Vermutungen hängen mit Erfahrungen zusammen und darüber kann man sich gut austauschen.
Aus meiner Sicht hat es auch mit Erfahrung zu tun, wie man schreibt - also eher assoziativ, ohne Reime (oder zumindest ohne ein sehr enges Reimschema) oder eher stark formal. Denn ich merke, dass ich bei englischen Texten und starren, engen Reimschemata (a a b b oder a b a b) gerne zu einem Reimlexikon greife, gerade um ausgewalzte Reimpaare zu umgehen und sozusagen neue Spuren zu legen. Beim Texten im Deutschen habe ich von vorne herein ein größeren Wortschatz. Je nach der Art des Textes liegt mir also entweder Englisch oder Deutsch näher - bzw: noch, denn das hat sicher (auch) mit Erfahrung zu tun.

Wenn über Textsprache diskutiert wird, fallen oft zunächst die auffällig gleichen Argumente: das "Internationale" des Englischen, dessen Kürze etc. versus dem Vertrauten und Verständlichen des Deutschen (zumindest für ein deutschsprachiges Publikum, das es bei den meisten Bands aber auch faktisch ist) plus, dass man bei einem englischen Text (als deutsche Person) eher weghören kann bzw. der (eigene) Anspruch an einen deutschen Text höher ist (gerade, weil er verstanden wird). Es ist ja nicht so, dass da nichts dran ist - es ist eher so, dass beim Schreiben von Texten in der einen oder anderen Sprache auch andere Aspekte (zum Beispiel die oben Genannten) eine Rolle spielen - die aber bei solchen Diskussionen oft untergehen.

Welche Rolle spielt die Sprache bei Euch im Prozess des Schreibens bzw. welche Aspekte spielen bei Euch eine Rolle?

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Ich schreibe selber schon lange keine Texte mehr, aber für mein Gefühl ist Englisch schon anders als deutsch.

Die Wörter sind kürzer, reimen sich zT einfacher. Und es gibt eine Menge Formulierungen, die lockerer gebraucht werden. ZB sagen die Amis schneller mal "I love you", zb zum Daddy, während das hier bei uns "Vater, ich lieber Dich" sehr strange klingen würde.

Trotzdem mag ich gute deutsche Texte, und es gibt ja auch viele Beispiele, dass da was geht.
Was ich nicht mag, sind so krampfige Reime, wie sie manche Rapper machen, also Worte, die sich nur so halb reimen. Das geht gegen mein Sprachgefühl.
 
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Die Wörter sind kürzer, reimen sich zT einfacher. Und es gibt eine Menge Formulierungen, die lockerer gebraucht werden. ZB sagen die Amis schneller mal "I love you", zb zum Daddy, während das hier bei uns "Vater, ich lieber Dich" sehr strange klingen würde.
Ich glaube, ich verstehe Dich - aber ich weiß nicht, ob ich Dir beipflichte. Gerade Dein Beispiel zeigt aus meiner Sicht etwas anderes: Die adäquate Übersetzung von I love you Daddy wäre aus meiner Sicht nicht "Vater, ich liebe Dich" sondern eher: "Ich lieb Dich, Vati" oder "Ich lieb Dich, daddy" bzw. Papa. Heißt: die deutsche Sprache hat (mindestens) die gleichen differenzierenden Worte zur Verfügung wie die Englische. Insofern läge das eher steife des Vater nicht so sehr an die Sprache gebunden, sondern an etwas anderes. Ich glaube daher eher, dass diese "Lockerheit" weniger mit der Sprache zu tun hat als mit einer gewissen Art (und sei diese nur vermutet).

Natürlich gibt es begriffliche Unterschiede in Sprachen: Was mir mein Kopf sagt, ist nicht mit "What my head is telling me" sondern mit "mind" oder einfach mit "What I´m thinking" zu übersetzen, was eben daran liegt, dass head im englischen Sprachraum ausschließlich den physischen Schädel meint, während er im Deutschen sowohl den Schädel als auch das Organ, das im Stande ist zu denken, meint. Sowas weiß man aber und kann es dementsprechend berücksichtigen.

x-Riff
 
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Nochmal der OP:
Das Anliegen diese Threads ist die Vorstellung neuer handgemachter Musik mit deutschen Texten, gerne aus den Bereichen Folk/Americana/Liedermacher.

Ziel sollte es sein, weniger bekannten Musikschaffenden eine Plattform zum Austausch und zur Vorstellung ihrer Werke abseits der großen Plattformen zu bieten.

Möglicherweise können die Moderatoren des Forums aus Gründen der Lesbarkeit die angeregte und spannende Diskussion zum Thema deutsche oder englische (oder weitere?) Sprache in einen separaten Thread auslagern?

Gruß an alle und Danke für Euer Verständnis,
Dennis
 
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