Neue Konzertgitarre schnarrt auf der D-Saite - Was tun?

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Hinweise:
- Das ist eine kleine Gitarre, Sattel ist 48mm breit, statt 52 und die Mensur ist auch verkürzt. Deshalb (u.a., s.u.) sind die Finger noch nahe zusammen. Auf ner 4/4 Gitarre ist da Platz zwischen Zeige- und Mittelfinger.
- Die Technik im ersten Bild ist auch nicht sauber. Handgelenk zu weit geknickt. Weil ich halt von oben mit der anderen Hand fotografiert hab. Musste die Gitarre schräg halten. Im Unteren ist's besser. Auch die Position vom Daumen.
- Alles ohne Gitarrenstütze fotografiert (einfach Gitarre aufm Schoß), also auch nicht wirklich 100% saubere klassische Technik, vom Winkel her. Wirkt sich hier vor allem auf Spreizung der Finger aus. Die sind auch hier alle noch zu nah zusammen. = langsam und zu weit weg vom Griffbrett.

Aber es ging ja um die Position der Finger am Bundstäbchen. Kann man hier glaub ich ganz gut sehen, wie sich die Finger übereinander schieben und sowohl Mittel- als auch Zeigefinger direkt am Stäbchen anliegen.
Es ist auch kein Problem, wenn der Finger quasi "auf" dem Stäbchen liegt.

Mal davon abgesehen, gibt es aber Gitarren, wo der Ton auch noch klingt, wenn der Finger nicht exakt am Bundstäbchen ist.
Ja, insbesondere mit hohen Bundstäbchen geht das bis zu einem gewissen Grad. Es benötigt aber mehr Kraft:
Je weiter weg vom Bundstäbchen mein Druckpunkt ist, desto weiter muss ich die Saite durchbiegen, um sie auf dem Stäbchen "festzunageln". Dabei wird die Saite weiter durchgebogen, der Ton wird zu hoch und ich verbrauche ein zig-faches an Kraft im Vergleich dazu, wenn ich direkt am Bundstäbchen greife. Und die Bundstäbchen nutzen sich schneller ab (Kerben). Klar, klingt dann der Ton noch, aber ich halte es für wesentlich ertragreicher seiner Technik zu verbessern, als einfach mehr Kraft zu investieren. In der Mitte zwischen den Bundstäbchen zu greifen ist einfach nicht sauber. Guck dir gerne mal Videos von Ulli Bögershausen an. Es gibt quasi keinen Zeitpunkt wo er mehr als 1mm vom Bundstäbchen entfernt ist. Und er hat riesige Finger. Alles Übungssache.
 
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Hatte das gleiche Problem bei verschiedenen Gitarren (Hanika!, Yamaha, Cordoba crossover) . Bei allen waren parasitäre Schwingungen der D-Saite (auch der A-Saite), wenn diese im 2.Bund in Richtung 1.Bund kurz vor dem Bundstäbchen des 1.Bundes gegriffen wurde, die Ursache. Eigentlich waren das keine "Schnarrgeräusche", sondern eher "flirrende" Nebengeräusche. Im Oszillogramm war die E3-Schwingung mit starken (50% der Amplitude der E3-Grundschwingung) Oberwellen zu sehen. Fingerandruckkraft erhöhen, Saitenfabrikat-und Typ wechseln brachten kein Ergebnis. Die Lösung wurde zufällig gefunden: nicht korrekt ausgeführte Steg-Bohrungen. Diese nachgearbeitet: Späne aus dem Bohrloch entfernt, Bohrloch in Richtung obere Stegkante leicht angefast und etwas erweitert) war das Problem behoben. Es war also am Ende ein Qualitätsproblem, wobei auch bei hochpreisigen, aber industriell gefertigten Gitarren, solche Dinge leider passieren.
 
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