Niere != Niere?

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Hallo,

mein Chor singt bei Veranstaltungen regelmäßig über vier Neumann KM 184. Kürzlich haben wir statt dessen über vier Großmembran-Mikros (Sennheiser MK-4) gesungen. Der Techniker hat uns gebeten, bis auf etwa 60 cm an die Mikros zu treten - normalerweise stehen die meisten Stimmgruppen wenigstens einen Meter entfernt, damit die erste Reihe der Sänger sich nicht so sehr abhebt.

Er hat das damit begündet, dass Großmembraner "breiter" aufnehmen würden. Meines Wissens unterscheiden sich Mikros gleicher Charakteristik in der Hinsicht aber nicht wesentlich, und die Mikros sind beide Nieren. Auch den Diagrammen kann ich keinen großen Unterschied entnehmen:

https://www.brucetambling.com/w/images/5/5e/KM184_polar.jpg
https://www.gearslutz.com/board/att...t-r1-superlux-102-sennheiser-mk4-diagrams.jpg

Gibt's doch einen Grund, warum man abhängig von der Wahl des Mikros (Groß- vs. Kleinmembraner) die Aufstellung ändern sollte?

Danke
Pida
 
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Kann es sein, dass er nicht genügend Pegel auf die Mikros bekommen hat, bevor es Feedbacks gab?
 
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Nein, das war von vornerein seitens der Technik so vorgesehen, Begründung siehe oben. Feedback gab's m.W. zu keinem Zeitpunkt.
 
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Ich sehe in den beiden Diagrammen heftige Unterschiede, das M4 hat ja große Keulen nach hinten - kein Wunder, daß es schnell koppelt.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Und ja: um das Feedback zu vermeiden, würde ich auch sagen, daß die Schallquellen (Chorsänger) näher an das Mik müßten - ich stelle grad fest, daß ich das Ganze nicht so recht verstehen... :redface:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Er hat das damit begündet, dass Großmembraner "breiter" aufnehmen würden.

Ich denk, jetzt hab ichs geschnallt :redface:

Das ist doch völliger Quark! Bei der Abnahme des Chores gehts doch nicht darum, "breiter aufzunehmen", sondern um die gleichmäßige Abnahme der 1., 2. und ev. auch der 3. Reihe! Da ist ist etwas mehr Abstand richtig, durch die Nähe (hat nix mit 'Breite' zu tun!) steht die ertse Reihe vor, die zweite weiter hinten und die dritte ganz weit hinten - würde ich nicht so machen :(
 
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Naja, ich könnte das mit der Breite schon nachvollziehen - wenn es da bedeutende Unterschiede gäbe (Sagen wir mal: Typ A hat bei 60° schon -10 dB, Typ B hat bei 90° nur -5 dB). Denn wenn ein Mikro einen eher breiten Bereich aufnimmt und dann noch weit weg steht, dann kann man bei einem Chor nicht mehr so einfach die Lautstärke einer Stimmgruppe anpassen.

Aber bei KM 184 und MK4 tut sich da nicht viel (jeweils etwa -2 dB bei 60°)...
 
G
Gast27281
Guest
Moinsen!

Es gibt mehrere Gründe warum die Technik das so gemacht haben könnte. Der einfachste und plausibelste ist der Gain bevor Feedback Effekt. Die MK 4 liefern einfach nicht soviel Druck wie die KMs, da will man dann eben der Feedbackgefahr schon mal aus dem Wege gehen.

Feedback gab's m.W. zu keinem Zeitpunkt.

Richtig, aber wer sagt dir das nicht die Pegel kurz davor standen? Du bist im Chor und weißt nicht was am Mischpult in der Technik ab geht.

Nächster Punkt ist, das ein GM einfach in den Höhen schlechter auflöst und auch färbt. Will man dem Färbeeffekt entgegenwirken, muß man die Schallquelle einfach dichter ans Mikro bringen. Gerade wenn sehr viele Sopranstimmen da sind, macht es Sinn diese an ein GM heranzuholen, das gibt einen guten Sound. Einfach deswegen, weil GMs in den Höhen einen Knick machen, ab 12kHz ist definitiv ein Einbruch da. Auch hat die Impulstreue einen maßgeblichen Einfluß auf die Einsatzmöglichkeit eines Mikrofons. Dabei spielt es keine Rolle welche Richtcharakteristik das Mikro hat, dort geht es lediglich um die Bauart, wie große Membran oder noch eine Richtrohrwirkung. Würde man nach deiner Ansicht nur in Nieren und so unterscheiden, bräuchte es keine Großmembraner und Kleinmembraner, keine Dynamischen und Kondenser usw. Mikrofonkunde ist noch mehr wie nur Richtcharakteristik!!!

Greets Wolle
 
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In aller Regel fühlt sich so ein Großmembraner nur innerhalb eines bestimmten Intervalls in Bezug auf den Besprechungsabstand wohl. Das ist der Grund weswegen der Techniker den Chor näher ran haben wollte. Auch sind die GM für Feedbacks empfindlicher. Also muss die Quelle näher ran.

Für mich würde es keinen Sinn machen hier GM einzusetzen, außer im Studio und selbst da würde ein gutes KM vorziehen. Die Neumänner sind schon die richtige Wahl und diese bringen, im Vergleich zum GM, auch mehr Nutzpegel.

Achso.. noch was.
Bei einem GM wird die Richtcharakterisik durch die Polaraisationsspannung an den beiden Kondensatorplatten "erzwungen". Bei einem KM hingegen durch Laufzeitglieder. Dadurch ist hier Niere nicht wirklich gleich Niere. Es gibt da dann schon unterschiede in der Auflösung und der Dämpfung, auch wenn das Polardiagramm augenscheinlich gleich aussieht.
 
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