"Noch heute bist du mein" mit der Bitte um Kritik

von willypanic, 08.08.08.

  1. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #1
    Hi alle,

    meine Frau sagte immer: schreib doch mal einen Text für/über die Kinder.
    Wobei sie dann eher an so Sachen dachte, wie Reinhard Meys "Apfelbäumchen" oder "Keine ruhige Minute".
    Da ich aber kein ausgewiesener Spaßvogel bin, hört sich das bei mir ein wenig anders an.
    Bitte schrebt mir doch, ob ihr damit was anfangen könnt und was man verbessern könnte.
    Danke.
    PS.: ein einfaches "Find ich doof" oder "Find ich gut" reicht auch schon als Hinweis.

    Grüße
    willy

    Noch heute bist du mein

    Flach am Boden kauern,
    der Sturm des Lebens über uns,
    lässt uns erschauern.
    Jeder duckt sich weg in seiner Kunst.

    Ich kann auf die Momente lauern,
    an jeder Hand ein schönes Kind.
    Voller Liebe und sie dauern
    so viel länger, als wir sind.

    Sie sind mein Rückrad und mein Sinn
    Sie machen Haltung in mir drin.

    Ref.:
    Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr.
    Bis ans Ende will ich dich erreichen.
    Die Zeit zu knapp, wir gehen weit.
    Es mag vielleicht nicht richtig sein,
    noch heute du bist mein.


    Möchte weinen über diese Unschuld,
    die Gefahr ist überall.
    Möchte sterben unter Ungeduld,
    meiner Warnung schwacher Schall.

    Diese Liebe ist so groß für uns,
    nimmt alle Steine mir vom Herz.
    Sie sind das Blut in unseren Adern.
    und meine Angst um sie ist größter Schmerz.

    So stark die Bindung in mir drin
    wie krieg ich irgendwann den Absprung hin?

    Ref.:
    Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr.
    Bis ans Ende will ich dich erreichen.
    Die Zeit zu knapp, wir gehen weit.
    Es mag vielleicht nicht richtig sein,
    noch heute du bist mein.
     
  2. Choe

    Choe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #2
    klingt sehr gut, nur der refrain (und damit meine ich im spezifischen die letzten 2 zeilen davon) klingt imho nicht gerade so, als würde man über seine kinder singen.

    ansonsten: ziemlich gelungen, hut ab!
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #3
    Hi willypanic,

    schön - ein Text von Dir.
    Vieles finde ich wunderschön und großartig, bei ein paar Stellen hakt es imho ein bißchen:

    Noch heute bist du mein

    Flach am Boden kauern,
    der Sturm des Lebens über uns,
    lässt uns erschauern.
    Jeder duckt sich weg in seiner Kunst.

    Ich kann auf die Momente lauern,
    an jeder Hand ein schönes Kind.
    Voller Liebe und sie dauern
    so viel länger, als wir sind. klasse

    Sie sind mein Rückrad und mein Sinn
    Sie machen Haltung in mir drin.
    Damit komme ich gar nicht klar: Meinst Du Rückgrat? Also die Wirbelsäule von der Schulter abwärts? Und dann: ich glaube nicht, dass Kinder anderer Leuts Rückgrat sein wollen. Bei mir löst das Bild keine positiven Assoziationen aus. Ähnlich geht´s mir mit der Sinnfrage ... Wenn mir jemand sagt, dass ich der Sinn seines Lebens bin, gehe ich automatisch mindestens drei Schritte zurück.
    Sie machen Haltung in mir drin - Uff: das würde ich streichen ...


    Ref.:
    Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr. klasse
    Bis ans Ende will ich dich erreichen.
    Die Zeit zu knapp, wir gehen weit.
    Es mag vielleicht nicht richtig sein,
    noch heute du bist mein.

    Möchte weinen über diese Unschuld,
    die Gefahr ist überall.
    Möchte sterben unter Ungeduld,
    meiner Warnung schwacher Schall.

    Diese Liebe ist so groß für uns,
    nimmt alle Steine mir vom Herz.
    Sie sind das Blut in unseren Adern.
    und meine Angst um sie ist größter Schmerz.
    Uff - finde ich jetzt sprachlich und inhaltlich nicht wirklich den Hit ... Ich habe noch die Sprüche meiner Mutter im Ohr: Ich habe Dich unter meinem Herzen getragen, Ängste ausgestanden ... und danach kam immer ein Riesenblock von Erwartungen an mich, die damit gerechtfertigt werden sollten ... Wird jetzt sicher nicht Dein Problem sein - aber auf mich wirken so Sachen einfach nicht direkt und ehrlich, sondern irgendwie verdreht und hintenrum ...

    So stark die Bindung in mir drin
    wie krieg ich irgendwann den Absprung hin?
    Wo willst Du denn hinspringen? Von was willst Du denn weg?

    Ref.:
    Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr.
    Bis ans Ende will ich dich erreichen.
    Die Zeit zu knapp, wir gehen weit.
    Es mag vielleicht nicht richtig sein,
    noch heute du bist mein.


    Ich habe mit folgendem Schwierigkeiten: Wenn ich das richtig verstanden habe, richten sich die Stellen, wo ein DU angesprochen wird, an den Partner/die Partnerin. Sonst ist von Kindern die Rede und was alles an denen dran hängt. Genau diese Koppelung finde ich nicht gut - irgendwas passt das für mich nicht.

    Dieses: "noch heute bist du mein" verstehe ich in Bezug auf Kinder überhaupt nicht. Da verbinde ich einen Hochzeitstermin mit - und dieses Vereinnahmende finde ich auch nicht wirklich angenehm prickelnd. Was das damit zu tun hat, dass das vielleicht nicht richtig ist - das erschließt sich mir auch nicht.

    Also: ich bin kein Vater, habe keine Kinder. Ich kenne meine Neffen und Nichten und finde die klasse, mal unbenommen davon, dass die mir auch mal ganz gut auf den Zeiger gehen können.

    Vielleicht kann ich deswegen so wenig damit anfangen oder mir fehlt einfach irgendwas anderes zum Verständnis - aber neben den Sachen, die ich klasse finde, gibt es im Text einach Stellen, auf die ich persönlich überhaupt nicht anspringe (was ja Geschmacksache ist bzw. sein kann) und Sachen, die ich nicht verstehe ...

    Ich würde also bei dem einfachen Feedback von Find ich doof bis Find ich gut beides ankreuzen ...

    x-Riff
     
  4. Tinitus

    Tinitus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #4
    Also ich find es eher doof. (Du wolltest es ja so ;) )
    Ich waere jetzt auch nicht direkt drauf gekommen, dass das ueber Kinder sein soll.
    ("Schoenes Kind" wuerde ich in der Regel eher als "huebsches Maedel" verstehen, vor allem im Zusammenhang mit dem Titel. )
    Auch mit dem Vorwissen kann ich zwar manches nachvollziehen, kratze mir bei vielen Stellen aber nach wie vor am Kopf. (Muss ja nichts schlimmes sein.)

    Unabhaengig davon find ich die Sprache etwas holprig und auf die Reime hingebogen.
    Teilweise steht Umgangssprache "wir kommen klar" direkt neben gekuenstelten Konstruktionen. "Du wirst lesen meine Zeichen". Teilweise sind Satzteile durch ein Komma getrennt, die inhaltlich ueberhaupt nichts miteinander zu tun haben.

    "
    Möchte weinen über diese Unschuld,
    die Gefahr ist überall.
    Möchte sterben unter Ungeduld,
    meiner Warnung schwacher Schall.

    Diese Liebe ist so groß für uns,
    nimmt alle Steine mir vom Herz.
    Sie sind das Blut in unseren Adern.
    und meine Angst um sie ist größter Schmerz.

    So stark die Bindung in mir drin
    wie krieg ich irgendwann den Absprung hin? "

    Die Bilder, ( so ich sie entziffern kann ;) ), und Ideen finde ich schoen.
    Die Ausfuehrung wieder sehr holprig und auf die Reime hingebogen. (Und wenn, dann sollte es auch vom Versmass her passen. )
    Die grosse Liebe, das Gluecksgefuehl, die Verbundenheit und gleichzeitig die Angst, Verantwortung, staendiges Loslassen und Verlust, da laesst sich meiner Meinung nach noch mehr rausholen. Ich denke das ist auch alles in Deinem Kopf drin aber im Text finde ich es nur bedingt, bzw. muss raten.

    Das gleiche gilt fuer den Refrain, den ich recht gelungen finde. Aber es gibt auch wieder ein paar Stolpersteine und das Bessere ist des Guten Feind. ;)

    "noch heute du bist mein."
    Wie ist das gemeint?

    Ansich wuerde ich das ohne Kontext so verstehen, dass ich das Maedel heute noch vernasche. ;) Und auch im Text passt es einfach nicht, wenn Du sagen willst, dass die Kinder heute noch Dein sind und bald schon nichtmehr. Und wer ist ueberhaupt "Du" ?

    Eines Deiner Kinder? Deine Frau? Was soll nicht richtig sein ?


    Edit:

    Da hab ich mal wieder getroedelt und x-Riff hat vieles schon wesentlich netter ausgedrueckt. ;)


    edit2:

    Ich denke schon, dass das mit dem Rueckgrad und dem Sinn des Lebens passt, auch wenn Rueckgrad vielleicht ein etwas zu "harter" und unschoener Begriff ist.
    Das Lied ist ja so wie ich es verstanden habe nicht wirklich an die Kinder gerichtet in dem Sinn, dass es ein "Kinderlied" ist auch wenn die Kinder (vielleicht) angesprochen werden.
    Das wuerde ja schon an der Sprache scheitern. Also wird da auch kein Druck oder eine Erwartungshaltung aufgebaut. Und es ist ja definitiv so (oder sollte zumindest so sein), dass man sich fuer seine Kinder am Riemen reisst, vielleicht sogar versucht ein besserer Mensch, ein Vorbild zu sein und dass sich eine Zeitlang die ganze eigene Welt um das Kind dreht. Und da ist es eben auch schwer das richtige Mass zu finden, die Kinder nicht zu erdruecken und irgendwann den "Absprung" zu schaffen und loslassen zu koennen. (So habe ich den Text zumindest interpretiert. ) Fuer mich ist das aber definitv ein Lied fuer die Eltern, nicht fuer die Kinder. (Die kriegen sonst ja Albtraeume. :D )
     
  5. willypanic

    willypanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.08   #5
    muhaha!, natürlich Rückgrat.
    so ein schlampiger Dichter, ich!
    Vielen Dank für die tolle und sehr einfühlsame Kritik an dem Text.
    Ich kann ´ne Menge daraus ziehen, weil ihr so unterschiedliche Herangehensweisen habt.
    Ich glaube auch mittlerweile, dass es nicht gut ist, dass einmal mein Partner (meine Frau)und ich selbst in den Strophen und dann im Refrain die Kinder angesprochen werden.
    Es verwirrt wohl doch, obwohl Tinitus es genau richtig gedeutet hat. Und ja, es ist kein Kindertext, sondern ein an die Kinder und mich selbst als Vater (quasi im Selbstgespräch) gerichteter Text.
    Ich habe in erster Linie versucht, die hilflose Abhängigkeit zu beschreiben, die Vatersein ausmacht.
    Ebenso die Gewissheit das ich mein Unvermögen alles richtig machen zu können, taglich eingestehen muss, und das sich zwischen Schützen und schutzlos frei lassen entscheiden soll und muss.

    Vielleicht ist das alles zu viel in einem Text.
    Aber zumindest hast du mein lieber Tinitus (du bist schon mein zweiter) alles genau so verstanden, wie ich es verstanden haben wollte. Wenn du mir jetzt noch genau sagst, welche Stellen untragbar hingebogen oder gekünstelt klingen, bin ich dir nochmal höchst dankbar.

    Und @ x-riff: ich konnte dir das "Vater werden" nicht schmackhaft machen?
    Ich weiß, dass manche Menschen, die keine Kinder haben, diese Themen hassen, daher danke ich dir nochmal umso mehr, dass du dich damit befasst hast.

    Grüße
    willy
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.08.08   #6
    Also: es ist nicht so, dass es mich nicht beschäftigt oder eher: beschäftigt hat.
    Meine drei Geschwister haben alle Kinder und ich konnte das zum Teil sehr hautnah mitbekommen. Meine Grunderfahrung daraus ist:
    Erstens ist danach alles anders - Prioritäten werden anders gesetzt, Elternschaft bedeutet ständigen Forderungen ausgesetzt zu sein (was nicht heißen muss, dass man überfordert ist!) - Kinder kann man nicht einfach in die Ecke stellen wie Gitarre und amp.
    Zweitens sind meine Geschwister entscheidungsfreudiger geworden und realistischer, was Anforderungen an sich und Leistung/reale Sicht auf sich als Menschen mit Unzulänglichkeiten angeht. Kinder sind halt da und man trifft ständig Entscheidungen aus dem Bauch und lebt dann halt damit.
    Drittens wollte niemand danach wieder tauschen. Was eben auch daran liegt, dass Kinder Türen und Tore öffnen, die sich so eben nicht eröffnen.

    Ich selbst bereue meine Nicht-Vaterschaft übrigens nicht. Es hat Gründe, die hier zu weit führen würden. Ich habe halt nur - vor allem an meinen Geschwistern - gemerkt, dass Elternschaft ein unglaubliches Abenteuer ist, dass ein Füllhorn von Erfahrungen und Emotionen freisetzt, auf die man danach nicht wieder verzichten möchte.

    Letztlich kommt mir das - wenn ich es so betrachte - etwas zu kurz.
    Ich muss es noch mal lesen - aber meines Erachtens ist mehr die Seite beschrieben der Sorge, des Sich Kümmerns, des Gefordert-Seins etc. - die es mit Sicherheit gibt - als die Seite, wo Kinder eben auch Erfüllung sind und Glück. Dies erzählen - aus meiner Sicht - nur die zweite Strophe und die ersten beiden Zeilen der vierten Strophe.

    Insofern: ja - dieser Text hätte mich nicht überzeugt, Vater zu werden oder neue Überlegungen diesbezüglich anzustellen.

    x-Riff
     
  7. Phizzèl

    Phizzèl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.08   #7
    hiho,

    also ich finde den text ehrlich gesagt auch nicht so gelungen. ich kann mich größtenteils mein vorrednern anschließen. ich empfinde den anfang des textes, besonders verbunden mit der überschrift eher als gruselig. so sachen wie "am boden kauern" "lauern" "sturm" passen meiner meinung nach nicht in das bild einer halbwegs harmonischen familie. klar, du hast auch ängste und verantwortung, aber in erste linie verbindet man mit seinen partner und den kindern doch was positives, oder?
    die überschrift stört mich auch sehr, die erinnert mich auch eher an son one-night-stand, was ja nun auch nicht unbedingt darein gehört ;) (ich denke mal du bist nicht son schlawiner!)
    mit den rückgrat hab ich auch keine probleme, schön finde ich im refrain

    "Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr."

    wobei das komische deutsch bei "Du wirst lesen meine Zeichen" und bei "noch heute du bist mein" ein wenig an den alten meister yoda erinnert, der da ja schließlich auch nicht reingehört.

    danach ist mir zuviel negatives drin - schmerz, sterben, blut, weinen, - du solltest lieber vor freude weinen meiner meinung nach!

    versteh mich nicht falsch, du hast aufjedenfall gute ideen. es sind schöne bilder dabei, aber sie passen meiner meinung nach nicht in die thematik, außer du assozierst mit deiner familie nicht viel positives, dann ist es dir gelungen.

    grüße,
     
  8. willypanic

    willypanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.08   #8
    Danke euch beiden.
    Ich hätte nicht vermutet, dass der Text so überwiegend negative Assoziationen mit Elternschaft transportiert und das die Belastung so im Vordergrund steht, denn eigentlich sehe ich es nicht so.
    Die tieferen, eindringlicheren Empfindungen, die meine Aufmerksamkeit nachhaltig binden, hängen allerdings für mich eher an der Last der Verantwortung und Sorge.
    Die Freude über das, was Kinder tun, sagen und fühlen können ist unmittelbar und direkt, wie Luft zum Atmen.
    Vielleicht bin ich nur zu grübelig, ich werde versuchen noch positive Aspekte in den Text mit einzubinden. (vielleicht in einem C-Teil) Das Für und Wieder soll doch ausgewogen sein.

    Beim Titel verstehe ich die deutlich ablehnende Haltung aller Kritiker irgendwie nicht.
    In dieser Zeile steckt doch alles drin. Wieso wird das nur so eindimensional als Formulierung für eine Zweierbeziehung zwischen erwachsenen Partnern gedeutet?
    Ich werde es aber sicherlich ändern. Also zumindest die beiden letzten Zeilen des Refrains. Falls jemand eine Idee hätte...

    @ x-riff,
    was du zum Vatersein geschrieben hast, ist beeindruckend reflektiert und ich würde übrigens weder durch einen Text noch im Gespräch versuchen, jemandem zu- oder abzuraten, Vater zu werden.

    Grüße
    willy
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.08.08   #9
    Hi williypanic,

    nur kurz zum Titel:
    "Noch heute bist Du mein" setzt einfach voraus, dass Du es gestern noch nicht warst. Es hat also etwas zu tun mit Gewinnen, Werben oder Erobern - je nach Kontext und Assoziation.
    Das kann ich nicht mit Kindern in Verbindung bringen. Sie sind doch da. Ich sage oder entscheide doch nicht: So - ab heute nehme ich Dich an - ab heute bist Du mein ....
    Für mich passt das in Bezug auf Kinder nicht. Kinder wollen vorbehaltslos angenommen werden - einfach weil sie da sind. Auch das entzieht sich eigentlich einer Absicht, einer Entscheidung, einem Plan - so wie er notwendig in "Ab heute bist Du mein" mitschwingt.

    Die Besitzanzeige, die dort mitschwingt, kann man positiv - als Bekenntnis - sehen, aber eben auch negativ als Eigentumsanspruch alter, meist patriarchalischer Beziehungen.

    Ist jetzt zu sehr aus dem Bauch raus und klingt irgendwie schlagermäßig - aber sowas wie Du bist da oder weil Du da bist oder so wie Du bist oder irgendwas würde imho besser passen als Noch heute bist Du mein ...

    x-Riff
     
  10. willypanic

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    Erstellt: 12.08.08   #10
    Ja, alles richtig, aber deswegen habe ich das NOCH heute bist du mein gewählt, weil es ausdrücken soll, dass die Kinder da sind, angenommen sind, vereinnahmt sind, geliebt werden, zu Gehorchen haben usw., aber das sich das schon morgen ändern kann.
    Kommt das nicht raus?
    Danke
    Grüße
    willy
     
  11. x-Riff

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    Erstellt: 12.08.08   #11
    Nein - für mich kommt das nicht raus.

    Ich höre eher eine definitive Pose der einseitigen Entscheidung, die zeitlich terminiert ist: Noch heute bist Du mein. Nicht gestern, nicht morgen - heute. Das verstärkt eher für mich das Gefühl von Druck.
     
  12. Tinitus

    Tinitus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.08   #12
    Hi willypanic,

    ich versuch die Tage mal genauer zu schreiben, was mir an der Sprache ungeschickt erscheint. Das kann aber etwas dauern. Ist aber versprochen.

    Den Titel kann man zwar mit Gewalt so interpretieren wie Du das anscheinend tust bzw. man kann sich anhand der Zusatzinformationen auch denken, dass Du es so meinst. Aber die eigentliche Bedeutung ist schlicht eine andere. Ganz besonders wenn man es ohne Vorwissen liest und mit seinem "Sprachgedaechtnis" abgleicht. Da ist diese Wortgruppe zumindest bei mir eben so besetzt, wie ich und ja auch andere das geschildert haben. Im Grunde braeuchtest Du da noch eine Gegenueberstellung wie: "Heute noch dies -morgen schon das." Dann waere klar, was Du meinst.

    edit: Mir ist da gerade noch ein etwas uebertriebener Vergleich eingefallen:
    Wenn ich sage:"Ich lasse einen fahren." Dann KANN das rein theoretisch heissen, dass ich einen Chauffeur beschaeftige...
     
  13. Tinitus

    Tinitus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.08   #13
    Hallo willipanic,

    wie versprochen gehe ich hier mal den Text genauer auf Stellen durch, die mir bemueht erscheinen oder ueber die zumindest ich stolpere. Das ganze ist also subjektiv und "untragbar" im eigentlichen Sinne ist da natuerlich nichts. Am Ende ist es immernoch Dein Text, Dein Ausdruck, den Du waehlst.
    Ich hoffe das kommt jetzt auch nicht zu oberlehrerhaft rueber, gerade weil ich weiss, dass meine Audrucksweise gerne mal in diese Richtung rutscht. ;)


    Noch heute bist du mein

    Der Titel wurde ja schon zur genuege besprochen.
    Meiner Meinung nach fuehrt er zu Missverstaendissen und man muss sich den Text im folgenden eher muehsam zusammenreimen bis man auf die richtige Spur kommt.
    Das kann beabsichtigt sein (Wortspiel etc. ) und so ein Aha-Erlebnis ist fuer den Empfaenger ja auch was tolles. Hier wuerde ich den Titel aber aendern.


    Flach am Boden kauern,
    der Sturm des Lebens über uns,
    lässt uns erschauern.
    Jeder duckt sich weg in seiner Kunst.

    Den Einstieg finde ich im Grossen und Ganzen gelungen.
    Etwas stoert mich der Infinitv. Wer kauert da? Wenn ich so eine besondere Form waehle, dann wuerde ich die durchziehen, noch ein paarmal verwenden. So wirkt sie sie etwas wie eine Verlegenheitsloesung.

    Der letzte Satz ist so ein Fall, der mir hingebogen erscheint.
    Was willst Du uns damit sagen? Was hat die Kunst mit dem Haupthema zu tun?
    (Ich verstehe die erste Strophe jetzt mal als Situationsbeschreibung/Einleitung.
    Das ist die Welt in der wir leben, kalt und hart. )

    Geht es Dir darum wie Du Dich in die Kunst fluechtest? Geht es in dem Lied um Dich?
    Aber es heisst ja: "Jeder". Willst Du damit ausdruecken, dass jeder seine kleine Fluchten hat, "seine" Kunst? Oder das jeder seine Art und Weise gefunden hat, in dieser harten Welt zu ueberleben?

    Du siehtst: Hier sind viele Fragen offen. Ob das gut oder schlecht ist, haengt vom Lied und Deinen Absichten ab. Und es stellt sich auch die Frage, ob das wichtig fuers Lied ist.
    Oder ob Du hier nicht auf einmal ein voellig anderes Fass aufmachst.
    Meine erste Reaktion war erstmal ein kurzes Stutzen. Die Sprache wird in ungewoehnliche Bahnen gelenkt (Niemand wuerde spontan sagen, dass er sich in etwas wegduckt ), die Bedeutung muss ich erraten. Der Verdacht draengt sich auf, dass hier Reim vor Inhalt gegangen ist. (Auch wenn man bei naeherer Betrachtung festtellt, dass vielleicht doch mehr dahintersteckt. )
    Ich bin auch ganz bestimmt nicht gegen Wortneuschoefpungen oder ungewoehnliche Satzkonstruktionen und ich kann hier auch zumindest erahnen warum Du das hier so ausgedrueckt hast. Aber im Grunde wuensche ich mir fuer sowas einen besseren Grund als nur "kreativ" zu sein oder gar nur eine schnelle Loesung zu wollen. Wenn tatsaechlich etwas ausgedrueckt wird, dass anders nicht moeglich gewesen waere, wenn Ideen und Woerter in ungewoehnlicher Weise zusammengebracht werden und etwas wirklich neues und vielleicht auch "pfiffiges" dabei entsteht: Dann ist das auch was tolles fuer den Empfaenger.
    Den Satz mit dem Wind stoert mich persoenlich etwas, weil ich nach dem ersten Teil davon ausgegangen bin, dass der Satz hier zuende ist. Stattdessen zieht er sich vom "b" Teil des ersten Reims in den "a" Teil des zweiten. Kann man aber durchaus machen.




    Ich kann auf die Momente lauern,
    an jeder Hand ein schönes Kind.
    Voller Liebe und sie dauern
    so viel länger, als wir sind.

    Schoen. :)
    Kleine Kritikpunkte:
    Wie schon erwaehnt ist "schoenes Kind" fuer mich ein Begriff, der auch huebsche Frau heissen kann. Was inbesondere im Zusammenhang mit dem Titel wieder fuer Verwirrung sorgt.
    Was ist voller Liebe? Wer dauert? (Eigentlich klar, aber man kann es auch missverstehen.)


    Sie sind mein Rückrad und mein Sinn
    Sie machen Haltung in mir drin.


    Wurde ja schon besprochen.
    "Sie machen Haltung in mir drin."
    Das tut mir fast schon weh und kommt dann doch nahe an "untragbar" ran. ;)
    Das kannst Du in einem humoristischen Lied bringen wo Du bewusst die Sprache durch den Kakau ziehst. Oder in einem absichtlich naiven, "volksnahen" Text.
    Aber der Stil muss sich dann in der Regel durch den ganzen Text ziehen.



    Ref.:
    Du wirst mich für immer tragen,
    Du und ich wir kommen klar,
    Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr.
    Bis ans Ende will ich dich erreichen.
    Die Zeit zu knapp, wir gehen weit.
    Es mag vielleicht nicht richtig sein,
    noch heute du bist mein.

    Im Grossen und Ganzen auch wieder schoen,
    das "Meine Luegen werden wahr" wurde ja schon zuruecht gelobt.
    Was mir nicht gefaellt ist wiederum der angesprochene Stilbruch.
    Teils die eher einfache Alltagssprache, dann die Umstellung bei"Du wirst lesen.."
    "Bis ans Ende" holpert etwas, aber das kann man wohl ueber die Phrasierung hinbiegen.
    Es holpert vor allem, weil es das sehr einfache Phrasierungsmuster der vorigen 4 Zeilen verlaesst. Die letzten zwei Zeilen brechen dann wiederum aus. Vom Reimschema, vom Inhalt (scheinbarer Widerspruch? ) Und man ist wiegesagt etwas verloren, wer hier wen anspricht und um was es ueberhaupt geht. Die Gefahr ist einfach da, dass man sich das Ding durchliesst und am Ende fragt man sich dann: "Haeh ? " :confused:

    Man muss natuerlich nicht jeden Text verstehen koennen, gibt ja auch sehr private und verschluesselte. Ich haette Deinen jetzt eben spontan auch in dieser Kategorie abgelegt.


    Möchte weinen über diese Unschuld,
    die Gefahr ist überall.
    Möchte sterben unter Ungeduld,
    meiner Warnung schwacher Schall.


    Den Anfang find ich wieder schoen.
    Ungeduld auf Unschuld: Das holpert
    unter: Finde ich grenzwertig, auch wenn es sich gut in den Gesamtklang einfuegt.
    Die Assoziation die ich da habe ist "unter Schmerzen". Da stirbt man nicht an/vor Schmerzen sondern man stirbt und hat dabei Schmerzen. Du moechtest sterben und dabei Ungeduld empfinden?

    "meiner Warnung schwacher Schall"
    Was ist damit? Das steht da sehr isoliert, obwohl nur durch ein Komma getrennt.
    Wie haengt es denn mit dem restlichen Text inhaltlich zusammen? Was waere der volle ausgeschriebene Satz, den du hier vermitteln willst? Ellipsen sind was schoenes, solange der Sinn erhalten bleibt. So wirkt es etwas konfus und unzusammenhaengend.
    Man muss wieder raten was gemeint ist. Man hat so ein Gefuehl, eine verschwommene Ahnnung was Du sagen moechtest. Aber Du dringst nicht ganz durch.
    Und wieder wirkt es ein wenig so, als ob der Schall da steht, weil er sich eben reimt.
    Das nimmt einem ein wenig die Lust zur naeheren Auseindandersetzung und wirkt wie eben mal zusammengekloppt. Ich schreibe das jetzt nicht um fies zu sein oder Dir Schlampigkeit vorzuwerfen, sondern um Dir klarzumachen, dass es so eben auch rueberkommen kann.


    Diese Liebe ist so groß für uns,
    nimmt alle Steine mir vom Herz.
    Sie sind das Blut in unseren Adern.
    und meine Angst um sie ist größter Schmerz.

    Finde ich im Prinzip gut, es wird halt sehr martialisch.
    Das "Sie" finde ich wieder problematisch. Dass es sich auf die Kinder bezieht ist klar.
    WENN man den Text so verstanden hat wie Du es beabsichtigt hast.
    Aber da staendig Subjekt und Ansprechpartner wechseln kann man es im Prinzip auch nur aus dem Kontext rauspfriemeln, bzw. im Nachhinein aus der letzten Zeile.
    Fuer diese Strophe wuerde ich mir wuenschen, dass Freude und Leid gezielter verteilt und angesprochen werden. Vielleicht wird jeweils ein Freud und Leid paar gegenuebergestellt.
    In der "Blut" Zeile wird ja schon der Leid-Aspekt vorweggenommen, denn ohne Blut kannst Du nicht leben. Von daher ist der Vergleich vielleicht etwas uebertrieben. Oder meinst Du, sie sind das Blut der "Ehe" ,helfen die Ehe zusammenzuhalten? Je nachdem wie Du die Blutzeile liesst, ist dann "und" vielleicht nicht die passende Konjunktion.
    Wie im aelteren Posting finde ich die angesprochenen Aspekte sehr interessant, und wuerde mir wuenschen, dass Du naeher und vielleicht auch laenger darauf eingehst.


    So stark die Bindung in mir drin
    wie krieg ich irgendwann den Absprung hin?

    Wurde ja schon angesprochen.
    Die Idee ist gut, die Sprache einfach/volksnah/Alltagsprache
    Da muss Du Dich einfach entscheiden, ob Du das so haben willst und es dann im ganzen Text so durchziehen. Das kann durchaus funktionieren, gerade wenn das Lied in erster Linie an Deine Frau gerichtet ist. Dann benutzt Du einfach die Sprache, die ihr auch jeden Tag sprecht. (Oder auch nur in der Realtiaet des Liedes ) Vergleichbar vielleicht mit Mundartdichtung. (Traditionelle, nicht Willy Astor :D)
    Das wirkt ehrlich, symphatisch, im Idealfall nicht gekuenstelt sondern"echt".
    Aber dann musst Du evtl. auch von allzu komplizierten Vergleichen und Ideen Abschied nehmen, alles gekuenstelte ueber Bord werfen. Und Du musst konkreter werden. Der letzte Satz ist wieder so ein Ratesatz. Ich kann es mir erarbeiten, aber im Grunde solltest Du es mir auf einem Tablett servieren.



    Wenn ich noch etwas insgesamt kritisieren muesste, dann dass dem Lied etwas der Fokus und ein uebergeordneter Plan fehlt. Klar, es laesst sich wieder was erahnen. Aber im Grunde geht es mal hierhin und mal dorthin und am Ende bleibe ich etwas ratlos zurueck.
    Vielleicht bin ich drauf gekommen, dass es sich hier um Kinder dreht, dann bin ich etwas weniger verwirrt. Wichtig faende ich noch einen durchgehenden Stil.
    Aber wie oben geschrieben: Letztlich ist es Dein Text und Du kannst damit machen, was du willst. Ich kann nur schreiben, wie er bei mir speziell ankommt.
     
  14. willypanic

    willypanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.08   #14
    Hallo Tinitus,
    ich danke dir sehr für die intensive Auseinandersetzung mit meinem Text.
    Ich habe mir das jetzt schon ganz oft durchgelesen und bin hin- und hergerissen zwischen "Alles gut- nix ändern" und "Ablage P wie Papierkorb"





    Joah, is klar, aber deswegen stell ich so einen Text ja hier rein, damit ich so eine Kritik bekomme. Ich bin allerdings immer noch nicht so sicher, was ich jetzt machen soll.
    Ich werde mir das alles audrucken und liegen lassen.
    Im Moment bin ich einfach noch zu verwirrt.
    Vielen Dank, dir Tinitus nochmal. Sobald ich kann werde ich dir nochmal ein paar Pünktchen zukommen lassen.
    Grüße
    willy
     
  15. oonw

    oonw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.08   #15
    "Du wirst lesen meine Zeichen.
    Meine Lügen werden wahr."

    Zeile 1 klingt sehr künstlich, im Vergleich zu den gesamten Text.
    Vorschlag: "und du kannst lesen meine zeichen"

    Zeile 2: das ist ein starkes Bild - aber was steckt dahinter?
    Es war richtig, dich anzulügen?
    Die Zeit hat meine Lügen zur Wahrheit gemacht?

    Das irritiert, denn es entsteht der (für mich falsche) Eindruck, dass Lügen richtig sein kann.
    Aber hier hat natürlich jeder seine eigenen Erfahrungen.
     
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