[Gitarre] Fender 50s Telecaster Road Worn/Wandergitarre die 2.te

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Hallo Freunde,

Ihr erinnert euch sicher daran: https://www.musiker-board.de/acoustic-lounge-git/520893-gibson-sj-200-wandergitarre.html ?
Ich durfte vor dem großen A-Gitarren Gewinnspiel die Gibson SJ200 testen und mit (leider) wenig Zeit auch Review`en (https://www.musiker-board.de/reviews-git/526204-review-gibson-sj-200-backstein-123-a.html ).

Das Ganze war ein super Projekt und schreite nach einer Wiederholung. Aber man kann mir ja nicht immer das Herz brechen, mir super Gitarren in die Hand drücken und dann wieder wegnehmen. Wer von euch könnte das schon verkraften?
Nun, die 2te Wandergitarre kam, aber auf etwas anderen Wegen.

Vorab, ein wenig zur Vorgeschichte….

Die SJ 200 war wieder unterwegs und ich wieder etwas angefixt.
Zum Glück war der Preis der SJ ein kleinen Mount Everest zu hoch für mich außerdem wollte ich ja E-Gitarre spielen.

Seit Weihnachten 2012 stand eine geliehene Carrer LP Kopie bei mir und ein Line6 Spider Amp.
Das Ganze hat mich zwar „nicht ganz Glücklich“ gemacht, aber es hat Fun und Lust auf mehr gemacht.
Ergo war ich oft in Musikläden unterwegs und hab angespielt, angespielt, angespielt…..eine halbe Ewigkeit, bis ich bei HeBa Sound in Maxsein einkehrte.
Eigentlich war für mich klar „Ne Les Paul muss her“ weil ich schon ein kleiner Blues Fan bin, und so ziemlich jeder den ich gerne hörte, spielt Humbucker.

Ich hab angespielt und angespielt und…. Das hatten wir alles schon..
Irgendwann griff ich nach allem, was in meine Finger passte und darunter war eine Squier Telecaster und „WOW!!!“ das hat mich echt geflasht.
Aus unerfindlichen Gründen wurde ich sofort mit der Tele warm und…………

Ja der „Normale“ Typ hätte Sie einfach mitgenommen.

Zum Glück bin ich nicht ganz so „einfach“ sondern führe hoch komplexe Gedankenakrobatik vor dem Kauf aus, brauch dann noch mal 3 Monate um zu verstehen was ich mir da gedacht habe, und würde dann erst zuschlagen. :D
Jedenfalls…. Ich erstmal nach Hause und ein wenig im Forum und mit Google nach der Squier gesucht, nebenbei in irgendeinem Thread darüber geschrieben das ich wohl zwischen einer Hagström Ultra Swede und der Squier hin und her schwanke. Die Ultra Swede war so ziemlich genau dass, was ich gesucht habe, ich würde sogar 98% sagen.
Jedoch das Feeling an der Telecaster…. Das war irgendwie unglaublich.

Das Schicksal geht manchmal seltsame Wege und Martin (aka Hack_Meck) hat damals meinen Beitrag gelesen….
Kurz darauf folgte eine PN in der er meinte, ich zittiere mal:
Hack_Meck schrieb:
Mit Ultra Swede und Tele hat du dir ja beide Enden des Spektrums auf die Liste genommen
Und recht hat er gehabt. Es gibt irgendwo nichts, was die beiden Gemeinsam haben.
Aber viel wichtiger war…. Martin machte mir das Angebot seine Fender Telecaster `50s Road Worn zu testen und mich dann zu entscheiden ob die Gitarre „mein“ wird oder ich sie Ihm zurück bringe….

Was ein Angebot!!!!
Also kurz das ganze per PN durch gekaut und einen Termin gefunden…
Und plötzlich saß ich im Auto Richtung Wiesbaden (knappe Sache! Ich konnte erst Mittags los wegen der Uni, Martin musste Abends abfliegen….).
Ne Stunde später stand ich vor seiner Tür, und das erste was mir in seinem „Musikzimmer“ aufgefallen ist…. Boah!!!!! Ist der Kerl Ausgerüstet :D

Es folgte ein verdammt cooler, musikalischer Nachmittag später gab es noch ein mörderisches Steak und ich machte mich mit der Tele auf den Heimweg.

So und nun ist 2013 fast vorbei, ich hab die Gitarre 9 Monate getestet und denke ich bin im Großen und Ganzen reif genug um etwas zu berichten.

Also erstmal, ich darf Vorstellen:
Fender Telecaster `50s Road Worn
Komplettansicht.jpg
Eine wahre Schönheit oder? ;)

Also was haben wir?

  • Esche – Korpus
  • Ahorn Hals
  • Jumbo Bünde
  • 648mm Mensur
  • 42mm Sattelbreite
  • 1x Ton – 1x Volumen- Regler
  • 3 Wege Schaltern
  • 2 Tex-Mex Pickups
  • Farbe „Aged Sunburst“

Wenn etwas „falsch“ ist, oder jemand genaueres weiß, bitte ergänzen.

Was natürlich ein Hingucker ist, ist ihr optisches Alter.
Es ist nicht übertrieben und wirkt nicht danach, als würde man hier zwanghaft nach +50 Jahren suchen. Es ist eher ein: „Naja, sie hat bei mir schon einiges Erlebt“ Aging.
Und ich finde, genau danach sieht es auch aus. Als würde die Gitarre seit den 50’zigern bei einem im Besitz sein, der sie eben ausgiebig und oft gespielt hat.

Mir persönlich gefällt der Hals unglaublich, gerade weil er "matt" ist, mein Daumen also nicht am Lack klebt und weil man kein klassisches „Griffbrett“ hat, welches auf den Hals geleimt wurde.
Das Ganze ist ein „einziges Stück“, die Bundstäbchen wurden also direkt in den Hals geschlagen.
In einem Bonedo Atrikel hab ich gelesen (http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/fender-road-worn-50er-telecaster.html) das Fender damals in den 50`gern gar nicht daran dachte, das man da ein Griffbrett dran machen sollte. Wenn da was kaputt geht, wird einfach der verschraubte Hals getauscht.

Was die Verarbeitung betrifft…
Nun sie sieht halt alt aus, aber sonst Top. Alles sieht Wertig aus und wirkt stabil. Die Bundstäbchen sitzen gut im Hals und sind nicht scharfkantig oder heben sich aus dem Griffbrett. Ich sag mal „klasse“.
Bilder sagen aber bekanntlich mehr als 1.000 Worte
Body Links.jpg
Rückseite.jpg
Da spiegelt sich übrigens nicht der Blitz drin, das ist vom Aging
Weiter gehts
Headstock.jpg
Man bewundere rechts den jungen Bambus ^^
Saitenreiter .jpg
Schade, man erkennt nicht so recht das "Aging" auf dem Metallteilen.
Die sehen nicht "verrostet" sondern eben "angegriffen" aus. Echt gut gemacht
Und zu letzt, das abgespielte Griffbrett
Griffbrett.jpg

Nun kommen wir zum (für mich) wichtigsten bei einem Review:

Wie klingt Sie und wie lässt Sie sich spielen?

Zum Klang komm ich gleich, erstmal das Feeling.

Da die Gitarre gerade neben mir steht, ist es leicht zu formulieren:

Genial!

Die Gitarre liegt wie ein Brett und ihr Hals lässt sich super leicht bespielen.
Am Gurt wirkt sie ausgewogen und zieht nicht in irgendeine Richtung. Dennoch empfehle ich einen guten Ledergurt, auf Dauer wird die Süße nämlich schwer.
Ansonsten gibt es nichts zu meckern, der 3-Wege Switch lässt sich butterweich bewegen und rastet hörbar ein. Die Polti’s sind leichtgängig aber zielgerichtet drehen und nichts von beiden wirkt „Billig“.
Auch an den Mechaniken wurde wohl nicht gespart, die Regeln genau und sind wirklich stimmstabil.
Sonst noch was zur Bespielbarkeit??
Ja, und zwar hat es verdammt lang gedauert den Teil hier zu Tippen.
Einfach weil Sie neben mir steht und mir ins Ohr flüstert: „Benutz deine Finger für was sinnvolles! Spiel mich!!!“ ;)
Nebenbei bemerkt, ich spiele sie auch oft „unplugged“ weil ich in einem 8 Familien Haus Wohne und nicht immer über die Kopfhörer üben möchte. Manchmal packt es mich auch einfach abends und seltsamerweise klingt Sie auch so sau stark und ist ziemlich laut (ich versuch später mal, das Ganze mit einem Micro aufzunehmen).

So nun zum Sound….

Das ist immer so eine Sache. Richtig klingen tut Sie ja nur unplugged. Danach ist es ein Zusammenspiel von „Gitarre“ + „Amp“.

Und somit erstmal zu meinem Line6.
Daran hat Sie mir garnicht gefallen… mit der Verzerrung kam Sie nicht sonderlich zurecht und ihr Sound war Hart und Kalt -.-
Das war mein erstes „nicht jede Gitarre passt zu jedem Amp“ Erlebniss.

Was mich wieder Schnur Strack nach Maxsein zum HeBa Sound geführt hat (Achtung, ich mach hier keine Werbung!!! Ich mag einfach nur die Händler vor Ort, einfach weil Sie vor Ort sind!).
Ich hab ein wenig angespielt, Röhren/ Modeller, Vom Tubemeister5 bis zum Marshall MG10.
Und irgendwie bin ich für daheim von „Röhre“ weg. Einfach weil es doch schon gerade am Anfang gut tut, mehr als nur 1 Sound zu haben.
Angst hatte ich allerdings schon, einfach weil ich meinen Line6 im Hinterkopf hatte und der mir ja als Modeller Amp überhaupt nicht zugesagt hat.
Als Ergebniss zog ein Fender Mustang II ein, dank einem richtig guten Angebot.

Also sind alle meine Aufnahmen von der Basis her auf einen Mustang II.
Besonders gut gefällt mir der Hals Pickup, einfach weil er einen schön klaren, weichen Sound abgibt. Beim Bright Singlecoil…. Der ist ein zweischneidiges Schwert.
Sprich, er passt nicht immer und er muss gefallen. Aber wer es wirklich „rotzig“ mag, der bekommt genau den Sound. Echt, ist wie ein Messer der Klang.
Wie die Fernsehköche immer zu sagen pflegen:
"Ich hab da mal was vorbereitet!"
Clean:
https://soundcloud.com/backstein123/clean
in der Reihenfolge "Hals, Mittel, Steg" Stellung des 3 Wege Schalter
Verzerrt:
https://soundcloud.com/backstein123/crunch
gleiche Reihenfolge wie oben

und weil Ihr es seit, mal ganz fix etwas über den Halspickup eingespielt.
Nichts besonderes, aber zum "Sound" demonstrieren dürfte es genügen:
https://soundcloud.com/backstein123/little-little-wing


So nun zu meinen persönlichen Fazit!


Eine Tele….. das muss man sich vorher überlegen. Es ist eben keine Strat mit H-S-S Bestückung.
Man hat eben nur Sound A oder Sound B, bzw. die Mischung daraus.
Aber man erhält mit der Road Worn eine Tele, die einen extrem feinen Sound zaubert.
Sie spielt sich erste Sahne und lässt sich schwer wieder aus den Händel legen.

Was das Aginig betrifft, nun da gibt es ja hier wie überall verschiedene Ansichten.
Eigentlich altert eine Gitarre ja eh, warum beschleunigen? :gruebel:

Aber es sieht auch verdammt stark aus.:cool:

Gerade „Fremde“ lassen sich beeindrucken von ihrem abgespielten Hals, ihren angelaufene Metall und der abgeranzte Lack mit Blick auf’s Holz.
Irgendwie erwartet man ein richtig guten Gitarristen wenn man die Gitarre sieht.

Tja, und dann komm da nur ich....:whistle:

Aber um mal ganz ehrlich zu euch zu sein…

Ich habe sie nun 9 Monate, in der Zeit bekommen andere ein Kind....
Und ich liebe es jedes Mal, wenn ich Sie in die Hand nehme. Es ist unglaublich wie sehr mir die Gitarre ans Herz gewachsen ist.
Normal sehe ich das Ganze als „Werkzeuge“ und da lass ich mich weder von Holzgläubigen an der A-Gitarre noch an großen Namen an der E-Gitarre beeindurcken.

Aber diese Tele hier, die liebe ich schon ein wenig ;)
 
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sehr schön mit Herzblut geschrieben :great:
 
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Backstein123
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Danke :)
Genau das sollte es auch sein :great:
 

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