Notenschlüssel ändern bzw. transponieren

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Keyakk

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Hallo,

ich soll auf meinem Keyboard ein Stück spielen, das im Altschlüssel/Bratschenschlüssel steht.
Da habe ich gedacht, ich transponiere mit +1 und lese die Noten, als ob sie im Volinschlüssel stehen.
Wie verändern sich dabei die Tonarten?
Müsste ich dann das im Altschlüssel ohne Vorzeichen notierte Stück anschließend in H-Dur spielen?

Über Tipps würde ich mich freuen!
Vielen Dank!
 

Klingt wie eine Frage zur Musikstudium Aufnahmeprüfung. ;)
 
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  • #3
Mein Problem ist,
ich spiele Keyboard in einem Akkordeonorchester.
Jetzt sollen wir ein Stück, das eigentlich für ein Streichquartett geschrieben ist, mit unserem Orchster spielen.
Die anderen haben die Noten im Violinschlüssel, ich aber im Bratschen/Altschlüssel.
Da ich diesen nicht beherrsche, kam ich auf die Idee mit der Transposefunktion des Keyboards.
 

Naja, das mit Transpose geht irgendwie schon, nur liegen halt die Halbtonschritte woanders.
Du müßtest Dein gelesenes "h" und "e" immer als "b" und "es" lesen, sofern ohne Generalvorzeichen.
Wenn ein Stück z.B. in D-Dur dran ist, müßte das reale (vorgezeichnete)"c#" von Dir dann als "h" gelesen werden, um dann wieder ein klingendes "c#" zu werden.

Joaaa, viel Glück würde ich sagen ;)

Da bei einer Bratschenstimme meist nur ein Ton gleichzeitig erzeugt wird, würde ich persönlich vermutlich eher einfach die Stimmen neu und passend mit der Hand abschreiben. Das geht mit etwas Übung auch recht flott.
 
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  • #5
Ist meine Überlegung dann richtig,
Wenn
Im Altschlüssel keine Vorzeichen sind, ich es auf meine Art zu spielen in H-Dur spielen müsste 5#.
Altschl. meine Tonart
Bei F-Dur E-Dur
G-Dur. Fis-Dur
A-Dur. G-Dur
B-Dur. A-Dur
Es-Dur. D-Dur
E-Dur. ??
 
Ich könnte wetten, dein Stück steht in C, also ohne Vorzeichen. Du würdest sonst sofort erkennen, dass ein anderer Schlüssel dieselben Vorzeichen hat, nur an anderer Stelle im Liniensystem. Ist ja beim Violinen- und Bass-Schlüssel auch so, dass sie keine andere Zahl von Vorzeichen haben.

Der Ton ohne Vorzeichen auf der dritten Linie ist ein C; du liest es als Pseudo-H, spielst es als H und lässt es vom Keyboard transponieren: 1 Halbton nach oben.
Der Ton im Zwischenraum darüber ist ein D; du liest es als Pseudo-C, spielst es als C und müsstest es vom Keyboard zwei Halbtöne nach oben transponieren lassen.
Der Ton auf der vierten Linie ist ein E; du liest es als Pseude-D, spielst es so und bräuchtest wieder zwei Halbtöne nach oben.
Und so weiter. Was funktionieren würde: Transpose-Funktion +2, dafür 2 b's dazudenken. Dass sich da eine Tonart ändert, kannst du so nicht sagen. Das ist nicht wie ein Saxophon, das nicht klingend notiert ist und deswegen transponiert werden muss, wenn die Stimme mit einem klingend notierten Instrument gespielt wird.

Das klingt für mich dann eher kompliziert. Ich würde auch sagen: Nimm eine Notations-App wie Musecore.org und schreib die Noten neu. Bzw. lass sie vom Dirigenten neu schreiben - seit wann wird von Amateuren erwartet, dass sie andere Schlüssel lesen können? Sich an den Schlüssel gewöhnen, macht ja keinen Sinn bei dieser hoffentlich einmaligen Aktion.
 
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lass sie vom Dirigenten neu schreiben - seit wann wird von Amateuren erwartet, dass sie andere Schlüssel lesen können? Sich an den Schlüssel gewöhnen, macht ja keinen Sinn bei dieser hoffentlich einmaligen Aktion.
Sehe ich auch so, außer Du hast Interesse daran.

Könnte natürlich sein, dass Euer Dirigent selbst keinen Plan hat ... ich würde nie einen Amateur Noten mit ihm unbekannten Schlüssel hinklatschen und ihm damit alleine lassen.

In Musescore müsste das eigentlich gehen, dass man es 1:1 abtippt und dann den Schlüssel ändert.
 
Noch ein kleiner Punkt: Ich habe als Student solche Sachen schon bei Auftritten gespielt. Und geglaubt, dass ich das mit wenig Üben on-the-fly lesen kann. Musste aber feststellen, dass ich in jedem 2. Takt einen falschen Ton dabei hatte - Halbton, Ganzton oder eine Terz daneben.
 
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Müsste ich dann das im Altschlüssel ohne Vorzeichen notierte Stück anschließend in H-Dur spielen?
Nein, die klingenden Töne bleiben die gleichen, sie sitzen nur in der Notation je nach Schlüssel an verschiedenen Stellen. Also bleibt z.B. die Tonart C-Dur im Bratschenschlüssel auch ein C-Dur im Violinschlüssel.
Ändern würden sich die notierten Tonarten nur bei der Übertragung von Stimmen für transponierende Instrumente, z.B. denen für diverse Saxophone und Trompeten.

Natürlich kannst Du erwarten, dass dir deine Stimme vom Ensembleleiter in einer Notation mit dem richtigen Schlüssel vorgelegt wird.
Das technische Vorgehen ist einfach: die Stimme in einem Notationsprogramm wie z.B. dem kostenlosen MuseScore im Bratschenschlüssel schreiben, markieren und den Schlüssel zum Violinschlüssel ändern, die Töne erscheinen dadurch automatisch an der richtigen Stelle eine kleine None tiefer. Zur Not ginge das auch von Hand geschrieben.
Falls Du es doch im Kopf trainieren willst, habe ich dir zur Überpüfung im Zweifelsfall eine C-Durtonleiter im Bratschen und Violinschlüssel notiert.
Es wäre gut, wenn Du bei so einer Frage dein Stück konkret angibst, dann können die Antworten genauer darauf eingehen.
Bratschenschlüssel.webp

Gruß Claus
 
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  • #10
Nochmal in einem Satz: an der Tonart ändert der verwendete Schlüssel NICHTS, ein C bleibt ein C bleibt ein C.
 
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  • #11
Es sind die "Happy Birthday" Variationen von Peter Heidrich.

Dabei wird das bekannte Happy Birthday in 14 verschiedenen Stilen gespielt. Dabei kommen je nach Variation unterschiedliche Tonarten vor sowie z.B. in Variation V nach Robert Schumann zusätzlich zu den drei Kreuzen von A-Dur verschiedene Kreuze, Bs und Auflösungszeichen.
 
  • #12
Danke für den Hinweis, die Urspungstonarten bleiben natürlich auch dann bei den vielen Änderungen jeweils die Gleichen.
Vom Blatt im Kopf transponieren halte ich in diesem Fall für praktisch ausgeschlossen, falls man nicht gerade professioneller Orchestertrompeter mit 150 Jahre alten Partiturstimmen ist.
Auf deinen Ensembleleiter wartet offentlich Arbeit, oder bist Du das? :D

Gruß Claus
 
  • #13
Oha. Na dann würde ich meinem MD/Dirigenten wohl nahelegen, mir ganz schnell ne Stimme in keyboardüblicher Notation zu geben, wenn er Wert auf meine Mitwirkung legt.

Das Risiko, Bruch zu fahren, wäre mir echt zu hoch, und während des Stücks zu schwitzen, um sich danach noch drüber zu ärgern, dass es Sch**** war, hab ich keinen Bock drauf.
 
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  • #14
Dabei kommen je nach Variation unterschiedliche Tonarten vor
Die Tonart ändert sich durch den Schlüssel trotzdem nicht. Das siehst Du am den Vorzeichen. Deine Stimme müsste die gleiche Anzahl Kreuze oder B haben wie die anderen, nur auf anderen Linien und Zwischenräumen.

Edit: Ich habe seinerzeit alte Schlüssel gelernt, indem ich mir zuerst die Noten des C-Dur-Akkords eingeprägt habe und danach die Töne dazwischen. Bach hat ja alle Chöre mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassschlüssel notiert. Das war damals normal.
Man muss halt viel spielen, dann kann man das schon lernen, schaden kann es nicht 🙂 aber für einen Auftritt würde ich mir das sicherheitshalber auch umschreiben.
 
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  • #15
Nein Ding ist ja, dass ich die Noten so lese und spiele, als seien sie im Violinschlüssel geschrieben, z.B. den Ton auf der Mittellinie wie ein H und den Ton zwischen den beiden unteren Linien wie ein F.
Damit Sie aber in der richtigen Tonhöhe erklingen, drücke ich beim Keyboard auf Transpose +1.
So klingt es aber komisch, es sei denn, ich tue so, als sei diese Variation in H-Dur geschrieben, wegen der Halbtonschritte.

Genauso ignoriere ich in Variation V, im Original in A-Dur mit drei Kreuzen diese Vorzeichen und spiele statt dessen in G-Dur.
 
  • #16
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  • #17
Ist das Prinzip nicht ähnlich, als wenn ich z.B. auf dem Keyboard den C-Dur Akkord mit CEG spiele, dann auf H den Durakkord aufbauen, der aber doch H Dis Fis gespielt werden müsste. Damit der H Dur Akkord dann wie ein Cdur Akkord klingt, könnte ich mit +1 transponieren?
Daher die Idee mit den Vorzeichen.
 
  • #18
Wenn du aber das Stück im Altschlüssel so spielst, als stünde davor ein Violinschlüssel, fehlen dir doch die Vorzeichen, um die korrekte Ausgangstonart zu spielen???
Dass es dann mit +1 komisch klingt, is klar, oder?
1791885621886.webp

Ich nehme mal der Einfachheit halber das Bild aus Wikipedia. Du siehst dort einen A moll. Würdest du nun die Noten hinter dem C-Schlüssel spielen, wäre das ein G Dur. Über die interne Transpose-Funkion kannst du den zwar verschieben, es bleibt aber doch ein Dur-Akkord.

Für das gesamte Stück die Vorzeichen händisch nachtragen, kannst du natürlich machen. Am besten malst du dann auch noch eben über den C-Schlüssel nen F-Schlüssel und verzichtest auf die Transpose-Funktion ;)

Nein ehrlich, als Instrumentalist darf man schon darum bitten, die richtigen Noten für sein Instrument zu bekommen, alles andere ist Bullshit.
 
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  • #19
Deswegen will er ja H-Dur draus machen, also sich selbst 5 Kreuze vorzeichnen. Dann paßt's wieder.

Das kann so schon funktionieren. Wenn es für ihn so machbar ist, dann sei es.

Genauso ignoriere ich in Variation V, im Original in A-Dur mit drei Kreuzen diese Vorzeichen und spiele statt dessen in G-Dur.

Das geht dann aber bei Transponieren mit "+1" nur mit schmerzverzerrtem Gesicht der Mitspieler ;)
Bei "+1" müßtest Du folglich in Gis-Dur spielen, also mit 8 Kreuzen. Das darf dann auch As-Dur genannt werden.

Wenn schon, dann rate ich wie @FZiegler oben zu Transposition mit "+2" und dafür zwei "b" dazu denken. Das wäre einfacher.
(So hatte ich meinen Beitrag #4 auch gemeint)
 
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  • #20
Ah danke, jetzt verstehe ich zumindest, was sein Plan war :biggrinB:
Kann man machen, muss man aber nicht...
 
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