Ohne Dich (Hörprobe oder Lyric-Talk?)

Vocal Voyage

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Hallo zusammen,
ich habe heute wirklich nur eine Skizze mitgebracht.
Es geht mir mehr um die Lyrics. Wie schon bei "Offline". Weil aber schon Musik drunter lag, ist es dann hierhin verschoben worden. Mal sehen wo es diesmal landet.
Wer kennt dieses innere "Hin und Her" beim Texten?

Was meint ihr? Funktioniert der Text?


[verse 1]
An Feldern vorbei zieh ich
bis zum Horizont
ein schwerer Duft von Heu mischt sich
mit Erinnerung

[prechorus]
Am Horizont steht unsere Bank
wir träumten oft dort Hand in Hand
bis in die Dämmerung
Ein Schwalbenpaar kehrt langsam heim
wo Du jetzt bist, kann ich nicht sein
das Leben ist nicht fair.

[chorus]
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
ohne Dich

Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
ohne Dich (ad libs ... oooooh)

[vers 2]
schon seltsam wie nah du mir bist
jetzt wo Du fehlst
Es riecht überall noch nach Dir
als wenn Du vor mir stehst

[prechorus]
Und manchmal verlier ich den Verstand
besuche Dich an uns'rer Bank
wo uns're Namen steh'n
dann schließ' ich die Augen, leg' die Hand
genau aufs Herz, wo Liebe stand
und bin ein Stück bei Dir

[chorus]
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
Es muss doch geh'n
ohne Dich

Das wird schon geh'n
Wirst schon seh'n
wird irgendwann geh'n
ohne Dich (ad libs ... oooooh)
 

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Nein, bei "Offline" wolltest du über das gesamte Werk also Lyrics UND Musik inkl. Mix, Instrumentierung, etc. Rückmeldung bekommen und dann war das im Singer-Songwriter Forum besser aufgehoben. Aber weil hier an den Lyrics gearbeitet werden soll, gehört das Thema ins Lyrics Forum. Ich schubs mal rüber ;)

btw schöner Song :giggle:
 
:nix: . . .bist du da in trauer oder hat sich deine Liebste vom Acker gemacht? :)
Ist nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber nur mit Gitarre/Flöte instrumentiert gefällt es mir ganz gut. Die (schöne) Zweitstimme bräuchte es glaube gar nicht. Bin da aber kein Genre Profi-Hörer.
 

  • Ersteller
  • #4
:nix: . . .bist du da in trauer oder hat sich deine Liebste vom Acker gemacht? :)
Ne, ist nicht autobiografisch. Oder noch nicht. Irgendeiner wird auf jeden Fall zuerst gehen.
Habe beruflich täglich mit Witwe(r)n zu tun.
Ist nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber nur mit Gitarre/Flöte instrumentiert gefällt es mir ganz gut. Die (schöne) Zweitstimme bräuchte es glaube gar nicht. Bin da aber kein Genre Profi-Hörer.
Ja, ist Geschmacksache. Wir sind als Vocal Voyage ein Gesangsduo. Im Adlib-Teil, nach den "ohne Dich"-Passagen muss sie auf jeden Fall dabei sein.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Nein, bei "Offline" wolltest du über das gesamte Werk also Lyrics UND Musik inkl. Mix, Instrumentierung, etc. Rückmeldung bekommen und dann war das im Singer-Songwriter Forum besser aufgehoben.
Ja, ich lerne es wohl nie
Aber weil hier an den Lyrics gearbeitet werden soll, gehört das Thema ins Lyrics Forum. Ich schubs mal rüber ;)
Wenn Du jetzt noch nen Mediaplayer installiert bekommst für den Audio-Anhang... 🤟
btw schöner Song :giggle:
🙃

danke :)
 
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Die Vergangenheit präsentiert sich hier in schwarzer Kleidung. Überleg mal, ob etwas an Reichtum übrig blieb. Das tröstet garantiert nicht nur dich.

Du könntest zum Beispiel als Zeitform vollendete Gegenwart, Gegenwart, Zukunft nehmen. Das fällt oft schwer -und dennoch zeigt ein Bild kein vorher, heute oder morgen. Erst wenn man trauernwill, zeigt man meist mehr als man eigentlich will…
 
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  • Ersteller
  • #7
Die Vergangenheit präsentiert sich hier in schwarzer Kleidung. Überleg mal, ob etwas an Reichtum übrig blieb. Das tröstet garantiert nicht nur dich.

Du könntest zum Beispiel als Zeitform vollendete Gegenwart, Gegenwart, Zukunft nehmen. Das fällt oft schwer -und dennoch zeigt ein Bild kein vorher, heute oder morgen. Erst wenn man trauernwill, zeigt man meist mehr als man eigentlich will…
Das mit den Zeitformen und dem Sinn der Umstellung verstehe ich nicht. Zumal der Song perpektivisch im Präsens geschrieben ist. Kannst Du das einmal näher / konkreter ausführen?
 
Ich komme vom anderen Fred ("Offline") und gerne deiner Bitte nach, über diesen Text hier etwas zu sagen.
Wenn ich nach 2-3 mal durchlesen relativ spontan drüber schaue, kommen mir folgende Gedanken in den Sinn:

[verse 1]
An Feldern vorbei zieh ich
bis zum Horizont
Mit dem Wort Horizont greifst du bereits voraus, wo es hingeht und dass da irgendwas ist.
Ich erkenne darin bisher nur Nachteile. Dieses erste Bild wird gleich verortet und eine Zeile später hast du eine Wortwiederholung.
Warum nicht "die Straße lang", "meines Wegs", "Richtung XYZ"?
Gibt's dahinter eine Überlegung?

ein schwerer Duft von Heu mischt sich
mit Erinnerung
Stimmungsvoll schön.

[prechorus]
Am Horizont steht unsere Bank
Oje, meine Gedanken werden immer schlimmer und pingeliger. Ist Horizont überhaupt eine sinnvolle Ortsbezeichnung?
Für einen Moment und Standpunkt ja, aber ist das hier eine gute Wahl, auch bezogen auf den Begriff und seine Assoziationen.

Ein paar Vergleichssätze durchgespielt:
"Am Waldesrand steht unsere Bank"
"Am Wiesengrund steht unsere Bank"
"Am Horizont steht unsere Bank"
Ist Horizont nicht beinahe schon eine Wahl, die seltsam abstrakt bleibt, für die es kein richtiges Bild gibt?

wir träumten oft dort Hand in Hand
bis in die Dämmerung
Ein Schwalbenpaar kehrt langsam heim

wo Du jetzt bist, kann ich nicht sein
Ich kann nicht anders, ich muss ein bisschen an Kunze denken.

das Leben ist nicht fair.
Ich kann nicht anders, ich muss richtig stark an Grönemeyer denken.

[chorus]
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
Wie soll das geh'n
ohne Dich
Beim Refrain habe ich einfach den Gedanken, ob es das schon ist, ob es da nicht eine irgendwie noch passendere Zeile gibt.
Ist nicht falsch, aber halt auch nicht besonders.

[vers 2]
schon seltsam wie nah du mir bist
jetzt wo Du fehlst
Es riecht überall noch nach Dir
als wenn Du vor mir stehst
Es ist klar, was Du damit sagen willst. Minimal ungeschickt finde ich diese Referenz auf Geruch aber, weil ich in meinem Kopf noch habe, dass es ja nach Heu duftet.

Ich bin auch nicht sicher, ob diese Formulierung mit "riecht überall noch nach dir... als wenn du vor mir stehst" nicht schon minimal schräg ist und ungewollt kippen könnte in den Gedanken, dass sie wohl einen starken Geruch an sich hatte.

[prechorus]
Und manchmal verlier ich den Verstand
besuche Dich an uns'rer Bank
Schöner fände ich, wenn der erste Teil des Satzes mehr auf den zweiten zielen würde, beispielsweise durch suche den Verstand oder irgendwas ähnliches und gehe deswegen dann dorthin.

wo uns're Namen steh'n
dann schließ' ich die Augen, leg' die Hand
genau aufs Herz, wo Liebe stand
und bin ein Stück bei Dir
Schön

Das wird schon geh'n
Wirst schon seh'n
wird irgendwann geh'n
ohne Dich (ad libs ... oooooh)
Ich hätte den Text nicht verstanden als Trauerfall sondern als Trennung.
Vielleicht lag es an diesen Schlusszeilen. Die wirken auf mich trotzig, nicht gegen das Schicksal, sondern gegen diesen Partner.
Soll es um den Tod eines geliebten Menschen gehen, müsste man das, glaube ich, ganz anders formulieren. Ich finde, dieses Sätze treffen da nicht den richtigen Tonfall.
 
Ich hätte den Text nicht verstanden als Trauerfall sondern als Trennung.
Da bin ich nicht allein mit meiner Unklarheit. Also das sollte schon dingfest sein.
Habe beruflich täglich mit Witwe(r)n zu tun.
Respekt, kein leichter Job.

Die Zeitstimme deiner Duo-Partnerin könnte vielleicht mehr Schwere aus dem Off herüberbringen, das klingt mir zu "fröhlich", weiß nicht wie ich das beschreiben soll.
 
  • Ersteller
  • #10
Vielen Dank für Dein Feedback und Deine Mühe!
Deine Kritik ist teilweise treffend, aber nicht durchgehend. Du benennst reale Schwachstellen bei Bildschärfe, Decodierung und Tonfall, verwechselst manchmal Stellen aber auch handwerkliche Probleme mit Geschmacksurteilen. Einige Stellen kippen zwischen konkreter Szene und abstrakter Behauptung, wodurch der Bezugsrahmen nicht immer ganz stabil bleibt. Ich gehe im EInzelnen darauf ein...
Mit dem Wort Horizont greifst du bereits voraus, wo es hingeht und dass da irgendwas ist.
Ich erkenne darin bisher nur Nachteile. Dieses erste Bild wird gleich verortet und eine Zeile später hast du eine Wortwiederholung.
Warum nicht "die Straße lang", "meines Wegs", "Richtung XYZ"?
Gibt's dahinter eine Überlegung?
...
Oje, meine Gedanken werden immer schlimmer und pingeliger. Ist Horizont überhaupt eine sinnvolle Ortsbezeichnung?
Für einen Moment und Standpunkt ja, aber ist das hier eine gute Wahl, auch bezogen auf den Begriff und seine Assoziationen.

Ein paar Vergleichssätze durchgespielt:
"Am Waldesrand steht unsere Bank"
"Am Wiesengrund steht unsere Bank"
"Am Horizont steht unsere Bank"
Ist Horizont nicht beinahe schon eine Wahl, die seltsam abstrakt bleibt, für die es kein richtiges Bild gibt?

Ja, mehrere. Ich habs erst mit konkreten visuellen Bildern probiert. Die waren belanglos, oder klangen phoentisch schlecht. Viele Laute in der dtsch. Sprache lassen sich nicht ästhetisch singen. Englisch oder italienisch ist perfekt singbar. Das ist sehr relevant.
Horizont ist abstrakt und bietet mehr Projektionsfläche, das war Gedanke 2, als ich kein echtes Detail bekam, das mir gefiel.
Glücklich bin ich damit auch nicht 100%ig. Deine Kritik ist berechtigt, ich EMPFINDE das regelmäßig auch als Schwachpunkt.
Starke Verse / Szenen landen eher, wenn Ort, Handlung oder Objekt konkret vorstellbar sind, statt nur atmosphärisch groß zu klingen. Ich gehe da nochmal ran.

"wo Du jetzt bist, kann ich nicht sein"
Ich kann nicht anders, ich muss ein bisschen an Kunze denken.
kenne nichts von Kunze. Es sei denn, er hätte für andere geschrieben.
"das Leben ist nicht fair."
Ich kann nicht anders, ich muss richtig stark an Grönemeyer denken.
Ist wie bei Kunze. Nur dass Grönemeyers Stimme und Art Kotzreiz in mir auslöst. Flugzeuge im Bauch war das erste und letzte, was ich von ihm wahrgenommen habe.
Sollte es irgendwo texliche Anlehnungen geben an die beiden, danke fürs Kompliment. Sind ja beides erfolgreiche Künstler 🙃
Beim Refrain habe ich einfach den Gedanken, ob es das schon ist, ob es da nicht eine irgendwie noch passendere Zeile gibt.
Ist nicht falsch, aber halt auch nicht besonders.
OK. Hier musste ich wirklich schlucken.
Die Inspriration kam mir, als ich irgendwann mal ein Short auf YT gesehen habe. Ein junger Mann, der sich im Zuge eines poetry Slams Gedanken darüber machte, wie es wohl wäre, in den Krieg zu gehen und andere Menschen umzubringen usw. Er brachte in den Texten (Strophen) starke Argumente vor, die die Absurditäten von Krieg offenlegen, und dann immer wieder der Leitsatz (Refrain) als rhetorische Frage "Wie soll das gehen?!" (= vollkommen absurd / unmöglich / undenkbar / darf und kann nicht sein! Ein Ausdruck von Ohnmacht, Entsetzen, Ratlosigkeit, Verzweiflung, Ungläubigkeit und Schockstarre auch. Ich fand, dass diese Worte ALLES sagten, um die eben aufgezählten Gefühle zum Ausdruck zu bringen, ohne sie platt zu benennen. Im Kontext eines vestorbenen Partners kann man durchaus Ähnliches durchmachen! Auch wenn der Bezugsrahmen ein vollkommen anderer ist. Offensichtlich ist es mir ncht gelungen, den Bezugsrahmen klar genug herzustellen. Oder zumindets bei Dir. Meine Freundn hat ihn sofort verstanden.
Es sind die zwei Sätze, die dem unmittelbar vorausgehen. "Wo Du jetzt bist, da kann ich nicht sein" und "das Leben ist nicht fair". Das Leben ist nicht fair beschreibt für mich von einem Schiksalsschlag, und nicht davon, dass eine Beziehung auseinander gegangen ist. Das ist ein elemntarer Unterschied. Betrachtet man dann noch, dass er nicht dort sein KANN, wo sie JETZT IST, so kann man (so hoffte ich) schon darauf kommen, dass sie nicht in anderen Händen ist, sondern verstorben sein könnte. Ich muss sagen, ich hatte selbst die Zweifel in der Frage, ob ich ier deutlich genug bin. Ich war etwas überrascht, dass meiner Freundin sofort klar war, was gemeint ist, als ich es ihr vorspielte. Deswegen habe ich so gelassen.
Es wäre jetzt interessant, wie das quantitativ verstanden wird, sondern haben wir nur zwei Einzelfälle. Vielleicht schicke ich das ohne Kommentar mal in die Freundeskreisrunde. Vielleicht kommt auch hier nochmal das ein oder andere Statement. De Stelle ist ja elementar zur Decodierung des Plots!

"
[vers 2]
schon seltsam wie nah du mir bist
jetzt wo Du fehlst
Es riecht überall noch nach Dir
als wenn Du vor mir stehst"

Es ist klar, was Du damit sagen willst. Minimal ungeschickt finde ich diese Referenz auf Geruch aber, weil ich in meinem Kopf noch habe, dass es ja nach Heu duftet.
Ich bin auch nicht sicher, ob diese Formulierung mit "riecht überall noch nach dir... als wenn du vor mir stehst" nicht schon minimal schräg ist und ungewollt kippen könnte in den Gedanken, dass sie wohl einen starken Geruch an sich hatte.
Ja, das ist wahr. Es "duftet" funktioniert auch nicht. Ich hatte zuvor andere Bilder bemüht. Wie der Protagonist oft an ihrem Schal riecht... sowas in der Art. Ich habe zum Verrecken nichts gefunden, was sich auf das erste B im ABAB-Reim reimt. Gibt ncht viel, dass sich halbwegs auf "fehlst" reimt, und mit den Ideen, die ich hatte, funktionierte. Habs erst ungereimt gelassen, und bin beim Singen immer wieder darüber gestolpert. Ich fand dann die jetzige Lösung suboptimal, aber OK. Auch Bilder, wie er nachts im Halbschlaf ihre Hand sucht, oder sich ihr Kissen nimmt. Nichts war perfekt.
However. Ich gehe da nochmal ran.
"[prechorus]
Und manchmal verlier ich den Verstand
besuche Dich an uns'rer Bank"

Schöner fände ich, wenn der erste Teil des Satzes mehr auf den zweiten zielen würde, beispielsweise durch suche den Verstand oder irgendwas ähnliches und gehe deswegen dann dorthin.
Ich muss sagen, dass ich diese Gedankenlinie ziemlich stringent und sehr passend finde. Ich drösel die LInie nochmal auf
1. Er beschreibt diese besonders starke Nähe zum verstorbenen Partner, seitdem er tot ist
2. Er halluziniert wahrscheinlich (riecht sie noch überall)
3. Verliert fast den Verstand (passt perfekt zu 2) )

4. sucht alte symbolträchtige Orte (die Bank, w sie so intensive Momente hatten) auf, um ihr nachzuspüren
5. und findet dort sogar Trost (bin ein Stück bei Dir)
6. Das erste "Wie soll das gehn?!" (Ohnmacht) wird langsam zu "muss doch gehn", wird schon gehen" und "wirst schon sehen". Also noch ein positiver Ausblick im Hinblick auf den Verarbeitungsprozess.
Ich hätte den Text nicht verstanden als Trauerfall sondern als Trennung.
Vielleicht lag es an diesen Schlusszeilen. Die wirken auf mich trotzig, nicht gegen das Schicksal, sondern gegen diesen Partner.
Soll es um den Tod eines geliebten Menschen gehen, müsste man das, glaube ich, ganz anders formulieren. Ich finde, dieses Sätze treffen da nicht den richtigen Tonfall.
Ja, ich sehe das Problem. Der Plot war nicht klar genug.
Es war mir wichtig, es ncht platt zu benennen (wirkt meist platt), sondern zu codieren und indes poetisch zu verklären - um den Text, den es zu erschließen gilt, interessante zu machen.


Nochmal ganz lieen Dank für Deine Mühe / Dein Feedback. Ich bin froh, Dich dafür angesprochen zu haben :)

Liebe Grüße
Micha
Beitrag automatisch zusammengefügt:

"Ich hätte den Text nicht verstanden als Trauerfall sondern als Trennung."
Da bin ich nicht allein mit meiner Unklarheit. Also das sollte schon dingfest sein.
OK, Nr. 2. Danke fürs Feedback!
Die Zeitstimme deiner Duo-Partnerin könnte vielleicht mehr Schwere aus dem Off herüberbringen, das klingt mir zu "fröhlich", weiß nicht wie ich das beschreiben soll.
Ja, es muss natürlich die Atmosphäre widerspiegeln nicht konterkarieren 🙃
Ist bislang so'ne KI-STimme aus Cubase 15 (OmniVocal). Ist ja, wie eingangs gesagt, erstmal nur eine Ideenskizze und die Gesangspartnerin war nicht "zur Hand".

Dank & viele Grüße
Micha
 
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  • #11
Es wäre jetzt interessant, wie das quantitativ verstanden wird, sondern haben wir nur zwei Einzelfälle.
Kann man so machen. Meine These & Erfahrung ist eher, dass so etwas von der Intensität des Lesens bzw. Zuhörens abhängt. Ist bei Gedichten genau so.
Heißt: Wenn du (unbedingt) möchtest, dass es beim ersten Mal Lesen/Hören verstanden wird, solltest Du es eindeutiger formulieren. Wenn es mein Text wäre, würde ich vermutlich eher darauf setzen, dass einige Leute so gecatcht sind, dass sie den Song mehrmals hören - und dann werden sie es entdecken. Ich selbst kenne Songs, wo es nach Jahren hören oder nach einer bestimmten Erfahrung plötzlich bei mir Klick gemacht hat. Ich mag es auch, wenn sich Songs langsam entblättern & und es immer noch etwas zu entdecken gibt …

Das ist aber letztlich Geschmacksache bzw. eine Entscheidung des Autors/der Autorin.

x-Riff
 
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  • #12
Nochmal ganz lieen Dank für Deine Mühe / Dein Feedback. Ich bin froh, Dich dafür angesprochen zu haben :)
Gern geschehen, auch sehr interessant zu lesen, wie viel Gedanken über deinen Text du dir selber schon gemacht hast.
 
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  • #13
Hi @Vocal Voyage
habe mir jetzt Deinen Text nach den eingegangenen Feedbacks noch mal intensiver angeschaut & hätte was zu zwei Stellen:
Direkt am Anfang die zweimalige Verwendung von Horizont. Einwände treffen schon, sieht man‘s aber poetischer bzw. aus einer Innensicht heraus, passt es imho. Das erste Horizont sehe ich als Zielpunkt einer Bewegung. Man weiß, dass man den Horizont per Definition nicht erreichen kann - somit ist er als ideelle Orientierung gemeint.
Das kann man schon aufgreifen - bei der zweiten Verwendung wäre Horizont wieder kein bestimmter Ort und sicher kann dort keine Bank stehen - also ist auch hier ein imaginierter Ort gemeint.

Von dieser Perspektive wäre das stimmig, gäbe aber eine Richtung vor, die ich so lese, dass alles, was an Sinneseindrücken im weiteren (Geruch …) geschildert wird, ebenfalls zum Reich der Imagination gehört. Das Lyrische Ich besucht also nicht wirklich die gemeinsame Bank, nimmt nicht wirklich Platz etc. Ich weiß nicht, ob Du das wirklich willst.
Manchmal mag man ja auch Wortwiederholungen nicht, das wäre für mich ein zweiter Grund hier ranzugehen.

Du schreibst, du hast konkrete Orte (für das zweite Horizont) ausprobiert und hättest nichts gefunden, was genau gepasst hätte … Sollen es drei Silben sein, eher helle Vokale? Mir ist spontan „Am Fliederbusch“ eingefallen, es könnte auch sowas wie „Am Auerbach sein“ - tatsächlich gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten, so dass ich denke, falls Du Horizont durch einen konkreten Ort (oder einen poetischen) ersetzen willst, dass man da bei einigem Suchen fündig würde.

Die zweite Stelle ist die mit dem Geruch und den letzten beiden Zeilen und dem Reim auf „fehlst“. Aus dem Bauch raus und sehr weit weg vom Original fiel mir dies ein (ist noch nicht silbengetreu, geht mir eher um die Idee als solche)
„und ich suche Dich wieder, höre wie Du von 100 abwärts/runter zählst“ oder als Variante „und ich will (immer noch), dass Du mich findest, wenn Du von 100 abwärts/runter zählst“.
Das würde eine Rückerinnerung in eine gemeinsame Kindheit bedeuten und dann auch einschließen (so lange das nicht durch andere Formulierungen ausgeschlossen wird), dass es auch beispielsweise der Tod eines geliebten Bruders oder einer geliebten Schwester bedeuten könnte, in jedem Fall aber, dass die beiden Personen eine Kindheit geteilt haben.

Toller Text!

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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  • #14
Ich kann nichts analytisches beitragen. Wenn ich Musik höre, dann beziehe ich den Text auf mich und meine Situation, oder Erfahrungen. Ob es Trennung ist, oder ein ewiger Verlust....der Text tut schon weh...und löst in mir etwas aus. Es ist etwas beklemmend und obwohl ich es aufhalten will, ein Tränchen kommt trotzdem.
VG
 
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  • #15
Ich habe mir auch noch mal Gedanken gemacht über den Einstieg und über das Wort "Horizont".

Mal angenommen der Einstieg lautete nicht so:
An Feldern vorbei zieh ich bis zum Horizont, ein schwerer Duft von Heu...

Sondern so:
Ich geh unseren Weg an den Feldern entlang, der Duft von Heu...

Würde durch so eine kleine Änderungen wie das konkretere "unseren" Weg, "den" Feldern, "der" Duft vermittelt werden, dass es sich um einen bestimmten Weg handelt, dass es immer der gleiche ist, dass damit eine gemeinsame Erinnerung verbunden ist und dass das lyrische Ich diesen Weg jetzt, im Moment geht und von diesen Bezugspunkt aus betrachtet der Horizont und die Bank schon immer am gleichen Punkt erscheint?

Ruhig widersprechen, falls nicht.
War nur ein Gedanke...
 
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  • #16
  • #17
Würde durch so kleine Änderungen wie das konkretere "unseren" Weg, "den" Feldern, "der" Duft vermittelt werden, dass es sich um einen bestimmten Weg handelt, dass es immer der gleiche ist, dass damit eine gemeinsame Erinnerung verbunden ist und dass das lyrische Ich diesen Weg jetzt, im Moment geht
Aus meiner Sicht: Ja.

und von diesen Bezugspunkt aus betrachtet der Horizont und die Bank schon immer am gleichen Punkt erscheint?
Diesen Satz verstehe ich nicht … Oder beziehst du ihn auf das zweite Horizont?

Aus meiner Sicht kann man alle abstrakten (im Sinne von Nichtkonkreten) Wörter durch konkrete ersetzen und der Text würde auch so funktionieren.
Aus meiner Sicht würde der Text aber eher verlieren, weil abstrakte Begriffe wie Horizont gleichzeitig transzendent sind, das heißt die Durchlässigkeit zu ebenfalls abstrakten Begriffen wie Verlust, Trauer, Erinnerung eröffnen.

Interessante Debatte jedenfalls!
Es geht schon um jedes Wort, aber es gerät nicht zum Hauen und Stechen - eher darum, in gemeinsamen Deutungen und Variationen etwas herauszufinden, was dem threadersteller tauglich sein kann.

x-Riff
 
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  • #18
Hallo zusammen,
ich habe heute wirklich nur eine Skizze mitgebracht.
Es geht mir mehr um die Lyrics. Wie schon bei "Offline". Weil aber schon Musik drunter lag, ist es dann hierhin verschoben worden. Mal sehen wo es diesmal landet.
Wer kennt dieses innere "Hin und Her" beim Texten?

Was meint ihr? Funktioniert der Text?
Lieber Vocal Voyage, ich glaube dir gern, dass du mich nicht auf Anhieb verstehst. Kein Problem. Ich schreibe seit vielen Jahrzehnten täglich. Damit will ich nicht angeben, sondern etwas betonen, was auch jeder Musiker kennt. Je erfahrener man arbeitet, umso vielfältiger, glaubhafter wird jede eigene Erfahrung. Das gilt auch für das Texten!

Nimm mal einen Freund, der eine Trennung beklagt. Zunächst tut er dir echt leid. Du schenkst ihm maximal Aufmerksamkeit.Nach einigen Wochen flaut diese Beretschaft ab. Du tröstest etwas ungeduldiger. Nach einem Jahr gehst du dem Klagenden vielleicht aus dem Weg

Diese Erfahrung haben wir wohl,alle gemacht. Je länger wir klagen, umso schwermütiger wirken wir auf Anderen. Deshalb überlege ich mir beim Texten, ob mein LI momentan geschockt ist oder bereits zunehmend depressiv. Im letzteren Falle kann das Nachtrauern in einem schwermütigen Charakter liegen, der mir eher fremd ist. Derartige Bilder male ich mir beim Texten aus.

Je länger eine Trennung zurück liegt, umso schwieriger wird es, darüber einen berührenden Text zu schreiben…

Zusammengefasst: ich frage mich, wie lange mich Klagen beschäftigen… ob ich eine eigene oder fremde Klage unterhaltsamer ausmalen kann. Der Zeitraum zwischen damals und heute spielt dabei eine entscheidende Rolle.
 
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  • #19
Lieber Vocal Voyage, ich glaube dir gern, dass du mich nicht auf Anhieb verstehst. Kein Problem. Ich schreibe seit vielen Jahrzehnten täglich. Damit will ich nicht angeben, sondern etwas betonen, was auch jeder Musiker kennt. Je erfahrener man arbeitet, umso vielfältiger, glaubhafter wird jede eigene Erfahrung. Das gilt auch für das Texten!

Nimm mal einen Freund, der eine Trennung beklagt. Zunächst tut er dir echt leid. Du schenkst ihm maximal Aufmerksamkeit.Nach einigen Wochen flaut diese Beretschaft ab. Du tröstest etwas ungeduldiger. Nach einem Jahr gehst du dem Klagenden vielleicht aus dem Weg

Diese Erfahrung haben wir wohl,alle gemacht. Je länger wir klagen, umso schwermütiger wirken wir auf Anderen. Deshalb überlege ich mir beim Texten, ob mein LI momentan geschockt ist oder bereits zunehmend depressiv. Im letzteren Falle kann das Nachtrauern in einem schwermütigen Charakter liegen, der mir eher fremd ist. Derartige Bilder male ich mir beim Texten aus.

Je länger eine Trennung zurück liegt, umso schwieriger wird es, darüber einen berührenden Text zu schreiben…

Zusammengefasst: ich frage mich, wie lange mich Klagen beschäftigen… ob ich eine eigene oder fremde Klage unterhaltsamer ausmalen kann. Der Zeitraum zwischen damals und heute spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Danke für Deine Offenheit.
Und wiedermal sehe ich, dass Sprache offenbar weniger steuert, als ich dachte. Texte sind Projektionsfläche.
Das wirft die Frage auf: Wie viel Unvollkommenheit in einem Text ist eigentlich akzeptabel – wenn am Ende jeder Hörer ohnehin seine eigene Geschichte hineinliest?
Der Perfektionist wird nämlich nie fertig mit senien Texten. Sie fühlen sich immr unzureichend an. Das ist auch bei mir eine Tendenz.
Ich finds gut, genauer und scharfsinniger zu werden, aber partiell ein bißchen Mut zur Lücke (Unschärfe, Unperfektheit) ist vllt. weniger Weltuntergang als angenommen.
Zumal literarische "Qualität" im Auge des Betrachters liegt. Groschenromane & Schlager haben sich schon immer hervorragend verkauft, weil sie hooken.
Dann stellt sich vllt. nur noch die Frage nach dem eigenen Anspruch und für wen man schreibt.
 
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  • Ersteller
  • #20
Interessante Debatte jedenfalls!
Es geht schon um jedes Wort, aber es gerät nicht zum Hauen und Stechen - eher darum, in gemeinsamen Deutungen und Variationen etwas herauszufinden, was dem threadersteller tauglich sein kann.

x-Riff
Ja - absolut! Sehr spannend!
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schöner song.
meine erneute kritik.....die männliche stimme hat zuviel low end im mix und bei 5-8khz zu wenig prägnanz.
hier mal ein beispiel, wie ich es mischen würde:

View: https://www.youtube.com/watch?v=hqVnG55Z-o0

oh, vielen dank für den HInweis. Ja, kann sein. war jetzt viel im Nahbesprecheungsmodus beider AUfnahme unterwegs. 3-10cm Abstand zumMikro) - da werden die Bässe angehoben.
Da ist noch garnichts gemixt oder gemastert.
Wie anfangs gesagt... eine reine erste Skizze. Vielleicht ändert sich auch noch die Melodie... das ganze Arrangement ist noch garnicht entwickelt.
Am Ende wird ohnehin nochmal alles anständig eingesungen und eingespielt.
Ich weiß übrigens auch nicht, mit welche LS oder Kopfhörern Du den Song abhörst.

Viele Grüße
Micha
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich kann nichts analytisches beitragen. Wenn ich Musik höre, dann beziehe ich den Text auf mich und meine Situation, oder Erfahrungen. Ob es Trennung ist, oder ein ewiger Verlust....der Text tut schon weh...und löst in mir etwas aus. Es ist etwas beklemmend und obwohl ich es aufhalten will, ein Tränchen kommt trotzdem.
VG
ZIel erreicht... ich habe Dich berührt :)
Wenn wir manchmal Auftritte geben, stehen den Leuten das Wasser in den Augen, wir mir manchmal auch noch etwas. That's it.
Ich finds toll, sich zusammen berühren zu lassen *Gänsehaut*
Die Mücken sind mir egal.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich habe mir auch noch mal Gedanken gemacht über den Einstieg und über das Wort "Horizont".

Mal angenommen der Einstieg lautete nicht so:
An Feldern vorbei zieh ich bis zum Horizont, ein schwerer Duft von Heu...

Sondern so:
Ich geh unseren Weg an den Feldern entlang, der Duft von Heu...

Würde durch so eine kleine Änderungen wie das konkretere "unseren" Weg, "den" Feldern, "der" Duft vermittelt werden, dass es sich um einen bestimmten Weg handelt, dass es immer der gleiche ist, dass damit eine gemeinsame Erinnerung verbunden ist und dass das lyrische Ich diesen Weg jetzt, im Moment geht und von diesen Bezugspunkt aus betrachtet der Horizont und die Bank schon immer am gleichen Punkt erscheint?

Ruhig widersprechen, falls nicht.
War nur ein Gedanke...
Mmmmmmh, es wären noch zwingend die Anzahl der Silben zu beachten (das Limit). Ich habe bewusst sehr viel Raum (zum Fühlen / Nachspüren) zwischen den Halbsätzen gelassen.
Vllt. wrd es nicht der Horizont, sondern der Fliederbaum - fand ich geniale Idee! Ist auch ein schönes maaaalerisches Wort. :-)
 
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