Optimaler Einstieg ins Klavier-/Keyboardspielen für mich?

von glombi, 20.12.18.

Sponsored by
Casio
  1. glombi

    glombi Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.05.06
    Zuletzt hier:
    18.01.20
    Beiträge:
    1.731
    Ort:
    Aschaffenburg
    Zustimmungen:
    1.607
    Kekse:
    7.101
    Erstellt: 20.12.18   #1
    Hallo Zusammen,

    dies ist meine erste Frage im Tastenforum, normalerweise treibe ich mich bei den E-Gitarristen herum. Keine Sorge, Ihr sollt jetzt nicht für mich entscheiden, ob ich mit 46 Jahren zu alt bin, um Klavier zu lernen, ob ich es überhaupt tun soll, oder ähnliches. Aber vielleicht könnt ihr mir helfen, wie ich den Einstieg für mich optimal gestalten könnte.

    Das neue Jahr steht vor der Tür, und es ist die Zeit für gute Vorsätze. Ich wollte schon immer gerne Klavier spielen können, bin aber irgendwie immer wieder bei anderen Instrumenten gelandet. Mit der Gitarre komme ich nicht wirklich voran. Und die Band steck momentan auch in einem Motivationsloch. So langsam wird es auch Zeit, das Thema ernsthaft anzugehen, sonst kommt mir das Alter doch noch in die Quere. Da ist er also, mein Neujahrsvorsatz...

    Ich könnte mir jetzt einfach einen Lehrer suchen, und anfangen. Mit normalen Musikschulen habe ich da aber ein Problem mit den Unterrichtszeiten. Auch haben mich meine letzten Unterrichtsanläufe mit der Gitarre nicht wirklich weiter gebracht. Am liebsten wäre mir daher etwas in Richtung Online-Kurs/Selbstlernkurs.

    Ein weiteres Problem ist, dass ich nicht mit "Entchen klein" anfangen möchte und von der Musikrichtung eher auf Soul, Funk, Jazz und Pop festgelegt wäre. Außerdem bin ich selbstkritisch, ungeduldig und weiß wo ich gerne hinkommen würde, bzw. was auf dem Instrument möglich ist.

    Dazu kurz mein musikalischer Background:

    Ich komme aus einer sehr musikalische Familie - Großvater Organist, Mutter Klavierprofessorin, Bruder sehr begabt am Klavier, aber leider zu faul zu üben. Ich habe aber leider nur das Interesse am Musikmachen geerbt. Gehör, Theorieverständnis oder motorische Fähigkeiten gehen mir leider Großteils ab. Das hindert mich aber nicht, es immer weiter auch mit verschiedenen Instrumenten zu versuchen. Nach obligatorischer musikalischer Früherziehung (mit fragwürdigem Erfolg) "durfte" ich mit 7 Geige lernen, was ich bis zum Abi durchgehalten habe. Im Schulorchester hat's immerhin für die erste Geige und diverse Schulkonzerte gereicht. Mit 15 wollte ich dann auf ein "cooleres" Instrument umsteigen. Dank Opas Rat wurde es doch "nur" das Tenor-Sax zusätzlich zur Geige. 3 Jahre Schul-Jazz-Band haben mir diverse Jazz-Standards und kleine Auftritte eröffnet. Im Maschinebau-Studium und in den ersten Berufsjahren hatte die Musik dann leider Pause. Mit 33 habe ich dann den ersten Anlauf genommen, E-Gitarre zu lernen, leider weitestgehend autodidaktisch. Die erste Keller-Band fand sich über einen Arbeitskollegen. Klassik/Southern-Rock war zwar nie meine Faible, aber irgendwie hat es doch Spaß gemacht. Leider hat sich diese Band irgendwann wegen massiver Stagnation zerschlagen. Dank zweier Kinder gab es dann auch erst einmal andere Prioritäten in meinem Leben. Seit 4-5 Jahren habe ich mich wieder intensiver dahinter gehängt. Zum Glück habe ich schnell eine Soul/Funk-Band gefunden, in der ich Gitarre spielen darf. Die Band ist für mich als Motivation zum Üben nämlich sehr wichtig, auch wenn ich einsehen muss, dass ich keine große Entwicklung mehr machen werde. Die meisten Parts für die Bandsongs kann ich mir ausreichend draufschaffen. Manche Songs, gerade solche die ich gerne einfach für mich spielen würde, kriege ich aber trotz jahrelangem Üben nicht hin. Aktuell versuche ich mit Unterricht technische und theoretische Grundlagen nachzuholen, um mir mehr Möglichkeiten zu eröffnen und nicht nur starr mein gelerntes Zeug runterspielen zu müssen - schwierig, sehr schwierig...

    Unterricht bei meiner Mutter, was ja nahe liegen würde, ist aus mehreren Gründen schon mal ausgeschlossen: räumliche Distanz, mangelndes Verständnis für meine "Begriffsstutzigkeit" am Klavier bei meiner Mutter, etc.

    Ein Roland FP-30 E-Piano ist aber Dank Töchterchen vorhanden, ich könnte also theoretisch zu jeder Tages- und Nachtzeit üben. Ich kenne die Töne auf dem Klavier und weiß grundsätzlich, wie die Handhaltung aussehen sollte. Von der Gitarre bin ich es gewohnt, mir Kram selber drauf zu schaffen. Diesmal möchte ich aber nicht von einem Youtube-Tutorial zum nächsten Hüpfen, sondern hätte gerne einen durchgehenden Faden.

    So, jetzt also mein Wunschzettel: Das Lehrmaterial sollte aus dem Bereich Soul/Funk/Jazz kommen, es sollte anspruchsvoll klingen, aber mich trotzdem nicht überfordern, der Aufbau sollte mich auch langfristig motivieren, dran zu bleiben, das Ganze sollte eine Struktur haben.

    Was würdet Ihr mir empfehlen? Kennt Ihr da was geeignetes?

    Danke und Gruß,
    glombi
     
  2. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    28.04.05
    Zuletzt hier:
    18.01.20
    Beiträge:
    9.774
    Ort:
    Süd-West
    Zustimmungen:
    6.081
    Kekse:
    82.326
    Erstellt: 20.12.18   #2
    Zuallererst mal: Einen durchgehenden Lehrgang in Buchform, der bei Null anfängt und sich dann gleich in diese Musikrichtungen spezialisiert, gibt es meines Wissens nicht. (Wer etwas vernünftges weiß, schreibt das hier bitte :D) Wenn Du wirklich bei Null anfangen und ein Lehrwerk dazu benutzen willst, mußt Du durch "Alle meine Hänschen" durch (-> Heumann).

    Wenn Du aber im Notenlesen schon fit bist und das selber auf dem Klavier hinkriegst (Baßschlüssel?), dann würde ich Dir den altbekannten Jürgen Moser empfehlen (Rockpiano). Dazu etwas aus der Möhrke-Reihe (Groove Piano, Easy Groove Piano, Voicing Concepts), evtl. das Jazzpiano Buch von Mark Levine und/oder den Jazzparnass von Manfred Schmitz. Allerdings ist das bei all diesen Büchern so, daß Du schon Vorkenntnisse mitbringen mußt. Aber nach Geige, Saxophon und Gitarre und Auftritten mit Jazzstandards hast Du die ja!

    Ich habe auch eine Menge anderes Zeug in den Fingern gehabt, (z.B. Play Piano in a Flash! - Play Like a Pro Whether You've Had Lessons or not :ugly:, Maze Leber, Modern Pop Piano), aber wirklich überzeugt hat mich noch nichts davon. Meistens hakt es an der Didaktik.

    Das mußt, kannst, sollst und darfst Du lernen ... :evil: Vor allem Funk-, Jazz-, Soulpiano etc. ohne grundlegendes Theorieverständis geht nicht. Z.B.: Bei Gitarre kann man Griffe lernen, beim Klavier muß man Akkorde verstehen.

    Ach ja, von der Idee, daß es einen Lehrgange gebe, den man nur ducharbeiten müsse, um es danach zu können, solltest Du Abstand nehmen ... :o ;)

    Viele Grüße,
    McCoy
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

    Im Board seit:
    21.05.05
    Zuletzt hier:
    28.02.19
    Beiträge:
    4.867
    Ort:
    March-Hugstetten, nächster vorort: Freiburg/Breisg
    Zustimmungen:
    3.499
    Kekse:
    44.395
    Erstellt: 21.12.18   #3
    Manche stilrichtungen basieren auch nicht auf dem klavier oder haben wie beim blues sich eigene spielweisen, etwa den boogie geschaffen. Ich habe da ganz schön wurzeln müssen.
    Leicht ist das alles nicht, wenn man nicht an der oberfläche plätschern will. .
     
  4. glombi

    glombi Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.05.06
    Zuletzt hier:
    18.01.20
    Beiträge:
    1.731
    Ort:
    Aschaffenburg
    Zustimmungen:
    1.607
    Kekse:
    7.101
    Erstellt: 22.12.18   #4
    Oh, ich hatte gar keine Benachrichtigung bekommen, dass es hier schon Antworten gibt, sonst hätte ich mich früher gemeldet, sorry.

    Das wäre sehr frustrierend, vor allem auf der Geige war ich da doch schon bei deutlich anspruchsvolleren Sachen angelangt...

    Notenlesen ist halt auf der Gitarre eingerostet, und beim Bassschlüssel muss ich in der Tat noch viel umdenken, aber grundsätzlich geht das schon.

    Danke für die Tipps, die werde ich mir mal in Ruhe anschauen, Vorkenntnisse sollte da sein. Heute habe ich mir mal einfache Weihnachtslieder geschnappt. Das Problem ist, dass ich die Melodien ganz gut im Ohr habe und mehr oder weniger auswendig spiele, zumindest mit Rechts. Die Linke hängt dann leider hinterher, weil ich die Bass-Harmonien nicht im Ohr habe, und den Bassschlüssel noch nicht schnell genug vom Blatt lesen kann (Melodieinstrumente halt...).

    Das will ich ja auch. Ich habe die kleine Hoffnung, dass das auf dem Klavier wegen der linearen Auslegung eventuell etwas einfacher sein könnte. Auf der Gitarre bin ich da echt am Verzweifeln.

    Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Natürlich erwarte ich das nicht (meine Mutter lernt mit 78 noch fleißig dazu...). Aber einen systematischen Aufbau von Lektionen fände ich gut, um einen gewissen Stand zu erreichen. Aktuell hüpfe ich von einem Youtube-Tutorial zum nächsten, je nachdem, wonach mir gerade ist oder welchen Song wir in der Band spielen wollen.

    Das ist leider instrumentenunabhängig...
     
  5. WO SCH

    WO SCH Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.04.14
    Beiträge:
    320
    Ort:
    Südliches Münsterland
    Zustimmungen:
    161
    Kekse:
    2.220
    Erstellt: 01.01.19   #5

    Gutem Morgen Glombi,

    ich möchte schon seit Tagen antworten. Vor allem, da ich auch lange Jahre Geigenunterricht hatte und als Teenie versucht habe autodidaktisch mit Gitarre und Keyboards meinen Drang nach dem Musik machen auszuleben.

    Meiner erster Impuls war zu sagen: Ja mach es so, besorg dir Moser / Richardas /Moehrke. Und probiere einfach rum. Akkorde und Umkehrungen in beiden (!) Händen. Bei mir hat es auch geklappt, einfach von der Gitarre aufs Klavier übertragen, auch die Schlagmuster der Lagerfeuergitarre irgendwie in die Hände am Klavier (links okatvierter Bass) bekommen... Aber Stop!

    Ich bin so froh, dass ich - nachdem ich an der Gitarre nicht weitergekommen bin - mit sechzehn noch ganz klassischen Klavierunterrricht hatte. Der Lehrer hat drauf bestanden, mit einer Klavierschule zu starten (ich glaube Emonts oder so ). Viel viel später bin ich über Debussy dann auch zu Scott Joplin gekommen. Jazzpiano gab es damals in der Provinz nicht an der örtlichen Musikschule. Das hab ich als Erwachsener mir selber drauf geschafft. Das ging dann, weil ich die Grundlagen gut gelernt habe. Im Gegensatz zur Gitarre, wo ich einfach eklatante Lücken habe. Es reicht zum Schrammeln, entbehrt aber jeglicher Grundlage

    Also würde ich dir dringend zu einem Lehrer raten. Ich zumindest bin da nicht konsequent genug. Ich bin gut im Bücher kaufen (einschl. Mark Levine). Aber mich wirklich regelmäßig dransetzen, tja... Ich habe in Münster einen Anlauf gestartet und tatsächlich einen Lehrer gefunden, der mich in losen Abständen unterrichtet hätte, Termine nach Vereinbarung, jede Stunde einzeln zahlen (allerdings dann 30 € für 45 min), ist auch an meiner Inkonsequenz gescheitert. Auch beim Sport brauche ich den Verein mit verbindlicher Trainingszeit, aus dem Joggen wird nichts...

    So weit erst mal, Liebe Grüße, Wo.

    P.S: Schade dass Aschaffenburg so weit weg ist, vielleicht per PN weiter quatschen?
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  6. glombi

    glombi Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.05.06
    Zuletzt hier:
    18.01.20
    Beiträge:
    1.731
    Ort:
    Aschaffenburg
    Zustimmungen:
    1.607
    Kekse:
    7.101
    Erstellt: 20.02.19   #6
    Moin,

    ich wollte nur mal kurz Rückmeldung geben, und mich für die Empfehlungen bedanken. Der Moser scheint ganz gut zu passen, ich habe mir jetzt erst mal "Beginning Rock Piano bestellt". Außerdem hatte ich gestern meinen ersten Probeunterricht, da werden wir das wohl auch verwenden. Mal sehen, was bis 50 noch so drin ist...

    Kennt jemand von Moser "Beginning Rock Piano" UND "Rock Piano 1"? Ist das Zweite eher eine Ergänzung oder eine Fortführung zu Ersterem, oder etwas ganz anderes?

    Danke und Gruß,
    glombi
     
Die Seite wird geladen...

mapping