Optimierung der Gitarre für unterschiedliche Stimmungen

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Hallo zusammen,

ich stehe zurzeit vor dem Problem mit nur einer Gitarre ständig die Stimmung verändern zu müssen. Meine momentane Gitarre würde ich gerne weiterhin für die E-Standard Stimmung verwenden. Nun spiele ich aber momentan des öfteren tiefere Stücke (Drop C) und weiss nicht was in Zukunft noch so kommen wird, eventuell noch tiefere Sachen. Ich spiele viel der härteren Gangart.

Nun bin ich etwas überfordert was für meinen Zweck nun wirklich in Frage kommt und auch Sinn macht. 7 Saiter, Baritone oder doch eine 6 Saiter mit einfach nur Dickeren Saiten ?

Ist es einfach so möglich auf eine normale 6 Saiter von Standard 09 oder 10er Saiten auf 12er zu wechseln oder noch dickeres ? Ich habe mal gelesen das bei so einem Tausch zusätlich zum Einstellen der Gitarre auch der Sattel noch bearbeitet werden muss, stimmt diese Aussage ?

Was halten die Profi´s hier für die beste Lösung ?

Liebe Grüße.
 
Was beim Wechsel auf deutlich andere Saiten gemacht werden *muss*, hängt von der Gitarre ab und der Stimmung.
Man wird vermutlich den Halsstab nachjustieren müssen aber vielleicht auch nicht. Ja nach dem, ob stärkere Saiten aber andere Stimmung größeren oder kleineren Zug auf den Hals bringt.
Der Sattel kann ein paar Größenunterschiede meist vertragen aber wenn er auf 9er Saiten geschnitten ist, könnten 12er Saiten ein Nachfeilen erfordern. Ob und wie sehr hängt von deiner Gitarre ab. Wenn die Kerben zu groß werden, kann es sein, dass 9er Saiten darin nicht mehr ganz optimal sitzen. Meist geht das eigentlich irgendwie aber super ist es nicht.

Wenn "einerseits Standard aber manchmal auch viel Drop-C" die Dauer-Situation ist, würde ich zwei Gitarren einsetzen. Theoretisch geht 7saiter oder Bariton (ja, wie? und dann mit Kapo für Standard?) auch aber das sind schon etwas exotischere Lösungen. D-Stimmung mit gedroppter tiefer Saite ist auch noch nicht tief genug dass man dafür eine andere Bauform braucht.

Nimm zwei normale Gitarren die sich auch gut spielen lassen wie zwei normale Gitarren.
 
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Hi @edwardsjethro

under willkommen am Board!

Ein Umstieg von 9er auf 12er Saiten erfordert fast immer Anpassungen an der Gitarre, mindestens das Einstellen (Trussrod, Oktavreinheit, Floyd Rose falls vorhanden...), aber auch oft Sattel kerben, manchmal sogar Mechaniken nachbohren (wenn die Saiten zu dick werden).

Wenn eure Tunings also sehr unterschiedlich sind (mehr als 1,5 - 2 Töne) wirst du wahrscheinlich eine zweite Gitarre brauchen.

Alternativ könntest du den DigiTech Drop ausprobieren.


Für mich wäre das nichts (wegen der Latenz), aber manche kommen damit gut klar. Vor allem mit viel Zerre funktioniert das Pedal eigentlich ganz gut.

Gruß
P.
 
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Drop C kann man ohne Probleme mit 10er oder 11er Saiten spielen (bei LP Mensur sind 10er vllt etwas dünn), da braucht man nur einen Satz mit einer etwas tieferen "E" Saite

Eine 7 Saiter kann man z.B. so verwenden, dass man sie auf DropA stimmt (nur dann mit G statt F#) und dann mit Capo zwischen verschiedenen Drop Stimmungen wechselt und sonst immer seine normale E Stimmung auf der Gitarre hat.

Eine Bariton Gitarre halte ich für weniger geeignet für dein Vorhaben.

Eine zweite normale Gitarre oder ein Pitch Shifter wären das naheliegendste.
 
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Aber wie macht denn ein Digitech-Gerät (oder anderer Pitch Shifter) eine Drop-Stimmung?
 
Gar nicht. Das Gerät dropt alle Töne um die eingestellte Anzahl an Halbtonschritten. Eine Dropstimmung auf der Gitarre kann das Pedal nicht simulieren. Du könntest aber deine Gitarre in Standard E einstellen und wenn du Drop C spielen möchtest nur die tiefe E Saite auf D stimmen (für Drop D) und dann mit dem Pedal zwei Halbtonschritte runtergehen. Dann hättest du vom Sound Drop C und auf der Gitarre Drop D.
 
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So ein "Mädchen für alles", so eine Kompromiss-Gitarre kann ich mir nur für den Notfall vorstellen wenn es gar nicht anders geht ...
Abgesehen davon, dass wirklich ständiges Umstimmen einfach nur nervt ... die ständig und stark wechselnden Spannungen werden der Gitarre auf Dauer auch nicht gut tun ... für mich ein klarer Fall wo wenigstens eine Zweitgitarre wirklich Sinn macht.
(War auch für mich eine meiner besten Entscheidungen).
 
ich mache es ähnlich wie du.
ich spiele 3 gibsons mit robo tunern und kann in weniger als 10 sekunden zwischen drop C und E standard wechseln.
als saiten verwende ich 09-46. das spielt sich recht angehem.

noch tiefer hinunter geht allerdings mit den dünnen saiten nicht.
für noch tiefere stimmungen habe ich eine baritongitarre in drop G.
 
7 Saiter, Baritone oder doch eine 6 Saiter mit einfach nur Dickeren Saiten ?
Das musst und kannst nur du entscheiden.
Ist es einfach so möglich auf eine normale 6 Saiter von Standard 09 oder 10er Saiten auf 12er zu wechseln oder noch dickeres ?
Ist es.
Ich habe mal gelesen das bei so einem Tausch zusätlich zum Einstellen der Gitarre auch der Sattel noch bearbeitet werden muss, stimmt diese Aussage ?
Muss man nicht zwangsweise, ist aber für eine flache Saitenlage förderlich.
 
Ich hab schonmal einen 60er Saitensatz aufgespannt, ohne den Sattel auszukerben. Stimmstabilität war wie immer.
 
Ich meine, es kommt darauf an, welche Stimmungen notwendig sind/realisiert werden sollen.
Standard D geht IMO recht problemlos mit einer Gitarre mit "normaler" Mensur (möglichst 25,5 Fender-Mensur).
Ich habe eine Gitarre dafür entsprechend besaitet und eingestellt (012-054). Dafür habe ich die Sattelkerben soweit erweitert, dass ich keine Saitenklemmer habe.
Baritone gibt es in unterschiedlicher Mensur von 27 bis über 30 Inches. Die langen Dinger spielen sich IMO schon deutlich anders als "normale" Gitarren, aber 27" geht da meiner Meinung nach noch ganz gut. Die Standard Stimmung ist da dann H, was bestimmte Metal Genre noch nicht mal tief genug ist...
Ich würde Standard C lieber einen Halbton höher auf einer Bariton mit 013-060er Saiten, als auf einer 25.5" spielen. Standard D oder gar Drop D macht mit einer Baritone keinen Sinn.
7-Saiter ist wieder ein ganz anderes Game. Das habe ich mir nie angetan, weil mir das vom Griffbrett zu breit wird und ich meine ganze Griff-Technik umstellen müsste.

Eine Gitarre für unterschiedliche Stimmungen vorzubereiten, kann man machen, ist aber halt kompromisbehaftet (Umstimmen, Intonations-Einstellung, zuviel/zuwenig Saitenspannung,...). Ich habe mir, wie oben beschrieben, dafür zwei günstige Squier Teles besorgt, die eine ist und bleibt in D-Standard und daneben habe ich auch eine Squier Baritone. Das waren 2 x 400€ und damit bin ich für alles gerüstet.
 
Ich hab schonmal einen 60er Saitensatz aufgespannt, ohne den Sattel auszukerben
:oops: Echt? Bei Floyd Rose kann ich mir das noch vorstellen, wegen der Form des (Locking-)Sattels, aber beim normalen Sattel?!... Da bin ich wirklich überrascht. Welche Gitarre war es bei dir? (Ich Frage nur aus Neugier).

Ich habe mal auf eine Ibanez (standardmäßig für 9er bzw. 10er eingestellt) einen Satz 12-62 Saiten aufgezogen: der Sattel musste ausgefeilt werden, sonst hatten die Saiten einfach nicht reingepasst. Weiter war es schon extrem knapp beim Loch in den Mechaniken: durch das Abschneiden der Saitenenden werden diese etwas gequetscht und das hat nicht mehr reingepasst. Ich musste diese gequetschte Stelle erstmal leicht bearbeiten, dann ging's ganz knapp (ohne Aufzubohren). Oktavreinheit und Trussrod musste auch angepasst werden. Stimmung war A#.
 
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:oops: Echt? Bei Floyd Rose kann ich mir das noch vorstellen, wegen der Form des (Locking-)Sattels, aber beim normalen Sattel?!... Da bin ich wirklich überrascht. Welche Gitarre war es bei dir? (Ich Frage nur aus Neugier).
Kommt halt auch drauf an, für welche Saitenstärke der Sattel vorher sauber gekerbt war, und ob überhaupt ...
Einerseits sollen die Sattelkerben ja immer möglichst exakt passen, weil alles andere des Teufels sei ... andererseits habe ich bei Gitarren, die ein intensives Leben führen, schon öfter Sattelkerben gesehen in die "alles" reingepasst hätte ... ;)
 
Eine Schecter C6 Deluxe. Willst du hören wie es sich anhört? Hab die Spuren noch.
 
Willst du hören wie es sich anhört?
Nö. Wollte wissen was für ein Sattel drauf ist und was für Saiten ab Werk drauf sind (10-46 laut Webseite, also normal).

Wie gesagt, bin nur neugierig gewesen. Ich glaube dir schon, dass das bei dir funktioniert hat. Vielleicht war sie schon modifiziert, wie @Blues-Opa geschrieben hat
Kommt halt auch drauf an, für welche Saitenstärke der Sattel vorher sauber gekerbt war
Manchmal werden die Bretter im Musikladen für tiefere Tunings angepasst.

Bei mir hätte die 62er niemals in die Kerbe für die 46er reingepasst und die drittdünnste (24er), die in meinem Fall gewickelt gewesen ist, sowieso nicht.
 
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Ich hab irgendwann mal einen fehlgeschlagenen Versuch gestartet, die Sattelkerben tiefer zu feilen. Daraus ist aber nichts geworden. Ansonsten hab ich keine Sattelverbreiterungen vorgenommen. Ich hab es halt einfach akzeptiert, dass sie nicht richtig drin lagen.
 
Na das sollte man aber doch nicht wirklich weiter empfehlen.

Die meisten Probleme an Gitarren entstehen ja durch schlecht angepasste Sattelkerben.

*
 
Eigentlich… ja, eeeeeiiiiiigentlich könnte das ein Fall für eine Steinberger mit TransTrem (TT) sein. Jaja, ich weiß, ist nicht jedermanns Fall, aber dennoch. Ich habe mal einen "TransTrem Setup Chart" erstellt, da kann man die möglichen Stimmungen einer Gitarre mit TT ablesen. Die Bereiche sind unterschiedlich für TT Version 1/2 und TT Version 3.

TransTrem_Setup_Chart_2.jpg


TransTrems benötigen kalibrierte Saiten, was die Auswahl der Dicke auf maximal .011-.052 einschränkt. Nach meiner Erfahrung ist ein Drop-Tuning problemlos machbar, auch wenn das offiziell außerhalb der Spezifikationen eines TransTrems liegt. Wenn du grundsätzlich noch nie etwas vom Steinberger TransTrem gehört hast, hier ist z.B. eine Demo von der Steinberger ZT3 mit TTv3 (oder hier, aber mit weniger Fokus auf dem TT). Oder ein eher "klassisches" Video aus den 90ern mit David Torn und einem TransTrem v2, wie es auch auf der Steinberger GM oder GS verwendet wurde (Steinberger bedeutet also nicht unbedingt "Paddel", nein, es gibt auch richtige Gitarren ;-) )

Realistisch betrachtet geht es mit dem TTv2 recht brauchbar runter bis C, die B-Einstellung ist dann schon sehr "flabberig"… und weiter rauf, oberhalb Standard E, will in der Regel sowieso fast niemand. Der Einstellbereich des TTv3 ist eigentlich näher dran an dem, was Gitarrist:innen üblicherweise brauchen (zwei Halbtöne rauf und runter), aber für "tiefer und noch tiefer" ist das TTv2 wohl besser.

Grüße,
Bernd
 
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