Out of tune bei Slick SL60 Double Cut, spez. G-/D-Saite, offene Akkorde

von Lester Telecaster, 02.05.20.

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  1. Lester Telecaster

    Lester Telecaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #1
    Hi zusammen,

    herrlich, so ein langes Wochenende... perfekt zum schrauben an der neuen Gitarre.
    Dieses Mal sollte es eine Cheapo-Double Cut sein... und ich bin bei einer Slick SL60 gelandet.

    Tolles Konzept, Messinghardware, echt wütende P90s - nur an der richtigen Einstellung scheitere ich zu weil.

    Problem: Gerade bei offenen Akkorden (Bund 1-3) sind die G- und D-Saiten unangenehm "out of tune". Auf dem Stimmgerät etwa eine 4tel Note.

    Die Höhe der Bridge habe ich soweit, dass nichts schnarrt, neue Saiten sind auch drauf., Oktavreinheit ist eingestellt.
    Die Töne kommen beim greifen näher ans Soll, wenn ich den Fingerdruck varriere. Aber die Slick ist unter 4 Gitarren die einzige, die so arg auf Fingerdruck reagiert.

    Ich bin nun mit meinem Latein am Ende... Sattel, Hals?
    Ich will wissen, aus welcher Richtung (Bridge oder Headstock) das Problem kommt und es nach Möglichkeit selbst beheben.
    Handwerklich traue ich es mir zu.

    Der Sattel ist zugegeben etwas grob gearbeitet.
    Aber schaut selbst in den Bildern. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

    Ich danke euch vorab!

    Viele Grüße

    Lester

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  2. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #2
    Das Bild mit der kompletten Kopfplatte und allen sechs Mechaniken drauf zeigt, dass zu viele Windungen der Saiten darauf sind.
    Das wird eine Ursache für eine grundsätzliche Stimminstabilität sein. Ich mach bei meinen Gitarren maximal 3 Wicklungen drauf.

    In den unteren drei Bünden kann das stimmverhalten der Saiten zueinander von einer zu hohen Saitenlage im Sattel kommen.

    Um das zu prüfen, drückst Du die Saiten jeweils einzeln am zweiten Bund, und prüfst, wieviel Abstand zwischen dem erstem Bund und der Saite ist.
    Hier sind bei meinen Gitarren nicht mehr als 1/10mm Abstand. Wenn da ein größerer Abstand ist, kann es sein, dass sich offene Akkorde, z.B. C-Dur zu E-Dur verstimmt anhören, speziell hier die G-Saite. Dann musst Du die Kerbe im Sattel tiefer sägen.
     
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  3. gustavz

    gustavz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #3
    Zuviele Wicklungen auf den Achsen sind problematisch. Falls es die Intonation ist würde ich probieren, die Brücke weiter nach hinten zu setzen. Meist geht das mit den eingebauten Madenschrauben. (falls vorhanden) Dann wäre mehr Spielraum für das Einstellen der Intonation.
     
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  4. Lester Telecaster

    Lester Telecaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #4
    Werde die Saiten mal runter nehmen und mit weniger Windungen drauf ziehen.

    Wo genau soll ich am 1 Bund messen?

    Wie lässt sich so ein Sattel etwas runter schleifen ohne großes Werkzeug?
     
  5. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #5
    Zum runterschleifen reicht ein Schnipsel Schleifpapier, aber das wird nichts nützen.

    Einen Sattel zu feilen ist die hohe Kunst des Gitarrenbaus. Daran scheitern viele Profis obwohl ihnen die geeigneten Werkzeuge zur Verfügung stehen.

    Das ist sehr beschönigend ausgedrückt. Einen schlechteren Sattel muss man erst mal finden.

    Ein seriöser Gitarrenbauer verlangt etwa 50,- € für einen Knochensattel der gut angepasst ist. Das wäre der beste Fuffi den Du investieren kannst wenn Du die Gitarre professionell spielen willst.

    Diesen Beitrag verstehe ich nicht. Die Intonation sieht für mich vorbildlich eingestellt aus, was Lester Telecaster ja auch schon im ersten posting erwähnt hat.
     
  6. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #6
    Miss zwischen der Unterseite der Saite und der Oberseite des ersten Bundstäbchens. Dieser Abstand soll so sein, dass etwa ein Blatt Paier durchlässt.
     
  7. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.20   #7
    Auch dieser Beitrag ist so nicht richtig, eher sogar völlig falsch.

    Man müsste für diese Messmethode die jeweilige Saite im dritten Bund drücken und dann den Abstand zwischen Saite und Bundstäbchen mit Papier messen - aber mit welchem Papier??? Druckerpapier zwischen 80 und 100 Gramm? Visitenkarten sind auf jeden Fall zu dick, aber das Papier von der letzten Werbewurfsendung viel zu dünn...

    Der beste Rat den man geben kann ist leider momentan nicht auf einen Rat aus dem Musiker-Board zu vertrauen.
     
  8. Lester Telecaster

    Lester Telecaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.20   #8
    Die Saiten hab ich zwischenzeitlich neu aufgezogen.

    Ja, der Sattel sieht "interessant" aus. Ich wollte ihm dennoch eine Chance geben... und habe es eben selbst etwas verkackt...

    Hohe E Saite - etwas den Sattel gefeilt (220er Schleifpapier) - F und G gegriffen, passte besser als zuvor.

    H Saite - wieder 220er, hat sich bei gegriffenem C und D jedoch ewig nix verbessert, stets war der Ton zu hoch. Dann habe ich mit einem kleinen Sägeblatt gefeilt und direkt zu viel weg genommen... Autsch.

    Habe die Kerbe nun mit Alleskleber und Backpulver aufgefüllt, hatte keinen Sekundenkleber. Werde morgen mal schauen, ob dass ausgehärtet ist und ich damit arbeiten kann. Mag alles sehr amateurhaft wirken, aber ich sehe es als Lernobjekt (zumindest seit ich verkackt habe ).

    Ich habe vorhin einmal die Saite "probe" in die erste Version meiner Backpulver-Kleber-Mische gelegt (halbe Stunde später), und das C und D waren näher am Ideal als zuvor. Zuvor waren die Töne immer etwas höher zu hoch.

    Lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass der gegriffene Ton zu hoch ist, wenn der Sattel zu tief ist?

    Eventuell war die Sattelkerbe ab Werk eher zu hoch als zu tief?
     

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  9. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.20   #9

    @Bassturmator Natürlich hast Du da recht, dass man am dritten Bund drückt, damit die Saite auf dem zweiten Bundstäbschen und dem Sattel aufliegt …. Ich selbst drücke da tatsächlich immer direkt auf das zweite Bundstäbchen, deswegen meine falsche Aussage in Post #2

    Auf der Website von Lakewood wird das Verfahren sehr gut beschrieben

    https://www.lakewood-guitars.de/faq_topic.php?faq_id=82,q=sattel
     
  10. Lester Telecaster

    Lester Telecaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.20   #10

    Danke für den Link, so stand es auch in meine Gitarre Bass DIY Heft.
    Freunde, es liegt ein erkenntnisreicher Mittag hinter mir.

    Der Sattel / H Saite:
    Den Kerben etwas Bleistift gegönnt. Die Backpulver-Klebemische hat wie zu erwarten keine Wunder bewirkt. Nach zirka 2h Spielen ist die Mische wieder fast runter und am 1. und 2. Bund schnarrt es. Da passt kaum noch eine Briefmarke durch. Mea cupla, aber der Sattel ist allgemein nicht gut verarbeitet. Der viel gelobte Sattel aus Graphit mag bezogen auf's Material gut sein, verarbeitet ist er jedoch eher mau. Meine Earnie Ball Heavy Bottom (052er) liesen sich nicht durch die Kerbe ziehen, noch ein Knackpunkt. Werde den wohl beim Gitarrenbauer tauschen lassen.
    Zitat Bassturmator: "Einen schlechteren Sattel muss man erst mal finden."

    Bridge / Intonation:
    Mit der Lage der Bridge war ich unzufrieden. Diese war maximal nach hinten verschoben, sodass die äußeren Bridgehalterungen einen Abstand zu den großen Höhenverstellschrauben hatten. "Eigenartige Konstruktion" dachte ich mir, also vor mit der Bridge. Da die Intonation dann nicht mehr passte, habe ich diese einzeln an den Saitenreitern eingestellt. Was hätte ich mir hier eine Les Paul TOM gewünscht, denn bei der Slick wird mit 2 Madenschrauben justiert und die Saitenreiter liegen direkt aneinander. Hier kann durch falsche Justierung also auch die Lage der darauffolgenden Reiter verschoben werden - was ein Käse. Nach 2h waren alle Saiten fein oktavrein, die Reiter in Reihe und Glied und die Saitenhöhe angenehmer eingestellt. Ein Wunder, dass die Gewinde der Madenschrauben dass alles mitgemacht haben.

    Saitenreiter hohe E-Saite:
    Steht unter Beobachtung. Die Saitenkerbe hat einen Schuss, anbei findet ihr ein Bild. Könnte mir vorstellen, dass hier E-Saiten einen schnellen Tod finden. Die Zukunft wird das zeigen.

    Mechaniken:
    Stehen auch unter Beobachtung. Bei so viel Hoch- und Runterstimmen wird man paranoid, ob die Tuner ok sind oder nicht. Kann ich jetzt nicht neutral beurteilen, schließlich habe ich auch die Saiten ordentlich verschlissen in den letzten Tagen. Werde wohl einige Tage spielen und dann besser beurteilen können.

    All in hat sich die eingangs erwähnte Verstimmung bei offen gegriffenen Akkorden etwas verbessert, was ich allein der Bridge-Adjustierung zuschreibe. Der Sattel wird getauscht, ich hoffe, dass sich dadurch auch von "oben" noch etwas Verbesserung erzielen lässt.

    Da die Geschichte für mich damit keinesfalls abgeschlossen ist, würde ich mich auf eure Infos und Kommentare weiterhin sehr freuen!

    WhatsApp Image 2020-05-03 at 14.37.05.jpeg
     
  11. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.20   #11
    Bitte doch einfach den Gitarrenbauer wenn er den Sattel tauscht auch die Kerben der Saitenreiterchen nachzufeilen.

    Was die Stimmstabilität betrifft sind nie die Mechaniken schuld. Sie können schwergängig und unkomfortabel sein. Das wäre dann vielleicht ein Grund für einen Tausch.
     
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  12. bluesfreak

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    Erstellt: 07.05.20   #12
    Ich hab ja so ne türkise Slick Tele....da war der Sattel auch jenseits von Gut uns Böse und hatte dazu auch noch scharfe Kanten, hab den gegen einen TUSQ ausgewechselt, der war preslottet und mit ein bisschen Abstimmungsschleiferei zur absoluten Höheneinstellung hab ichs ganz gut hinbekommen. Im gleichen Atemzug auch noch die Bundenden beigeschliffen und die Griffbrettkanten verrundet, jetzt ist das Ding echt gut bespielbar...
     
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  13. Lester Telecaster

    Lester Telecaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.20   #13
    Kommenden Samstag geb ich das Problemkindchen mal in die Hände des Gitarrenbauers Jan Wenk (aus Lahr, hat 2018 den Gründerpreis erhalten und war auch schon mit eigenen Modellen auf der Guitar Summit). Wenn der sich nicht auskennt, dann weiß ich auch nicht (Homepage für Interessierte: https://www.wenk-gitarrenbau.de/ )

    Er wird der Slick einen selbstgefeilten GraphTech Sattel spendieren, den Messingreiter hoffentlich etwas entschärfen und ihr generell mal ein vernünftiges Setup spendieren. Dann können auch endlich die für diesen Prügel angedachten 052er drauf (Heavy Bottom Earnies).

    Ich mag den Sound echt, eine toller Playergitarre, aber an den teils leicht schiefen Tonhöhen häng ich mich grad echt ein bisschen auf. So ein Drama hatte ich noch nicht einmal mit den Vintage-Reitern meiner CV Tele oder beim ersten Mal Saitenwechsel mit Bigsby. Man leidet halt echt mit seinen Klampfen, grad wenn man sie mögen will und sie es einem nicht leicht machen.

    Ich hoffe wirklich, dass ich danach anständig rocken kann.
    Sag mir bitte einer, er hat diesen Leidensweg auch schon hinter sich… :-D
     
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