Poti Regler Vintage V100 überlagernder Einfluss auf Volumen u. Klang ?

  • Ersteller Ersteller Fenderfrank
  • Erstellt am Erstellt am
F

Fenderfrank

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
13.04.26
Registriert
31.03.26
Beiträge
23
Hallo guten Abend,
bin neu hier.
Heute habe ich mir eine Vintage V 100 gegönnt.
Vorher hatte ich eine Gibson Tribute, die mir klanglich etwas dünn war.
Die konnte ich an einen Kollegen weitergeben.
Die V100 gefällt mir vom Klang und Sustain wesentlich besser.
Allerdings wundert mich, dass der Klangregler auch die Lautstärke in geingem Mass und der Lautstärkeregler auch etwas den Klang ändert.
Jeweils zum entsprchenden Pickup.

Kennt ihr das und woran kann das liegen, eventuell an der Schaltung?
War das bei ganz alten Les Paul vielleicht üblich?

Bei der Tribute waren Klang und LS Regler jeweils nur für Klang oder Lautstärke verantwortlich.
Das muss ja nicht unbedingt negativ sein,
mit etwas Geduld kann ich den Ton und Lautstärke über beide Regler anpassen und stehen lassen.

So bin ich das allerdings nicht gewohnt und wundere mich deswegen.

Gruß
Frank
 

Es gibt da Tricks, die Schaltung etwas zu verändern damit dies Klangveränderung die du ansprichst nicht so stark wird. Dafür muß halt wer her, der Grundverständnis für Schaltungen und Löten hat.
 
  • Ersteller
  • #3
Ja, danke erstmal.
Wollte erstmal etwas über die Theorie erfahren.
Heute konnte ich schon hören, dass es viele Schaltmöglichkeiten gibt und die Regler dann halt auch mal abhängig zueinmander reagieren.
Im Detail wussten die im Gitarrenshop aber nicht Bescheid.

Vielleicht gibt es Links zu Schaltungen, die ich dann mit meinen vergleichen kann.
Lötenfähigkeite, Interesse und das Verständnis habe ich durchaus.
 

Die Frage ist nicht unbedingt, welche Schaltungen vergleichbar wären, sondern wie es zum Schluß auf deiner Gitarre so klingt, daß DU zufrieden bist. Der leichteste Weg dahin wäre mit einem Gitarrentechniker, der das beruflich macht. Anders ginge es sicher auch, braucht wahrscheinlich mehr Zeit und ein paar Versuche.
 
  • Ersteller
  • #5
Stimmt genau darum geht's
Den Punkt wo mir der Klang gefällt werde ich schon finden.
Ist eher technisches Interesse, ich dachte es ist immer so, dass sich Lautstärke und Kllangregler nicht überlagern.

hab die Gitarre seit gestern, erstmal alles durchprobieren.
Sie gefällt ir schon sehr.
An einer günstigen Gitarre viel umbauen macht sowieso wenig Sinn.


Frank
 
...wundert mich, dass der Klangregler auch die Lautstärke in geingem Mass und der Lautstärkeregler auch etwas den Klang ändert...
...woran kann das liegen, eventuell an der Schaltung?...
...War das bei ganz alten Les Paul vielleicht üblich?...

...Bei der Tribute waren Klang und LS Regler jeweils nur für Klang oder Lautstärke verantwortlich....
Servus,

ja, die Regler beeinflussen sich gegenseitig und ja, das ist u.a. schaltungsabhängig und abhängig von diversen Parametern des / der Pickups.
Das ist relativ komplex. Man kann nicht so ohne weiteres davon ausgehen, dass - nur weil die Gitarren ähnlich aussehen - deren Schaltungen deshalb auch zwangsläufig gleich funktionieren, um es mal flapsig so zu schreiben.

Alleine nur schon der Klangregler: Drehst du den auf, so drehst du immer mehr einen Kondensator in den Signalweg. Der klaut Höhen und bedämpft zunehmend den Pickup und je nach dessen Parametern geht u.U. dadurch auch dessen Output zurück.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: KlampfenTom
  • Ersteller
  • #7
Die V100 habe ich jetz 3 Tage, spiele sie gerne.
Werde auch weiterhin ohne Umbau damit spiele, warum auch klingt ja toll.
Auch Sustain stimmt.
Das ist jetzt meine 3. Gitarre, 1 Strat habe ich noch.
Es ist eine Mexiko Strat aus 2021, 50 fat Fretboard ist drin , mehr brauche ich dann auch nicht.
Die Tribute ist verkauft.
Zum Üben perfekt.
Ich war wie beschrieben etwas verwundert, dachte die Regler verhalten sich überall gleich.
Anyway, ich finde die richtige Einstellung unmd drehe dann eh nicht groß dran rum.

Frank
 
  • Ersteller
  • #9
Guter Tipp, werde ich mir alles mal durchlesen.
 
  • #10
Ein Punkt bei der V100 ist mMn schon auch die elektrische Ausstattung. Dem ersten Post entnehme ich, dass Dir die Gibson Tribute vermutlich einfach zu wenig Output und "Wumms" hatte. Das liegt natürlich in erster Linie an den PUs, die bei der Tribute - auch wenn es da schon recht unterschiedliche Ausführungen gab - in dem Fall wohl einfach leiser waren, während Vintage meistens relativ heiße Wilkinson-HB verbaut.

Wenn also bei Gibson z.B. die 490R und 490T verbaut waren, die so um die 8 KOhm haben, sind das schon deutlich andere Voraussetzungen als bei Wilkinson, bei denen der BridgePU oft schon 14 KOhm hat.

Hochohmige PUs neigen nach meiner Erfahrung generell eher dazu, dass beim Zurückdrehen der Volumepotis die Höhen schneller verschwinden. Man kann dem entgegenwirken, indem man einen Treble Bleed einbaut, wie es @Frans13 vorgeschlagen hat. Mitunter hat man dabei aber den Eindruck, dass sich der Ton auch aufgedreht ein wenig ändert, aber viele hören da gar nix und andere nehmen es eher positiv wahr. Da hilft nur probieren.

Ähnliches gilt für das Tone-Poti, bei dem ich ebenfalls bei vielen Gitarren finde, dass es zu schnell zuviel wegnimmt. Das hängt aber auch hier von den Bauteilen und den PUs ab.. Es könnte natürlich sein, dass eine kalte Lötstelle vorliegt oder ein Defekt, das kann man aber nachmessen. Dass die Gitarre beim Tone-Abdrehen immer etwas "leiser" wird, liegt aber in der Natur der Sache, denn es ist ein passives Bauteil und kann nur was wegnehmen. Oft finde ich dabei den Tonkondensator schlicht als zu groß, dann werden schon die Hochmitten erfasst und das signal wird früh dumpf und verliert Durchsetzungskraft. Versuch mal, den Kondensator gegen einen mit 0,01 oder 0,015µF zu ersetzen, mir ist der meist verwendete Standard von 0,022µF (=22nF) oft schon zu grob in der Wirkung. Je kleiner die Kapazität, desto höher setzt der Toneregler an, und ich habe teils auch schon 0,005µF verbaut, was nur die Brillanzen abmildert und sogar ganz zugedreht durchaus brauchbare Sounds liefern kann.

Eine andere Idee wäre es, die Verdrahtung auf das sog. 50s Wiring zu ändern. Auch hier gehen die Höhen beim Abregeln des Volume weniger stark zurück, und interssanterweise dünnt man eher die Mitten aus, wenn man Volume und Tone zugleich etwas runterdreht. Diese Regelcharakteristik ist erst mal ungewohnt und vielleicht sogar ein wenig unlogisch, aber man bekommt viele klassische Les Paul Sounds (die von der Interaktion Gitarre/Ampeingang leben) damit am Ende besser hin, bei Röhrenamps, aber durchaus auch bei (guten) Modellern. Einfach mal im Board und im Netz danach suchen.

Möglich wäre es zuletzt auch, dass Deine Potis so ausgefallen sind, dass die Widerstände eher niedrig sind. Die Toleranzen sind da teils schon hoch, und wenn ein Poti statt 500 nur 450 KOhm hat, hört man das gerade bei hochohmigen HB durchaus. Auch hier gibts schnell Höhenverluste. Würde ich mal nachmessen, einfache Multimeter kosten kaum mehr als einen 10er im Baumarkt, und es sollte in jedem Gitarrenhaushalt eines geben. Schon weil man damit Masseverbindungen und Kabel auf Durchgang bzw. Defekte prüfen kann, und Amps und Mikros an unbekannten Orten (Probekeller, Kneipe mit 50er Jahre-Stromkabeln...) auf Gefahren durch Netzspannungen, wo eigentlich keine anliegen sollte, wie z.B. auf den Gitarrensaiten... :stars:

Gruß, bagotrix
 
  • Ersteller
  • #11
Danke einiges an Info.

Inzwischen habe ich mit den Reglern arrangiert.

Gruß
Frank
 
  • Ersteller
  • #12
Ingesamt schon sehr interessant.
Die >Kapa der Kondensatoren werde ich messen und durch andere mit geringerer Kapazität ersetzen.
Das geht auch schnell.
Die Gitarre klingt auch sehr nasal, hoffe das geht dann auch weg.

Frank
 
  • Ersteller
  • #13
Die eigebauten Kondensatoren haben 47nF.
2 Stk. mit 22nF habe ich mir schonmal bestellt , guter Tipp danke dafür.
Einen Versuch ist das auf jeden Fall wert.
Der Umbau ist dann schnell erledigt.
 
  • #14
Die Gitarre klingt auch sehr nasal, hoffe das geht dann auch weg.
Das hängt natürlich auch möglicherweise an den PUs selbst, die eher auf rockige Durchsetzung getrimmt sind. Oft verwendet Wilkinson auch Ceramic-Magneten, was mir persönlich nur bei wenigen HB-Typen wirklich gefällt, etwa dem Gibson 500t, Duncan Custom und Distortion. Der Magnet ist bei einem HB aber auch meist nicht schwer zu wechseln, zumindest, wenn man keine Kappen auf den PUs hat. Kann sich durchaus lohnen und ist halt viel billiger als den ganzen PU zu tauschen. Ein A5 Magnet wird idR etwas weniger Mitten bringen, ein A2 eher mehr, und ein A4 lässt den Ton in vielen HB ausgeglichener werden - was postiv sein kann, aber umgekehrt auch etwas "langweiliger" klingen kann. In der Halsposition mein absoluter Liebling, weil er Wummern und Matschen bekämpft und am Hals besonders schöne "Flötentöne" bei Soli bringt, wenn es Gitarre und PU hergeben. Wenn man erst mal die Kappen wegmachen muss, ist es natürlich etwas mühsamer, fürs Ablöten der dicken Lötpunkte empfehle ich einen anderen, stärkeren Lötkolben zu benutzen - kurz und heiß vertragen Beuateile besser als lange Lötorgien mit zu wenig Power und zu feiner Spitze.

Wenn Du die Caps messen kannst, sollten die Potiwiderstände kein Problem sein, dazu hast Du noch nichts geschrieben. Sollten sie deutlich unter 500 KOhm liegen, kann es schon sein, dass die Resonanzfrequenz so weit nach unten verlagert ist, dass es nicht so schön klingt. Umgekehrt könnte es aber auch sein, dass der "Peak" der PUs mit 500 KOhm einfach zu ausgeprägt ist, sodass es vielleicht sogar besser klingt, wenn Du den Widerstand herabsetzt. Technisch recht simpel, dazu musst Du nur einen Widerstand parallel zum Volume einsetzen, also vom Eingang zur Masse. Dazu kann man ein Trimmpoti nehmen, aber auch einfach mal mit 1 MOhm anfangen und dann runtergehen. Festwiderstände kann man im E-Fach ja recht leicht in die Ösen pfriemeln und provisorisch befestigen, um verschiende Werte auszutesten.

Auch sonst gibts noch viele klangliche Stellschrauben an so einer Les Paul. Als ganz wesentlicher Punkt hat sich für mich immer wieder die Hardware erwiesen, und da vor allem die Bridge. Die meisten Tunomatics sind aus Gussmaterial, auch die Originale. Das ist jetzt schwingungstechnisch nicht unbedingt das Optimum, vor allem wenn auch die Saitenreiter aus diesem Zeug sind, die bei Gibson zumindest ursprünglich aus Messing bestanden. Denn da liegt die Saite ja nun unmittelbar auf, also sollte das Material die Saite nicht schon hier dämpfen. Mit "nasal" umschreibt man ja meistens, dass es ausgeprägte Spitzen im (oberen) Mittenbereich gibt und die Bässe und Höhen dahinter zurücktreten. Das ist schon etwas, was billige Gussteile eher fördern, zumal auch die Passungen bei Guss technisch bedingt nie so ganz exakt sind.

Ich bin ein großer Fan der Hardware von ABM, bei der gar nichts gegossen wird, sondern die ganze Bridge aus Messing gefräst ist. Bei den Gitarren, bei denen ich diese Bridges verbaut habe, wurde der Ton bisher immer stabiler, ausgeglichener und breitbandiger im Spektrum. Leider nicht ganz billig, halt Made in Germany, Top-Materialien und sehr exakte Fertigung. Gibt es in vielen Varianten für diverse Befestigungen, entsprechend auch für die vermutlich bei Dir verwendeten dicken Gewinde (8mm?), die man bei asiatischen Gitarren findet.

Es gibt aber auch Adapter von ABM und Göldo, mit denen man eine Bridge mit 4mm-Löchern (Standard bei Gibsons Ur-Tunomatic und vielen anderen) in 8mm-Gewinde schrauben kann. Ich habe damit auch mal eine Duesenberg Radius-Bridge verbaut, die ich auch sehr gut finde, die aber etwas brillanter und neutraler klingt. Im Prinzip baugleich, nur mit gerader Oberseite (und 20 € billiger) gibt es noch die Göldo 3-Point Vario-Bridge. Bei beiden sind die Reiter aus gesintertem Edelstahl, und sie sind so gelagert, dass sie auf beiden Seiten aufliegen und nicht durch zuviel Spiel rappeln (auch ein Problem bei vielen Tunomatics, das ebenfalls "Ton klaut"). Zu giter Letzt kann man auch noch das Tailpiece gegen eines aus Alu oder Messing tauschen, das bringt dann oft auch nochmal eine Verbesserung in Sachen Transparenz und Sustain.

Die Bridge halte ich für die Tonqualität allerdings für eines der wichtigsten Bauteile überhaupt, gleich bei welcher E-Gitarre. Schade, dass ausgerechnet hier manchmal bis in hohe Preisklassen gespart wird. Na ja, manchmal auch einfach aus Vintage-Wahn", weil die Hersteller das vor 80 Jahren halt auch schon getan hatten...

Nach meiner Erfahrung profitiert eine GItarre jedenfalls oft mehr aus solchen Modifikationen als aus edlen Boutique-PUs. PUs sind für mich eher Geschmackssache, wie die Einstellung des eigenen Amps. Mit anderen PUs klingt die Gitarre erstmal nur "anders", mit der optimalen Hardware kann man unabhängig vom Sound die Vorgaben verbessern, mit der ein PU arbeiten muss.

Gruß, bagotrix
 
  • Ersteller
  • #15
Hey, wieder ein interessanter Input und umfangreich.
Werde über die Zeit einige Punkte im Auge behalten und nach und nach austesten.

Gruß
Frank
 
Zurück
Oben