Potis für Piezo in E-Gitarre

von escapeartist, 07.11.07.

  1. escapeartist

    escapeartist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.07   #1
    ich hätte folgendes problem:
    ich bau mir in meine e-gitarre einen piezo ein
    jetzt will ich nicht 2 ausgangsbuchsen sondern will die normalen humbucker signale mit denen des piezos mischen können, sodass ich nur eine ausgangsbuchse benötige
    da brauch ich dann aber zwei potis und zwar einen für die lautstärke des potis und einen für die überblende zwischen piezo und humbucker
    was für welche müssten das dann sein?

    thx im vorraus für hilfe

    edit: achja der piezo ist ein schaller gtmp
     
  2. DerOnkel

    DerOnkel HCA Elektronik Saiteninstrumente HCA

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    Erstellt: 11.11.07   #2
    So einfach, wie Du es Dir vorstellst, ist es in der Praxis leider nicht!

    Piezosensoren sind kapazitive Wandler. Das heißt, sie bilden mit dem Eingangswiderstand der folgenden Schaltung immer einen Hochpaß, der im unglücklichsten Fall die Baßwiedergabe einschränkt! Ein Piezo benötigt daher immer einen möglichst großen Lastwiderstand. Hier sind Werte zwischen 2 und 10MOhm durchaus keine Seltenheit.

    Eine passive Zusammenschaltung mit der Elektronik einer klassischen Elektrogitarre ist nicht in der Lage, diese Anforderung zu erfüllen!

    Wenn man es richtig machen will, kommt man also nicht umhin, für den Piezo einen Vorverstärker mit hochohmigem Eingangswiderstand vorzusehen.

    Auch die Mischung des Signals der elektromagnetischen Tonabnehmers mit dem Piezosignal sollte aktiv erfolgen, um den Klang dieser Tonabnehmer nicht negativ zu beeinflussen.

    Du benötigst also zwei Impedanzwandler und einen Addierverstärker, der die beiden Signale mischt. Wenn Du mit der Elektronik auf Kriegsfuß stehst, hast Du jetzt ein ernsthaftes Problem, denn käufliche Lösungen sind sehr teuer und (vermutlich) nicht ohne weiteres auf Deine speziellen Anforderungen anzupassen.

    Ulf
     
  3. escapeartist

    escapeartist Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.07   #3
    Ich denke ich müsste es schon schaffen das ganze zusammenzubauen.
    Hättest du da vielleicht einen kleinen Schaltplan, Anleitung etc. - einfach etwas was mir eine etwas bessere Vorstellung vom Ganzen verschafft
     
  4. Granufink

    Granufink Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.07   #4
    Moin,

    wenn die Mischung komplett aktiv erfolgt (also auch die Magnet-PUs vorverstärkt werden), werden die Humbucker alleine betrieben schon anders klingen als im jetzigen Zustand. Mein Vorschlag wäre daher, dem Piezo einen Impedanzwandler zu spendieren und die Mischung passiv zu realisieren, was zwar aus diversen Gründen nicht besonders elegant ist, aber den Klang der Humbucker nicht zu sehr verändert. So wird die Schaltung auch nicht zu aufwändig.

    Wichtig: Der Piezo-Impedanzwandler sollte die Impedanz auf etwa den gleichen Wert der Humbucker bringen, sonst funktioniert die Mischung nicht gut; außerdem ist das Ausgangssignal dann genauso anfällig bzw. empfindlich wie das normale Signal passiver Gitarren.
     
  5. DerOnkel

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    Erstellt: 12.11.07   #5
    Ja, aber nur, wenn man halbe Sachen macht!
    NEIN! Der Impedanzwandler des Piezo hat einen relativ geringen Ausgangswiderstand, der dann bei der Mischung die Resonanz komplett dämpft. Das wäre vergleichbar mit Tone=50%!
    Dann fang schon mal an zu rechnen. Trivial ist Dein Vorschlag meiner Meinung nach nicht.

    So würde der Onkel vorgehen:

    1. Impedanzwandler

    Diese Schaltung läßt sich gut für beide Tonabnehmer verwenden.

    [​IMG]

    Wie es funktioniert habe ich im Beitrag "Impedanzwandler für die Elektrogitarre" ausführlich beschrieben.

    Wichtig ist der Kondensator CL. Er sollte den gleichen Wert haben, wie das bisher verwendete Instrumentenkabel. Vergisst man ihn, so wird der passive Tonabnehmer im Leerlauf betrieben und hat dann eine wesentlich größere Resonanzfrequenz. Dann klingt es tatsächlich anders und ist ein beliebter Fehler! Das wären dann die schon erwähnten "halben Sachen"!

    Für den Einsatz mit dem Piezo muß CL und sollte Ce entfallen. Statt dessen wählt man für Re1 und Re2 größere Werte (z.B. 4,7MOhm oder gar 10MOhm).

    2. Mischung

    Die Mischung der beiden Signale könnte man dann "ganz dumm" mit einem Poti machen (Überblenden). Danach käme dann der Lautstärkeeinsteller.

    Eleganter ist natürlich ein Mischer, wie er zum Beispiel im ELKO beschrieben ist.

    3. Luxus

    Sollte für den Piezo ein wenig Verstärkung erforderlich sein, so läßt sich der Impedanzwandler leicht in einen Verstärker umwandeln. Das Zauberwort heißt "Nichtinvertierender Verstärker" und wird so ebenfalls im ELKO beschrieben.

    Ulf
     
  6. escapeartist

    escapeartist Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.07   #6
    danke! das hilft mir sehr!
     
  7. Granufink

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    Erstellt: 12.11.07   #7
    Klar, daher lautete mein Zusatz ja:
    Nochmal: Ich habe diesen Vorschlag (Piezo+Impedanzwandler, Mischung passiv) gemacht, um den Humbuckersound solo(!) möglichst unangetastet zu lassen - technisch ist die Lösung nicht optimal.
     
  8. DerOnkel

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    Erstellt: 13.11.07   #8
    Und genau das funktioniert so nicht! Für einen Laien wird die notwendige Anpassung des Ausgangswiderstandes des Impedanzwandlers an die Impedanz der passiven Elektronik kaum machbar sein.

    Abgesehen davon, welchen Wert soll die Impedanz denn haben? Den mit Tone=100% und Volume 50% oder...? "Den" Wert für die Impedanz gibt es in diesem Fall nämlich nicht!

    Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Problem: Das Signal des Piezos würde dann einen Schwingkreis aus Tonabnehmern und Kabelkapazität sehen. Am Ende wird dann eine unnötige Beschneidung der Höhen stehen und dann heißt es wieder: "Aktive Elektronik klingt sch...!"

    Wenn sowieso eine aktive Schaltung in die Gitarre muß, dann sollte man auch den ganzen Schritt machen! Nur so kann man gewährleisten, daß beide Systeme rückwirkungsfrei (auch miteinander) arbeiten können. Alles weitere ist halber Kram!

    Ulf
     
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