[Preamp] Fractal Audio Axe Fx

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Hallo zusammen,
jetzt besitze ich die Axe doch schon ein Weilchen und dachte, schreib doch was zu deinen Erfahrungen mit ihr...

Vorgeschichte:
Kurz zu mir: Ich bin 24, spiele seit 10 Jahren Gitarre und mache seit 16 Jahren Musik. Ich spiele vorwiegend 7-Saiter, im Moment eine Custom von MGH, bin vorwiegend im Metalbereich (insbesondere im Prog) daheim und steh auf klare, ausdrucksstarke, sowie auch technische Gitarrenarbeit mit Druck im Bauch und ohne jegliches Hosenbeinflattern.
Mein Hauptaugenmerk ist schon seit langem auch ein guter Sound bei mir daheim, weil ich da die meiste Zeit an der Gitarre verbringe. Es ist mir wichtig, beim alleine spielen oder üben einen guten Sound um die Ohren zu haben. Ich bin deshalb auch relativ schnell zu Modellern gekommen, ursprünglich beim V-Amp gelandet, auf POD umgestiegen, dazwischen immer mal mit der Pandora herumgewerkelt, habe nie wirklich einen guten Sound hingebracht und hab ihn dann wegen dem komischen Höhenverhalten und muffigem Bass dann verkauft. Nun stand ich da, was nun? Echte Preamps schieden meist wegen fehlender (guter!!) Boxensimulation aus (diese Redbox,... sind kein Vergleich zu Modelling) und ich suchte, was der Markt nun aktuell an Modellern hergab. Pod wollte ich vermeiden, da der Grundsound immer der gleiche blieb und der inzwischen quasi mit meinem Brechzentrum sich verbunden hat, Boss GT Serie klang zwar schon besser, aber war mir wirklich überteuert, betrachtet an dem, wie sie klingt. Digitechs neuer 19" Preamp sollte die selben Klänge haben, wie das RP350 - das also vom Musikladen ausgeliehen, Bassmulm und Höhenfizzeln erzeugt und schneller zurückgegeben, als ich es gekauft hatte. Das einzige, das vom Klang her in Ordnung war, war der Softwareamp Revalver, der jedoch weder günstig, noch umfangreich in der Ausstattung war und ich von der Latenz nicht an die Hardwarelösungen herankam.
Also was nun? Verzweifelt wie ich war, blieb eigentlich für meine Soundvorstellungen nur noch ein gebrauchter Mesa Triaxis oder die Axe übrig. Angespornt von den vielen Amis, die ihren Triaxis nach der Axe verkauft hatten und zu meiner Modellerphilie, sah ich vermehrt zu Fractal Audio. Na was solls, ich begann zu der Zeit endlich zu arbeiten und belohnte mich so für 12 Jahre Schule und 3 Jahre Ausbildung voller Entbehrungen. ... mit dem Hintergedanken: Wenn sie nicht 5x so gut wie der Pod ist, schickst sie sowieso zurück!

Bestellung
Bestellung und Lieferung über G66, völlig unkompliziert, super Emailkontakt, super Support. Sie informierten mich über die bevorstehende Preisanhebung von 100€ und ich bekam noch eins der letzten Geräte zum alten Preis. Das Gerät wurde noch upgedatet, der leise Lüfter (den hört man fast gar nicht mehr) eingesetzt und noch 6 Wunschpresets aus dem Internet draufgeladen.
Schneller Versand, gut verpackt, gibts nichts zu meckern.

Erster Eindruck
Das erste mal eingesteckt war der Klangeindruck schon ganz ordentlich. Es war noch nicht mein Traumsound, die geladenen Presets klangen auch gar nicht so wie im Internet, aber das grundsätzliche Problem der unpräzisen Basswidergabe war definitiv behoben. Meine Freundin hörte sogar eine deutliche Verbesserung zum Sound davor. "Obwohl ich jetzt sicher nicht 1500€ dafür ausgegeben hätte...". (1400€!!!! Es waren 1400!!!!)
Ganz deutlich spürbar ist die nicht spürbare Latenz. Im Vergleich zu Pod,... merkt man ganz deutlich, dass die Axe mit ihrer 1ms den Ton schon fast vor dem Anschlag ausspuckt.

Konzept
Die Axe ist nicht als Modeller konzipiert, sondern als Preamp mit Endstufensimulation und Effekten. Das Ziel ist nicht, Amps 1:1 zu kopieren, sondern Amps nach Vorbildern zu gestalten und deren Fehler zu verbessern. Das heißt in der Praxis, bei einem Mesa regle ich die Mitten nur mit dem Mittenregler und muss nicht 3 andere Potis noch mitregeln, weil die sich alle gegenseitig beeinflussen. Zudem gibt es Zusatzfunktionen, wie zB Regler, auf die beim Originalamp verzichtet wurde.
Die Effekte wurden nicht nach Geräten nachmodelliert, sondern nach dem ursprünglichen Gedanken des Effektes digital umgesetzt. Nichts desto trotz werden aber auch auf herkömmliche Versuche wie Plattenhall,... nicht verzichtet. Der einzige Effektblock, der simuliert wird, ist der Boosterblock. Selbst das Wah muss man sich nach Qs und Frequenzpässen selbst einstellen/nachbauen.

Features
Die Axe ist ein sehr solides, für Modeller auch relativ schweres Gerät mit einem leistungsfähigen Rechner und hochqualitativen Wandlern. Sie besitzt einen Input vorne mit Pegelregelung, hinten 2x Stereoinputs, Midi, einen FX Loop, einen Spdif Digitalausgang, 2 Buchsen für externe analoge Pedale, Ausgänge als Klinke und XLR.

Die Axe ist quasi die eierlegende Wollmilchsau, sie bietet -grob vereinfacht- einfach alles, was man sich im Gitarristenleben je vorstellen kann. Vom Preamp über eine sehr gute (und meiner Meinung auch sehr wesentlichen) Endstufensimulation, Boxensimulation, Booster, Wah, Halleffekte, Pitcheffekte, und und und... Die Anordnung kann völlig frei gestaltet werden, die meisten Effektblöcke sind 2x pro Preset einsetzbar. Grenzen bietet rein bei vielen Effektgeschichten die Rechenpower der Axe, ansonsten kann ich mir kein Produkt vorstellen, dass ich jetzt noch zusätzlich kaufen müsste. Was nicht heißt, dass es das nicht gibt. Könnte aber dann natürlich durch den FX Loop frei im Routing verteilt werden. Zusätzlich enthält sie noch einen unglaublich guten Tuner, 10 Boxensimulationen können als Impulse in die Axe geladen werden.
Weiters zu erwähnen ist, dass schon fast im 1-2Monatstakt neue Versionen der Firmware gratis ins Netz gestellt werden, die nicht nur Bugs fixen (Mittenregler in irgendwelchen Untermenüs von irgendwelchen Effekten, die nicht 100% richtig funktionieren zB), sondern auch neue Verstärker/Effekte angeboten werden! Und das ganze nicht ala Line6 "zahl nochmal die Hälfte vom Neupreis und du kriegst einen Amp, der auch nicht anders klingt als die bisherigen!", sondern gratis und vor allem sinnvoll!

Handling
Das Handling für Nichttontechniker ist das große Problem der Axe. In sich ist die Axe völlig logisch und einfach bedienbar aufgebaut. Ich betrete mit Layout mein Effektrouting des Presets, wähle in den einzelnen leeren Kästchen mir den Effektblock aus, kurz auf Edit und ich komme ins Untermenü, das jeweils noch aus 3 bis 6-7 Untermenüs besteht. Die Funktionen sind alle deutlich beschrieben, man bräuchte eigentlich keine Bedienungsanleitung.
Das eigentliche "Problem" für den Wald und Wiesenmusiker ist der Fakt, dass man im Axe quasi ALLES einstellen kann. Wer gewohnt ist, am Reverb Intensität und Raumgröße einstellen zu können, wird sich über die 4 mehrseitigen Untermenüs des Reverbs der Axe freuen können. Die ganzen scheinbar kleinen Regelmöglichkeiten haben zu allem Überfluss meist noch große Auswirkungen auf den Klang. Wer da wirklich über die Standardreverbs (gottseidank ist ja was voreingestellt...) hinauskommen will, muss sich unbedingt fachlich einlesen oder 3 Tage an Probierarbeit investieren.
Diese riesen Einstellungsmöglichkeiten ziehen sich durch mehr oder weniger alle Effektblöcke (abgesehen vom Volumeblock) durch. Insbesondere auch das Ampmodelling bietet eine Vielzahl von Einstellungen, konkret 4 Untermenüs, zum Teil als Poti dargestellt, zum Teil mehrseitig mit pro Zeile eine Zahl pro Parameter (Warmth, Thumb, Bias, Resonanzfrequenzen, Tonestacks,...). Da auch hier die Auswirkungen auf den Sound teils erheblich sind, ist ein Plug and Play auf Dauer nicht möglich.
Die Verbindung mit Midi ist hingegen relativ einfach. Presets lassen sich leicht programmieren, Zusatzfunktionen für Pedale oder Taster sind im Menü mit einem bestimmten Zeichen versehen. Auf dieses Zeichen geentert, gelangt man in das (natürlich auch wieder extremst umfangreiche) Controllermenü, das Pedal ausgewählt und fertig. Probleme hab ich lediglich mit CCs als Taster, aber das wird sich schon noch weisen.
G66 hat allerdings einen fantastischen Emailsupport!

Klang
So, nun zum wichtigsten...
Der große Unterschied zu einem normalen Modeller ist neben der wirklich nicht spürbaren Latenz der lebendige Sound. Insbesondere "untenrum" stehen wirklich Welten zwischen Axe und anderen Modellern. Die Bässe sind nicht überdimensioniert und mulmig, sondern wirklich tight und knackig. Wer einen Mesa gespielt oder im Ohr hat, wirds verstehen, was ich meine. Besonders auch durch die Endstufensimulation entsteht so ein wirklich fülliger, warmer, präziser Sound - wenn man ihn einstellt. Besonders deutlich wird das, wenn man sich die Gainstellungen vor Augen führt. Am Pod korreliert die Tonfülle mit Gain, wenn ich einen fülligen Ton möchte, muss ich auch relativ weit Gain aufdrehen, sonst wirds kratzig, leer und sustainarm. Anders an der Axe, wo diese vollen, singenden Low-Higainsounds absolut authentisch wiedergegeben werden. Übrigens wird auch Umschlagen des Tones bzw Boxenfeedback nicht verzichtet.
Besonders erwähnenswert ist das überaus harmonische Verhalten der Obertöne. Higain Powerchords, Harmonien oder insbesondere 9er passen sich wirklich sehr definiert zusammen. Kein Kratzen oder sich reiben, einfach ein harmonisches Eins. Davon leben auch die warmen Leads.
So, aber was jetzt im Vergleich zu echten Amps? Die Frage, die sich ja viel mehr stellt, wenn man die Preislage betrachtet. Natürlich habe ich nicht alle Amps gespielt, die die Axe simuliert (ooook, offiziell wird nicht simuliert). Generell muss ich aber sagen, dass man die Soundcharakteristik schon stark erkennt. Obs jetzt im 1:1 Vergleich wirklich ähnlich ist, weiß ich nicht. Laut einigen Amerikanern aus den Foren wohl schon (da gabs ja einen richtigen Equipmentverkaufboom), ich persönlich kanns nicht garantieren. Für mich ist das auch nicht ausschlagebend, für mich zählt, was aus der Kiste kommt und ob ich damit was anfangen kann und das ist für mein Empfinden vom Klang und Spielverhalten mindestens ebenbürtig. Insbesondere tragen hier auch die Boxensimulationen bei, dass auch bei geringer Lautstärke wirklich tolle Sounds aus der Box kommen.
Was zu dem Vorwurf: Die Modelle klingen alle relativ ähnlich? Ja, das kann man jetzt nicht komplett abstreiten. Meine Freundin hört zB kaum einen Unterschied zwischen Triaxis und VHT Deliverance. Gut, das heißt jetzt aber auch nichts. Fakt ist, dass zwischen allen Amps für den geübteren Gitarristen deutliche Unterschiede zu hören sind, Soldano würde kein Mensch mit einem Rectifier verwechseln. Aber wirklich deutlich genug? Um das herauszufinden, müsste man die beiden Amps mit den beiden gleichen Endstufeneinstellungen und den gleichen EQ-Einstellungen (Obacht wieder auf die unabhängige EQ-Steuerung der Axe) bei gleicher Lautstärke insbesondere über die selbe Box (die Boxensimulationen beeinflussen den Sound wirklich enorm) spielen. Ich denke, dass diesen Unterschied meine Freundin auch nicht deutlicher spüren würde, als wenn ichs über die Axe mach. Grundsätzlich bleibt für mich aber ein kleiner Eigenklang der Axe bestehen, der von vielen abgestritten wird. Obs jetzt an den ähnlichen Setupbedinungen der Amps oder am "Eigenklang" liegt, weiß ich nicht. Wichtig ist viel mehr für mich, dass dieser etwaige "Eigenklang" ganz hervorragend ist.

Fazit
Auch wenn ich in der ersten Woche nur 87% von dem Gerät überzeugt war und gemessen am bezahlten Preis mir die Rückgabemöglichkeit immer offengehalten habe, hat sich meine Begeisterung stetig, wenn auch eher langsam, gesteigert.
Problematisch ist die extreme Fülle von Angeboten... Wie soll ich mich für einen Amp entscheiden, wenn - bevor ich die Antest- und Vergleichphase abgeschlossen habe - schon wieder 5 neue Amps im Update angeboten werden? Ok, es gibt schon schlimmeres, stimmt. Im Moment bin ich mit dem VHT Deliverance über das CAE Tonestack wirklich äußerst nah an dem, wie ich mir einen Gitarrenklang vorstelle. Ich denke nicht, dass ich mit herkömmlichen Mitteln so nahe rangekommen wäre, da mir insbesondere die Lautstärkenunabhängigkeit wichtig ist. Ganz zu schweigen, vom Preis eines Deliverance und einer CAE Endstufe :screwy: :p

In diesem Sinne, viele Grüße

und es gibt im Moment eh keine Alternative
 
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Gutes Review - kaufen würde ich mir das AXE wahrscheinlich nicht aber ausgiebig testen würde mir schon Spaß machen.

Schön das du damit zufrieden bist :great:

lg,NOMORE
 
Primut
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Ah,
sehr schönes und vor allem ehrliches Review.:great:

Ich bin auf jeden Fall richtig neugierig geworden!
Kurze Fragen: Ist eine Einstellung / Programmierung per PC möglich? Sollte dann ja sicher übersichtlicher sein mit den Untermenüs, oder?
Ist es ebenso wie beim X3 möglich (zugegeben, ich hab mich ein wenig in diese Möglichkeit verliebt ;)) zwei Spuren / Kanäle gleichberechtigt parallel mit beliebigen Einstellungen zu fahren?
Gruß
Primut​
 
thomas.h
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Ah,
sehr schönes und vor allem ehrliches Review.:great:

Ich bin auf jeden Fall richtig neugierig geworden!
Kurze Fragen: Ist eine Einstellung / Programmierung per PC möglich? Sollte dann ja sicher übersichtlicher sein mit den Untermenüs, oder?
Ist es ebenso wie beim X3 möglich (zugegeben, ich hab mich ein wenig in diese Möglichkeit verliebt ;)) zwei Spuren / Kanäle gleichberechtigt parallel mit beliebigen Einstellungen zu fahren?
Gruß
Primut​

Hallo,
ja kann man. Nur muss ich mich für 250 Reverbparameter auch einlesen, wenn sie doppelt so groß am PC stehen :p
Jau, kann man. Du kannst 4 Spuren gleichzeitig berechnen lassen, effektiv aber nur 2 (weil die Effektblöcke nur in doppelter Ausführung vorhanden sind). Grenzen setzt dann nur die CPU Power.
Grüße

PS: Oben meinte ich das RP500, nicht 350...
 
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danke thomas,habe das axe auch seit 7 monaten und kann deinen eindruck auch so unterschreiben.
in der letzten gitarre und bass ist auch noch ein bericht.

ich spiele viel über kopfhörer und mir kam auch schon der gedanke,das sich die amp,s teilweise
ähnlich anhören.beim uptate 7.0 hat sich aber wie ich meine,richtig was getan.

gruß uwe
 
georgyporgy
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...ein feines Review geschrieben!:great:

Wer da wirklich über die Standardreverbs (gottseidank ist ja was voreingestellt...) hinauskommen will, muss sich unbedingt fachlich einlesen oder 3 Tage an Probierarbeit investieren.

Ja danke, für die Voreinstellungen!!!


Diese riesen Einstellungsmöglichkeiten ziehen sich durch mehr oder weniger alle Effektblöcke (abgesehen vom Volumeblock) durch. Insbesondere auch das Ampmodelling bietet eine Vielzahl von Einstellungen, konkret 4 Untermenüs, zum Teil als Poti dargestellt, zum Teil mehrseitig mit pro Zeile eine Zahl pro Parameter (Warmth, Thumb, Bias, Resonanzfrequenzen, Tonestacks,...). Da auch hier die Auswirkungen auf den Sound teils erheblich sind, ist ein Plug and Play auf Dauer nicht möglich.

Trotzdem sind ganz schnell super Sounds programmiert. Man schmeisst alles an Blöcken raus. Wählt einen Standard Amp (AC30/Plexi/JCM800/Tweed/Blackface) / Zerre davor oder nicht / Stellt den Amp zerrmäßig und klanglich ein. Dann eine Prise Hall/Echo oder etwas Chorus. Schon klingt das Ding!! Hat bei mir 10 Min gedauert.

Will man sich nicht weiter auseinandersetzen: Gut. Will man es, kann man es: Besser!!!!:D

G66 hat allerdings einen fantastischen Emailsupport!

Kann ich mir vorstellen. Jaques und Sussi sind sehr nett!!!:)

So, nun zum wichtigsten...
Der große Unterschied zu einem normalen Modeller ist neben der wirklich nicht spürbaren Latenz der lebendige Sound. Insbesondere "untenrum" stehen wirklich Welten zwischen Axe und anderen Modellern. Die Bässe sind nicht überdimensioniert und mulmig, sondern wirklich tight und knackig. Wer einen Mesa gespielt oder im Ohr hat, wirds verstehen, was ich meine. Besonders auch durch die Endstufensimulation entsteht so ein wirklich fülliger, warmer, präziser Sound - wenn man ihn einstellt.

Besonders erwähnenswert ist das überaus harmonische Verhalten der Obertöne. Higain Powerchords, Harmonien oder insbesondere 9er passen sich wirklich sehr definiert zusammen. Kein Kratzen oder sich reiben, einfach ein harmonisches Eins. Davon leben auch die warmen Leads.

Genau mein Eindruck!


Was zu dem Vorwurf: Die Modelle klingen alle relativ ähnlich? Ja, das kann man jetzt nicht komplett abstreiten. Meine Freundin hört zB kaum einen Unterschied zwischen Triaxis und VHT Deliverance. Gut, das heißt jetzt aber auch nichts.

:D ...das hätte ich auch sagen können!!

Vox und Marshall klangen sowas von überhaupt nicht ähnlich. Klar, moderne "spring ins Gesicht" Amps ähneln sich eben einfach....

Grundsätzlich bleibt für mich aber ein kleiner Eigenklang der Axe bestehen, der von vielen abgestritten wird. Obs jetzt an den ähnlichen Setupbedinungen der Amps oder am "Eigenklang" liegt, weiß ich nicht. Wichtig ist viel mehr für mich, dass dieser etwaige "Eigenklang" ganz hervorragend ist.

Der Klang ist einfach hervorragend. Aber "Eigenklang"???

Und wenn schon, ich denke, bei genug Mühe kann man auch noch das bisschen "Eigenklang" wegbekommen.



Fazit
Auch wenn ich in der ersten Woche nur 87% von dem Gerät überzeugt war und gemessen am bezahlten Preis mir die Rückgabemöglichkeit immer offengehalten habe, hat sich meine Begeisterung stetig, wenn auch eher langsam, gesteigert.

Problematisch ist die extreme Fülle von Angeboten...

Jaaa, aber lieber die Qual der Wahl, als die Wahl der Qual!!!:D

Und man muss nicht, wie bei so vielen angeblich hochwertigen Gerätschaften, stundenlang drehen, bis man aus "schrecklich" annehmbar bis gut gemacht hat. Es klingt schon von sich aus immer ganz gut. Die Richtung der Verbesserung ist für mich immer klar erkennbar.

Gibt natürlich auch Amps da drin, die ich doof finde. Man muss sich ja nicht mit allem beschäftigen....;)

Und nun gibt's Kekse!!! Danke für Dein Review!

LG Jörg
 
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"Obwohl ich jetzt sicher nicht 1500€ dafür ausgegeben hätte...". (1400€!!!! Es waren 1400!!!!)

Hehe... 1500 ist noch gut, pass nur auf, ein kleiner Streit reicht und dann sagt sie schon "fast 2000€" ;)
 
rusher
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Hat jemand der Axe Nutzer das Rocktron Utopia G300 getestet und kann die beiden vergleichen?
 
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Bin leider kein Axe-Nutzer, aber ich habe Utopia G200 und habe hier vor einer Weile ein Review geschrieben, ausserdem findest Du unter Hörproben Metal eine frische Aufnahme von mir mit dem Gerät. Es ist nicht ganz vergleichbar, Utopia ist ein relativ einfaches Gerät mit wenigen (dafür verdammt guten) Sounds. Quasi die abgespeckte Variante von Intellifex II verpackt in einen Bodentreter. Die Effekte drin sind absolut studiotauglich, nur fehlen die ganzen routing-Möglichkeiten des großen Bruders und man muss alles mit den drei Drehknöpfen einstellen, was vergleichsweise etwas anstrengender ist (muss man aber nur einmal machen, daher nicht wild).

https://www.musiker-board.de/vb/reviews/274973-review-rocktron-utopia-g200.html
https://www.musiker-board.de/vb/metal/311360-neuer-song-signs.html

Utopia ist halt nichts für Leute die 100+ verschiedene Sounds von Volksmusik über Pop/Rock bis Jazz brauchen, eher für Hard Rock bis extrem-Metal. Es gibt nur viereinhalb Amp-Simus drin (-einhalb weil einmal Recti und dann noch Recti-extrem-aufgemotzt drin). Speakersimulation, Reverb, Delay, Chorus, Kompressor etc. sind dafür über jeden Zweifel erhaben.
 
Patzwald
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schönes review - bewertung natürlich schon raus ;)

kann es nur unterstreichen.

bin seit kurzem axe-fx user

hat mich nach kurzem sehr überzeugt. bedienung und klang hervorragend

service bei g66 super, bei mir war soagr ne leckere packung celestion dabei damit das studium der anleitung nicht zu trocken wird :D

der preis ist zwar hoch aber für das gebotene gerechtfertigt. merkt man spätestens wenn man ihn selber testet.

kann man aber auch schon refinanzieren wenn man sich von seinem alten equipment trennt.

also wer die chance hat unbedingt mal testen!

so jetzt aber wieder ran ans axe
 
B
band-olero
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Trotzdem sind ganz schnell super Sounds programmiert. Man schmeisst alles an Blöcken raus. Wählt einen Standard Amp (AC30/Plexi/JCM800/Tweed/Blackface) / Zerre davor oder nicht / Stellt den Amp zerrmäßig und klanglich ein. Dann eine Prise Hall/Echo oder etwas Chorus. Schon klingt das Ding!!....

Na wenn es ohne Hall und Chorus nicht gut klingt, isses wohl nicht so doll ... ;)
Spaß beiseite. 10 Minuten können recht lange sein.
Mir persönlich ist es lieber es geht in 3 Minuten (Röhren vorglühen, dann EQ und Gain einstellen, losrocken, fertig).
Für Studios, für Top-40-Musiker (die Mucke von Schlager über Roxette bis Bon Jovi alles spielen müssen) und Soundtüftler- und -Bastler sicher geil, bei dem Preis aber für die Mehrheit der Gitarristen wohl noch unattraktiv.
Denn der Preis für eine Endstufe kommt ja noch dazu, und damit ist man dann über 1500 Euro, und dafür gibt es schon verdammt gute und vielseitige Röhrentops.

Gut aber, dass es neben Zenamp/Zentera endlich einen weiteren Modeller gibt, der wirklich gut "modellt" und obendrein sehr vielseitig ist. :great:

band-o-lero
 
thomas.h
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service bei g66 super, bei mir war soagr ne leckere packung celestion dabei damit das studium der anleitung nicht zu trocken wird :D

Waaas? Ich bekam nur eine lausige Packung Celebrations :p
 
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PacoCasanovas
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Gutes Review! Macht Lust auf mehr.....gehöre auch zu den Axe-Player (seit August 2008)







(die berühmten Eventide Crystal Echoes)
(plus Drums & Bass, Keys.....nur Jam, kein Song)

Haftungsausschluss:
Diese Sounds stellen nicht den Anspruch jedem zu gefallen, noch wird behauptet dass man sie gleichwertig mit Ihren analogen Vorbildern zu sehen braucht. Es sind einfach nur Sounds, darum geht es letztendlich. Meine persönlichen Favoriten plus ein paar Effektpresets und noch etwas mehr. Gitarrenspiel ist auch Geschmacksache.....ich kann's halt einfach nicht besser...sorry!

Gitarrensignalpfad: Tanglewood FST32K Billig-Strat und Gibson ES347 (*1980* - das Gegenteil von Billig!) -> Fractal Audio Axe-Fx Standard -> MetricHalo ULN2+DSP Audio-Interface -> Apple iMac Alu 24" und Audio-Sequenzer

Gruss
 
georgyporgy
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Gitarrensignalpfad: Tanglewood FST32K Billig-Strat und Gibson ES347 (*1980* - das Gegenteil von Billig!) -> Fractal Audio Axe-Fx Standard -> MetricHalo ULN2+DSP Audio-Interface -> Apple iMac Alu 24" und Audio-Sequenzer

Gruss

Sehr schöne Aufnahmen! Gibt die Axe ziemlich real wieder.

Dein Jam groooooooooovt. rrrrr

Grüße, Thomas
 
Corny
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Gutes Review! Macht Lust auf mehr.....gehöre auch zu den Axe-Player (seit August 2008)







(die berühmten Eventide Crystal Echoes)
(plus Drums & Bass, Keys.....nur Jam, kein Song)

(...) ich kann's halt einfach nicht besser...sorry!

(...)

Gruss

Nana, das ist aber Understatement pur ;)

Find ich sehr gelungen, auch spielerisch!
 
B
band-olero
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Find ich sehr gelungen, auch spielerisch!

Spielerisch definitiv :great:

Soundmäßig auch o.k., besonders HiPower1.
O.k., teilweise gut, aber meinem Gusto nach nun nicht so gut, dass ich dafür 1300 Euro oder mehr investieren würde.

Trotzdem, gut dass es das AxeFX gibt.
Für manchen sicher das Gerät das einfach "passt".
 
P
PacoCasanovas
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Neue Sounds:





Gruss
Paco

Ganz trocken und direkt ins Pult. Als Gitarre hier mal meine "Cheapo-Strat von Tanglewood (soviel Gitarre gibt's sonst nicht für gerade mal 150Euro)
 
P
PacoCasanovas
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O.k., teilweise gut, aber meinem Gusto nach nun nicht so gut, dass ich dafür 1300 Euro oder mehr investieren würde.

Ich gebe ja ehrlich gesagt zu, dass ich letztes Jahr einfach vor lauter Vorfreude diese Kiste vorbestellt hatte (damals musste man noch einige Monate warteschlangenstehen :D) ohne wirklich zu wissen was mich erwarten wird. Mein PODxt tat es für meine Recording-Geschichten (dort wo ich das Axe auch hauptsächlich benutze) längstens.....aber das Axe übertraf meine Erwartungen. Ich setze nicht auf Authentizität der Amp-Sounds sondern auf das Spielgefühl bei einer "Direct-into-Desk" -Kiste und dort überzeugt mich das Axe voll und ganz. Auch ich spielte viele Jahre live Amps mit Glaskolben (Koch Twintone, Peavey Deltablues, MesaBoogie Mk3 etc.) und für die Recording-Sachen habe ich mit dem H&K Tubeman Mk1 und später mit dem MesaBoogie Studio-Preamp (den ich immer noch habe und zwischendurch benutze) "direct-to-desk" Kisten gehabt, die mir sehr gefallen hatten. Aber meine Klangvorstellungen wandeln sich....wie sich auch mein Gitarrenspiel wandelt (was man vielleicht als Aussenstehender nicht nachvollziehbar hören wird) und so gefiehl mir zb. der Tubeman nach einigen Jahren nicht mehr...und dann hatte ich ihn halt verkauft, genauso mit dem PODxt, den ich 2006 gekauft hatte (und der auf "Room for a sheep" noch auf allen Tracks zu hören ist)

Ich brauche halt eben "Direct-to-desk" Kisten, da ich in einer Mietwohnung (Dachwohnung) lebe und Musik machen will. Da muss ich "Wohnzimmer-Lautstärke-tauglich" bleiben.....
 
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francodimo
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Bin jetzt erst auf das Forum und den Beitrag gestoßen.
Großes Kompliment und Danke vor allem an Paco für die Mühe und Qualität!

Würde mir auch gern so ein Teil zulegen, aber es fehlt momentan arg am nötigen Kleingeld ...

Gruß
 

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