Proberaum Ausbau - Hilfe (Raum in Raum, Akustik)

von slapgod, 09.05.20.

Sponsored by
Gravity Stands
  1. slapgod

    slapgod Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.12.10
    Zuletzt hier:
    16.05.20
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 09.05.20   #1
    Liebe Musiker-Board Community

    Letzten Sommer hatte ich die Idee, ein Objekt am Bauernhof meines Vaters (ehemalige Ferkelaufzuchtstätte) in Proberäume umzuwandeln. Das Gebäude besteht aus einem Quergang, von welchem aus man fünf Raume zu 35qm zur Verfügung hat. Soweit so gut.

    Jetzt haben wir mal begonnen die Räume zu 'glätten', d.h. alle Objekte die irgendwie von den Wänden in den Raum ragen (Gitter, Trinkanlage für Ferkel,...) abzumontieren. Jetzt stellen sich mir allerdings zwei Fragen, die mir noch niemand aus meinem Umfeld so richtig beantworten konnte.

    Die Räume sind an sich verfliest, aber ich möchte sowieso Raum in Raum Konzept anwenden. Stören Fliesen auf den Außenwänden im Endeffekt, bei Raum in Raum, überhaupt (schlechtere Raumakustik im Innenraum trotz Raum in Raum), oder wäre es besser diese zu entfernen und somit eine rauere Außenwand zu erhalten?

    IMG_20200430_172554.jpg

    Dann gibt es da noch diese Winkel, an denen eine Kunststoffdecke in die Räume eingezogen war. Diese sind nur sehr mühselig zu entfernen, jetzt wollte ich auch da fragen ob es ratsam wäre diese zu entfernen - oder ob es egal ist? Ich bin mir nicht sicher, ob diese im Endeffekt mechanische Schwingung übertragen, so dass das ganze Raum in Raum Konzept an Wirkung verliert. Könnte man die auch einfach an die Wand anschlagen, dass sie flach aufliegen und nicht in den Raum reinstehen? ...oder doch entfernen?

    IMG_20200430_172521.jpg

    Ich freue mich auf eure Anworten! Vielleicht gibt es hier Leute vom Fach, die manche Fragen definitiv beantworten könnten, oder mit Empfehlungen was denn noch so zu beachten wäre. Das ist das erste mal dass ich mich an so ein Projekt wage, und dann gleich ein so umfangreiches... ;)

    Slapgod
     
  2. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

    Im Board seit:
    18.06.07
    Zuletzt hier:
    3.07.20
    Beiträge:
    4.896
    Ort:
    Tübingen
    Zustimmungen:
    3.216
    Kekse:
    55.640
    Erstellt: 09.05.20   #2
    Nein

    Das ist eigentlich egal.
    An so einem Wikel kannst du späte eventuell etwa befestigen.

    Den Boden solltest du allerdings isolieren, wenn da drunter direkt das Erdreich ist.
    Da gibt es so Schüttungen, die unempfindlich gegen Feuchtigkeit sind und gut isolieren. Aber da mal den Fachmann fragen.
    Dann sollte von unten so dicht sein, dass keine Feuchtigkeit durchkommt. Bretterboden alleine hilft nicht.
     
  3. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    03.06.13
    Beiträge:
    2.499
    Ort:
    Schwalmstadt
    Zustimmungen:
    1.877
    Kekse:
    17.159
    Erstellt: 09.05.20   #3
    Also ich wäre nicht glücklich mit Fliesen als äußere Reflektoren. Warum überklebst Du nicht die Fliesen mit Dämmplatten/Steinwolle?
     
  4. dr_rollo

    dr_rollo Mod Musik-Praxis Moderator HFU

    Im Board seit:
    26.07.04
    Zuletzt hier:
    2.07.20
    Beiträge:
    11.768
    Ort:
    Celle, Germany
    Zustimmungen:
    3.972
    Kekse:
    53.850
    Erstellt: 09.05.20   #4
    Unter Raum in Raum verstehe ich, dass man in den Raum einen Raum reinzieht, also angefangen beim Boden über die Seitenwände bis hin zur Decke. Das würde heißen, dass die Fliesen eh hinter einer Wand verschwinden. Das Problem bei Raum in Raum (also, ich bin kein Fachmann, und vielleicht liege ich völlig falsch) sehe ich allerdings darin, dass der Zwischenraum belüftet sein muss, sonst gammelt es irgendwann durch. Außerdem nimmt es Platz weg. So ein Innenwand-Aufbau nimmt mit Dämmung sicherlich 8-10cm pro Wand ein, damit hast Du schon mal knapp 3qm Raum verloren. Ich würde vielleicht nicht die Fliesen abkloppen, aber überputzen, das ist kein großer Akt, und dann die Flächen mit Dämmplatten auskleiden, nicht alles, sondern nur Abschnitte. Ein bisschen Reflektion darf ruhig bleiben, sonst ist der Raum ja tot. Den Boden würde ich gut isolieren, also eine wärmedämmende Schüttung in die Räume zwischen die Stege kippen, dann einen Boden einbringen, den vielleicht - wenn die Höhe es hergibt - gerne doppelt, also eine Lage Schalung, dann Styropor und darüber Fließestrich oder schwimmend eine weitere Schalung, die nicht mit der unteren verschraubt oder vernagelt wird. Decke auf jeden Fall abhängen.
     
  5. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    03.06.13
    Beiträge:
    2.499
    Ort:
    Schwalmstadt
    Zustimmungen:
    1.877
    Kekse:
    17.159
    Erstellt: 09.05.20   #5
    ... und die Verkabelung im Boden mit allen notwendigen Buchsen an den Wänden des Innenraumes.
     
  6. slapgod

    slapgod Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.12.10
    Zuletzt hier:
    16.05.20
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 09.05.20   #6
    Vielen Danke für die diversen Antworten!

    Also soweit ich hier rauslese:

    Fliesen - nicht so tragisch. Teilweise mit akustikplatten abkleben dann sollte das schon passen.

    Winkelteile - anscheinend auch nicht so schlimm. Die stehen halt gute 5cm von der Wand ab, d.h. wenn ich dann 8-10cm Raum einziehe, sind die nur noch 3-5cm von der eingezogenen Innenwand entfernt. Wird hier nicht doch mehr mechanische Schwingung von den Teilen übertragen, als es das sollte? Oder ist es eben komplett egal, solange sie nicht direkten Kontakt zur Innnenwand haben, und sich Luft dazwischen befindet.

    ___


    Da hier so viele Anregungen zum Projekt an sich kamen, hier mal ein Überblick was geplant ist:

    Im Augenblick geht es gut 80cm abwärts in die Räume rein. Die Betonleisten am Boden ragen etwa 60cm in die Höhe. Wir werden die Räume dann zuschütten, und auf den Schutt betonieren, dass der Betonboden auf Höhe der Leisten abschließt. Dann hätte man noch etwa 20cm um einen Boden einzuziehen, welcher auf gleichem Level mit der Eingangstüre aufliegt. Die Höhe der Räume beträgt, je nachdem wie hoch der Boden eingezogen werden muss, dann wohl so 2,60 bis 2,80 Meter. Ich sollte da mal genau nachmessen... ist aber alles ganz gut am Foto ersichtlich und abschätzbar.

    Wie wir dann Lüftung (damit eben kein Schimmel im Zwischenbereich der Räume entsteht) (und Lüftung ist ja auch wieder ein Thema wegen Isolation, dass da nicht zu viel an Lärm aus den Räumen rauskommt),

    und Strom einziehen, ist mir noch nicht ganz klar. An sich gibt es in dem Objekt einen eigenen Stromkreis und Zähler, wir überlegen, da gar keine Steckdosen in die Räume einzubauen, sondern direkt von der Quelle einfach in jeden Raum Verteiler reinzulegen. Blöde Idee? Da wird einem jedenfalls ja nichts anderes übrig bleiben, als eben doch ein paar Löcher an die Innenwände zu bohren, für Kabel, etc. ?
     
  7. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

    Im Board seit:
    18.06.07
    Zuletzt hier:
    3.07.20
    Beiträge:
    4.896
    Ort:
    Tübingen
    Zustimmungen:
    3.216
    Kekse:
    55.640
    Erstellt: 09.05.20   #7
    1 Deckenlicht + 1 normale Steckdose sollte im Raum schon sein (aufräumen, Staubsauger)
    Wenn du Verteiler legen willst, dann könntst du pro Raum je eine 16A CEE Drehstromsteckdose legen.
    16A und nicht 32 A, weil du sonst Verteiler mit weiteren Sicherungen brauchst, die 16A kannst du einfach auf Schuko splitten.


    Höhe ist gut. Wenn du die Decken dann eventuell neigen kannst, verminderst du sörende Raummoden. Ansonsten sind nicht genau parallele Wände und eine etwas "zerklüftete" Einrichtung immer gut für eine annehmbare Akustik.

    Noch ne Idee für den Boden:
    1. wirklich isolieren (thermisch)
    2. Baue doch leere Bodentanks und Leerrohre ein. Durchaus dickere, wenn Platz genug ist (z.B. 50mm Abwasserrohr -billig und stabil). Dann kann man später mehrere Kabel elegant im Boden verstecken und vermeidet Solperfallen.
    Getrenne Leerrohre für Signalleitungen und Stromversorgung.
     
  8. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

    Im Board seit:
    06.06.13
    Zuletzt hier:
    3.07.20
    Beiträge:
    926
    Ort:
    14000 D
    Zustimmungen:
    6.779
    Kekse:
    26.741
    Erstellt: 10.05.20   #8
    Davon würde ich dir abraten. Bauschutt lässt sich kaum verdichten und sackt trotzdem im Laufe der Zeit in sich zusammen, dass du dann einen
    fast frei schwebenden Boden erhälst.
    Fliesen an der Wand sind im Probenraum auch nicht die erste Wahl. Wenn die Wände ansonsten in Ordnung sind und du eine relativ preiswerte Lösung suchst, würde ich mit Molton arbeiten. Gibts in verschiedenen Stärken, Farben und Größen.
    Z. Bsp.: https://www.thomann.de/de/stairville_curtain_500g_m_black.htm

    Die Decken würde ich abhängen mit einer Akustikdecke, was den Nachhall erheblich reduziert. Frag mal einen Trockenbauer, manchmal tauschen die solche Decken aus und können sich dann das Entsorgen sparen.
     
  9. Archivicious

    Archivicious Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    10.01.13
    Zuletzt hier:
    3.07.20
    Beiträge:
    992
    Ort:
    Moers
    Zustimmungen:
    278
    Kekse:
    1.616
    Erstellt: 13.05.20   #9
    Für mich klingt das so, als wolltet ihr alle 5 Räume in Proberäume umbauen.

    Was dann wiederum die Frage aufwirft, ob die Räume kommerziell genutzt also vermietet werden sollen.

    Spätestens dann sollte man sich über die Themen
    - Prüfung der Zulässigkeit der geänderten Nutzung
    - Brandschutz
    - Rettungswege
    Gedanken machen.

    Ich weiß, jetzt rollen die meisten schon mit den Augen, aber in Deutschland gibt es nun mal bestimmte Vorschriften und wenn das Objekt nach dem Umbau stillgelegt wird, weil elementare Brandschutzvorschriften nicht eingehalten werden oder die geplante Nutzung aufgrund bauleitplanerischer Vorgaben nicht zulässig ist, dann hat auch niemand etwas davon.
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  10. dr_rollo

    dr_rollo Mod Musik-Praxis Moderator HFU

    Im Board seit:
    26.07.04
    Zuletzt hier:
    2.07.20
    Beiträge:
    11.768
    Ort:
    Celle, Germany
    Zustimmungen:
    3.972
    Kekse:
    53.850
    Erstellt: 13.05.20   #10
    ...da hat @Archivicious natürlich recht, und das würde schon mal die Zuleitung über Verlängerungskabel in die jeweiligen Räume ausschließen.
     
  11. Gho$T

    Gho$T Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.02.09
    Zuletzt hier:
    3.07.20
    Beiträge:
    504
    Ort:
    Erzgebirge
    Zustimmungen:
    210
    Kekse:
    1.699
    Erstellt: 10.06.20   #11
    EDIT: Bitte löschen...
    Ich habe gerade Verteiler als Verteilerdose angesehen und nicht als Verteiler Schrank. :guilty:
     
Die Seite wird geladen...