Probleme beim Üben

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Benfi0701
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Ich habe ein gewaltiges Problem beim üben. Ich spiele grade Praeludium und Allegro (Pugnani-Kreisler) und die 2. Partita von Bach (Hauptsächlich Gigue und Sarabande, Allemande klappt und Corrante kommt auch bald). In 2 Jahren will ich in Leipzig Musik auf gymnasiallehramt studieren.

Nun mein Problem:
Manchmal möchte ich üben und es klappt alles von intonation, Technik und Geschwindigkeit perfekt und ich bin voll motiviert. Manchmal möchte ich üben und die Intonation ist an einigen Stellen komplett daneben (Hauptsächlich bei Lagenwechseln) , Bogentechnik is auch komplett schei*se und die Geschwindigkeit ist selbst bei halbem Tempo noch zu schnell. Nach dem üben (2. Fall) habe ich dann gar keinen Bock mehr irgendwie Geige zu spielen oder irgendein anderes Instrument weil ich das sowieso nicht hinkriege.
Hatte jemand sowas schonmal und/oder ne Idee das wegzukriegen?

P.s.: wenn jemand ne Ahnung hat was für Stücke man in Leipzig für ne Geige/Klavier aufnahmeprüfung draufhaben sollte (vom schwierigkeitsgrad her) wäre das auch sehr nett mich darüber aufzuklären
 
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Das hat jeder mal. Es kommt doch immer auf die Tagesform an!
Konzentration, Verspannungdgrad, Geduld, Motivation, Fitness, all das ist nicht immer voll da und somit schwankt die Gesamtperformance gewaltig!
Bei Lagenwechselpräzisionsproblemen hilft bei mir immer wenn ich genau diesen Lagenwechsel so häufig wiederhole, bis er sitzt und mir dabei meine Handhaltung einpräge und versuche den passenden Winkel für den richtigen "Anschlag" beim Wechsel wieder abrufbar "abzuspeichern."
 
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Je nach Tagesform kommt das immer mal wieder vor, ja. Wenn vermeintlich gar nichts klappen will, such dir ein Problem / ein paar wenige Takte aus, die du gezielt angehst. Erst langsam, wenn das mehrmals hintereinander zuverlässig klappt auch in allmählich gesteigertem Tempo.
 
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Ich bin kein Geiger, aber das Phänomen ist auch den Gitarristen und den meisten anderen Musikern und sogar Sportlern bekannt.

Wenn ich mal nicht davon ausgehe, dass du einfach nur ein Konzentrationstief hast, oder schlicht abgelenkt bist, kann es sein, dass du das Stüch gut genug beherrscht, dass dein Gehirn Kapazitäten frei hat, auch mal auszuprobieren ob es nicht anders einfacher geht. Vielleicht versucht es eine bekannte Routine als Arbeitserleichterung zu verwenden. (In gewohnte Muster zu verfallen.)
Darüber hinaus kann es sein, dass sich dein Fokus verändert, und du nicht mehr nur mechanisch nachspielst, sondern auch interpretierst. Das kostet dann eigentlich mehr Konzentration, aber auf anderer Ebene.

Das Beste ist es, solches als normalen Lernprozess anzusehen und einfach weiterzumachen, mit einer guten Chance, dass du auf dem Weg bist, besser zu werden, wenn du am Ball bleibst.

Dazu habe ich zwar keine wissenschaftliche Untersuchung, aber ich kenne viele Gitarristen, die dieses in einigen Forenbeiträgen bestätigt haben.
 
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Mir ist das Phänomen auch absolut bekannt, auf allen Instrumenten, aber am markantesten tatsächlich auf der Geige. Ich führe es darauf zurück, dass z.B. bei Klavier und Gitarre die Tonerzeugung nicht in einem ganz so hohen Maß von der gesamten Körperspannung/entspannung betroffen ist, wie bei der Geige. Bei mir hilft dann oft nen Reset: Geige aus der Hand, Körperübungen/Dehnen, die Muskulatur überhaupt erstmal langsam „warmfahren“ und, - es mag banal klingen: ordentlich Durchatmen- , und dann zunächst Übungen auf vertrautem Terrain, ohne Absicht, danach die komplexeren Passagen anzugehen. Wenn Du danach doch in diese hineingleiten kannst, ist´s gut, wenn nicht, - auch. GeiGit und Amateurdiva haben da ja auch Herangehensweisen beschrieben, und ich denke, „bis es klappt“ darf auch in den nächsten oder übernächsten oder…Tag hineinreichen.:)

Vielleicht liege ich falsch, aber mein Eindruck ist, dass momentan durch Deinen Entschluss, dieses Studium angehen zu wollen, ein Druck für Dich entstanden ist, der scheinbar neu für Dich ist. Sonst hättest Du sicher schon eher Bekanntschaft mit diesem Problem gemacht, und könntest mit der Gewissheit bereits gemachter Erfahrungen sagen: „Was soll´s, das geht vorüber.“ Denn das geht fast allen so, die ich kenne.

Nach dem üben (2. Fall) habe ich dann gar keinen Bock mehr irgendwie Geige zu spielen oder irgendein anderes Instrument weil ich das sowieso nicht hinkriege.


Da schimmert so ein „Alles oder Nichts“ für mich durch. Vielleicht ist der Entschluss nochmal neu zu betrachten, oder ein aktives Neu-Erlernen dessen, was Dir vorher offenbar noch natürlich gegeben war: spielerische Unbedarftheit.
 
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noch eine kleine Ergänzung zu meinem Beitrag #3:

Du muss das Tempo nicht bis zum Endtempo steigern, weniger ist da meiner Meinung nach mehr und eine derartig intensiv beackerte Stelle darf auch ein paar Tage reifen. Wenn deine aktuelle Stimmung über das kleine Erfolgserlebnis steigt, such dir eine weitere Stelle bzw. die nächste Taktgruppe heraus, die du entsprechend bearbeitest.

Weglegen oder schneller spielen solltest du die ausgesuchten Stellen erst, wenn sie mindestens dreimal in Folge fehlerfrei / zur Zufriedenheit war. Wenn du dich motivieren wills, leg dir ein Gummibärchen für jede richtige Version aufs Pult, das du am Schluss aufessen darfst. :)
 
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blues-indianer
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Hallo Benfi,
ich schreibe das aus meiner Sicht der "Prüfung klass. Gitarre" für Lehramt Sek I:

Fantasie von S.L.Weiss, mittelschwer. Probleme: Lagenwechsel in flottem Tempo, das Stück (ca. 4 Seiten) ohne Fehler durchspielen. Meine folgenden Hinweise stammen auch aus dem Sax-Unterricht nach dem Referendariat:

  • Kniffelige Takte analysieren (meist ist es eine zwei oder drei Noten umfassende "Knackstelle", man kann den Hotspot "einköcheln")
  • die entsprechenden Töne/Phrase auf dem Griffbrett visualisieren, Fingersatz festlegen (meist gibt es ja 2 oder 3 Varianten)
  • die "Knackstelle" im Tempo halber oder ganzer Noten spielen, aber nicht weiter... und vor allem NIE immer von vorne!!
  • Knackstelle auch rückwärts spielen... Motorik sacken lassen... Tempo NICHT erhöhen
  • wenn es 15 Knackstellen sind, genau das 15 x so ausprobieren... Tempo NICHT erhöhen
  • Knackstelle/n aus dem Gedächtnis auf Notenpapier ausnotieren - dabei spielst du automatisch nebenbei "im Geiste mit".

Es geht darum, die entsprechenden Stücke/Knackstellen auf mehreren Zugangskanälen aufzunehmen: motorisch (spielen)- psychomotorisch (aufschreiben) , Hörbeispiele (auditiv) , stumm spielen (ohne Bogen, nur linke Hand), damit vereinfachst du die motorische Komplexität , lächle (musst du nicht, aber erwiesener maßen legst du damit eine andere "Memorierungsbahn im Gehirn" an (das ist kein Esoterik-Schwachsinn, es stimmt) , erfinde einen Rhythmus-Satz, der zu der/den Knackstelle/n passt (wie zb O du lieber Augustin) , übe so eine Stelle etwa 2-3 Min, dann die nächste; übe das 6 Tage die Woche so, dann 1 Tag liegen lassen.

Wenn du alleine 2-3 dieser Methoden nach deiner Wahl ausprobierst, veränderst du s-o-f-o-r-t die Situation. Ich mache das noch heute (mehr als 30 J.) so, und meistens funktioniert es. Denke mal an kindliche "Hickelspiele" mit Versen, Melodie oder an Abzählreime... das geht "ins Blut".

Schreib mal, ob sich was verbessert hat, Gruß blues-indianer
 
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Kreissäge
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P.s.: wenn jemand ne Ahnung hat was für Stücke man in Leipzig für ne Geige/Klavier aufnahmeprüfung draufhaben sollte (vom schwierigkeitsgrad her) wäre das auch sehr nett mich darüber aufzuklären

Die Bedingungen der Aufnahmeprüfung kannst Du ganz leicht bei der Hochschule nachlesen. Ob Klavier bei "Nichthauptfächlern" überhaupt gefordert ist, kann ich nicht erkennen. Notfalls dort mal anrufen und nachfragen bevor´s ´ne unliebsamme Überraschung gibt:

www.hmt-leipzig.de/home/bewerber/aufnahmebedingungen/content_item_768745/ap_sm_2019.pdf

Wenn ich ein Stück einstudiere und mich an einer Stelle festgefahren habe, spiele ich ein paar Minuten zur Abwechslung etwas anderes was ich gut kann (baut auf). Dann mache ich weiter. Manchmal wird´s danach auch nicht besser. Dann lege ich das Stück erst mal weg, mache nur was mir Spass macht und gehe am nächsten Tag oder auch erst in der nächsten Woche noch mal dran. Wie durch ein Wunder läuft´s dann auch meistens.

Natürlich denke ich, dass für uns alle gilt: Erst mal hakelige Stellen langsam (mit Metronom) angehen. So lange wiederholen, bis es in dem niedrigen Tempo ohne Probleme geht. Dann langsam das Tempo hochschrauben. Wenn der Punkt kommt wo´s zu schnell ist, dann noch mal eine Stufe zurück schalten. Wenn´s nicht mehr schneller geht - Feierabend. Instrument wegräumen bis morgen.

Abgesehen davon würde ich Dir raten, Dir einen Geigenlehrer zur Unterstützung zu suchen. Nur für den Fall, dass Du keinen mehr hast.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Kreissäge
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Achso was ich vergessen habe: Müde sollte man abends nicht noch eine Übungseinheit draufpacken - das wird nichts !
 
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