Probleme Solton 760er Leslie! / Orgelreperaturen

von FantomXR, 24.05.08.

  1. FantomXR

    FantomXR Keyboardmanufaktur Berlin

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    Erstellt: 24.05.08   #1
    Hey Leute,

    ich habe heute eine M-100 und ein Solten 760er Leslie geschenkt bekommen (ja, auch ich hab mal Glück). Nun habe ich folgende zwei Probleme am Leslie:
    1.) Der Hochtontreiber dreht sich nicht. Die Ursache liegt darin, dass das kleine Rad neben dem großen Rad mit dem Riemen nicht genug Kontakt mit dem großen Rad hat. Was kann man dagegen machen?
    2.) Der Tieftontreiber dreht sich leider gar nicht und da seh ich die Ursache auch nicht. Das einzige, was ich da höre ist ein sehr leises "klacken" ab und an.

    Nun zur Orgel:
    War anscheinend unterwegs...hat einige Gebrauchsspuren. Aber mir ist etwas besonders aufgefallen. Die Tasten auf dem oberen Manual im mittleren Bereich sind sehr sehr wackelig und haben jede Menge spiel. Kann man da was machen?


    Ich hoffe, hier melden sich ein paar Ur-Orgler.

    Grüße
    Christian
     
  2. m-brose

    m-brose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #2
    Hi Christian!

    Was den nun? Ein (original) Leslie 760 oder ein Solton Leslie? Ich wüsste nicht, dass Solton eines seiner Leslie-Clones auch mit 760 bezeichnet hat.

    Also wenn es ein Leslie 760 ist: Der kleine Motor (für slow) ist mit drei Schrauben an den großen Motor bzw. die Antriebseinheit geschraubt. Mit diesen Schrauben kann man den Abstand zwischen der Achse des kleinen Motors und dem Gummirad des grossen Motors einstellen.

    Also das "klacken" könnte auf ein Relais deuten, das schaltet, so dass der Motor anfangen müsste, sich zu drehen. Ich würde mal die Stromversorgung des Motors checken. Evtl. ist auch der Motor einfach durchgebrannt...

    Das Wackeln der Tasten kommt von verschlissenen Filzen der Tastenkämme (keycombs). Michael Ansorge ( www.hamtech.de ) bietet den Servive an, diese Filze zu erneuern.

    Schönen Gruß Martin
     
  3. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 24.05.08   #3
    Wenn es ein 760er ist, wird der Antriebsriemen durch eine Rolle (Idler), die wiederum durch eine Feder auf Spannung gehalten wird geführt. Ist die Feder vorhanden oder fehlt diese ? Aber auch beim Solton muss eine Möglichkeit geben die Riemenspannung einzustellen, evtl. kann man den Motor etwas verschieben, ich kenne die Leslieclones leider zu wenig, um das genauer zu wissen.
    Das meiste hat Martin bereits geschrieben, ich würde jedenfalls auch die Antriebsteile mit Spiritus reinigen, beim 760er ist manchmal der Gummi-O-Ring verschmutzt, ölig, oder verschlissen (gibt es als Ersatzteil bei Hammond).
    Bei den Spinet-Modellen ist das mit dem Tastenfilz etwas anders gelöst als bei den Consolen-Orgeln. Ich häng mal ein Bild mit an, das sowohl den Filz und aber auch einen durchsichtigen Silikonschlauch zeigt. Diesen Schlauch habe ich als Ersatz der alten Gummis über die Tastenkämme geschoben und mit einem Tropfen flüssigem Silikon befestigt. Da dieser Teil des Kammes in die Taste hineinragt, bzw. die Taste seitlich führt, sind die Taten wieder so wie man sich das vorstellt. Den Ausbau der Manuale ist etwas zeitaufwändig aber es lohnt sich.

    Gruss Helmut
     

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  4. m-brose

    m-brose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #4
    Hi Helmut,

    den Tipp mit dem Schlauch kannte ich noch nicht - was für welchen nimmt man denn dafür und wo bekommt man ihn her?

    Schönen Gruß Martin
     
  5. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 25.05.08   #5
    Hallo Martin,

    Du liest zu wenig im Hammond Forum :D

    nochmals einschränkend, ich war etwas ungenau im ersten Beitrag dazu, das mit dem Schlauch geht bei allen Spinetmodellen mit einer Tastenform wie bei der M-100, vermutlich also nicht bei der M3, denn die dürfte aufgrund der Waterfalltasten ähnlich oder gleich, wie die Consolen sein.

    Aber auch bei den Consolenorgeln oder der M3 müsste man es mal probieren, denn das Problem sind ja immer die Nieten und vor allem das Werkzeug dazu. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich besorge mir den Silikonschlauch immer im (Flugzeug-)Modellbau-Laden. Die gibt es mit unterschiedlichen Durchmessern und auch Wanddicken. Für gewöhnlich nehme einen Schlauch mit 6 oder 7mm Durchmesser und einer Wanddicke von 1mm.

    Gruss Helmut
     
  6. Borntob4

    Borntob4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.08   #6
    Hi.
    könnte man nicht auch Schrumpfschlauch dafür verwenden ?

    Gruß

    Borntob4
     
  7. FantomXR

    FantomXR Threadersteller Keyboardmanufaktur Berlin

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    Erstellt: 25.05.08   #7
    Habe gerade festgestellt: Ist gar keine M-100. Ist eine L-122.

    Echt schade, dass das Solton Turbo-H (so heißt es nämlich) nicht wirklich funktioniert. Aber ich werde mal schauen, was sich da machen lässt. Ich mach nachher noch n paar Bilder und dann schauen wa weiter!
     
  8. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 25.05.08   #8
    Die Tastenkämme sind die Gleichen wie bei der M100, die L100 ist lediglich eine etwas abgespeckte M100.

    Gruss Helmut
     
  9. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 25.05.08   #9
    müsste man ausprobieren, aber der Vorteil des Silkonschlauches ist seine Form, die nachdem er über den Kamm gezogen wurde, absolut gleichmässig ist, was wiederum für die Tastenführung vorteilhaft ist.
    Aber probieren geht ja bekanntlich über studieren.

    Gruss Helmut
     
  10. pitchbendy

    pitchbendy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.01.09   #10
    Hallo Christian,

    solltest Du das Solton Rotor Kabinet noch besitzen;... hier die Lösung für Dein Problem:
    (... habe heute die gleiche Reparatur in 10 Minuten erfolgreich durchgeführt).

    Antriebsrad hatte beim Umschalten (kippen) auf "fast" vermutlich durch jahrelangen Betrieb (Abnutzung) zu wenig Kontakt zur Gummischeibe / Lagerachse des Hochtonrotors.

    Lösung: Dymo - Prägeschrift - Klebeband (glatt und ungeprägt verwenden), Farbe egal !
    mit Schieblehre auf Breite ca. 7,5 mm Streifen durch Entlangfahren markieren.
    Mit scharfer Schere 1 Streifen 7,5 mm x Länge ca. 11 cm schneiden.
    Rückseitige Schutzfolie abziehen und 1 Lage rundum auf das Antriebsrad aufkleben.
    Zunächst erst mal überlappend aufkleben. Jetzt im Bereich der Überlappung
    mit scharfer Klinge 1 Schnitt durch die beiden Lagen Dymo-Band anbringen.
    Dann Klebeband nochmals leicht anheben und die Überlappungen entfernen.
    Jetzt sollte rundum 1 glatte Klebebandschicht praktisch fast nahtlos aufgeklebt sein.
    Am Stoß der Klebeband-enden nochmal etwas nachsäubern. (glätten);
    weil bei der hohen Geschwindigkeit des Antriebsrades verursachen auch kleine
    Unebenheiten schon hörbare Nebengeräusche.
    Dymo-Band klebt bekanntlich sehr gut und sollte für die nächsten 20 Jahre halten.

    Meine Kiste läuft jetzt wieder wie neu ! (Nebengeräusche kaum hörbar !)

    Bester Gruss & viel Erfolg !

    Juergen
     
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