Probs mit Huellenkurve (EG)

von richy, 03.05.05.

  1. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 03.05.05   #1
    Hi
    Mir ist aufgefallen, dass bei meinem Triton in vielen Werksprogrammen
    z.B. auch dem Klavierprogramm die Decay Phase mittels einem Breakpoint verlaengert wird. Das scheint mir nicht so recht einsichtig.

    Jeder kennt sicherlich die graphische Darstellung der Huellenkurve als Geradenstuecke. Z.B. aus Synthesizer-Betriebsanleitung. Bei akustischen Instrumenten folgen die Huellenkurven jedoch nicht Geraden, also linearen Funktionen, sondern Exponentialfunktionen.
    Ueblicherweise folgen daher auch die Huellenkurven der Synthesizer Exponentialfunktionen.

    Einmal die Frage:
    Gibt es ueberhaupt Synthesizer mit linearer Huellenkurve ?

    Beim Triton z.B. sind alle EG Funktionen exponentiell. (auch nachgemessen)
    Etwas unverstaendlich. warum in den Edit Menues die Huellenkurve trotzdem linear dargestelt wird ! Macht aber nichts, wenn man weiss dass dies prinzipiell falsch ist.

    Was gibts beim EG eines Naturinstruments noch zu beachten ?
    Ein Sample aus dem ROM besteht aus einer Vorlauf und Loop-phase.
    Der Vorlauf entaelt die natuerliche Attack + Decay Phase des Instruments.
    Hier darf die Huellenkurve ausser z.B fuer Zwecke der Anschlagdynamik noch gar nicht einsetzen. Der EG muss also verzoegert gestartet werden. Am besten genau zu dem Zeitpunkt in dem die Loop des Samples beginnt oder ?
    (Dieser Zeitpunkt ist natuerlich beim Mustisample tonhoehenabhaengig)

    Die Aufgabe des EG sollte doch eigenlich sein, i.A. die Decay Phase des
    Vorlaufs des Samples in der Loop Phase natuerlich weiterzufuehren.
    So verstehe ich das.
    Dazu laesst man nach Ablauf der Verzoegerung einfach den EG vom
    Maximum ueber die EG Decay Phase bis 0 exponentiell ablaufen.
    Setzt am Ende noch etwas Release. Alles natuerlich tonhoehenabhaengig.

    Jetzt meine Frage:
    Warum ist bei manchen Sounds, eben auch dem Triton LE Klaviersound die Decay Phase nochmals durch einen Breakpoint gestoert ?
    Betrachtet man bei solchen Sounds die graphische Darstellung des EG im Display, so koennte man fast unterstellen, dass der/die Programmer von einem linearen EG ausgingen. Graphisch sieht der EG dann wie eine mittels zweier Geradenabschnitte approximierte Exponentialfunktion aus.
    Aber die graphische Darstellung ist ja falsch !
    Real faellt der EG exponentiell, also zuerst schnell dann langsamer in der Decay Zeit bis zum Breakpont ab. Und ist dieser gesetzt, dann sackt der Ton ploetzlich nochmal exponential innerhalb der Breakpontzeit ab.
    So eine treppenfoermige Huellenkurve hab ich an meinen Klavier bisher nicht beobachtet. Mir ist dieses unnatuerliche EG Verhalten schon oefters an Synthies aufgefallen.
    Gibt es einen Grund warum der Breakpoint gesetzt wird ?
    Ein Vorteil ist, dass der Ton unnatuerlich lange auf hohem Level gehalten wird. Eine Art Kompressor Effekt.

    Ich hab mal versucht das Triton LE Klavier Sample (ja, es gibt nur eines:-)
    wenigstens im Sinne einer natuerlichen EG Fortsetzung innerhalb der Loop
    zu "optimieren". Das ganze auch mal dokumentiert.
    (Will irgendwann mal meine Sounds verkaufen)

    http://home.arcor.de/richardon/richy2001/triton/piano/pianoprg.htm
    Abb4. zeigt den fuer mich unnatuerlichen EG Verlauf mit Breakpoint.
    (Die Abbildung zeigt den reinen EG Verlauf )
    (Der Breakpont ist beim Triton Le Pianopreset niediger angesetzt )

    Hoffe mit der Abb wird die ganze Problematik etwas verstaendlicher.
    ciao
    richy
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.05.05   #2
    Jein. Das kommt auf die Darstellung an. Im Audiobereich ist bei vielen Diagrammen (Frequenzgänge, Mischerautomation, etc.pp.) durchaus üblich, in logarithmierter Auftragung zu arbeiten. Und da ist eine Exponentialfunktion eine Gerade. Da in den mir bekannten Handbüchern eh keine Einheiten an EG-Diagrammen zu sehen sind, ist die "gerade" Darstellung kein Fehler. Zumal die Einheit, die man am ehesten verwenden würde, das "dB" ist - eine logarithmische Skala. Auch damit würde es wieder passen.

    Außerdem ist die lineare Darstellung zur Veranschaulichung und zum Ablesen z.B. auf kleinen LCD-Displays einfach besser geeignet (man erkennt z.B. die "Knicke" besser als bei der exponentiellen Form).
    Das dürfte eher als zwei wirkliche Exp.-Fkt. gedacht sein - und das macht beim Klavier auch Sinn, weil der erste, obertonreiche Anschlag etwas schneller abklingt als der Rest des Tons... Das wird schon seinen Sinn haben, denke ich.

    Jens
     
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