Raummikrofonierung - Grenzen und Möglichkeiten?

von Jay, 01.12.07.

  1. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.12.07   #1
    Hallo,

    ich mache nun schon seit geraumer Zeit Bandaufnahmen mit zwei Kondensatormikros (MCE-530) in XY-Position. Für Jazz und akustische Musik hat man dabei ein unschlagbares Aufwand-Nutzen-Verhältnis und eine sehr brauchbare Soundqualität. Ein paar Sachen würde ich aber gern noch optimieren bzw. ein paar Problemchen beseitigen, die sich dabei herauskristallisiert haben. Abgesehen von Raumklang und Musikerpositionen, die logischerweise passen sollten, sind das:

    - Die Dynamik der Snare schlägt alles andere. Kann man hier irgendwas machen außer an die Vernunft des Schlagzeugers zu appellieren? Sonst hat man da gelegentlich sehr unschöne Pegelspitzen auf einer eigentlich homogenen Aufnahme.
    - Bassdrum und manchmal auch der Bass gehen etwas unter. Bringts da was, ein Extra-Mikro dazuzustellen, mit dem man den Bassbereich aufnimmt, um das dann je nach Bedarf ein bisschen davon auf den Mix zu geben? Oder würde das den Gesamtsound nur "zumüllen"?
    - Selbe Frage betrifft den Gesang. Der geht zwar nicht unter, aber lohnt es sich, den auf eine extra Spur zu legen? Viel machen kann man damit ja trotzdem nicht, weil der Gesang auch auf den zwei Hauptspuren ist, oder?

    Auch für sonstige Tipps bin ich dankbar. ;) Damit ihr wisst, wie die Ausgangsposition ist, gibts hier noch eine Beispielaufnahme mit Gesang (Raum und Position der Sängerin waren nicht optimal).

    Grüße,
    Jay
     
  2. Dieter B.

    Dieter B. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.07   #2
    Wenn nur die Snare pegelspitzen erzeugt: Limiter! ;)
    Natürlich so einsetzen, dass nix pumpt oder zerrt, unauffällig eben.

    Wenn du extra mikrofonieren willst, dann nicht den gesamten bassbereich, sondern Bassdrum und Bass getrennt.
    Dann kannst du die frequenzen dezent teilen und schon hört man richtig, was die beiden instrumente spielen. :)

    Da der Gesang sich ja durchsetzt, würde ICH ihn nur aufnehmen, wenn es am Klang was auszusetzen gäbe. Mangelnder Präsenz könnte man damit schon entgegenwirken, oder ein wenig Vintage-Zerre hinzufügen.

    Zum Sound Sample:
    Die Keys mulmen etwas in den Tiefmitten.
    Die Hihat ist mir auch etwas zu penetrant, die klingt wie "direkt vor der nase", ich würde ihre Lautstärke ein wenig mit dem Multibandkompressor begrenzen. Da könnte man auch noch ein wenig die Obertöne der Instrumente und Gesang pushen.
    Was beim Gesang IMO auch nötig wäre.
    Den Bassbereich finde ich eigentlich okay.
     
  3. BowlingX

    BowlingX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.07   #3
    Hi,
    wenn du mit nur zwei Mikrofonen arbeitest sollte ein (multi-band) Kompressor + EQ (in der Summe) einiges bringen. Damit kannst du dann auch spezielle Frequenzbereiche gezielt komprimieren/Limitieren bzw. anheben (bei multi-band); Dafür kannst du auch Mastering Tools wie iZotope Ozone verwenden. Andernfalls hilft wohl nur die Mehrfachmikrofonierung welche meine Vorredner bereits angesprochen hat (Die Overheads dann nur leicht dazumischen). Für den Bass würde ich eine DI Box verwenden, eventuell sogar gar keinen Amp um den Sound weniger zu beinflussen (Da du ja Live mitschneidest), dann benötigen natürlich alle Musiker Kopfhörer.
    David
     
  4. Jay

    Jay Threadersteller HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.12.07   #4
    Danke für die Tipps. :great:

    Sowas in der Richtung dachte ich mir schon. Ich hab ein bisschen die Befürchtung, dass ich mir den Sound kaputtmache (durch Unfähigkeit :rolleyes: ), wenn ich den gleich in den Aufnahmeweg schalte. Aber da hilft wohl nur ausprobieren und üben ...

    Das ist dem speziellen Fall eher eine Problematik Klavier vs. Raum. Oder vielleicht auch Klavier vs. (ausnahmsweise) zu leise Band.

    Ja, ich möchte durchaus weiter mit den zwei Mikrofonen arbeiten. Klar, eine professionelle Studioproduktion klingt anders. ;) Aber für den Hobbybereich und Probenmitschnitte wie den oben finde ich das schon eine sehr gute Möglichkeit. Zumal der Aufbau keine 10 Minuten dauert.

    Das Wort Multi-Band-Kompressor hör ich gerade zum ersten Mal.:o Klingt aber echt interessant. Das Thema muss ich erst mal näher beleuchten. Wär super, wenn man das "XY-Prinzip" damit qualitativ noch aufbohren könnte.

    Das fällt wohl aus. Für eine wirkliche Einzelmikrofonierung fehlts an allen Ecken und Enden am nötigen Equipment, und ich habe momentan auch nicht das Know-How, glaube ich, um aus so einer Aufnahme was Gescheites zu machen. Vom Aufwand mal noch ganz abgesehen ...
     
  5. Dieter B.

    Dieter B. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.12.07   #5
    Bloß keine kompressoren/Limiter in den Signalweg hängen, wenn man noch nicht so viel ahnung davon hat.
    Einen Limiter muss man sehr feinfühlig einpegeln, was mit einer dynamisch spielenden Jazz-Band schon ziemlich schwer sein kann.

    Benutze den lieber in der Nachbearbeitung.
     
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