Re-Amping: Passive DI-Box möglich?

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Ich möchte Re-Amping machen.

Brauche ich dazu denn zwingend eine Re-Amping Box ? Eingentlich müsste das doch mit jeder X-beliebigen passiven DI-Box gehen wie z.B. mit dieser hier, oder nicht? Passive DI-Boxen kann ich doch in beide Richtungen verwenden, oder nicht?
 
Ja, das geht grundsätzlich, habe ich auch schon gemacht.
Wichtig ist halt zu beachten, dass du mit einem XLR-female in die DI-Box rein musst.
 
Ich habe mir abgewöhnt, DI-Boxen in dieser Preisklasse benutzen zu wollen. Aber wenn du sowieso den Sound matschen willst, kann das funktionieren.
 
Wenn du dir schon den (imho unnötigen) Aufwand machst, dann würde ich zum Marken-Produkt greifen. Ist zwar doppelt so teuer, aber im Bereich Übertrager immer noch low budget.
Palmer hat nicht den schlechtesten Ruf und vermutlich ist das Produkt für die Anwendung optimiert.
ps zu „unnötig“: das muss schon ein sauguter Amp sein, optimale Raumakustik und Mikros um im Re-Amping gegenüber „modelling“ einen signifikanten Unterschied zu produzieren. Nicht zu vergessen, dass Re-Amping in Echtzeit abläuft. ;)
 
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Ja, klar!
ps zu „unnötig“: das muss schon ein sauguter Amp sein, optimale Raumakustik und Mikros um im Re-Amping gegenüber „modelling“ einen signifikanten Unterschied zu produzieren. Nicht zu vergessen, dass Re-Amping in Echtzeit abläuft. ;)
Das ist ein guter Einwurf.
 
Eine DI Box funktioniert nur bedingt, gut klingt das nicht da der Ausganspegel extrem niedrig ist, das bdeutet viel Rauschen etc bei entsprechender Verstärkung.
Reamping Boxen sind auch nicht alle gut, aber die gängigen passen schon wenn du einfach mal ausprobieren willst.
Wenn die Sound Qualität wirklich gut werden soll dann musst du etwas vernünftiges kaufen.
Ich habe vor kurzem 7 oder 8 Geräte mit Hilfe von Nulltests etc. verglichen, war wie gsagt alles OK, aber defintiv nicht sauber und transparent,
viele Geräte weisen zudem Probleme bzgl des "korrekten" reampings auf, falsche Pegel etc.
 
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Eine DI Box funktioniert nur bedingt, gut klingt das nicht da der Ausganspegel extrem niedrig ist, das bdeutet viel Rauschen etc bei entsprechender Verstärkung.
Das trifft auf die geplante Anwendung allerdings nicht zu.
Die genannte DI mit 600 Ohm wird (in umgekehrter Richtung) von einem Interface Ausgang getrieben, bei 60kOhm Ausgang ist auf jeden Fall mehr Spannung vorhanden.

Allerdings zeigt dieser Kompromiss bzw die Zweckentfremdung auch, dass mit suboptimalen Parametern gearbeitet wird.
Bei der Palmer Trave wird ein Übersetzungsverhältnis von 1:3 genannt, was realen PU-Impedanzen deutlich näher kommt als die 1:100 der DI.
Selbige ist im technischen Sinn zwar nutzbar, aber eben nicht optimal.
 
Um an Telefunky anzuschließen: der Eingang des Amps hat meist 1megOhm Impedanz, viele Effekt-Treter sind auch hochohmig ausgelegt, damit sie so klingen wie sie klingen. KLAR könnte man ein Passive D.I. verkehrtherum benutzen... aber es gibt nicht nur die eine passive D.I., es gibt verschiedene. (denk dir den Trafo wie eine Gangschaltung, die die Dinger miteinander verbindet: und die Übersetzung muß halt passen) Und manche D.I. mit denen klappt es, mit anderen eher wieder nicht so. Was auch beim Reamping nicht so ohne ist : den richtigen Pegel bekommen, mit der ins Gerät hineingehustet wird. Daher an vielen Reampern ein kleiner Regler. Kannste aus dem Rechner auch, einfach in der DAW den Pegel richtig hinbekommen (eher klein als groß) und jetzt zusammenfassend zur originalen Fragestellung:

Hey, probier das einfach aus. Du meldest dann einfach wieder, ob/wie es geklappt hat, ja? Die Chancen stehen nicht schlecht, du sparst Geld, hast nicht noch ein Dings rumliegen und fertig.
 
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Um entweder noch mehr Verwirrung ...oder etwas mehr Klarheit zu stiften... :D
(die Impedanz-Anpassung ist uU ein sehr komplexes Thema)

Ein Verstärker-Eingang mit 1MegOhm hat diesen Wert um die Pickup Spule nicht zu sehr zu „bedämpfen“.
Faustregel: Eingangsimpedanz des Verstärkers > 10xQuellimpedanz (des PU)
Letztere entspricht idR nicht dem Gleichstromwiderstand des PU, sie ist grösser.
Um wieviel hängt von Ausführung und Magnetmaterial ab, meist zwischen 30-100kOhm.

Ein Übertrager (anstelle der PU-Spule) verhält sich allerdings deutlich anders, da er 2 Wicklungen enthält, die sich gegenseitig beeinflussen.
Die zugehörige Mathematik kann ich zwar nicht aus dem Gedächtnis zitieren, aber das kann schon überraschend sein... zumindest nach meinen Hörerfahrungen.

Allerdings reagiert ein Übertrager zwischen Interface-Ausgang und Verstärker-Eingang viel „unsensibler“ als ein PU auf Details des Signals, weil selbiges bereits erfasst und verstärkt wurde.
Die Abstimmung dieser Komponente (Übertrager/Pegel) ist dennoch wichtig um dem Amp ein möglichst „authentisches“ Signal vorzugaukeln.
Was imho für ein spezialisiertes Gerät (wie den erwähnten „Trave“) spricht, bei dem sich der Hersteller mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat.

Eigenes Beispiel (ot und nur zur Illustration der „Komplexität“):
ich nutze Vorstufen mit trafo-symmetrischen Ausgängen im 20 Ohm Bereich, die eine Last von 150-250 Ohm erwarten, sonst verzerrt der Übertrager mit Überschwingungen.
Ein typischer Interface Line-Eingang mit 10-20kOhm stellt praktisch keine Last dar, was neben den Verzerrungen auch einen absurden Frequenzgang mit extremer Höhenbetonung erzeugt.

Man kann die notwendige „Last“ preisgünstig mit einem Widerstand zwischen den beiden Signaladern erzeugen. Ändert man diesen, ändert sich auch der Klang... und das nicht zu knapp (Stichwort: welcher ist richtig ?) :eek:
Ich habe das quasi mit einem Gegenstück des Ausgangsübertragers gelöst, der wieder auf einen passenden Wert (für das Interface) hochsetzt.
(weil ich die Übertrager seinerzeit sehr günstig bekommen habe)

ps: ich wäre aber dem „Ausprobieren“ auch nicht abgeneigt... aber dann gut darauf achten, ob sich das Signal dabei irgendwie ungewöhnlich verändert.
 
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