Restauration: Yamaha RGX 121S

von Apocalypse Dude, 14.01.08.

  1. Apocalypse Dude

    Apocalypse Dude Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.08   #1
    Ich hab mal meine alte, allererste Gitarre restauriert, soweit man das laienhafte rumgeschleife so nennen kann ;), und wollte die mal vorzeigen.

    Wie es dazu kam:
    Ich habe seit Semptember letzten Jahres eine Jackson DKMG, mit der ich sehr sehr zufrieden bin, allerdings habe ich sie aufgrund von Band auf Drop C gestimmt mit 13-53iger Saiten. Problem war dann natürlich, ich mag ja nicht nur Hardcore und Metal etc. immer spielen und umstimmen ist auch nicht drin und mit den EMGs, die zwar lange nicht so unflexibel sind wie viele meinen, aber dennoch nicht so geeignet sind für Blues oder einfach nur cleane Akkorde etc. wie ich das gerne hätte.
    Also kam relativ rasch der Wunsch nach einer "Zweigitarre" (das klingt immer so abwertend) auf, und da gingen meine Favoriten hin und her, Strat, Tele, Semi, wieder Strat, ich konnt mich nie entscheiden weil ich immer was anderes wollte was es so irgendwie nicht alles in einem gab. Ich wollte schön clean spielen können aber P90iger fand ich auch super, wollt ich auch. Und für normale Rockmusik so ein SH4, ja das wäre auch fein. Etc Etc, man kennt das ja.
    Irgendwann fiel mein Blick so auf meine allererste Gitarre, die ich damals für 110 Euro inklusive unsäglicher Squier Champ 15 Combo (geiles Teil...NICHT! ;)) die da so auf dem Schrank lag, Saitenlos, mit abgerissenen Kabeln an der Klinkenbuchse, zerbrochenem Buchsenblech und einigen Dellen.
    Zunächst hab ich dann bei meiner nächsten Online-Bestellung von Saiten etc ein Buchsenblech und eine neue Buchse bestellt.
    Doch dann las ich hier im DIY-Forum so etwas umher, Gitarre abschleifen, neu lackieren und all sowas und dachte, das kannste doch auch mal machen, wenn du dich nich ganz doof anstellst machste nichtmal was kaputt!
    Weiterer Vorteil davon ist, dass ich alles ausbauen muss, was zur Folge hat, dass eh alles wieder neu eingelötet werden muss, was ich eh nicht kann, wesshalb ich mir auch direkt neue PU's besorgen kann die (vermutet) auf meine Bedürfnisse passen (verquere Logik).

    Los gehts:
    Zu allererst, ich Depp habe natürlich nicht daran gedacht meine Arbeitsschritte zu photodokumentieren. Ich hab ncihtmal ein Bild gemacht von der ursprünglichen Gitarre, aber hier mal ein Bild wie die aussah als sie noch neu war: http://www.musik-service.de/Gitarre-Yamaha-RGX-121-S-prx395623805de.aspx (allerdings in mattschwarz)

    Ich bin wahrlich kein geübter Handwerker, ich kann Schrauben drehen und Nägel einschlagen und Ikea-Regal aufbauen. Wovon ich keine Ahnung habe ist Holzverarbeitung, schleifen, lackieren, beizen und all das was ich jetzt am Ende so ein bisschen kann. Aber als ich anfing konnt ich nix.
    Mein Vater dagegen kennt sich aus mit Holz, kann lackieren und Beize hatte er sogar noch welche da. Allerdings hat der keine Ahnung von Gitarren.

    Also los ging die wilde Fahrt, fröhlich mit Vaters Schleifmaschine. Ohne Plan, immer drauf, das schwarze will ab, das holzfarbene soll an die Sonne (Kellerlampe). Am selben Abend bei der ersten Beguachtung von Vater direkt etwas gelernt, nämlich was Riefen sind. Etwas später in der Woche dann gelernt was Muskelkater bedeutet (gut, das wusste ich schon vorher) als es daran ging die Riefen per Hand zu glätten.
    Die tage strichen ins Land und das Schleifpapier wurde immer feiner und am Ende sogar nass, total irre, und dann wars plötzlich ganz glatt und ganz holzig und sehr hübsch anzusehen.

    Nun musste entschieden werden was nun optisch passieren soll. Erst wollte ich nur grün beizen, aber die Jackson ist schon grün und ich wollte auch irgendwo was besonderes machen. Dann hab ich mich hier im Forum erkundigt inwieweit man Graphiken von PC auf Gitarre übertragen kann, ich wurde daraufhin auf Wasserschiebbilder/Decals und den Drucker Onkel verwiesen. Das klang gut, das sollte gemacht werden.
    Dann kam was, was ich ausnahmsweise mal etwas konnte: Photoshoppen. Schnell wusste ich, dass es mehrere Motive im Stil von Oldschool-Tätowierungen (wobei ich dabei gelernt hab, dass wenn Oldschool-Tattoos so ganz plastisch und schön bunt sind, sagt man neuerdings dafür New-School, glaub ich) sein sollen, dass Schwalben rein mussten war auch schnell klar, da ich einen Hang zu solchem Kitsch habe, aber nicht weiß ob ich sowas auf mir selber drauf haben möchte.
    Es wurden also Motive gesammelt und fröhlich bearbeitet.

    Zu dem Revolvermotiv möcht ich noch sagen, dass dies eine kleine Widmung an besagten Freund ist, dem ich vor Jahren eben diese Gitarre abgekauft habe auf der ich spielen gelernt habe. Früher hatten wir beide ein Lieblingslied, nämlich "Curse of a Fallen Soul" von der amerikanisch/irschen Band Dropkick Murphys.
    Es wird ein verstorbener Freund besungen und sich herzlich zu dessen Ehren besoffen, exemplarisch dafür die Zeile "So may this Round be on the corpse of a dead man" und wir waren schon damals der Meinung, das dies eine überaus angemessene Art und Weise ist seine Trauer zu zeigen, eine derbe Art der Herzlichkeit, mit der ich mich weit mehr identifizieren kann als bespielsweise mit katholischen/evangelischen Trauerfeiern (andere Trauerfeieren religiöser Art kenne ich nicht). Darum hier auf dem Banner auf dem Revolvermotiv die Verse "Another Wake - Another Time", mit denen auch der Song anfängt, zu deutsch etwa "Eine neue Totenwache - wiedereinmal". So übersetze ichs mir jedenfalls. Dies so als kleiner persönlicher Tupfer.

    Da ich insgesamt allerdings kein Fan von bedeutungsschwangeren Motiven hat der Revolver an sich gar keine Bedeutung, wurde nur genommen weil es cool aussieht, genauso wie die anderen Motive, fand ich halt hübsch. "Serenity" und "Deliverance" bei den Schwalben an den Cutaways hat so keine persönliche Bedeutung für mich, halte ich für Gute Worte mit schönen Bedeutungen, obwohl ich vllt sagen will, dass ich Serenity/Gelassenheit, vllt auch wegen des Berufs als Krankenpflegeschüler, für eine achtenswerte Eigenschaft halte. Darüberhinaus heißt ein cooler Song von Blood for Blood Serenity und ein anderer cooler von Bubba Sparxxx Deliverance. Soviel dazu ;)

    Zurück zum praktischen. Die abgeschliffene Erle der Gitarre war mir zu hell. Vater hatte noch ein Döschen Beize anzubieten, drauf stand "Buche" (also nich FÜR Buche, sondern sieht aus wie Buche), ich vermutete, dass ich damit erreichen würde der Gitarre einen etwas dunkleren Teint zu verschaffen. Ich vermutete richtig.

    Nächster Schritt: Decalbilder aufbringen. Ich weiß nicht wer die Dinger kennt, aber die sind echt mal furzdünn. Ich kann jedem der so ungeschickt ist wie ich nur empfehlen nicht zu große Motive zu machen (wie ich) und die ja nicht zackig auszuschneiden(wie ich) sondern immer schön rund (wie ich nicht), weil die dann echt flux mal reißen.

    So Bilder waren drauf. Nun musste Klarlack drauf, ich orderte auf eine vage Forumsempfehlung mal eine Sprühdose von habichschonwiedevrergessen woher, die kostete meines Wissens nach so 20 Euro. Lackieren übernahm Vater, weil der da schon Erfahrung mit hatte, er war der Meinung, dass Ergebnis sei trotz Sprühdose besser als erwartet. Ich finds auch gut, das hat gut geklappt ;)

    Achja, in der Zwischenzeit wurden ein Düsenberg-Domino, eine Seymour Duncan SH4 und ein G&L-Singlecoil ersteigert, weil zumindest die ersten beiden in anderen Gitarren, die man mal anspielte gut klangen. Den G&L hab ich auf Gut Glück ersteigert, es hieß er sei vorher in einer Customshop-Strat gewesen.

    Fazit:
    Ich habe Lacknasen gemacht mit der Beize, die Decalbilder habe ich alles andere als perfekt angebracht, an einigen sind mir Ecken abgerissen oder sogar ein bisschen mehr als Ecken, ich habe nicht ganz perfekt geschliffen und im Lack sind auch ein paar Krümel hängengeblieben. Alles andere als perfekt, aber dafür, dass ich keine Ahnung habe ganz gut geworden, und selbst wenn nicht, das ist jetzt meine und die hat sonst keiner ;). Natürlich stehen die Decalbilder etwas raus und man sieht die Kanten wo ich mit Skalpell und Schere dran war, aber im Großen und Ganzen sieht es besser aus als ich erwartet habe und ich finde es sehr gut. Von der Bespielbarkeit mochte ich die Yamaha vorher schon.

    Würd mich über Kommentare und Konstruktives freuen.

    Hier kann man gucken:
    http://freenet-homepage.de/antilles/Yamaha01.jpg
    http://freenet-homepage.de/antilles/Yamaha02.jpg
    http://freenet-homepage.de/antilles/Yamaha03.jpg
    http://freenet-homepage.de/antilles/Yamaha04.jpg
     
  2. C.Santana

    C.Santana Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #2
    Hi
    also, die Gitarre an sich sieht gut aus. Allerdings mit den aufgeklebten Bildern sieht sie einfach nur K.... aus. Fehlen nur noch die Pril Blumen.............!
    Im Ernst, ohne die Aufkleber, würde sie mir besser gefallen. Aber wie bei allem ist das eine Geschmacksfrage.
    Grüße
     
  3. Apocalypse Dude

    Apocalypse Dude Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #3
    Das hatte irgendwer vorher auch mal gesagt...;) Ich glaub ich hab mit den Sternen etwas übertrieben, aber was solls.
     
  4. Apfelkrautwurst

    Apfelkrautwurst Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.08   #4
    Sieht recht gelungen aus, aber Stickern konnt ich noch nie wirklich was abgewinnen.

    Ist die Seitenverkehrtheit der Saiten Absicht?
     
  5. Apocalypse Dude

    Apocalypse Dude Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #5
    Sind ja keine Sticker, sind Wasserschiebbilder, die sind unterm Lack.

    Oh...äh...ne, da hab ich nich aufgepasst und genauso Saiten aufgezogen wie auf meiner anderen Gitarre.
     
  6. VisionaryBeast

    VisionaryBeast Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #6
    hab ich was verpasst? Seitenverkehrt? Ich checks ned *schäm*
     
  7. Apocalypse Dude

    Apocalypse Dude Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.08   #7
    Hab falschrum gedreht ;)
     
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