Reußenzehn Daniel D, schaltbares 2tes Volume-Level implementierbar?

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Hallo,

eine kleine Frage an die technisch versierten.

Ich habe einen alten Reußenzehn Daniel D. den ich neuerdings wieder ganz gerne nutze, weil er ein ausgezeichneter Buffer ist, andererseits gefällt mir aber auch die Färbung ganz gut, die er als Booster mitbringt.

Daher habe ich mir folgendes gefragt. Wie viel Aufwand wäre es, einen schaltbares 2 Volume Level zu integrieren.

Ich habe mir das so vorgestellt, dass das Ding auf Unity-Gain läuft, always-on, und daher als Buffer funktioniert und der Schalter und das Poti dann ganz normal boostes wie gehabt, nur eben nicht gegenüber einem Bypass-Signal sondern gegenüber einen Unity-gain Signal, das ständig durch die Schaltung läuft. (evtl mit der Option auf Bypass zu schalten mit einem mini-switch)

Einen Schaltplan würde ich gerne anbieten, konnte aber keinen finden. Wie schätzt ihr das ein, ist das mit einer Verhältnismäßig einfachen Modifikation realisierbar oder müsste man da größere Umbauten vornehmen.

danke für eure Einschätzungen
grüße B.B
 
glombi

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Einfach mal bei Thomas direkt nachfragen?
 
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Wenn der Schaltplan soweit stimmt, ist das keine so große Sache wenn es einem das wert ist. Man könnte parallel zum Poti einen Spannungsteiler einbauen (oder auch einen trimmer, zum leichteren Einstellen), dessen Abgriff das unity gain Signal liefert. Der Schalter schaltet dann zwischen diesem Abgriff und dem Schleifer des Potis hin und her zwischen unity gain und boost. Eventuell müsste man aber die Werte des Potis und des Spanunngsteiler gegenüber dem Original erhöhen, da die beiden parallel-geschaltet wären und mit C7/C8 Einfluss auf den Frequenzgang hätten. Klingt komplizierter als es ist.
Für Unity Gain ist die Schaltung eigentlich nicht so geeignet, schlicht weil das Signal immer erstmal verstärkt wird und dann am "Ausgang" mit dem Poti runter geregelt wird. Da verstärkt man sich also auch Nebengeräusche und so mit. Aber klar, wenn dir der charakteristische Klang gefällt, wieso nicht.

Wenn du willst, kann ich dir das mal skizzieren, aber das setzt wie gesagt voraus, dass der Schaltplan auch stimmt. Du kannst aber auch mal ein Foto vom Innenleben des Gerätes machen, da sollte man recht schnell sehen, ob der Schaltplan soweit passt.
 
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Wenn der Schaltplan soweit stimmt, ist das keine so große Sache wenn es einem das wert ist. Man könnte parallel zum Poti einen Spannungsteiler einbauen (oder auch einen trimmer, zum leichteren Einstellen), dessen Abgriff das unity gain Signal liefert. Der Schalter schaltet dann zwischen diesem Abgriff und dem Schleifer des Potis hin und her zwischen unity gain und boost. Eventuell müsste man aber die Werte des Potis und des Spanunngsteiler gegenüber dem Original erhöhen, da die beiden parallel-geschaltet wären und mit C7/C8 Einfluss auf den Frequenzgang hätten. Klingt komplizierter als es ist.
Hab ich soweit verstanden, glaube ich. Klingt gut.

C7/C8 in Serie sollte der Bass-Switch sein, der je nach Wert bei einer unterschiedlichen Frequenz einen High-Pass bildet. Inwiefern interagiert der Poti-Wert damit?

Wenn du willst, kann ich dir das mal skizzieren, aber das setzt wie gesagt voraus, dass der Schaltplan auch stimmt. Du kannst aber auch mal ein Foto vom Innenleben des Gerätes machen, da sollte man recht schnell sehen, ob der Schaltplan soweit passt.
Ein Foto kann morgen mal machen machen, ja. Du musst dir keinen unnötigen Aufwand machen, ich wollte zunächst mal wissen wie viel Aufwand involviert ist. Wenn du es machen willst, bin ich dir aber sehr zu Dank verpflichtet.

Für Unity Gain ist die Schaltung eigentlich nicht so geeignet, schlicht weil das Signal immer erstmal verstärkt wird und dann am "Ausgang" mit dem Poti runter geregelt wird. Da verstärkt man sich also auch Nebengeräusche und so mit. Aber klar, wenn dir der charakteristische Klang gefällt, wieso nicht.
Ist das nicht bei jedem Boost grundsätzlich so? ist mir bisher noch nie aufgefallen, dass Nebengeräuche dadurch steigen würden. Was mir allerdings auffällt, ist dass das Ding einen absurden Pegel liefert, wodurch die tatsächlich nutzbaren Gain-Steigerung für Boost-Zwecke schwer einzustellen sind. Tatsächlich kann man den ohne Probleme direkt in eine Endtufe spielen vom Pegel her. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist es im Prinzip auch ein Vorstufen-Design aus einem Amp, ohne Tone-Stack.
Tatsächlich finde ich, dass er recht neutral klingt. Ich würde sagen einen Tick mehr Highend-Sparkle (mal abgesehen vom Buffer-Effekt) und vll einen Schuss tighter im Bass. Aber nicht wirklich stark färbend. Ich hab ihn halt schon rumliegen, und dachte mir, bevor ich was anderes zu dem Zweck anschaffe.....

grüße B.B
 
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Hi B.B.,

genau, das dazu Schalten von C7 "lässt mehr Bässe durch" da dadurch C7 und C8 effektiv parallel geschaltet sind und sich ihre Kapazität summiert. Der Wert des Potis gegen Masse bildet mit C7/C8 einen High-Pass Filter dessen untere Grenzfrequenz tiefer reicht, wenn der Wert des Potis vergrößert wird. Mit C8 = 100n und dem Wert des Potis von 100k ergibt sich eine untere Grenzfrequenz von etwa 15 Hz. Ich vermute daher auch, dass C7 und C8 im Schaltplan vertauscht sind. 22n zu den 100n zuzuschalten sollte effektiv keine Veränderung bringen. Aber wenn normalerweise 22n im Signalweg liegen und 100n dazu parallel geschaltet werden, dann wird die Grenzfrequenz von 72 Hz auf 15 Hz verringert, erscheint mir sinnvoller.

Wie auch immer... Ich habe beim Schaltplan zeichnen gerade noch gemerkt, dass es noch etwas einfacher gehen könnte. Und zwar trennt man die Verbindung vom Poti zu Masse auf und hängt noch einen Widerstand dazwischen. Der muss so gewählt werden, dass der Spannungsteiler aus Poti + Widerstand unity gain ergibt. Dann kann man das Signal für den Buffer von dort abgreifen und dann für den Boost auf den Schleifer des Potis schalten. Nachteil: Der Boost kann nicht leiser als Unity Gain eingestellt werden, ist aber vermutlich sowieso nicht gewünscht...? Um den Wert für den Widerstand zu ermitteln, könntest du testweise ein Poti mit 10k oder so als variablen Widerstand verkabelt anstelle des zusätzlichen Widerstands einbauen und so einstellen, bis das Signal unity ist. Dann ausbauen, Wert messen und entsprechenden Widerstand einbauen.

Was die Nebengeräusche betrifft hast du natürlich recht. Die werden mit dem Poti ja dann auch wieder herunter geregelt. Und das ist tatsächlich die Vorgehensweise bei den meisten Boostern, ist aber streng genommen etwas unelegant, so viel Gain zu fahren, wenn es nicht nötig ist. Denn das Gain bringt oft Klangfärbung und Kompression mit sich, erstrecht bei so einer einfachen Schaltung. Aber das ist hier von dir ja auch irgendwie gewollt, also eigentlich gut so :great:

Also den Schaltplan hab ich schnell aufgezeichnet. Die Bauteilbezeichnungen korrespondieren jetzt nicht 1zu1 mit dem anderen Schaltplan, aber ich denke, man steigt durch ;)

Grüße
 

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Hi B.B.,

genau, das dazu Schalten von C7 "lässt mehr Bässe durch" da dadurch C7 und C8 effektiv parallel geschaltet sind und sich ihre Kapazität summiert. Der Wert des Potis gegen Masse bildet mit C7/C8 einen High-Pass Filter dessen untere Grenzfrequenz tiefer reicht, wenn der Wert des Potis vergrößert wird. Mit C8 = 100n und dem Wert des Potis von 100k ergibt sich eine untere Grenzfrequenz von etwa 15 Hz. Ich vermute daher auch, dass C7 und C8 im Schaltplan vertauscht sind. 22n zu den 100n zuzuschalten sollte effektiv keine Veränderung bringen. Aber wenn normalerweise 22n im Signalweg liegen und 100n dazu parallel geschaltet werden, dann wird die Grenzfrequenz von 72 Hz auf 15 Hz verringert, erscheint mir sinnvoller.

Ok, Für diesen Fall, könnte ich also (angepasst an den neuen Poti-Gesamtwiderstand) wohl am einfachsten C7/8 durch andere Werte ersetzen, sodass der Hochpass weiterhin untgefähr an der gleichen Stelle liegt.?
Der Boost kann nicht leiser als Unity Gain eingestellt werden, ist aber vermutlich sowieso nicht gewünscht...?
Na, wenn man einfach einen zweiten Fußschalter+ Led einsetzt und das ganze überbrückt, hat man beide Optionen, richtig?

Also einmal unitygain + "mehr" und einmal den normalen Bypass/Boost Betrieb.

Also sozusagen den von dir R6 genannten Wiederstand der dem Poti einen "mindestwert" gibt, überbrücken?
Was die Nebengeräusche betrifft hast du natürlich recht. Die werden mit dem Poti ja dann auch wieder herunter geregelt. Und das ist tatsächlich die Vorgehensweise bei den meisten Boostern, ist aber streng genommen etwas unelegant, so viel Gain zu fahren, wenn es nicht nötig ist. Denn das Gain bringt oft Klangfärbung und Kompression mit sich, erstrecht bei so einer einfachen Schaltung. Aber das ist hier von dir ja auch irgendwie gewollt, also eigentlich gut so :great:

Also den Schaltplan hab ich schnell aufgezeichnet. Die Bauteilbezeichnungen korrespondieren jetzt nicht 1zu1 mit dem anderen Schaltplan, aber ich denke, man steigt durch ;)

Grüße

Ja, danke, das verstehe ich soweit. Ich kann solche sachen nachbauen und verfolgen, aber ich bin nicht gut genug um sie selbst zu konzipieren.

Ein sehr großes Dankeschön auf jeden Fall schonmal dafür, dass du überhaupt Zeit investiert hast, Ich weiß das sehr zu schätzen.

grüße B.B
 
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Ok, Für diesen Fall, könnte ich also (angepasst an den neuen Poti-Gesamtwiderstand) wohl am einfachsten C7/8 durch andere Werte ersetzen, sodass der Hochpass weiterhin untgefähr an der gleichen Stelle liegt.?
Genau, aber das wird nicht unbedingt nötig sein, da R6 einen verhältnismäßig kleinen Wert haben wird (max. ~20k schätze ich, eher weniger). Da das Poti selbst eine Toleranz von min. 10% und die Kondensatoren auch meist min. 5% Toleranz haben, ist der High Pass da sowieso in diesen Grenzen von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Also ich würde die Kondensatoren erstmal so lassen, ich schätze, du wirst keinen Unterschied hören. Zumal ein neu eingesetzter Kondensator dann auch wieder eine Toleranz hat. Ist alles keine präzise Technik.

Na, wenn man einfach einen zweiten Fußschalter+ Led einsetzt und das ganze überbrückt, hat man beide Optionen, richtig?

Also einmal unitygain + "mehr" und einmal den normalen Bypass/Boost Betrieb.

Also sozusagen den von dir R6 genannten Wiederstand der dem Poti einen "mindestwert" gibt, überbrücken?
Ja, du könntest den normalen Bypass Schalter einfach so belassen und zusätzlich den Wahlschalter für Boost/Unity einbauen, wenn du bereit bist ein neues Loch in das Gehäuse zu bohren usw. Wenn du einen Schalter mit ausreichend Schaltebenen verwendest, kannst du dann bei dem Boost/Buffer Schalter , beim Umschalten auf Boost, R6 überbrücken und noch eine LED schalten. Wenn die LED im Buffer Modus leuchten darf und nicht im Boost, dann würde auch ein DPDT Schalter reichen (zwei Schaltebenen), ansonsten wirst du einen 3PDT brauchen. Wird aber generell ein bisschen Kabelsalat geben, weil eben auch noch ein Kabel vom Schalter zum Poti geführt werden müssen, aber das geht natürlich. Und der Widerstand kann so auch direkt am Schalter sitzen.

Habe im Schaltplan noch einen zweiten Schalter eingefügt, der beim Umschalten auf Boost R6 überbrückt. Die beiden Schalter sind die zwei Schaltebenen eines DPDT Schalters. So sollte es eigentlich funktionieren :)

Ja, danke, das verstehe ich soweit. Ich kann solche sachen nachbauen und verfolgen, aber ich bin nicht gut genug um sie selbst zu konzipieren.

Ein sehr großes Dankeschön auf jeden Fall schonmal dafür, dass du überhaupt Zeit investiert hast, Ich weiß das sehr zu schätzen.

grüße B.B
Kein Problem, macht mir eigentlich meistens Spaß ein bisschen mit zu denken und zu knobeln :great: Und danke für die Kekse!
Lass uns wissen, wie du es nun am Ende machst ;)

Grüße

Edit: Wenn es passt, würde mich ein Foto des Innenlebens noch interessieren, muss aber auch nicht.
 
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Hatte natürlich vergessen, den aktualisierten Schaltplan anzuhängen... Jetzt dann aber.
 

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:)

Ich habe mal entsprechende Teile bestellt (habe keine Fußschalter mehr auf Lager) Ich werde berichten, kann noch etwas Dauern bis ich durch bin...

Ich denke nicht, dass sich das Ding zu einem gesuchten Vintage-Gerät entwickelt und vom Verkaufen bekomm ich auch nicht viel. Von daher, werde ich mich wohl zum Bohren bereiterklären....

grüße B.B
 
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@iefes

sooo, es dauert immer erstens länger und zweitens als man denkt...

jetzt bin ich aber endlich dazu gekommen und es funktioniert alles bestens. Ich habe anstatt eines Wiederstands ein kleines Trimmpoti genommen. Leider musste ich feststellen, dass ich gar keinen 12mm Bohrer für den Schalter im Haus habe, da muss ich morgen noch in den Baumarkt.

Und ich muss nochmal nachlesen wie man die LED in der 3 Schalterebene verkabelt, aber das sollte ich rauskriegen. Ich gebe nochmal ein Update wenn alles gänzlich fertig ist.

danke dir nochmals für deine Hilfe....

grüße B.B
 
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Freut mich, dass es geklappt hat! Bei mir dauern solche Projekte auch immer länger als mir lieb ist, aber was solls. :)

Für die LED: Passend zum Schaltplan legst du Pin 8 des Schalters auf Masse und hängst das kürzere Bein der LED an Pin 7. Pin 7 ist einer der äußeren Pins und Pin 8 der mittlere der dritten Schaltebene. Wenn der Boost an ist muss Pin 7 mit Pin 8 verbunden sein (wenn nicht, den äußeren Pin tauschen). An das längere Bein der LED kommt noch ein Vorwiderstand (sowas zwischen 1k und 10k, je nach LED und gewünschter Helligkeit; wenn du eine standard rote LED verwendest dann kannst du zB 2k2 oder 3k3 verwenden). Das andere Ende des Vorwiderstands kommt an +12V, also an das positive Ende von C2. Ich hoffe, das gibt dann keine Nebengeräusche über die Filamente der Röhre beim Schalten, sollte aber eigentlich gehen.

Viel Erfolg!

Grüße
 

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