scenarnick
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- 28.10.26
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Intro
In Bandproben nutze ich drahtgebundenes IEM - und das hat einen Grund: Ich habe ein LD MEI 1000 G2 Wireless* System, das EXTREM wählerisch bei Kopfhörern ist und mich bislang nicht abgeholt hat (außer in Verbindung mit AKG 240 MK II, die ich aber schlecht als Sänger auf der Bühne tragen kann
). Alle - ausnahmslos alle - In-Ear Hörer, die ich bislang getestet habe, erzeugten mit dem MEI derartige Rauschfahnen, dass das System für mich nicht nutzbar war. Nicht für Gesang und erst Recht nicht für Keyboards, bei denen es auch mal "leiser" zugehen kann.
Die Hörluchs HL1050* zeigten sich da bisher als die besten Kandidaten, aber noch immer nicht überzeugend. Ich hatte mal kurz die Beyerdynamic* 70er Serie hier, die in einer ganz anderen Preisklasse spielt. Auch die habe ich nach Sekunden wieder eingepackt, weil sie mit dem Rauschfahnen-Generator nicht klar kamen.
Umso gespannter war ich, als @hack_meck die beyerdynamic DT 30 IE Testrunde auslobte, bei der ich als Tester ausgelost wurde. Gleichzeitig hatte ich kaum Erwartungen, dass ich hier "abgeholt" werde.
Die IEMs
Dass Beyerdynamic* gute Geräte baut, steht außer Frage. Dass sie diese auch ansprechend präsentieren, ist auch bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass die DT 30 IE in einem eleganten, mattschwarzen Karton geliefert werden. Darin befindet sich ein stabiles, schwarzes Etui, rundum mit sauber laufendem Reißverschluss und darin die Ohrhörer.
Allein schon das Etui strahlt Wertigkeit aus, ist sauber verarbeitet und zum Transport gut geeignet. Bei mir im Saxophonkoffer habe ich da keine Bedenken. Andere Hersteller spendieren Geräten in der Preisklasse kleine Säckchen, die man suchen muss, die sich in der Ecke verkrümeln und in denen die Kabel ständig verknotet sind. Beyerdynamic* lädt hier mit dem Etui alleine schon zum ordentlichen Umgang mit dem Kabel ein.
Die abnehmbaren, weißen Kabel nutzen MMCX Stecker zu den Treibern, die sich erstaunlich leicht anstecken lassen, aber trotzdem sehr gut halten. Ich hatte zunächst Bedenken, dass sie sich genauso leicht lösen würden, das ist aber noch nicht passiert. Die Kabel sitzen gut fest und sind bislang über jeden Zweifel erhaben. Die Ohrstücke sind gut lesbar beschriftet (L/R) und die Kabel farbcodiert (rot ist schwarz und Plus is Minus, äh - rot/orange markiert die rechte Seite). Die Kabel sind weiß - hier hätte ich transparente Kabel bevorzugt, die besser zu den transparenten Treibern gepasst hätten, aber das ist eine Kleinigkeit.
Also zusammenstecken und passende Ohrstücke finden. Ich kenne das Spielchen schon - mit Schaumstoff komme ich bei meinen sehr kleinen Gehörgängen (in großen "Ohrwascheln") nicht zurecht, so auch hier. Also auf zu den Silikon-Stücken. Hier fällt mir sofort etwas auf:
Die Silikon-Passstücke sind nicht rund, wie bei den meisten anderen Herstellern, sondern oval. Für mich perfekt passend (Größe S) und sehr angenehm zu tragen. Runde Passstücke funktionieren bei mir nicht so gut. Entsprechend hoch ist auch die passive Dämpfung, die Beyerdynamic* mit "bis zu 39 dB" angibt. Messen kann ich es nicht, aber im Vergleich mit meinen angepassten Gehörschützern mit 25dB Filter wirkt es mit dem DT 30 IE doch ein gutes Stück leiser.
Technische Daten
Das Kopieren der Datenblätter spare ich mir hier, die kann man auf der Produktseite des Herstellers nachlesen. Die Impedanz von 18 Ohm verspricht einen hohen Wirkungsgrad. Ein Versprechen, das auch gehalten wird.
Der Hörtest
Wie klingen sie denn jetzt? Soll ich, oder soll ich nicht gleich am MEI 1000 testen? Ach, was soll's, gleich ran damit
Ich habe die DT 30 IE in meinen LD Empfänger gesteckt, mich ans E-Piano gesetzt und war erschrocken. Habe ich aus Versehen die Hörer direkt in den Kopfhörerausgang gestöpselt? Nein, hab ich nicht. Was ich da hörte kam tatsächlich über Wireless IE. Ich nahm beim ersten Test nahezu keine Rauschfahnen wahr, lediglich klaren, gut durchzeichneten Klang. Ebenso beim Gesang: Sauberes Klangbild ohne störende Fahnen und selbst der Hall, den ich mir gerne leicht auf die IEMs gebe, ging nicht im Rauschen unter.
Das schaffen nicht mal teurere IEMs bei mir. Chapeau!
Um mich etwas weiter mit den Teilen anzufreunden habe ich sie in mein MacBook gestöpselt und verschiedene Quellen aus der Konserve angehört. Für mich besonders aussagekräftig, was Auflösung und Zeichnung angeht ist "Biko" von den Simple Minds aus der "Street Fighting Years" CD, die mir als Wave vorliegt. Das Stück hat sehr viel "Ambient" Sound im Intro, den ich mit den Hörern ausgezeichnet wahrnehmen konnte und auch gut lokalisieren konnte. Danach habe ich die Hörer auf meine eigenen Mixe losgelassen und die im Tonstudio von unserer Band angefertigten Master. In jeder Situation bekam ich ein angenehmes, gut auflösendes, nicht zu analytisches (aber auch nicht zu HiFi) Klangbild präsentiert.
Also nochmal zurück zum LD MEI 1000 G2. Ich habe eine Mehrspur-Aufnahme aus unserem Proberaum in mein XR 18 eingespielt um eine echte IEM Situation zu simulieren. Mikrofon in die Hand und dazu gesungen. Auch hier bestätigte sich der Eindruck: Selbst mit dem von mir sonst so geschmähten Wireless IEM System bekam ich eine gute Qualität, gute Durchzeichnung, sehr gute Abschirmung - und das zu einem sehr günstigen Preis.
Mein Fazit
Ich bin beeindruckt. Beyerdynamic* ist es hier gelungen, einen rundum stimmigen In-Ear Hörer zu bauen, der sehr gut sitzt (durch die ovalen Silikon-Passstücke), dadurch ordentlich abdichtet, sehr fein klingt und dazu noch mit "schwierigen" IEM Funksystemen umgehen kann. Präsentiert in einem wertigen Etui, in dem die Geräte gut geschützt sind, zum aktuellen (07/2026) Straßenpreis von 119 Euro.
beyerdynamic DT 30 IE*
*
Anmerkung: Ein "echter" Einsatz in einer Probe oder bei einem Gig steht noch aus. Wird nachgeliefert, sobald alle gesund sind und Zeit haben
In Bandproben nutze ich drahtgebundenes IEM - und das hat einen Grund: Ich habe ein LD MEI 1000 G2 Wireless* System, das EXTREM wählerisch bei Kopfhörern ist und mich bislang nicht abgeholt hat (außer in Verbindung mit AKG 240 MK II, die ich aber schlecht als Sänger auf der Bühne tragen kann
). Alle - ausnahmslos alle - In-Ear Hörer, die ich bislang getestet habe, erzeugten mit dem MEI derartige Rauschfahnen, dass das System für mich nicht nutzbar war. Nicht für Gesang und erst Recht nicht für Keyboards, bei denen es auch mal "leiser" zugehen kann.Die Hörluchs HL1050* zeigten sich da bisher als die besten Kandidaten, aber noch immer nicht überzeugend. Ich hatte mal kurz die Beyerdynamic* 70er Serie hier, die in einer ganz anderen Preisklasse spielt. Auch die habe ich nach Sekunden wieder eingepackt, weil sie mit dem Rauschfahnen-Generator nicht klar kamen.
Umso gespannter war ich, als @hack_meck die beyerdynamic DT 30 IE Testrunde auslobte, bei der ich als Tester ausgelost wurde. Gleichzeitig hatte ich kaum Erwartungen, dass ich hier "abgeholt" werde.
Die IEMs
Dass Beyerdynamic* gute Geräte baut, steht außer Frage. Dass sie diese auch ansprechend präsentieren, ist auch bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass die DT 30 IE in einem eleganten, mattschwarzen Karton geliefert werden. Darin befindet sich ein stabiles, schwarzes Etui, rundum mit sauber laufendem Reißverschluss und darin die Ohrhörer.
Allein schon das Etui strahlt Wertigkeit aus, ist sauber verarbeitet und zum Transport gut geeignet. Bei mir im Saxophonkoffer habe ich da keine Bedenken. Andere Hersteller spendieren Geräten in der Preisklasse kleine Säckchen, die man suchen muss, die sich in der Ecke verkrümeln und in denen die Kabel ständig verknotet sind. Beyerdynamic* lädt hier mit dem Etui alleine schon zum ordentlichen Umgang mit dem Kabel ein.
Die abnehmbaren, weißen Kabel nutzen MMCX Stecker zu den Treibern, die sich erstaunlich leicht anstecken lassen, aber trotzdem sehr gut halten. Ich hatte zunächst Bedenken, dass sie sich genauso leicht lösen würden, das ist aber noch nicht passiert. Die Kabel sitzen gut fest und sind bislang über jeden Zweifel erhaben. Die Ohrstücke sind gut lesbar beschriftet (L/R) und die Kabel farbcodiert (rot ist schwarz und Plus is Minus, äh - rot/orange markiert die rechte Seite). Die Kabel sind weiß - hier hätte ich transparente Kabel bevorzugt, die besser zu den transparenten Treibern gepasst hätten, aber das ist eine Kleinigkeit.
Also zusammenstecken und passende Ohrstücke finden. Ich kenne das Spielchen schon - mit Schaumstoff komme ich bei meinen sehr kleinen Gehörgängen (in großen "Ohrwascheln") nicht zurecht, so auch hier. Also auf zu den Silikon-Stücken. Hier fällt mir sofort etwas auf:
Die Silikon-Passstücke sind nicht rund, wie bei den meisten anderen Herstellern, sondern oval. Für mich perfekt passend (Größe S) und sehr angenehm zu tragen. Runde Passstücke funktionieren bei mir nicht so gut. Entsprechend hoch ist auch die passive Dämpfung, die Beyerdynamic* mit "bis zu 39 dB" angibt. Messen kann ich es nicht, aber im Vergleich mit meinen angepassten Gehörschützern mit 25dB Filter wirkt es mit dem DT 30 IE doch ein gutes Stück leiser.
Technische Daten
Das Kopieren der Datenblätter spare ich mir hier, die kann man auf der Produktseite des Herstellers nachlesen. Die Impedanz von 18 Ohm verspricht einen hohen Wirkungsgrad. Ein Versprechen, das auch gehalten wird.
Der Hörtest
Wie klingen sie denn jetzt? Soll ich, oder soll ich nicht gleich am MEI 1000 testen? Ach, was soll's, gleich ran damit

Ich habe die DT 30 IE in meinen LD Empfänger gesteckt, mich ans E-Piano gesetzt und war erschrocken. Habe ich aus Versehen die Hörer direkt in den Kopfhörerausgang gestöpselt? Nein, hab ich nicht. Was ich da hörte kam tatsächlich über Wireless IE. Ich nahm beim ersten Test nahezu keine Rauschfahnen wahr, lediglich klaren, gut durchzeichneten Klang. Ebenso beim Gesang: Sauberes Klangbild ohne störende Fahnen und selbst der Hall, den ich mir gerne leicht auf die IEMs gebe, ging nicht im Rauschen unter.
Das schaffen nicht mal teurere IEMs bei mir. Chapeau!
Um mich etwas weiter mit den Teilen anzufreunden habe ich sie in mein MacBook gestöpselt und verschiedene Quellen aus der Konserve angehört. Für mich besonders aussagekräftig, was Auflösung und Zeichnung angeht ist "Biko" von den Simple Minds aus der "Street Fighting Years" CD, die mir als Wave vorliegt. Das Stück hat sehr viel "Ambient" Sound im Intro, den ich mit den Hörern ausgezeichnet wahrnehmen konnte und auch gut lokalisieren konnte. Danach habe ich die Hörer auf meine eigenen Mixe losgelassen und die im Tonstudio von unserer Band angefertigten Master. In jeder Situation bekam ich ein angenehmes, gut auflösendes, nicht zu analytisches (aber auch nicht zu HiFi) Klangbild präsentiert.
Also nochmal zurück zum LD MEI 1000 G2. Ich habe eine Mehrspur-Aufnahme aus unserem Proberaum in mein XR 18 eingespielt um eine echte IEM Situation zu simulieren. Mikrofon in die Hand und dazu gesungen. Auch hier bestätigte sich der Eindruck: Selbst mit dem von mir sonst so geschmähten Wireless IEM System bekam ich eine gute Qualität, gute Durchzeichnung, sehr gute Abschirmung - und das zu einem sehr günstigen Preis.
Mein Fazit
Ich bin beeindruckt. Beyerdynamic* ist es hier gelungen, einen rundum stimmigen In-Ear Hörer zu bauen, der sehr gut sitzt (durch die ovalen Silikon-Passstücke), dadurch ordentlich abdichtet, sehr fein klingt und dazu noch mit "schwierigen" IEM Funksystemen umgehen kann. Präsentiert in einem wertigen Etui, in dem die Geräte gut geschützt sind, zum aktuellen (07/2026) Straßenpreis von 119 Euro.
beyerdynamic DT 30 IE*
Anmerkung: Ein "echter" Einsatz in einer Probe oder bei einem Gig steht noch aus. Wird nachgeliefert, sobald alle gesund sind und Zeit haben

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