[Review] Crafter TMC 045/N

von GuitarDome, 19.07.10.

  1. GuitarDome

    GuitarDome Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.10   #1
    Soa – ich versuche mich jetzt auch einmal an einem Review und zwar zu meiner Crafter TMC 045 Westerngitarre

    Zum Kauf:
    Nachdem ich schon 7 Jahre E-Gitarre gespielt hatte, entstand im Laufe der Zeit der Wunsch auch mal eine gescheite Westerngitarre zu besitzen. Als ich dann eine Ausbildung in einem Instrumentenhandel begann, habe ich recht lange diejenigen Modelle getestet, die meinen Ansprüchen (runder, ausgewogener Klang; Pickup; evtl. Cutaway) entsprachen, worunter auch ein paar Modelle von Crafter waren. Im Endeffekt hat mich die Mischung aus perfekter Verarbeitung und dem wunderschönen Klang zum Kauf dieser Gitarre motiviert.

    Erst mal ein paar allgemeine Daten:
    Modellbezeichnung: Crafter TMC-045/N
    Decke: Engelmann Fichte massiv – Schallloch-Einlagen und Korpusbinding aus Abalone
    Boden/Zargen: ostind. Palisander
    Hals/Griffbrett : Mahagoni/Palisander/ Abalone Hexagon Position Marks/slotted Headstock
    Steg: Palisander
    Mensur: 65cm
    Halsbreite: 45mm am Sattel
    Pickup: CR-T DV (Tuner) Preamp & Cable Pickup
    Lackierung: Hochglanz natur
    Ladenpreis liegt bei 599€

    Konstruktion/Aussehen:
    Beim ersten Blick auf die Gitarre fallen vor allem der Kopf mit der klassischen Form und den Vintage Mechaniken sowie Griffbrettinlays und die Abaloneeinlagen am Schallloch und Binding auf. Näher betrachtet gefällt mir das Rosenholz an Zarge und Boden und auch die Verzierungen mit dem Crafter-Schriftzug am Kopf besonders gut. Die Verarbeitung ist in diesem Fall genauso wie bei allen anderen Westerngitarren von Crafter tadellos. Ich konnte die Gitarren gut eingestellt und gestimmt! auspacken und direkt anspielen. Nach kurzer Zeit habe ich die Saitenlage noch minimal verbessern können. Die Korpusform (Auditorium) empfinde ich als sehr angenehm und das Cutaway ist natürlich praktisch, um in den hohen Lagen problemlos spielen zu können.


    Praxis:
    Die Bespielbarkeit war zwar vom Werk schon sehr gut, nachdem ich allerdings noch ein wenig nachgeholfen hatte, spielt sich die Gitarre extrem gut. Die Mechaniken sind arbeiten gleichmäßig und sehr genau. Um Saiten aufzuziehen, liegt mir die klassische Form des Kopfes jedoch nicht so gut. Ich habe bei der Benutzung des Tuners den Eindruck, dass der mit sehr lauten Nebengeräuschen (z.B. während eines Konzertes) nicht so ideal zu recht kommt, weil er in diesem Fall etwas schwerer reagiert. Im normalen Hausgebrauch und auch draußen gibt es aber auch hier keine Probleme. Inwiefern sich der zusätzliche XLR-Ausgang bezahlt macht habe ich noch gar nicht so genau getestet (was ich aber natürlich noch nachholen werde). Insgesamt verhält sich die Gitarre beim Spielen gut ausbalanciert.

    Sound:
    Der Klang ist ausgewogen mit einer gewissen Brillanz, die ich sehr schön finde, mit einer Dreadnought jedoch nicht zu vergleichen ist. Aber gerade dieses Spiel zwischen Ausgewogenheit (klanglich macht sie das was du willst) und Brillanz (was Steelstrings für mich im Wesentlichen ausmachen) hat mich letztlich zum Kauf dieser Gitarre ermutigt. Die Bässe könnten zwar noch ein gaaanz kleines bisschen mehr zum Vorschein kommen, ein Problem damit hatte ich bisher jedoch nie. Während des Betriebes über einen Verstärker oder einer Anlage muss man 3-Band-EQ nur gering verstellen. Sonst überträgt das Pickupsystem die klanglichen Eigenschaften dieser Gitarre sehr gut auf den Amp/die Anlage. Ich hoffe ich finde in den kommenden Tagen mal die Zeit, euch ein oder zwei Soundbeispiele zukommen zu lassen.

    Mein Fazit:
    Ich besitze die Crafter TMC 045 mittlerweile ein halbes Jahr und habe in dieser Zeit von leisem rumjammen mitten in der Nacht in meiner Mietwohnung bis zu größeren Konzerten so ziemlich jede Situation mit dieser Gitarre erlebt und sie hat mich nie im Stich gelassen. Die Verarbeitung ist top, der Klang gefällt mir sehr gut und bisher hab ich noch niemanden getroffen, der mir da widersprochen hat. Auch das Preis/Leistungsverhältnis kann sich mMn sehen lassen. Also falls ihr mal die Möglichkeit habt, diese Gitarre anzuspielen, nutzt sie!

    Reaktionen/Kritik/Fragen usw. sind natürlich gern gesehen - also immer her damit!

    Gruß,
    GuitarDome
     

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  2. Gitarrenknecht

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    Erstellt: 20.07.10   #2
    Hübsche Klampfe, das! Glückwunsch! Vor allem der offene Kopf macht die Gitarre zu etwas Besonderem!

    Könntest du dich noch etwas ausführlicher zum Sound äußern? Ansprache/Obertöne/Sustain würden mich schon interessieren. Für welche Spieltechniken eignet sie sich denn besonders/für welche nicht?
    Außerdem kann ich mit der Pickupbezeichnung persönlich nix anfangen. Dass er zwei Ausgänge anbietet könnte für ein zwei-Wege-System sprechen, das würde mich auch interessieren.

    Aber ansonsten: Vielen Dank für die Review. Man merkt, dass du die Gitarre magst und auch, was dir an ihr wichtig ist. Außerdem hats mich daran erinnert, dass ich auch endlich eine über meine Guil schreiben wollte!

    Hau rein.
    Knecht Recht
     
  3. GuitarDome

    GuitarDome Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.10   #3
    danke für die Rückmeldung!

    Zum Sound: Ich hab mittlerweile mal elixier-saiten aufgezogen und die haben die Ansprache nochmal verbessert - dafür haben sich die bässe etwas verabschiedet. Von haus aus kommen die mit DAddario exp die ich was das angeht nicht so berauschend klingen. Das sustain könnte besser sein - liegt das evtl. an dem etwas "härteren" palisander?
    Ich weiß nicht genau, was du zu den Obertönen wissen willst. Wäre schön, wenn du mir das nochmal erklären könntest (am besten direkt mit ner beschreibung, wie ich das gut testen kann^^)

    Ich hab mich außerdem gerade nochmal ein wenig zum PickUp/Preamp schlau gemacht und festgestellt, dass ich oben im Review ne falsche Angabe gemacht hab: Der Preamp der TMX 045 ist ein LR-T Cv Preamp. 3band-eq, schön großes lcd display usw. Der Pickup ist ein L.R. Baggs Element. Ich hab mich leider über Pickups bei Westerngitarren noch so garnicht informiert, deswegen weiß ich nicht genau wo da die vor- und nachteile liegen.

    soundfile ist in bearbeitung :)

    Gruß
    Domme
     
  4. Gitarrenknecht

    Gitarrenknecht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.10   #4
    Grundsätzlich gilt: Je Härter das Holz, desto mehr sustain hast du. Tonlänge ist aber eh von so vielen Einzelfaktoren abhängig, dass man glaubich kaum DEN Entscheidenden rausfinden kann.

    Mich interessiert, wie voll die Gitarre in den oberen Registern klingt, vor allem beim Plektrum-Akkord-Spiel, aber auch beim Solieren. Wie man das testen kann, könnt ich jetzt gar nicht sagen - einfach spielen und die Ohren offen halten. Eigentlich sind die 000 oder Grand Auditorium nach oben schön offen und klar (und nicht so muffig wie die Dreadnoughts...).

    OT: Ich hab noch nie den Unterschied zwischen ner 000 und ner Grand Auditorium kapiert. Ich hab von jeder Sorte eine und kapiers immer noch nicht. Ists dasselbe? Was ist die hier für eine?

    Der PU ist jedenfalls einer von den Guten. Glückwunsch also.

    Hau rein
    Knecht Recht
     
  5. Akquarius

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    Erstellt: 26.07.10   #5
  6. Gitarrenknecht

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    Erstellt: 26.07.10   #6
    Demenstprechend ist eine "000" das Gleiche wie eine "Auditorium" und
    die "Grand Auditorium" quasi eine "0000", also eine "Quadrupel-0".

    Die Übergänge scheinen aber fließend zu sein - meine 000 ist nur unwesentlich kleiner als die Grand Auditorium - am auffälligsten in der Tiefe. Außerdem ist die kleinere wesentlich lauter als die (angeblich) Große. Aber das liegt an vielen anderen Faktoren.

    Danke jedenfalls

    Gitarrenknecht

    OT: Die unmögliche Nullenzählerei, die seinerzeit eingesetzt hatte (nur von Martin? Oder warens auch andere?) erinnert mich an das genauso unsägliche A++, das die Elektrogeräte grad kriegen, weil die Hersteller ihre alten Geräte nicht zurückstufen wollen.
     
  7. Akquarius

    Akquarius Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 29.07.10   #7
    Es war tatsächlich überwiegend Martin. Die Nullenzählerei ist aber eigentlich ganz logisch. Gitarren waren damals nunmal eher klein.
    Als die 00 geboren wurde, dachte noch niemand an Grand Auditorium oder sogar Dreadnaught oder Jumbo.
     
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