[Review] - EXPOSE by Mastering the Mix

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Liebe Musiker-Board Leser,

Seit kurzem ist nun, nach Levels und Reference (Review dazu findet ihr hier) Expose, das dritte Programm der englishen Softwareschmiede "Mastering the Mix" erhältlich

Im Gegensatz zu Levels und Reference ist Expose ein Standalone Programm dh, es kann nicht direkt in der DAW als Plugin geladen werden.

Bei Expose handelt sich um ein kleines aber feines Analyse Werkzeug, das eine Audiodatei in wenigen Sekunden analysiert und technische Problemstellen visuell darstellen kann.

Expose_01_Start.jpg


Analyse
Expose analyiert 4 Bereiche mit jeweils 2 Teilbereichen:
  • Loudness als Integrated Loudness und Shortterm Loudness
  • Peak, als Truepeak und Sample Peak
  • Stereofeld, L/R Aufteilung und Phasenkorrelation
  • Dynamikrange, als Short-Term und Loudness Range

eine genaue Beschreibunge dieser findet ihr im Expose Handbuch

dazu gibt es dann eine Hauf von Presets, die für jeden dieser Bereiche passende Refernezwerte angeben, einige davon lauten zb
  • Mastering: CD
  • Mastering: Club
  • Mastering: Spotify
  • Mastering: Youtube
  • Mixing: Balanced
  • Mixing: Loud
  • Broadcast: EBU R 128
Expose_05_Presets.jpg



weiters ist es noch möglich 5 eigene User-Presets anzulegen bei denen man seine eigenen Referenzwerte eingeben kann.

Expose_04_Custom_Preset.jpg


mit diesen 4 Bereichen und einigen Presets ist es ein leichtes dann den Audiotrack gegenzukontrollieren.

Die Oberfläche ist frei skalierbar und sollte so auf jeder Monitorgrösse optimal einstellbar sein

Praxis:
Expose kann ingesamt 15 Dateien in einer Instanz analyisieren und die Dateien können einfach mittels Drag und Drop in die Oberfläche gezogen werden.
die Analyse bei einem ca 5minuten Stück dauert auf meinem in die Jahre gekommenen I7 2600k ungefähr 7-8 Sekunden, also geht recht schnell von der Hand

Nachdem man also die Audiodatei in Expose gezogen hat, und analyisiert wurde, wird sie als Waveform + Info bereich angezeigt:

Wenn ein Bereich von Expose als Problematisch angezeigt wird, wird er Rot markiert, um dann zu sehen wo der Bereich im Song vorhanden ist, muß man auf einen der 8 Analyse werte klicken und diese werden dann rot markiert, man kann dann dort hinwechseln und den Bereich abspielen.

zb hier sehe ich, bei dieser Datei habe ich es mit dem Mastering etwas übertrieben und habe TruePeak Pegelspitzen von +0.22db in kleinen Bereichen, diese Stellen können dann auf manchen Abspielgeräten Probleme (Verzerrungen) versachen

Expose_02_TruePeak.jpg


wenn aber zb hier jetzt den Green Day Song "Know your Enemy" analyisere, merke ich hola, Truepeak von +1.31db und das fast im Grossteil vom Song, dann sehe ich das Expose-Ergebniss etas weniger schlimm und mit anderen Augen, denn wenn CLA es kann und es klingt gut? ist dann hier noch unbedingt jetzt Handlungsbedarf?

Expose_03_TruePeak-GreenDay.jpg


Die von Expose herausgelesenen Werte sollte man also mit Vorsicht geniessen, und nicht unbedingt im Mix gleich was ändern nur weil es rot angezeigt wird, ich habe rein aus Interesse eine Handvoll meiner Reference Tracks von Expose analyiseren lassen und da war keines dabei, das bei dem Standard Preset "Mastering: CD" frei von jedem Makel gewesen wär, nein, ganz im Gegenteil, fast alle Tracks waren zu laut und hatten zu wenig Dynamik (überkomprimiert) wenn man zb das Mastering:CD Preset hier als fixe Referenz heranziehen würde.
Damit man aber mit dem Programm trotzdem nach seinem Gusto arbeiten kann, kann man sich User-Presets mit eigenen Vorgaben anlegen
Ich hab mir also das erste User-Preset angelegt , die diese Wert etwas "zeitgemässer" wiederspiegelt, dh der Pegel lauter sein darf und weniger Dynamik zulässt, am Ende will man ja unter gewissen Umständen das sein Song ggf. konkurrenzfähig ist bzw sein muss.

zb hier bei diesem Beispiel, ist in 2 kleinen Bereichen die Dynamik Range unter meiner vorgegebenen Analyse Vorgabe, dh. ich kann die Stellen kontrollieren und dann entscheiden ob es für mich OK ist, oder ich noch etwas im Mix oder Mastering verändern möchte:

Expose_06_DynamikRange.jpg



Sehr praktisch ist natürlich, wenn man die Musik zb direkt für Plattformen wie Spotify oder Youtube ausgibt, man gleich deren Specs berücksichtigen kann, und es keinen Sinn macht einen extrem lauten undynmischen Mix abzuliefern, wenn er von diesen Plattformen automatisch am Ende ohnehin wieder auf ein niedrigeres Niveau normalisiert wird.


Fazit:
Expose ist ein kleines und hilfreiches Tool das schnell technische Problembereiche identifieren kann, die Werkstpreset sollte man mit Vorsicht geniesen, und immer an den Kontext anpassen und Genretypische Veröffentlichungen als Referenz verwenden und so den Anzeigen nicht blind vertrauen, das gute ist, man kann sich ja auch eigene Presets basteln mit denen Expose dann kontrolliert
Aktuell ist es noch bis 31. November zu Einführungspreis von 9GPB erhätlich, danach wird es 29GPD kosten.
Gerade für 9GPD ist es meiner Meinung nach für jeden, der selbst "mastered" und Songs auf diversen Medien veröffentlicht, ein hilfreiches Werkzeug
Expose allerdings nimmt es einem nicht ab, sich in die Materie einzulesen um zu verstehen was diese oder jene angezeigten Werte meine, hat jedoch nützliche Tooltips an Board und auch das Handbuch ist mMn. gut geschrieben

Ich hoffe euch hat der Bericht gefallen und über Fragen, Kritik und Anregungen freue ich mich sehr

lg
exoslime
 
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Hi exo!

wenn aber zb hier jetzt den Green Day Song "Know your Enemy" analyisere, merke ich hola, Truepeak von +1.31db und das fast im Grossteil vom Song, dann sehe ich das Expose-Ergebniss etas weniger schlimm und mit anderen Augen, denn wenn CLA es kann und es klingt gut? ist dann hier noch unbedingt jetzt Handlungsbedarf?

Mit levels in Mastering hab ich mich bisher wenig beschäftigt, aber ich weiß das man zB beim mp3 Rendern Headroom lassen muss, da durch die komprimierung peaks entstehen können (oder so). Ich nehme an das deine fertigen Demo Tracks entweder ein CD Rip sind oder ein Master für digitale Formate. Kann es denn sein das beim Schreiben auf CD auch Headroom benötigt wird?

LG lightsrout
 
hi @lightsrout

interessante Frage, wenn ich selber Audiodaten aus der DAW rendere achte ich auf genügend Headroom eben genau damit ich keine Intersample Peaks dann im MP3 habe, bei dem Referenzaudiomaterial ist es bunt gemischt, Green Day war ein MP3 das ich über Itunes von der Original CD erstellt habe, habe das aber auch schon sehr oft bei Originalen Digital Downloads aus dem Itunes Store, Amazon und VinylDownload Plattformen (wo man mit der Schallplatte einen Download Code mitgeliefert bekommt) erlebt das diese Intersample Peaks in Expose angezeigt bekommen

lg
chris
 
Hi exo!

Naja mein Punkt ist, dass die Software das vermutlich miteinberechnet. D.h. man lädt eine .wav Datei und das Programm zeigt einem, wieviele IP's entstehen würden wenn man es auf CD spielt oder in mp3 kodiert. Wenn du einen Track der schon mal auf einer CD oder eine mp3 (oder beides) war ladest, wird die Software dir anzeigen was entstehen würde wenn du es nochmal neu komprimieren würdest. Das wäre natürlich nicht was du wissen möchtest und daher nicht vergleichbar.

LG lightsrout
 

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