[Review] IMG StageLine Drive-08DSP Aktive 8"-Multifunktionsbox

von Wil_Riker, 28.09.16.

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  1. Wil_Riker

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    Erstellt: 28.09.16   #1

    Einleitung

    Mit der DRIVE-Serie bringt IMG StageLine eine etwas abgespeckte Variante der bewährten MEGA-Serie auf den Markt. Die Baureihe der Aktivboxen mit integriertem DSP umfasst 4 Modelle in den üblichen Größen 8", 10", 12" und 15". Kürzlich stand mir für drei Wochen ein Pärchen des kleinsten "Familienmitglieds" DRIVE-08DSP für einen Test zur Verfügung.

    Ausstattung und technische Daten

    Nach dem Öffnen der Versandverpackung kam eine elegante "kleine Schwarze" (290 x 480 x 313 mm, 9 kg) zum Vorschein.

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    Das mit Strukturlack überzogene Birkensperrholzgehäuse ist schnörkellos designt und besitzt seitlich einen dezenten eingefrästen "DRIVE"-Schriftzug.

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    Ein engmaschiges Frontgitter mit dahinterliegender Gaze fügt sich gut in das Gesamtbild ein, verbirgt den Blick auf den 8"-Tief-/Mitteltöner und das 1"-Horn und verleiht der DRIVE-08DSP Galatauglichkeit. Das Gitter ist an der linken und rechten Gehäusekante jeweils mit vier Phillips-Schrauben befestigt. Nimmt man es ab (links und rechts je vier Phillips-Schrauben), lässt sich das 90° x 60° abstrahlende Hochtonhorn für den Einsatz als Bodenmonitor (Wedge) drehen :great:.

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    Neben dem Einsatz auf einem Boxenstativ (Flansch auf der Unterseite des Gehäuses) ist auch Flugbetrieb möglich. Hierzu besitzt die DRIVE-08DSP mehrere M8-Gewindeeinsätze an den Seitenflächen sowie der Oberseite.

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    Sowohl auf der Unterseite als auch der abgeschrägten Seite für den liegenden Monitor-Einsatz sind jeweils vier (IMHO etwas zu harte) Gummifüße vorhanden.

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    Einen Tragegriff sucht man bei der 8"-DRIVE leider vergeblich - lediglich die 10"-, 12"- und 15"-Varianten besitzen eine an der Oberseite des Gehäuses integrierte Griffmulde. An den überstehenden Gehäusekanten oben bzw. unten (s. u.) lässt sich die kompakte und leichte Box zumindest irgendwie anfassen :nix:.

    Keine Überraschung beim Blick auf die Rückseite: Hier findet man die üblichen Anschlüsse und Bedienelemente einer typischen Aktivbox.

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    Der Gain-Regler ist für meinen Geschmack ein klein wenig zu fummelig zu bedienen, und das Poti besitzt leider keine Rasterung, ist aber ausreichend schwergängig, um versehentliches Verdrehen zu verhindern. Direkt darunter sitzt ein Tastschalter zum Wechseln zwischen Mic- und Line-Empfindlichkeit des Eingangssignals, denn der Input ist erfreulicherweise als XLR/Klinken-Combobuchse ausgeführt :), d. h. man kann die DRIVE-08DSP z. B. auch einfach als Instrumentenverstärker missbrauchen ;). Noch weiter darunter signalisiert eine zweifarbige LED des Betriebszustand der Box: Grün = Normale Funktion, Rot = Limitier aktiviert. Eher ungewöhnlich ist der Groundlift-Tastschalter, mit dessen Hilfe man die Signalmasse vom Schutzleiter der Stromversorgung trennen kann, um eine evtl. vorhandene Brummschleife aufzuheben/zu verhindern. Rechts neben dem Input befindet sich die obligatorische Link-Ausgangsbuchse (XLR) zum Weiterschleifen des Eingangssignals an eine weitere Aktivbox. Im rechten oberen Bereich ist der Wahlschalter für die vorhandenen 8 DSP-Presets angeordnet (die Bezeichnungen der Presets findet man auf der Gehäuserückseite mittig aufgedruckt):
    1. Live (lineare Abstimmung)
    2. Music (leicht angehobene Bässe und Höhen)
    3. DJ (mehr Präsenz und Bass)
    4. Club (druckvoller Bass bei zurückgenommenen Höhen)
    5. Vocal (optimiert für Stimmenwiedergabe und Sprachverständlichkeit)
    6. Monitor (für Gebrauch als Bodenmonitor)
    7. Wall-Mount (für Wandmontage)
    8. Subwoofer (beim Einsatz als reines Topteil mit einem Subwoofer)
    Eine exakte Beschreibung der unterschiedlichen EQ-Verläufe fehlt leider, deshalb geht natürlich Probieren über Studieren ;).
    In der Mitte der Rückseite der Box sitzt ein großer Kühlkörper, der leider aus der Gehäuseplatte herausragt. Zwar stehen Ober- und Unterseite der DRIVE-08DSP genausoweit über der Rückseite hervor, um Beschädigungen an jedem Kühlkörper sowie den weiteren Bedienelementen zu verhindern, dennoch kann man leicht an den Kühlrippen hängenbleiben.
    Im unteren Bereich findet man den Netzschalter sowie die Kaltgerätebuchse mit integriertem Sicherungshalter.
    Zu den "inneren Werten": Die Verstärkersektion ist zweikanalig ausgeführt - Tieftonzweig Class-D (300 W/RMS), Hochton Class-A/B (80 W/RMS). Lt. Datenblatt wird ein maximaler Nennschalldruck von 116 dB erreicht. Der Straßenpreis liegt bei knapp 600 €.

    Praxiseinsatz und Fazit

    Die DRIVE-08DSP verrichtet unauffällig ihren Dienst. Ein störendes Rauschen ist im Leerlauf nicht zu vernehmen, und auch bei niedrigen Lautstärken klingt die "kleine Schwarze" recht angenehm und natürlich, speziell im Live-Preset. Selbstverständlich kann ein 8"-Tieftöner kein Bassgewitter erzeugen, aber mit den Einstellungen Music, DJ und Club kann man die unteren Frequenzen tatsächlich noch ein wenig anschieben, so dass man z. B. bei HiFi-Anwendungen auf einen Subwoofer verzichten kann. Apropos Presets: Nicht so gut gefallen hat mir, dass eine Signalübertragung nur exakt beim Erreichen der 8 Rastpunkte stattfindet, der Knopf dafür ist aber ein bisschen zu leichtgängig und kurz geraten, so dass die Bedienung ein wenig hakelig ist, und es passieren kann, dass man sich fragt, warum die Box stumm bleibt :gruebel:.
    Live habe ich die beiden DRIVEs als Monitore für (m)eine Volkstanzmusik-Besetzung bei einer OpenAir-Veranstaltung (Trachtenfest auf einem Marktplatz) eingesetzt (3x Akkordeon, Geige, Kontrabass, Teufelsgeige, Tuba, Klarinette, E-Bass, A-Gitarre). E-Bassist und A-Gitarrist bekamen je eine der Boxen als Monitor (Setup 6) vor die Füße gelegt, um hauptsächlich ihre eigenen Instrumente (ohne separate Instrumentenamps) hörbar zu machen, zusätzlich aber auch einen dezenten Summenmix der restlichen Musiker zu übertragen. Auf max. 10-Uhr-Stellung waren die beiden Monitore bereits ausreichend laut und haben das zugeführte Signal der Akustikformation druckvoll und klanglich ausgewogen wiedergegeben.
    Wofür eignet sich die DRIVE-08DSP außerdem noch? Der maximale Schalldruck setzt hier wohl die Grenzen, aber außer für Akustikbands kann ich mir sie gut als als dezente Installationsbox, als Mini-Gesangsanlage sowie für Multimediaanwendungen oder als Infill-/Nearfill-Box vorstellen.
     
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