[Review] Klein, stark, schwarz - Behringer C-2 Dark Edition Stereoset

mix4munich

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Klein, stark, schwarz - ich mag meine Kleinmembran-Kondensator-Mikros wie meinen Espresso. Aber auch wenn sie im Doppelpack kommen und hier sogar im elegant-schwarzen "Dark Edition Stereoset", mit C4 können es die beiden C-2 an Explosivität dann doch nicht aufnehmen. Zum Glück.

Okay, genug der schlechten Witze, es geht hier um die Mikros aus dem "Behringer* C-2 Dark Edition Stereoset" - denn schwarz klingt einfach geiler, können wir uns darauf einigen? Diese Mikros gibt es auch in champagnerfarben, ein klein wenig günstiger, aber irgendwie weniger aufregend anzusehen. Wenn man die C-14 Radiokarbonmethode zur Datierung heranzieht, erhält man für das champagnerfarbene Set ein Veröffentlichungsdatum von Juni 2005 und für das Dark Edition Set von August 2025. Eine Jubiläumsedition? So oder so, nicht jeder Artikel hält sich über 20 Jahre im Programm und wird dann mit einer coolen Sonderedition geehrt. Was also ist dran an diesen Mikros, welches von Behringer* als abgestimmtes Stereoset bezeichnet wird?

Behringer C-2 Dark Edition Stereoset*
*

Zur Illustration hier das originale Set. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Informationen auf das schwarze Set, denn nur dieses besitze ich zum Zeitpunkt des Schreibens.

Behringer C-2 Stereoset*
*


Design-Anleihen
Selbst ohne groß darüber nachzudenken, habe ich mindestens zwei andere Kleinmembren-Kondensatormikros in meinem Bestand, deren Design bis auf Farbe und evtl. etwas Beschriftung quasi identisch ist. Aber - und jetzt alle mal ganz tief durchatmen und dabei gleich noch die Kirche im Dorf lassen - so sehen Kleinmembran-Kondensatormikros nunmal aus. Wenn man dem Prinzip "Form follows function" folgt, landet man nahezu automatisch bei diesem Design - ein wenig wie ein zu dick (und in diesem Fall auch zu kurz) geratener Kugelschreiber, oder eine Zigarre. Ach ja: Ab hier schreibe ich "KKM", wenn ich die ganze Gerätegattung meine.

Oben an der Kapsel ist ein Symbol der Richtcharakteristik aufgedruckt - nur warum platzieren sie dort das Symbol einer Superniere, wenn überall sonst von einer Niere die Rede ist? Mittig auf dem Mikrofonschaft ist ein kleiner Schalter platziert, mit dem man zwischen unbeeinflusstem Klang, Low-Cut (nochmal 6 dB pro Oktave unter 120 Hz, zusätzlich zu dem eh schon vorhandenen leichten Roll-Off in den Bässen) oder aber insgesamt -10 dB Absenkung des Ausgangspegels, wodurch sich ein nochmals höherer Grenzschalldruck erzielen lässt. LoCut und Pad lassen sich nicht kombinieren, man muss sich also überlegen, welche dieser beiden Funktionen man nutzen möchte. Merkwürdig, das. Mich persönlich stört das eher nicht, da ich höchsten den PAD nutzen würde - einen LoCut aktiviere ich am Pult, wenn ich einen will.

Darunter folgt auf der Originalversion des C-2 das Logo und Schriftzug des Herstellers, und ganz unten ein Barcode und die Seriennummer. Bei der Dark Edition hält man sich hier eine wenig zurück und verzichtet auf das Logo, den Barcode und die Seriennummer und druckt nur einen modernisierten Schriftzug auf. Ist das noch cool oder schon vornehm?


Technisches und Mechanisches
Machen wir es kurz - Behringer selbst schreibt auf seiner Website dazu folgendes:

Wandler-TypKondensator, 16 mm (0,63")
BetriebsprinzipDruckgradient
RichtcharakteristikNiere
Empfindlichkeit (@ 1 kHz)−41 dBV (0 dBV = 1 V/Pa)
Frequenzgang20 Hz bis 20 kHz
Levelabsenkung−10 dB, schaltbar
Tiefpassfilter6 dB/Okt. @ 120 Hz (schaltbar)
Max. SPL (≤ 1% THD @ 1 kHz)140 dB (0 dB), 150 dB (−10 dB)
Äquivalentes Geräuschlevel (IEC 651)19 dBA
Signal-Rausch-Verhältnis75 dB
Nennimpedanz75 Ω
Versorgungsspannung48V
Versorgungsstrom3mA
AbmessungenDurchmesser: 0,8" / 20 mm, Länge: 3,7" / Länge: 94 mm
Gewicht0,2 lbs / 0,09 kg


Polardiagramm und Frequenzgang:

Behringer_C2_polar_pattern.webp
Behringer_C2_freq-response.webp


Zwei Dinge fallen auf: Zum einen fällt das Polardiagramm bei unterschiedlichen Frequenzen unterschiedlich aus. Man kann dies beim Mikrofondesign über alle Frequenzen angleichen und erhält dann so wunderschön-regelmäßige Polardiagramme wie bei dpa, schoeps oder Neumann. Aber da kommen dann auch die unglaublichen Preisunterschiede her, denn dies ist ein deutlich höherer Entwicklungsaufwand. Aus dem Polardiagramm des Behringer C-2 kann man ablesen, dass es unterschiedlich klingt, wenn man Signale aus unterschiedlichen Richtungen aufnimmt. Also sollte man das Mikro grade in Richtung zut Quelle ausrichten, denn genau genommen gilt nur dann der abgedruckte Frequenzschrieb.

Zum zweiten fällt bei eben diesem Frequenzdiagramm auf, dass es von ca. 2 kHz bis 10 kHz eine nach oben hin ansteigende Anhebung der Frequenzen um bis zu 3 dB gibt, welche ab 10 kHz dann wieder auf die nominale Empfindlichkeit abfällt. Unterhalb von ca. 300 Hz gibt es einen ganz leichten Roll-Off von knapp 6 dB/Oktave.


Klang und Bearbeitung
Das Mikro überträgt die Frequenzen von ganz schön tief bis ganz nach oben, klingt dabei aber eher soft. Ein Klangdesign, das sich durch die ganze Behringer-Palette zu ziehen scheint - ich habe nun schon vier andere Behringer-Instrumentalmikros getestet (C112, BA19 A, SL 75C, B906), und bei allen kann man sagen "Höhen sind vorhanden, aber eher weich klingend ausgeprägt" - war da derselbe Entwickler am Werk? Wie auch immer, ich finde es vorteilhaft, wenn die Geräte einer Marke eine bestimmte Handschrift tragen. Bei meinen Shure höre ich auch sofort, dass sie von Shure sind, auch wenn es da zunehmend mehr Vertreter eines "neuen" Klangdesigns zu geben scheint. Bei den Mikros der Sennheiser* Serie e9xx kann ich auch sofort hören, dass es diese Mikros sind. Warum also sollte Behringer nicht dasselbe tun, mit einem markant-anderen Klangideal? Man kauft sich diese Mikros ja nicht zum Spass (okay - andere Leute kaufen sich Mikros nicht zum Spass), sondern weil man eine bestimmte Anforderung an den Sound hat. Und bei mir, bei meinen Mikros und meiner Arbeitsweise ist das bei den Instrumentalmikros wie folgt:
- klar und deutlich - Sennheiser* e9xx
- es soll "nach vorne" gehen - Shure Beta-Serie (oder SM57, wenn es ganz leicht verwaschen/trashig klingen darf)
- es soll weich klingen - Behringer

Aber auch wenn diese Mikros mit ziemlicher Sicherheit aus Behringers Produktionsstätten in China kommen: Die gefürchteten "Chinahöhen" sind ihm vollkommen fremd. Diese Höhen sind überzogen, klingen daher beim ersten Anhören interessant und beeindruckend, weil brilliant. Aber auf Dauer ermüden sie das Gehör dann doch ziemlich. Das C-2 hat nichts hiervon, das kann man sich stundenlang anhören, ohne dass einem von dem Sound das Gehör ermüdet.


Die Platzierung eines Mikrofons und deren Einfluss auf den Sound
Eins der Kapitel, das ich quasi zu jedem von mir getesteten Mikrofon schreibe - aber hier wird das vergleichsweise kurz. Bei anderen Mikros, insbesondere für die Abnahme von Gitarrenverstärkern, Snares & Toms, Blasinstrumenten, spielt die Platzierung eine große Rolle. Die Platzierung ist hier meist relativ nah, so dass sich ein Nahbesprechungseffekt entwickeln kann, und bei Lautsprechern und Blasinstrumenten geht man bewusst in den Beam oder daraus heraus, das ist alles quasi Bestandteil des Sounddesigns. KKM dagegen platziert man etwas weiter weg und damit ausserhalb des Bereiches, in dem ein eventueller Nahbesprechungseffekt auftreten kann. Man zielt mit dem Mikro auf die passende Stelle am Instrument oder überstreicht damit einen etwas größeren Bereich, und gut. Wenn man hier die Position ein paar Zentimeter ändert, tut sich wenig bis nichts im Sound.

Eine Ausnahme ist die Schlagzeugabnahme in A/B- oder ORTF-Sterophonie. Bei passender Positionierung sind die beiden KKM genau gleich weit von dem bevorzugten Aufschlagpunkt auf die Snare entfernt, was soviel bedeutet wie, dass der Snaresound gleichzeitig und gleichlaut auf beiden Overhead-Mikros ankommt, also in Phase. Damit ergibt sich neben einem guten allgemeinen Schlagzeugsounds auch ein sehr guter Snaresound, zumindest dann, wenn das Instrument selbst gut klingt. Oft genug braucht man dann gar kein eigenes Snaremikro mehr. Der Abstand muss aber bis auf den Zentimeter genau passen. Und ja, das sieht dann optisch oft ein wenig "verschoben" aus, weil die Snare nicht exakt in der Mitte des Sets platziert ist.

Auch mit ORTF-Stereophonie klingt ein Drumset hervorragend. X/Y-Stereophonie dagegen finde ich wenig aufregend und ziemlich "flach". Weil das Erläutern der Unterschiede an dieser Stelle etwas zu weit führen würde, hier etwas zum Nachlesen, falls Interesse besteht:
A/B: https://de.wikipedia.org/wiki/Laufzeitstereofonie
ORTF: https://de.wikipedia.org/wiki/ORTF-Stereosystem
X/Y: https://de.wikipedia.org/wiki/XY-Stereosystem


Nebengeräusche und Körperschall
Zu den unschönen Dingen: Dieses Mikro produziert Rauschen. Es ist vorhanden und mit leisen Quellen und dementsprechend hoch eingestellten Gains sowie im Studiobetrieb hörbar. Live und mit lauteren Quellen ist dieses Rauschen jedoch unhörbar bis kaum auffallend.

Die Plosivlaute bei Besprechung aus der Nähe werden überbetont - was bei einem Instrumentalmikro vollkommen normal ist, da es über keinen eingebauten Poppschutz verfügt. Das gilt für das C-2 und für fast alle anderen KKM. Wenn man in einem Notfall mal über so ein KKM singen muss, dann aus mindestens 10 bis 20 cm Entfernung.

Auch Griffgeräusche sind bzw wären hörbar, aber dies ist kein Handheld-Mikro, sondern verbringt seine Konzertabende entspannt und gut geschützt auf einem Mikrofonstativ.


Zubehör
Viel braucht es nicht, die Stereoschiene (ein fürwahr netter Zug von Behringer, diese mitzuliefern) und eine Halterung pro Mikro sowie je ein Adapter von 5/8" auf 3/8" sind dabei, und von diesen Dingern hat man nie zuviel. Leider verliere ich die immer mal wieder, weswegen ich mir angewöhnt habe, einen kleinen Vorrat davon im Haus zu haben. Kostet von K&M z.B. nur einen schmalen Taler.

Hier kommt noch einmal, was ich eigentlich zu all meinen Behringer-Mikros bereits gesagt habe: Das Mikro kommt wie viele andere Mikros von Behringer, aber auch die Modelle von der Thomann-Hausmarke, in einem schaumstoffgefütterten Mini-Koffer. Diesen finde ich zwar praktisch, wenn man nur wenige Mikrofone zu transportieren hat. Ich habe aber eine ganze Menge Mikros und transportiere diese daher platzsparender zusammen in passenden Koffern und Cases mit Aussparungen im Schaumstoff, da ist das mitgelieferte Köfferchen zu groß und zu unpraktisch. Mir wäre also eine Pappschachtel und eine leicht gepolsterte Kunststofftasche als Verkaufsverpackung lieber (und ressourcenschonender wäre das auch). Vielleicht erzählt das mal jemand dem Produktmanagement bei Behringer und den diversen Hausmarken. So ein Köfferchen als Zubehör anzubieten, ist aber vielleicht keine schlechte Idee. Hier im Bild:

20095900_800.jpg

Und etwas deutlicher mit dem champagnerfarbenen Set:

6873666_800.jpg



Andere Einsatzbereiche
Wahrscheinlich wäre es schneller, wenn man einfach aufschreibt, wofür man ein Mikrofon wie das Behringer C-2 nicht benutzen kann. Was kommt einem als Nutzungsmöglichkeiten zuerst in den Sinn? Ganz klar, Schlagzeug-Overhead, aber auch an der HiHat und am Ridebecken machen sich solche Mikros immer gut (ja, man kann durchaus vier KKM gleichzeitig an einem Drumset einsetzen). Aber auch von unten kommend, quasi als "Unterheads" kann man jedes KKM benutzen - etwas andere EQ-Kurve, weil die Toms nun deutlich näher sind, und gut. Ich habe das mehrere Jahre mit einer Rock'n'Roll/Rockabilly-Band so gemacht, und ich würde es jederzeit wieder tun. Insbesondere, wenn die Mikrofonierung unauffällig sein soll, ist diese Methode ein echtes Ass im Ärmel. Daneben kann man das C-2 natürlich auch für jede andere Art von Percussion als Overheads einsetzen.

Chormikrofonierung ist ebenfalls eine Domäne der KKM. Je nach Umgebung und Raumakustik mit Niere oder breiter Niere. Letztere kommen auf kurze Abstände und in trockener klingenden Räumen besser, ist aber auch bestens als mono-Overheads - die LineAudio CM-3 fallen mir hier ein. Die C-2 haben eine normale Niere, dürften als mono-Overheads vielleicht nicht ganz so gut geeignet sein. Wobei mit dem C-2 als Chormikrofon das Rauschen hörbar auffallen könnte - habe ich noch nicht ausprobiert, aber wenn, würde ich versuchen, die Mikros recht nah beim Chor zu positionieren, so dass das Eigenrauschen übertönt wird.

Abnahme von Akustikgitarren - hauptsächlich natürlich im Studio (oft wird das KKM auf die Position knapp oberhalb des 12. Bundes ausgerichtet, während ein Großmembraner den Korpus an der richtigen Stelle abnimmt), aber gezwungenerweise auch live, wie mir im Spätsommer 2025 wieder passiert ist. Drei Akustikgitarren waren live zu übertragen, dazu eine Menge Gesang und etwas Kleinpercussion. Und niemand hat mir im Vorfeld gesagt, dass keine der Gitarren einen Tonabnehmer hatte! Also bereite ich in aller Ruhe meine DI-Boxen vor, wie das so üblich ist, und lege Klinkenkabel an die jeweiligen Positionen - und schaue erstmal blöd, als sie mir kundtun, dass ihre Gitarren sowas nicht haben. Also schnell die beiden noch vorhanden KKM postiert, und bei der dritten Gitarre ging wirklich nur, das Gesangsmikro etwas weiter weg zu stellen und so beides - Gesang und Gitarre - über ein Mikro abzunehmen. Letzteres war natürlich nicht so super, aber die KKM haben den Job sauber erledigt, trotz minimaler Zeit für einen Soundcheck.

Wir verlassen nun so langsam den Bereich der Standard-Anwendungsfälle und stossen vor in exotischere Bereiche. Mit dem Maximalschalldruck von 140 dB (150 dB bei gedrücktem PAD) sind die C-2 auch als Tom-Mikros denkbar. Es gibt hierfür viele Kondensator-Mics an kurzen Schwanenhälsen, die an Toms und Snare ganz hervorragend klingen, ein Drummer einer von mir betreuten Band setzt ein solches Set von Audix ein. Klingt superb! Mit ihrem Frequenzgang und dem sanften Roll-Off in den Tiefen sollten die Behringers hier auch gute Ergebnisse erzielen. Man muss sich lediglich eine passende Befestigung suchen, und das ist dann der Punkt, wo es unwirtschaftlich werden kann, denn so manche (gute) Rimklemme kostet mehr als ein einzelnes C-2 selbst. Günstige Klemmen gibt es z.B. von Thomann selbst, z.B. die SRM-2, die ich mal aus Neugier geordert, jedoch noch nicht ausprobiert habe:

the t.bone SRM 2*
*


Was fast immer gut kommt mit einem KKM, und zwar live wie im Studio, ist, diese Mikros als Ergänzung zur Abnahme durch ein Tonabnehmersystem einzusetzen. Ich habe das nun schon mehrfach mit Harfen getan - mit einer großen klassischen Konzertharfe (die Teile sind locker zwei Meter hoch) als auch mit den deutlich kleineren irischen Harfen - diese kann man beim Spielen tragen, aber es gibt unterschiedliche Größen. Die Harfen von Livemusikern kommen oft mit einem eingebauten Piezo. Dieser verfügt i.allgem. über eine gute Durchsetzungskraft und geringe Rückkopplungseigenschaften, aber oft fehlt es ein wenig an Natürlichkeit und an den feineren Obertönen. Hier habe ich dann schon mehrfach ein KKM aufgebaut, aus 20 bis 30 cm Abstand schräg auf die Saiten gerichtet (ein Stück ober- oder unterhalb der Stelle, wo gezupft wird) und dieses dann leicht im Klang dazu gemischt. Ich kam live (!) meist mit Verhältnissen von 70:30 oder 60:40 heraus, also der Piezo etwas lauter als das KKM, da sich letzteres bei einem leisen Instrument dann doch recht feedbackanfällig verhält.

Ansonsten ist man hier wirklich nur durch die eigene Phantasie, Budget und Räumlichkeiten limitiert, was die Verwendung dieses Mikrofontyps im allgemeinen angeht. Und ausserhalb des Bereichs für den Nahbesprechungseffekt sollte man bleiben, also mindestens 10 oder 20 cm von der Quelle entfernt. Auch als Zusatzmikrofon zu allen möglichen anderen Mikros, ähnlich wie oben schon für die Akustikgitarre beschrieben, eignet sich ein KKM wunderbar.


Unerwartete Nebenwirkungen
Hier gilt ebenfalls, was ich bereits zu anderen Behringer-Instrumentalmikros geschrieben habe: Auch, wenn ich nur einen Koffer- oder Rucksackjob mische, habe ich immer eine kleine Auswahl an Notfallmikros dabei, und bislang kamen dazu meist deutlich teurere Sennheiser*- oder Shure-Mikros mit zum Job. Ja, die funktionieren und klingen ganz ausgezeichnet, aber wenn ich sie nicht brauche, liegen den ganzen Abend über die teuren Mikros in meinem Rucksack herum. Mit den Behringer-Mikros gar kein Problem, vier Mikros kommen hier auf knapp über 120 EUR. Das beruhigt mich immens, denn wenn die mal wegkommen sollten, ist es deutlich leichter zu verschmerzen.


Weitere Informationen
Diese findet man auf der Produktseite von Behringer:

Oder im Manual zum Herunterladen:

Aber auch auf YouTube finden sich div. Videos dazu:

Besonders interessant finde ich hier den Vergleich mit den Neumann KM-84, denn diese habe ich auch schonmal in einem Live-Setting gehabt, und am nächsten Wochenende in derselben Location die C-2 - sind die Neumanns besser? Eindeutig, da ist einfach noch mehr Substanz, Körperlichkeit und "Fleisch" im Sound der Toms. Aber sind die Neumänner tatsächlich 100mal so gut, so wie das Preisverhältnis der beiden zueinander? Sind sie natürlich nicht.


Alternativen
Meine Fresse, wo fängt man da an? Der Markt der KKM ist so groß und unübersichtlich. Glücklicherweise kann man den Preis als Vergleichskriterium heranziehen, doch wenn man den Paarpreis auf die einzelnen Mikros herunterbricht, sind die beiden Versionen des Behringer C-2 die günstigsten KKM im Thomann-Sortiment. Wer hätte das gedacht?

Preislich darüber kommt das Superlux HI 10, welches ich ebenfalls besitze, das aber klanglich mit dem C-2 nicht mithalten kann, die leicht trashigen Höhen des Superlux mag ich nicht so sehr.
Dann verschiedene t.bone-Mikros, die ich aber alle nicht kenne, EM 700, Ovid CC100, EM 800, EM 9600, etc.pp. Darüber dann das t.bone SC 140, mit dem ich vor Urzeiten mal eine Band gemischt habe - auch nicht schlecht, dieses Mikro, aber davon kostet eins mehr als bei Behringer das Paar, ohne dass das SC 140 wirklich besser klingen würde.

Wenn man diese Mikros stattdessen nach ihren Bewertung sortiert, erscheint das C-2 auf Seite zweieinhalb von acht. Also deutlich im oberen Mittelfeld und weit vor all den oben genannten. So gesehen und nach Preis/Leistungsverhältnis bewertet, steht das Behringer C-2 also doch irgendwie alleine auf weiter Flur. Donnerkeil, das hätte ich nicht erwartet.


Mein persönliches Fazit
Aus meiner sehr persönlichen Sichtweise: Bin ich über den Kauf froh? Yep. Und zwar so sehr, das zweite Paar liegt schon im Einkaufskorb.
Hat das C-2 Schwächen? Natürlich, angefangen mit der merkwürdigen Kombination von PAD und LoCut über einen einzigen Schalter, weswegen man lediglich eine der beiden Funktionen nutzen kann. Ausserdem ist es mit seinen weichen Höhen nicht grade analytisch zu nennen. Da gibt es andere, bessere. Auch rauscht es etwas, was es für den Einsatz im Studio auf laute Signale beschränkt. Live ist dieses leichte Rauschen meist weniger ein Problem, und für manche Anwendung ist der etwas weichere Sound vielleicht genau das, was man sucht. Daher probiert es aus, das Mikro ist nicht schlecht, das Preis/Leistungsverhältnis halte ich für überragend.
 
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Eigentlich mag ich die C2 auch, aber zuletzt hatte ich ein negatives Erlebnis. Auf der Bühne waren irgendwelche (Funk-)Störungen unterwegs, die sich zunächst nur die Gitarren- und Bassfraktion einfing. Sie äußerten sich in einem deutlichen hochfrequenten Surren aus der Backline, sobald die Instrumente eingesteckt und aufgedreht waren. Und das betraft auch Instrumente mit Humbucker-Bestückung. Der Pegel war aber noch erträglich, wenn die Instrument in den Spielpausen abgedreht wurden. Das Paar C2 waren zu dem Zeitpunkt am Schlagzeug verbaut mit dementsprechend wenig Gain und auch nicht stark auf der PA drauf.
Später jedoch galt es einen Chor abzunehmen. Dazu habe das Paar C2 zusammen mit 2 Rode M5 auf Stativen vor den Chor gestellt. Bei entsprechend erhöhtem Gain war das Surren plötzlich unerträglich und nicht sinnvoll filterbar auf der PA. Nach etwas Fehlersuche konnten wir schlussendlich die C2 als Quelle ausmachen. Wenn man sie absteckte, war Ruhe. Wenn man sie anfasste, verstärkte sich das Störgeräusch noch. Die M5 zeigten das Problem nicht. Alle Mikros liefen an derselben Stagebox. Die Kanäle wurden testweise getauscht.
Ich habe den Chor dann mit den M5 alleine abgenommen und diese auch später wieder ans Drumset gesteckt.
Die Störquelle konnte nicht gefunden wurden. Ich vermute, dass die C2 in diesem Fall ein Problem mit unzureichender Schirmung hatten. Für eine belastbare Aussage müsste man das unter kontrollierten Bedingungen nachstellen und untersuchen. Aber nach dem Erlebnis sind die Mikros für mich zumindest mit einem Fragezeichen versehen.
 
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