[Review] LD D1011 Vocal Kondensatormikrofon

von chris_kah, 25.07.19.

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  1. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 25.07.19   #1
    Eigentlich dachte ich, ich hätte dazu schon ein Review geschreiben und wollte eine Anmerkung machen. War nicht so. Daher hole ich das Review jetzt einfach nach mit dem Vorteil, dass ich jetzt auch noch Erfahrungswerte einfließen lassen kann.

    Seit etwa einem halben Jahr habe ich ein LD D1011 Kondensatormikrofon in meinem Bestand.
    [​IMG]

    Das Mikrofon eignet sich für vieles: Nahbesprechung und auch für Besprechung aus größerer Entfernung. Der Nahbesprechungseffekt ist kaum ausgeprägt und von 5 - 30 cm ändert sich am Klangbild wenig.
    Die Höhen werden gut aufgelöst, ohne aufdringlich zu wirken. Insgesamt ist der Klang mit "Neutral" (im positiven Sinn) zu beschreiben.
    Gerade bei ungeübten Rednern, die sich nicht trauen, das Mikro an den Mund zu nehmen, kann man einiges herausholen. Das gleiche Mikrofon ist bei uns schon länger in einem Gemeindesaal im Einsatz, wo es positiv unauffällig seinen Dienst tut, ob vor ungeübten Rednern, beim Kinderchor ...

    Ich habe es schon erfolgreich an einer Flöte (bzw. Sänger mit Flöte - im Wechsel) gehabt, an einer Geige, einmal als Ersatz für ein fehlendes Kleinmembran-Kondensatormmikrofon an einem Ballafon (Afrikanisches Xylophon mit Resonanzkörpern). Auch Alt-Saxophon hatte ich damit abgenommen.

    Es ist so ein Zwischending zwischen Gesangsmikrofon und Kleinmembranmikrofon. Wobei die Spezialisten in Puncto Feedbackanfälligkeit deutlich besser sind. Ein SM58 oder Sennheiser e945, e935 vertragen viel mehr externen Pegel, bevor es koppelt. Genauso mein Kleinmembraner Audio Technica Pro 37R, das mir bei einer leisen Tenorflöte deutlich mehr Gain before Feedback erlaubte als dieses Mikro hier.

    Natürlich habe ich es aufgeschraubt. Die Kapsel hängt auf einem Dreibein in einer Gummilagerung.
    LD_D1011_Kapsel.jpg
    Das erinnert mich doch sehr an das Thomann MB78 Beta nur hat das LD keinen Low Cut (der beim MB78 ohnehin nicht praxisgerecht ist).

    Der Korb ist stabil, auch das zugehörige Gewinde:
    LD_D1011_Korb.jpg
    Die Abplattungen am Ring verhindern, dass das Mikrofon wegrollt - zumindest ewas ;)

    Der Griff ist etwa gleich groß wie der eines SM58, nur der Korb ist größer
    LD_D1011_Groessenvergleich.jpg
    Beide passen in die gleichen Klemmen, das Gewicht ist auch ähnlich.
    Auch von der Körperschalldämpfung (Trittschalldämpfung) ist das LD Mikrofon mindestens gleich gut wie das SM58, kommt aber nicht an ein Sennheiser E935 oder e945 heran.
    Der Korb ist ein guter Windschutz. Selbst bei Wind braucht man keinen extra Schaumstoff-Popschutz.

    Der weite Versorgungsspannungsbereich von 9-52V erlaubt auch den Betrieb z.B. an Akustikverstärkern, bei denen ich schon 9V, 12V 15V und 24V Phantomspannung gesehen habe. Klar ist es kein Echtkondensatormikrofon sondern ein Back Electretmikrofon, aber klanglich ziemlich gut.

    Kurze Zusammenfassung:

    Dieses Mikrofon klingt nicht schlecht (trotz seines niedrigen Preises - unter 60 EUR) ist recht universal einsetzbar (Eierlegende Wollmilchsau), fühlt sich bei ungeübten Anwendern - Gemeindesaal, keine hohen Lautstärken - recht wohl und funktioniert dort recht problemlos.
    Allerdings ist es nicht so feedbackfest wie die Spezialisten, die das gerade bei lauteren Umgebungen deutlich besser können.
    Für laute Rockbands ist es (welch Wunder) überhaupt nicht zu empfehlen!
     
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