unixbook
Registrierter Benutzer
- 28.10.26
- 09.07.15
- 1.239
- 35.286
- Paderborn
Trace Acoustic TRANSIT-A Preamp
*
Preis: 319 Euro (Stand: Juni 2026)
Trace Acoustic
Alles begann in den 1970ern in einem kleinen Musikladen in Romford, Essex: The Soundwave Bassplace baute PA-Anlagen für lokale Bands – doch das war erst der Anfang. Unter Fred Friedlein und seinem Team wurde daraus Trace Elliot, ein Pionier für Bass-Verstärker. Und hier kommt der Clou: Gerade weil die Jungs wussten, wie man tiefe Frequenzen kraftvoll und klar verstärkt, lag es nahe, dass sie auch für Akustikgitarren die perfekte Lösung fanden. Kein Wunder also, dass Trace Elliot 1989 mit der Trace Acoustic-Serie einen Volltreffer landete – zu einer Zeit, in der viele Gitarristen notgedrungen auf Bass-Amps auswichen, weil es kaum echte Acoustic-Verstärker gab.
Die Trace Acoustic-Modelle wurden schnell zum Maßstab: entwickelt von einem Dreamteam aus Fred Friedlein, Mark Gooday, Clive Roberts und Clive Button. Das Unternehmen wuchs, zog um, wurde verkauft – erst an Kaman Music, dann an Gibson, bis Peavey 2005 zunächst die Nordamerika-Vertriebsrechte für Trace Elliot übernahm. Später wurde die Marke vollständig von Peavey integriert, wobei die Produktion der Trace Elliot-Produkte in die eigenen Einrichtungen von Peavey in Meridian, Mississippi, verlagert wurde.
Auch wenn es Trace Acoustic heute wieder gibt, bleiben die Amps der 90er-Jahre unvergessen. Damals waren sie das Maß der Dinge – ob sie heute noch als perfekt gelten würden? Schwer zu sagen. Die Retrospektive verklärt manchmal, und Ansprüche haben sich weiterentwickelt. Aber eines ist sicher: Wer damals einen Trace Acoustic spielte, wusste, dass er einen der besten Akustikverstärker seiner Zeit in den Händen hielt.
Lieferumfang
Im Lieferumfang enthalten sind das Gerät selbst, ein Netzteil (9V, 1000mA, Minus innen) sowie eine vernünftige Tasche.
Aufbau und Bedienung
Der Trace Acoustic TRANSIT-A setzt auf eine klassische Anordnung: Alle Anschlüsse sind an der Rückseite untergebracht – praktisch und übersichtlich. Hier findet sich alles, was das Herz begehrt: Mono-Eingang, Dry-Out, Aux-In für externes Audio und ein Kopfhöreranschluss. Das Signal kann wahlweise in Stereo oder Mono abgegriffen werden, während die DI-Ausgänge mit DI-Pre (rohes Signal) und DI-Post (mit allen Effekten und EQ) in XLR-Form vorliegen. Dazu kommen ein Ground-Lift-Schalter und der Netzteilanschluss – das mitgelieferte Netzteil liefert bis zu einem Ampere.
Fünf Fußschalter steuern die Effekte Reverb, Delay, Chorus, die Delay-Tap-Tempo-Funktion und den Boost. Wer den Reverb-Schalter länger drückt, aktiviert den Tuner. Ein kleiner Taster dreht die Phase, falls Feedback nervt, und zwei weitere Taster schalten die Pre-Shape-EQ und die Piezo-Option zu. Letztere passt die Eingangsimpedanz für Piezosysteme ohne Preamp an – oder dient als 10-dB-Boost, falls mal mehr Power gebraucht wird.
Die Einstellungen sind simpel: Ein Regler, eine Funktion. Reverb, Chorus und Boost haben jeweils ihr eigenes Poti, das Delay darf sich über zwei Regler (Level und Feedback) freuen. Der 3-Band-EQ (Bässe, Mitten, Höhen) formt den Sound, wobei die Mitten leider nicht parametrisch einstellbar sind – ein Manko für präzise Klanganpassungen. Ein Notch-Filter hält Feedback im Zaum. Der Gain-Regler steuert nicht nur den Eingangspegel, sondern schaltet ab einer bestimmten Stufe einen analogen Kompressor mit „Soft Knee“-Charakteristik zu – der farbige Ring um das Poti verrät, ob er aktiv ist (grün = chillig, gelb = am Arbeiten). Zum Schluss stellt man am Output-Level-Poti die Lautstärke ein.
Wer keine Lust auf komplizierte Menüs hat, liegt hier goldrichtig: Der TRANSIT-A setzt auf „One Knob – One Function“ – übersichtlich, direkt, ohne Schnickschnack. Doch was nützt die beste Übersicht, wenn man die Beschriftung kaum sieht? Die grauen Schriftzüge auf mattschwarzem Gehäuse sind unter schlechten Lichtverhältnissen leider kaum lesbar. Und ja, die Regler leuchten zwar farbig von unten – aber im Dunkeln bleibt ihre Position ein Rätsel.
Verarbeitung
Der Trace Acoustic TRANSIT-A beweist: „Made in China“ ist längst kein Mangel mehr! Das Gerät wirkt stabil, wertig und durchdacht. Die Potis sind zwar kompakt, aber dank präziser Mechanik angenehm zu bedienen – kein Wackeln, kein Spiel, sondern solide Haptik.
Klang
Der Preamp des Trace Acoustic TRANSIT-A klingt nicht schlecht – und das ohne störende Nebengeräusche wie Rauschen oder Brummen. Allerdings wird der Klang des angeschlossenen Instruments merklich stärker verfälscht als bei meinem Palmer Pocket Amp Acoustic (vgl. https://www.musiker-board.de/threads/review-palmer-mi-pocket-amp-acoustic-preamp.756943/#post-9782024). Der TRANSIT-A hat etwas von „Schönfärberei“ – manche mögen das, ich nicht.
Die Pre-Shape-Option soll dem Signal den typischen Trace-Acoustic-Sound verleihen: Durch die entstehende „Mittenwanne“ wirkt der Klang etwas HiFi-mäßig, was nicht jedem gefallen mag, aber seinen eigenen Charme hat. Inwieweit dies tatsächlich dem legendären Trace-Acoustic-Soundbild der 90er Jahre entspricht, vermag ich mangels direkter Vergleichsmöglichkeit nicht zu sagen.
Der Kompressor zeigt erste hörbare Wirkung bereits bei einer Gain-Einstellung von 9 Uhr und kann bei höheren Werten deutlich ins Klanggeschehen eingreifen. Der Reverb-Effekt bietet zwar keine Charakter-Variationen, erfüllt aber seinen Zweck zuverlässig. Das Delay überzeugt durch einen neutralen, unaufgeregten Sound – besonders praktisch ist die Tap-Tempo-Funktion, die bei keinem modernen Delay fehlen sollte.
Der Chorus lässt sich nur über ein einziges Poti steuern. Hier hätte man sich mehr Einstellmöglichkeiten, etwa für die Modulationsgeschwindigkeit, gewünscht. Chorus ist eh nicht so mein Ding – von mir aus hätte das Gerät hierauf komplett verzichten können. Daher kann ich mit den Schwächen des Chorus gut leben.
Leider gibt es noch andere, schwerwiegendere Schwächen: Das Boost-Signal geht in den Kompressor, was bei Aktivierung zu einem erhöhten Kompressionsverhalten führt. Zudem wird der Chorus-Effekt vom Boost etwas unschön überfahren, was zu Verzerrungen führen kann. Besonders problematisch finde ich die Tendenz zum Zerren bei aktiviertem Boost – das ist eigentlich für ein solches Pedal ein No-Go!
Positiv zu erwähnen ist die Phasendrehung, die bei moderatem tieffrequentem Feedback sehr gut funktioniert. Der Notch-Filter arbeitet unauffällig und kann Feedback in verschiedenen Frequenzbereichen effektiv eindämmen.
Fazit
Der Trace Acoustic TRANSIT-A ist ein solides Allround-Paket – und die 319 Euro relativieren sich schnell, wenn man bedenkt, was man für vergleichbare Einzelkomponenten ausgeben müsste: Ein Preamp, Reverb, Delay mit Tap-Tempo, Chorus – alles in einem Gerät. Wer hier auf Einzelpedale setzen würde, bräuchte zusätzlich noch Patchkabel, Netzteil und ein Pedalboard. Man käme mit den aufgerufenen 319 Euro mit Sicherheit nicht hin.
Die Verarbeitung überzeugt, die Anschlussmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen, und die Bedienung ist dank „One Knob – One Function“ so einfach wie effektiv. Doch der Klang ist für mich der entscheidende Punkt, der gegen das Gerät spricht. Er verfälscht den natürlichen Sound der Gitarre zu stark – und das ist für mich ein Ausschlusskriterium. Hinzu kommen die fehlenden parametrischen Mitten und die Probleme mit dem Boost.
Preis: 319 Euro (Stand: Juni 2026)
Trace Acoustic
Alles begann in den 1970ern in einem kleinen Musikladen in Romford, Essex: The Soundwave Bassplace baute PA-Anlagen für lokale Bands – doch das war erst der Anfang. Unter Fred Friedlein und seinem Team wurde daraus Trace Elliot, ein Pionier für Bass-Verstärker. Und hier kommt der Clou: Gerade weil die Jungs wussten, wie man tiefe Frequenzen kraftvoll und klar verstärkt, lag es nahe, dass sie auch für Akustikgitarren die perfekte Lösung fanden. Kein Wunder also, dass Trace Elliot 1989 mit der Trace Acoustic-Serie einen Volltreffer landete – zu einer Zeit, in der viele Gitarristen notgedrungen auf Bass-Amps auswichen, weil es kaum echte Acoustic-Verstärker gab.
Die Trace Acoustic-Modelle wurden schnell zum Maßstab: entwickelt von einem Dreamteam aus Fred Friedlein, Mark Gooday, Clive Roberts und Clive Button. Das Unternehmen wuchs, zog um, wurde verkauft – erst an Kaman Music, dann an Gibson, bis Peavey 2005 zunächst die Nordamerika-Vertriebsrechte für Trace Elliot übernahm. Später wurde die Marke vollständig von Peavey integriert, wobei die Produktion der Trace Elliot-Produkte in die eigenen Einrichtungen von Peavey in Meridian, Mississippi, verlagert wurde.
Auch wenn es Trace Acoustic heute wieder gibt, bleiben die Amps der 90er-Jahre unvergessen. Damals waren sie das Maß der Dinge – ob sie heute noch als perfekt gelten würden? Schwer zu sagen. Die Retrospektive verklärt manchmal, und Ansprüche haben sich weiterentwickelt. Aber eines ist sicher: Wer damals einen Trace Acoustic spielte, wusste, dass er einen der besten Akustikverstärker seiner Zeit in den Händen hielt.
Lieferumfang
Im Lieferumfang enthalten sind das Gerät selbst, ein Netzteil (9V, 1000mA, Minus innen) sowie eine vernünftige Tasche.
Aufbau und Bedienung
Der Trace Acoustic TRANSIT-A setzt auf eine klassische Anordnung: Alle Anschlüsse sind an der Rückseite untergebracht – praktisch und übersichtlich. Hier findet sich alles, was das Herz begehrt: Mono-Eingang, Dry-Out, Aux-In für externes Audio und ein Kopfhöreranschluss. Das Signal kann wahlweise in Stereo oder Mono abgegriffen werden, während die DI-Ausgänge mit DI-Pre (rohes Signal) und DI-Post (mit allen Effekten und EQ) in XLR-Form vorliegen. Dazu kommen ein Ground-Lift-Schalter und der Netzteilanschluss – das mitgelieferte Netzteil liefert bis zu einem Ampere.
Fünf Fußschalter steuern die Effekte Reverb, Delay, Chorus, die Delay-Tap-Tempo-Funktion und den Boost. Wer den Reverb-Schalter länger drückt, aktiviert den Tuner. Ein kleiner Taster dreht die Phase, falls Feedback nervt, und zwei weitere Taster schalten die Pre-Shape-EQ und die Piezo-Option zu. Letztere passt die Eingangsimpedanz für Piezosysteme ohne Preamp an – oder dient als 10-dB-Boost, falls mal mehr Power gebraucht wird.
Die Einstellungen sind simpel: Ein Regler, eine Funktion. Reverb, Chorus und Boost haben jeweils ihr eigenes Poti, das Delay darf sich über zwei Regler (Level und Feedback) freuen. Der 3-Band-EQ (Bässe, Mitten, Höhen) formt den Sound, wobei die Mitten leider nicht parametrisch einstellbar sind – ein Manko für präzise Klanganpassungen. Ein Notch-Filter hält Feedback im Zaum. Der Gain-Regler steuert nicht nur den Eingangspegel, sondern schaltet ab einer bestimmten Stufe einen analogen Kompressor mit „Soft Knee“-Charakteristik zu – der farbige Ring um das Poti verrät, ob er aktiv ist (grün = chillig, gelb = am Arbeiten). Zum Schluss stellt man am Output-Level-Poti die Lautstärke ein.
Wer keine Lust auf komplizierte Menüs hat, liegt hier goldrichtig: Der TRANSIT-A setzt auf „One Knob – One Function“ – übersichtlich, direkt, ohne Schnickschnack. Doch was nützt die beste Übersicht, wenn man die Beschriftung kaum sieht? Die grauen Schriftzüge auf mattschwarzem Gehäuse sind unter schlechten Lichtverhältnissen leider kaum lesbar. Und ja, die Regler leuchten zwar farbig von unten – aber im Dunkeln bleibt ihre Position ein Rätsel.
Verarbeitung
Der Trace Acoustic TRANSIT-A beweist: „Made in China“ ist längst kein Mangel mehr! Das Gerät wirkt stabil, wertig und durchdacht. Die Potis sind zwar kompakt, aber dank präziser Mechanik angenehm zu bedienen – kein Wackeln, kein Spiel, sondern solide Haptik.
Klang
Der Preamp des Trace Acoustic TRANSIT-A klingt nicht schlecht – und das ohne störende Nebengeräusche wie Rauschen oder Brummen. Allerdings wird der Klang des angeschlossenen Instruments merklich stärker verfälscht als bei meinem Palmer Pocket Amp Acoustic (vgl. https://www.musiker-board.de/threads/review-palmer-mi-pocket-amp-acoustic-preamp.756943/#post-9782024). Der TRANSIT-A hat etwas von „Schönfärberei“ – manche mögen das, ich nicht.
Die Pre-Shape-Option soll dem Signal den typischen Trace-Acoustic-Sound verleihen: Durch die entstehende „Mittenwanne“ wirkt der Klang etwas HiFi-mäßig, was nicht jedem gefallen mag, aber seinen eigenen Charme hat. Inwieweit dies tatsächlich dem legendären Trace-Acoustic-Soundbild der 90er Jahre entspricht, vermag ich mangels direkter Vergleichsmöglichkeit nicht zu sagen.
Der Kompressor zeigt erste hörbare Wirkung bereits bei einer Gain-Einstellung von 9 Uhr und kann bei höheren Werten deutlich ins Klanggeschehen eingreifen. Der Reverb-Effekt bietet zwar keine Charakter-Variationen, erfüllt aber seinen Zweck zuverlässig. Das Delay überzeugt durch einen neutralen, unaufgeregten Sound – besonders praktisch ist die Tap-Tempo-Funktion, die bei keinem modernen Delay fehlen sollte.
Der Chorus lässt sich nur über ein einziges Poti steuern. Hier hätte man sich mehr Einstellmöglichkeiten, etwa für die Modulationsgeschwindigkeit, gewünscht. Chorus ist eh nicht so mein Ding – von mir aus hätte das Gerät hierauf komplett verzichten können. Daher kann ich mit den Schwächen des Chorus gut leben.
Leider gibt es noch andere, schwerwiegendere Schwächen: Das Boost-Signal geht in den Kompressor, was bei Aktivierung zu einem erhöhten Kompressionsverhalten führt. Zudem wird der Chorus-Effekt vom Boost etwas unschön überfahren, was zu Verzerrungen führen kann. Besonders problematisch finde ich die Tendenz zum Zerren bei aktiviertem Boost – das ist eigentlich für ein solches Pedal ein No-Go!
Positiv zu erwähnen ist die Phasendrehung, die bei moderatem tieffrequentem Feedback sehr gut funktioniert. Der Notch-Filter arbeitet unauffällig und kann Feedback in verschiedenen Frequenzbereichen effektiv eindämmen.
Fazit
Der Trace Acoustic TRANSIT-A ist ein solides Allround-Paket – und die 319 Euro relativieren sich schnell, wenn man bedenkt, was man für vergleichbare Einzelkomponenten ausgeben müsste: Ein Preamp, Reverb, Delay mit Tap-Tempo, Chorus – alles in einem Gerät. Wer hier auf Einzelpedale setzen würde, bräuchte zusätzlich noch Patchkabel, Netzteil und ein Pedalboard. Man käme mit den aufgerufenen 319 Euro mit Sicherheit nicht hin.
Die Verarbeitung überzeugt, die Anschlussmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen, und die Bedienung ist dank „One Knob – One Function“ so einfach wie effektiv. Doch der Klang ist für mich der entscheidende Punkt, der gegen das Gerät spricht. Er verfälscht den natürlichen Sound der Gitarre zu stark – und das ist für mich ein Ausschlusskriterium. Hinzu kommen die fehlenden parametrischen Mitten und die Probleme mit dem Boost.
*) Affiliate/Werbung
