[Review] zero88 FLX - Time to be creative???

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Zur diesjährigen PLS vorgestellt und erst seit kurzem erhältlich ist das neue zero88 FLX. Da es für seinen Preis von knapp 5000€ im Vergleich zu anderen Konsolen dieser Preisklasse viel bietet, habe ich den Neuling mal genauer unter die Lupe genommen. Beworben wird das FLX mit dem Slogan "time to be creative": Wie viel Freiraum für Kreativität tatsächlich drin steckt, lest ihr in diesem Review.

Daten, Fakten & Zahlen

Für den Einstieg zunächst mal die Hardware-Specs des FLX:
  • 24 Fader mit Taster, nutzbar als Kanalfader (99 Seiten) oder Playbacks (10 Seiten)
  • Masterplayback mit Pause-Taste für "Theater typischen Cue-Stack"
  • Vier "User definable keys" - UDK
  • Numerisches Tastenfeld für Kommandozeileneingabe (z.B. "1 Thru 12 @ 50 Enter")
  • Vier Encoder für die Eingabe von Parametern wie Pan, Tilt, Farbe, Gobo, Zoom, etc.
  • Internes 7" Multitouch-Display
  • Zwei interne DMX-Ausgänge (bis zur vier Universes über Ethernet)
  • Ethernet für Art-Net, sACN, Visualizierung, ...
  • DVI-Port für externen Monitor/Touchscreen
  • 5 USB-Ports (zwei hinten, je einer an beiden Seiten und oben)
  • Midi In/Out (MSC, MIDI Timecode)
  • Sound to light (6,3mm Klinke)
  • 9-pol Sub-D für acht Remote Inputs
  • Neutrik TRUE1 Netzstecker für internes Netzteil
Softwareseitig bietet es...
  • je 240:
    • Gruppen
    • Macros
    • Farb-, Beam-, Positions und Effektpaletten
    • Playbacks + 1 Master-Playback (241 gesamt)
  • Colour-Picker
  • Farbfilter-Bibliothek + Stimmungsvorlagen: "Mood Boards" von LEE-Filters
  • Pan und Tilt über Touchscreen einstellbar
  • Die Anzahl der Fixtures ist nur durch die maximale Anzahl von 2048 DMX-Kanälen (vier Universes) begrenzt
  • Tracking
  • Move-on-Dark
  • basierend auf dem zerOS Betriebssystem
Im Lieferumfang ist neben dem Pult das Netzkabel, ein USB-Stick, zwei Ersatzfaderknöpfe, ein Quick Start Guide (englisch) und Werbematerial (Aufkleber und Plakat) ;)

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Neue Konzepte


Das Betriebssystem des FLX "zerOS" findet auch schon auf den älteren Konsolen aus dem Hause zero88 Verwendung. Für das FLX wurde es angepasst, ARM-Prozessor und Multitouch-Display sind Neuheiten bei zero88, deren Potenzial ausgeschöpft werden will:

Playbacks

Das FLX unterscheidet nicht zwischen Cue-Stacks, Chasern, Submastern, ... - es gibt Playbacks! Jedes Playback ist ein vollwertiger Cue Stack. Enthält er eine einzige Szene, verhält er sich wie ein Submaster. Enthält er mehrere Szenen, ist es ein Cue Stack, der aber auch automatisch ablaufen kann - also in diesem Fall ein Chase. Die 24 Fader über zehn Seiten bieten, zusammen mit dem Master-Playback, Platz für 241 Playbacks. Die Taster unter den Playbacks können als Go-Taster oder als Beat-Taster zur Eingabe der Geschwindigkeit im Falle eines Chasers genutzt werden. Eine Flash-Funktion gibt es derzeit noch nicht.

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Farbauswahl

Die Auswahl von Farben kann über Fader (RGB, CMY oder HSV), über einen Colour-Picker oder aus der Farbfilterbibliothek heraus geschehen. Zudem gibt es natürlich Farbpaletten. Die Farben werden automatisch zwischen RGB, CMY und HSV umgerechnet.
Der Colour-Picker wurde um die Möglichkeit erweitert, eigene Bilder von einem USB-Stick zu laden. Mit passenden Bildern wie Sonnenuntergängen, Meer oder Wald lassen sich für die jeweilige Szene die passenden Farben schnell finden.
Neu dabei ist, dass man durch den Multitouchscreen die Möglichkeit hat, Farben über mehrere Scheinwerfer zu verteilen: Man wählt mehrere Scheinwerfer und kann anschließend durch zwei Finger auf dem Colour Picker die Farben zwischen den beiden Fingern auf die Scheinwerfer verteilen. Beim voreingestellten HSV-Picker ergibt das einen Farbverlauf, bei Bildern wie einem Sonnenuntergang erreicht man auf diesem Weg viele fein differenzierte Farben über die Scheinwerfer verteilt, passend zur aktuellen Szene. Leider lassen sich nicht mehr als zwei Finger nutzen, um nicht-lineare Verläufe zu kreieren...
Die Auswahl über die Farbfilterbibliothek bietet Filter von LEE, Rosco und Apollo. Neu sind die Mood Boards von LEE-Filters, eine Auswahl von zu bestimmten Stimmungen passenden Farbkompositionen.

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Positionswahl

Auch bei der Positionswahl macht sich das FLX Multitouch zu Nutze: Es gibt die Positionswahl über das klassiche Pan-Tilt-Koordinatensystem. Auch hier lassen sich die Positionen durch zwei Finger über mehrere Scheinwerfer verteilen.
Schon vorbereitet ist, dass hier zusätzlich Bilder von der Bühne geladen werden können. Nach der Kalibrierung der bewegten Scheinwerfer sollen diese mit Hilfe der Bilder einfach auf der Bühne platziert werden können. Derzeit ist diese Funktion allerdings noch nicht zu Ende implementiert - zumindest konnte ich im Test die Kalibrierung nicht wie auf dem Bildschirm beschrieben durchführen.

Hält es, was es verspricht?

Kurze Antwort: Jein! ;)

Ich hatte das FLX bereits auf der Messe (PLS) unter den Fingern. Umso gespannter habe ich aufs Paket gewartet. Nach dem Auspacken und Einschalten kam nach ca. 30 Sekunden Bootzeit zunächst Enttäuschung auf. Ich entdeckte einen Bug nach dem anderen, durfte das Pult aufgrund von Abstürzen mehrfach neu starten.
Nach kurzem Kontakt mit dem Hersteller bekam ich den Link zu einer neueren Firmware-Version zugeschickt (zerOS 7.8.2.12 beta). Mit dieser Version machte die Arbeit mit dem FLX dann deutlich mehr Spaß - auf dieser Grundlage habe ich auch dieses Review geschrieben. Der Seriennummer nach zu urteilen habe ich wohl eines der ersten Geräte erwischt, die vom Band gelaufen sind. Ich vermute, dass zu dieser Zeit in der Produktion noch eine sehr frühe Version der Fimware aufgespielt wurde (zerOS 7.8.2.7).
Trotzdem sollte so etwas natürlich nicht vorkommen - so fühlte ich mich als Reviewer (und Kunde!) doch sehr wie ein Beta-Tester. Zumal die aktuellere Firmware derzeit noch nicht über die zero88-Website heruntergeladen werden kann. Wer also zum jetzigen Zeitpunkt ein FLX kauft, sollte auf jeden Fall mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen um die aktuelle Firmware aufzuspielen, sofern man das FLX produktiv nutzen will. :(

"Designed to save your time and maximise your creativity, the FLX lighting console is fully featured, portable and easy to use." - mit diesem Werbeslogan wird das FLX beworben:

"Designed to save your time and maximise your creativity"

Durch die Nutzung des Multitouch-Display bei der Farb- und Positionswahl wird einem die Einstellung von Lichtstimmungen in manchen Situationen deutlich einfacher gemacht. Schnell ist eine Gruppe von Scheinwerfern auf verschiedene Farben oder Positionen eingestellt. Dabei spielt auch die Reihenfolge eine Rolle in der man die Scheinwerfer angewählt hat, sodass sich auch "chaotische" Verteilungen der Farben oder Positionen schnell erstellen lassen.
Die Auswahl erfolgt über die Kommandozeile (z.B. "13 Thru 18 Except 15 And Group 3 Enter") oder über die Taster unter den Fadern, wenn diese als Kanalfader genutzt werden. Hier können mehrere Kreise (Scheinwerfer) auf einmal gewählt (oder abgewählt) werden, indem man den Taster des ersten Kreises gedrückt hält und dann den Taster des letzten Kreises drückt, bevor man beide Taster loslässt. In vielen Situationen geht das noch schneller als die Auswahl über die Kommandozeile.
Mit Makros lassen sich häufig auftretende Kommandos mit einem Tastendruck beispielsweise einer der UDKs (User Definable Keys) noch schneller erledigen. Auf dem externen Monitor wird eine Übersicht über die Ausgänge und Playbacks oder aber die Paletten angezeigt. Mit externem Touchscreen ist die Auswahl von Farben, Gobos und Positionen über Paletten dann sehr schnell gemacht.

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Auch die Programmierung geht nach etwas Übung schnell von der Hand: Scheinwerfer einstellen - Record drücken - Wählen, wohin gespeichert werden soll -> Fertig. Das selbe Prinzip gilt für Gruppen, Paletten und Makros.
Somit steckt die Information "Was" eigentlich schon im "Wohin". Aber nicht ganz:
Da das FLX Tracking unterstützt (es werden keine ganzen Lichtstimmungen gespeichert, sondern nur die Änderungen zum vorhergehenden Cue), bedarf es beim Programmieren von Cue Stacks ein wenig Verständnis, was dabei im Hintergrund genau vor sich geht. Durch einen beim Speichern angezeigten Dialog lässt sich das Tracking aber auch ganz deaktivieren ("Snapshot" bzw. "Cue only") und bestimmen, welche Parameter welcher Scheinwerfer gespeichert werden (Tagging). So lassen sich auch individuelle Effekte nur für Intensität, Farbe, Position oder Beamshape erstellen, die dann live übereinander gelegt werden können.

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Einfache Effekte auf mathematischer Grundlage sind schon vorgefertigt und bringen schnell Dynamik ins Licht. Ein ganz nettes Feature, was aber unter anderem aufgrund der mir nicht ganz übersichtlich erscheinenden Bedienung und der rein mathematischen Art selbst programmierte Effekte nicht ersetzen kann.
Die Mood-Boards von LEE bieten Farbkompositionen, wenn die eigene Kreativität gerade mal Pause macht - oder man einfach etwas Inspiration braucht. :) Leider ist die Verteilung der Farben eines Mood-Boards auf eine Gruppe von Scheinwerfern derzeit noch nicht so einfach wie mit dem Picker - jeder Scheinwefer muss einzeln behandelt werden.

Zeitsparen und Kreativität findet man im FLX zwar nicht in Perfektion - man merkt jedoch, dass dies auf jeden Fall ein Motto des FLX ist.

"Fully featured, portable and easy to use"

Mit 7,5 kg und weniger als 70cm Breite ist das FLX auf jeden Fall platzsparend und auch für's Touren geeignet. Ein passendes Flightcase ist erhältlich. Einen Externen Monitor braucht man zwar nicht zwingend, ich würde ihn jedoch nicht missen wollen.
Ist der Monitor kein Touchscreen, braucht man eine Maus. In manchen Bediensituationen geht es leider auch noch nicht ohne Tastatur, da eine virtuelle Tastatur fehlt - schade!

Das FLX bringt schon viele Features mit, einige davon gehen auch über die Mitbewerber hinaus (erst recht für unter 5000€). So lassen sich beispielsweise Cues auch über MIDI, automatisch nach einer bestimmten Zeit oder zu einer bestimmten Uhrzeit triggern. Cue Stacks können über Makros untereinander verknüpft werden. Es gibt eigene Fade- und Delayzeiten für jeden Parametertyp (Position, Colour, Beamshape, Effect) - ich habe bestimmt noch was vergessen.
Es fehlen aber auch einige Funktionen: Die Taster unter den Fadern lassen sich nicht als Flashtaster nutzen. Scheinwerfer mit mehreren einzeln steuerbaren Segmenten (z.B. Robe Robin 300 LEDWash) lassen sich nur über die Encoder, aber nicht über den Picker u.a. steuern, da sie mehrere RGB-Farbkanäle haben. Es gibt keine Unterstützung für LED-Matrizen und kein Preview für programmierte Playbacks ... - auch diese Liste geht durchaus noch weiter. Hier muss man natürlich auch den eher geringen Preis im Kopf haben.

Bei einigen der aufgeführten Punkte sind diese Features für kommende Softwareversionen bereits angekündigt - ich schreibe aber ja über das FLX, wie ich es jetzt vor mir habe ;) An "fully featured" muss also noch gearbeitet werden, wenngleich man sich über einige Features freuen kann, die das FLX von seinen größeren Geschwistern wie dem ORB XF geerbt hat.

Bedienung

Das FLX (bzw. dessen Software zerOS) ist keine Sache, die man intuitiv und sofort kann. Das liegt sicherlich auch daran, dass viele Funktionen über Tastenkombinationen erreicht werden. "Shift", "View", "Clear" und "Setup" dienen als Modifikatortasten.
Derzeit gibt es leider nur den englischen Quick Start Guide, noch kein vollständiges Handbuch. Trotzdem war ich nach einigen Tagen des "immer mal wieder was ausprobieren" soweit, dass ich eine kleinere Veranstaltung mit konv. Scheinwerfern und ein paar LEDs und MHs mit dem FLX bereits hätte fahren können. Durch probieren und lesen (-> ok, auch selber fragen ;)) im englischsprachigen zero88-Forum habe ich nach nun eineinhalb Wochen schon einen ganz guten und sicheren Umgang mit dem FLX erlernt. Wer das nicht nur nebenbei tut, sondern sich dafür einen ganzen Tag Zeit nimmt, schafft das deutlich schneller. Es fällt halt kein Meister vom Himmel.

Die Einrichtung des Pultes über das Setup-Menü lässt an manchen Stellen noch die Verwandschaft zu den anderen Pulten mit zerOS erahnen. Hier gibt es dann z.B. noch die Konfiguratiosbuttons für DMX In, welches beim FLX (noch) nicht vorhanden ist. Ansonsten geht die Einrichtung des Pultes schnell von der Hand, auch das Patchen der Scheinwerfer ist einfach.

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Einige Funktionen machen die Bedienung einfacher und schneller, dazu habe ich oben ja bereits etwas geschrieben. Es ist dabei auch an nützliche Details gedacht worden, beispielsweise bewirkt das gleichzeitige Drücken beider Tasten zur Seitenwahl, "Page Up" und "Page Down", das Zurückspringen zur ersten Seite. Eine "Z"-Taste soll den Zugriff auf häufig benutzte Funktionen beschleunigen.
Während des Einstiegs erscheinen u.a. die vielen Tastenkombinationen teilweise etwas umständlich. Hat man sie einmal drauf, geht das aber auch leicht von der Hand.
Bei der Bedienung habe ich noch manchen kleineren Fehler gefunden. Beispiel: Mit "View" wechselt man zwischen der Anzeige des aktuellen Playbacks und der Playbackübersicht. "View+Go" wählt einen Playback zur Anzeige aus. ("Go" ist der Taster unter dem Playbackfader). Beim Drücken von "View+Go" springt die Anzeige manchmal ungewollt zur Playbackübersicht, obwohl nur die Auswahl eines Playbacks gemeint war. Diese Fehler werden wohl in der finalen Software (zerOS 7.8.3) behoben sein.

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Die Bedienung des Touchscreens funktioniert gut, nach dem einmaligen Kalibrieren erkennt der Touchscreen die Eingaben zuverlässig. Die Anordnung der Tasten und anderen Bedienelemente ist sinnvoll gewählt und hat sich während des Test bewährt. Allerdings fehlte mir persönlich bei der Bedienung des Touchscreens manchmal eine Auflagefläche für meine Arme. Hier sollte man aufpassen, dass man nicht ungewollt Tasten drückt.

Wem die 24 Fader zu wenig sind, der kann mit einem oder mehreren über USB angeschlossenen zerOS Wings erweitern. Die Fader des Wings lassen sich dann wie die Internen als Playbacks oder Kanalfader nutzen. Jede der 10 Playbackseiten und 99 Kanalseiten ist ansprechbar.
Die Kanalfader sind allerdings eher für das Programmieren als für die Verwendung als Presetfader gedacht. Das macht sich dadurch bemerkbar, dass die dort eingestellten Werte nicht HTP mit den aktiven Playbacks gemerged werden und durch doppeltes Betätigen von "Clear" gelöscht werden. Eine Unterscheidung zwischen Programmier-Modus und Preset-Modus wäre sehr schon.

Qualität, Support & Service

Die Qualität des FLX ist dem Preis angemessen. Es kommt in einem sehr rubusten Metallgehäuse daher. Die Fader laufen gleichmäßig. Die verbauten Taster sind ebenfalls hochwertig. Mit dieser Investition kann man also länger Spaß haben, ich habe hier keine Kritikpunkte. Ausnahme: Mir als Elektrofachkraft negativ aufgefallen sind die fehlenden Aderendhülsen in den Steckverbindern des Netzkabels, da hier die Schrauben direkt auf die Litzen drücken. zero88 gehört zu Eaton, einer großen Firma aus dem Elektrobereich - die sollten das besser können!

Wer der englischen Sprache mächtig ist, bekommt im zero88 Support-Forum zeitnah Hilfe bei der Bedienung. Willkommen sind hier aber auch Ideen für neue Features, man hört seinen Kunden dort gerne zu. Der Kontakt während des Test war immer sehr freundlich, Kritik willkommen. Vorbildlich!

Was da noch kommen soll...

Wie oben schon zu lesen war, ist die Software des FLX noch nicht ganz ausgereift. Auf Grundlage des Feedbacks, das bei zero88 jetzt von den ersten Nutzern (wie mir) aufläuft, wird in den nächsten Wochen wohl eine neue Version erscheinen (zerOS 7.8.3).

Welche Features für diese und kommende Versionen geplant sind, hat zero88 in deren Forum veröffentlicht. Wobei ausdrücklich betont wird, dass es sich nur um Planungen ohne Garantie auf Umsetzung handelt. Ein kurzer Auszug, was geplant ist:
  • Blind-Mode für Editieren während der Show - mittlerweile drin (7.8.4)
  • Flash-Funktion für Playbacks - mittlerweile drin (7.8.4)
  • Inklusive und Exklusive Fader - ähnlich drin ("Inhibitive Playbacks", 7.8.9)
  • Mehrere Seiten für die UDKs - mittlerweile drin (7.8.5)
Desweiteren habe ich in deren Forum von anderen Features gelesen, wie z.B. Unterstützung von Scheinwerfern mit mehreren Segmenten (was meine Probleme beim Robe Robin 300 LEDWash (s.o.) lösen würde) und DMX-In über Art-Net. (beide geplant für zerOS 8)

Fazit

Eigentlich würde ich dieses Fazit lieber in einem halben Jahr verfassen, wenn die Software sich weiter entwickelt hat. Nun gut, ich probier's trotzdem: ;)

+ Der Touchscreen ist sinnvoll integriert und ermöglicht ein paar neue, hilfreiche Funktionen
+ Für knapp 5000€ bekommt man bereits eine Fülle an Features und Möglichkeiten
+ Die Begrenzungen an Playbacks, Gruppen und Paletten sind in den meisten Anwendungfällen kein Hinderniss
+ Farbwahl über eigene Bilder und Mood-Boards machen die Gestaltung des Lichts einfacher
+ Durch geringes Gewicht und geringe Größe sehr portabel...
+ ... gleichzeitig sehr robust und von angemessener Qualität
+ Über Wings erweiterbar
+ Schnelle und freundliche Hilfe übers zero88 Support-Forum

* Keine Flashtasten, Kanalfader nicht als Presetfader nutzbar
* Fehlende Unterstützung für die immer häufiger zu findenen LED-Scheinwerfer mit mehreren Segmenten
* Farben wie Amber und Weiß (andere als RGB / CMY) werden bei der Farbmischung über den Picker, etc... nicht eingebunden
* Bisher keine deutschsprachige oder englischsprachige, vollständige Anleitung

- IMHO zu früh am Markt, sodass die ersten Kunden unfreiwillig zu Beta-Testern wurden

Viele Grüße :)
jw-lighting

PS: Da die Offline-Software PhantomZerOS noch nicht fertig ist, blieb mir leider nur die Möglichkeit, den Bildschirm abzufotografieren. Ich hoffe, ihr könnt es trotzdem erkennen ;)


Da sich in der Software zerOS viel tut, bitte auch die nachfolgenden Beiträge für ein umfassendes Bild vom Pult nach mehreren Updates (Stand heute) lesen. Hier gehts zu den Updates.
 
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rbschu

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Danke für das schöne Review, aber "die typischen Schwachstellen" wie
- unzureichende Dokumentation, welche den Käufer dazu zwingt, Stunden, Tage oder Wochen an der Bedienbarkeit herum zu rätseln
- nicht ausgereifte Software, bei der das Beta-Testing auf die User verlagert wird

sind unentschuldbare Malusse. Leider ist diese Unverfrorenheit bei vielen Herstellern eingerissen und im Technikbereich weit verbreitet. Angenommen, ein Gerät wäre wirklich überzeugend und hätte eine "1" verdient, dann stellt für mich ein solcher Mangel eine Abwertung dar, der das Ergebnis bis auf eine "4" herunterzieht. Ich zitiere Dich/den Hersteller noch mal: Beworben wird das FLX mit dem Slogan "time to be creative" In diesem Zusammenhang ist time to be creative sicher anders zu verstehen, denn die time muss man lastwagenweise mitbringen. Ähnlich wie die fehlenden Anleitungen haben die wohl auch das Wörtchen "...required" in diesem fehlgeleiteten Slogan vergessen. Nicht falsch verstehen, Du hast diese Schwachpunke ja benannt, aber ich geißele sie!
 
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Hallo, vielen Dank für dein Feedback. Ich muss an dieser Steller fairerweise vielleicht noch ergänzen, dass die Bedienung, sofern sie sich nicht intuitiv erschließen lässt, auch über die Anleitung des ORB XF, welches ja ebenfalls auf zerOS basiert, erlernt werden kann. Das es momentan noch keine Anleitung gibt, mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Software eben noch nicht fertig ist (sofern Software überhaupt "fertig" sein kann...). Vielleicht neige ich aber auch dazu in der Sache immer noch das positive zu suchen, da ich das FLX für ein Projekt als Pult ausgewählt habe (wodurch mir auch dieses Review möglich wurde) und somit selbst "Kunde" bin. Im Kern hast du vollkommen recht: Beta-Testing "out-zu-sourcen" und die fehlende Anleitung sind zwar leider üblich, aber eigentlich nicht zu entschuldigen.

Allerdings wurde zerOS für das FLX teilweise stark verändert. Bei den bisherigen Pulten gab es ein Fensterkonzept, bei dem sich die Anordnung der Fenster auf dem Bildschirm genauso flexibel gestalten ließ, wie die Auswahl welche Fenster/Informationen zu sehen sein sollen. Dies wurde beim FLX stark eingeschränkt, zero88 nennt als Grund dafür, dass das FLX dem Bediener die Last abnehmen will, mit vielen verschiedenen Fenstern zu hantieren. Daher gibt es jetzt nur noch zwei Ansichten: Output Window und Playbacks (Übersicht oder Cue-Stack eines Playbacks) oder Paletten.
Damit sind auch Fenster in zerOS weggefallen, wie z.B. Preview, DMX Output. Ob das neue Konzept hier aufgeht, muss jeder für sich entscheiden. Mir ist die "Qual der Wahl" wie beim ORB XF ehrlich gesagt lieber da ich so selber bestimmen kann, welche Informationen und Funktionen ich auf dem Touchscreen schnell zugänglich habe.
 
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Es ist zwischenzeitlich eine weitere Version 7.8.4 erschienen:

  • Blindmode für das Programmieren während der Show
  • für den Touchscreen optimierte Oberfläche (Buttons statt Dropdownauswahl, Scrollen durch Wischen, ...)
  • Flash- und Solo-Funktion für Playbacks + zweite Funktion bei gedrückter Shift-Taste wählbar
  • Goto-Cue Funktion
  • Verbesserte Paramterwahl mit den Encodern und dem Touchscreen
 
Julian01

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Ich finde das Pult toll :claphands:

Vielleicht benutze ich sogar genau das, welches hier im Review abgebildet ist? Man weiß es nicht... :embarrassed:
 
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Nach der derzeit aktuellen Version 7.8.5 wird in den nächsten Wochen die schon auf der ProLight+Sound vorgestellte Version 7.8.9 endlich released. ;)

Im Rahmen des Beta-Testings konnte ich einen Einblick in einige neue Funktionen erhalten, die das Pult weiter voran bringen:
  • Global BPM / Tap Tempo für Chaser
  • Spezialfunktionen für Playback Fader: Global BPM, Programmer Time
  • Intensitätspaletten
  • Preview von Cues im Output-Window
  • Deutlich verbesserte Playback-Übersicht
  • "Page-Lock" für Playback-Fader und UDK
  • Support für externe Multitouch Monitore
  • Verbesserungen in der Effect-Engine
  • "hemmende" Playbacks, wirken wie ein Masterfader für die programmierten Kreise
  • zahlreiche kleinere Verbesserungen
Alles in allem macht dieses Pult einen immer noch besseren Eindruck auf mich. Nicht zuletzt bekommt man dank kostenloser Updates immer mehr Pult für (vergleichsweise) wenig Geld! Besonders positiv ist auch weiterhin zu nennen, das zero88 sehr viel Wert auf die Anliegen seiner Kunden legt, leider ist das nicht bei allen Wettbewerbern selbstverständlich. :)

Die auf 7.8.9 folgende Version zerOS 8 soll dann eine neue Fixture-Library enthalten, um weitere neue Funktionen zu ermöglichen. :great:
 

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