richtig Atmen

von sharky2002, 28.09.05.

  1. sharky2002

    sharky2002 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.05   #1
    Hallo,

    Ich hoffe ich werd nicht geköpft falls das schonmal gefragt wurde, aber ich hab bei der Suchfunktion nichts gefunden... :confused:

    Ich wollte nur fragen ob mir jemand gut erklären kann wie man beim singen richtig atmet und stützt... (was ich weiß atmet man ein und der bauch geht raus, oder? aber dann kommen die töne bei mir so luftig raus... naja ich kann mich auch täuschen...)
    Deshalb hoffe ich mal dass mir jemand sagen kann ob der Bauch rein oder raus geht und wie man dann richtig stützt...
    Ich war zwar mal in Gesangsunterricht, aber das ist auch schon ne Weile her und ich will ja nicht verkehrt/falsch singen...

    Lg, sharky :p
     
  2. _marco_b

    _marco_b Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.05   #2
    Hi...

    Bin kein Experte und übe selbst noch, aber:
    Ja, also die Bauchatmung ist wichtig. Wenn deine Töne zu hauchig kommen, bringst du zuviel Luft an die Stimmlippen. Dies kann man kontrollieren lernen, indem man versucht, wenigst möglich Luft aufeinmal auszuatmen. Es hilft, dir vorzustellen, dass die Luft in deinem Mund zirkuliert, und nicht nach außen strömt.

    Ein Test: Hebe eine Kerze in etwa 10 cm Abstand zu deinem Mund. Wenn sie vom Atem NICHT flackert, ist deine Luftabgabe optimal. Dies SEI optimal, zumindest laut einer Gesangsanleitung.
     
  3. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 28.09.05   #3
    Irgendwo hier gab es das schöne Beispiel mit Fahrradschlauch. Stell Dir einen Fahrradschlauch mit einem dicken, großen Riss vor. Die Luft ("Prrrrrrrrrrftl") ballert in sekundenschnelle raus, ohne dass Du irgendwas davon mitbekommen hast.

    Jetzt stell Dir ein winzig kleines, stecknadelgroßes Löchlein vor. Halte den Finger davor und Du spürst, mit wieviel Druck die Luft heraus zischt, ohne aber viel Wind zu machen. Und vor allem, wie laaaaaaange das dauert, bis die gesamte Luft aus dem Schlauch entwichen ist. So ähnlich musst Du mit der Luft aus Deinem Körper umgehen.
     
  4. sharky2002

    sharky2002 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.05   #4
    hm und wie atmet man jetzt richtig? ;D hab ja eigentlich jetzt nicht solche antworten bekommen wie ich brauche ;D

    aber eure tips sind auch super!!
     
  5. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 28.09.05   #5
    Mit eigenen Worten würde ich es so ausdrücken. Du atmest so, dass es unten dick wird, nicht oben.
    Du verbrauchst nur soviel Luft, wie Du zum Bilden des Tones oder Wortes benötigst. Und das ist weniger, als Du denkst.
    Normalerweise atmet man ja so aus, dass man nach dem Einantmen entspannt und die Luft einfach rausströmem lässt. Das Einatmen ist also beim normalen Atmen der Kraftakt, dass Ausatmen nur noch eine recht passive Handlung. Beim Singen ist das anders, da ist das Ausatmen der eigentliche Kraftakt.

    Lass die Luft so heraus, dass Du Druck ""von unten" ausübst, aber so langsam, wie Du kannst. Du kannst das erstmal ohne zu singen oder zu sprechen ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu kriegen. Wenn Du Atemnot dabei bekommst, machst Du was falsch, denn dann hast Du einfach nur die Luft angehalten und die Bauchmuskeln angespannt.
    Es muss schon Luft rauskommen, aber - wie oben jemand schrieb - ohne, dass gleich die Kerze ausgeht.
     
  6. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 28.09.05   #6
  7. Timothy Sideburns

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    Erstellt: 28.09.05   #7
    Also, wenn ich eines noch mal kurz sagen darf: Nimm es bitte nicht persönlich, aber ich finde es immer wieder erstaunlich, bemerkenswert und auf eine Weise sogar amüsant, wenn User herkommen, eine Frage stellen zu einem derartig komplexen Thema wie der technisch richtigen Atmung, und dann drauf hoffen, dass sie eine Erklärung bekommen, die sie am besten eins zu eins umsetzen, direkt nachmachen und auch sofort Erfolge damit erzielen können. Es ist wirklich amüsant. Wie gesagt: Nimm's bitte nicht persönlich. Dieses Forum ist ja zum Fragen da. Auf der anderen Seite bin ich immer wieder der Ansicht, das Internet könnte eine Menge Leute zu der Annahme verleitet haben, es gäbe Instant-Antworten und -Lösungen auf Fragen, die in Wirklichkeit sehr komplex sind. Man fragt mal eben (es ist ja so einfach) und bekommt eben eine Antwort. Dummerweise sind die Antworten meist viel schwieriger zu geben als eine Frage zu stellen ist.

    Wie auch immer: Das Zwerchfell ist der wichtigste und größte an der Atmung beteiligte Muskel. Wenn er sich kontrahiert, bewegt sich das Zwechfell nach unten und erzeugt so einen Unterdruck, Luft strömt in die Lungen. Insofern trifft es zu: Wenn du bewusst und tief "in den Bauch" atmest, senkt sich das Zwerchfell und der Bauch kommt heraus. Also: Einatmen -> Bauch raus, Ausatmen -> Bauch rein.

    Das ist das Prinzip. Das heißt jetzt aber nicht, dass man damit nun die korrekte Zwerchefellatmung und das Prinzip der Stütze wirklich verstanden hat geschweige denn beherrscht. Wie ich sagte, das Zwerchfell ist ein Muskel, ein sehr großer, wichtiger und übrigens nicht nur für die Atmung zuständig. Aber das ist ein anderes Thema. Richtig ist, dass das Zwechfell und die richtige Atmung chronisch vernachlässigt werden. Man fordere mal irgendjemanden auf, tief und kräftig einzuatmen. Was geschehen wird, ist aller Wahrscheinlichkeit nach das, dass er oder sie in den Brustkorb atmet, versucht, den Brustkorb "groß" zu machen und aufzupumpen. Meist bewegen sich dabei die Schultern sichtbar nach oben und der Bauch paradoxerweise rein. Klar, unsere Gesellschaft verlangt, schlank zu sein und den Bauch einzuziehen. Was dabei zustande kommt ist so eine typische "Ich bin am Strand und zieh den Bauch ein"-Haltung. Das ist grundlegend falsch, geradezu ungesund und das auch nur nebenbei.

    Wie jeder Muskel, so kann man auch den Zwerchfellmuskel trainieren. Man kann es nicht nur, sondern für die richtige Atmung muss man es eben auch. Wer nun jahrelang falsch geatmet hat, wird mit einem geradezu verkümmerten Zwerchfellmuskel zu kämpfen haben. Zwar kann man mal so einatmen wie oben beschrieben. Das wird man mit aller Kraft aber nur zwei- oder dreimal tun können, danach kann man dann vor Schmerzen kaum noch stehen. :D

    Wie antipasti schon schrieb, lautet das Prinzip, so wenig Luft abzugeben wie möglich und nur so viel wie nötig. Und genau dafür benötigt man eine starke und trainierte Zwerchfellmuskulatur. Was nun nämlich nötig ist, das ist gegen die Gegenbewegung, die den Unterdruck wieder ausgleichen will "anzustützen". Das heißt, man macht etwas so paradoxes wie Luft abzugeben bei dem gleichzeitigen Bestreben sie zu halten. Man gibt ab, stellt sich aber vor, die Luft eigentlich aufzusaugen. Und das ist der eigentliche Kraftakt. Machst du das richtig, wird bei untrainiertem Zwerchfell dein Unterbauch beim zweiten oder dritten Mal anfangen zu zittern und es wird schön schmerzen. Es ist so als würdest du bei aufgestützem Ellenbogen eine Hantel stemmen (den Arm beugen) und dann gaaaanz langsam (so langsam wie möglich) den Arm wieder zu strecken und die Hantel wieder "runterzulassen" - aber nicht "abzulegen" auf der Tischplatte (oder sonstwo), sondern wie unmittelbar darüber zu halten, nicht loszulassen. Oder du machst Liegestütze und lässt dich aber nicht gleich wieder fallen, sondern gehst ganz langsam, so langsam wie möglich, wieder runter, bevor du - ohne den Boden berührt zu haben, die nächste Stütze ausführst. Kennst du das, wenn dann alles so schön anfängt zu zittern und dir die Arme weich werden. Nun, dasselbe passiert, wenn du das Zwerchfell entsprechend trainierst.

    Also: Du hast nun vielleicht in Ansätzen einen Eindruck davon bekommen, wie es im Prinzip geht. Aber nur, weil du nun entsprechend einatmen kannst, heißt das nicht, dass du die Technik der Atmung und Stütze beherrschst. Es ist langes, sehr langes, regelmäßiges und anstrengendes Training. Ich denke, man kann ein gutes Jahr veranschlagen, bis erste Erfolge wirklich spürbar und hörbar werden. Es ist nicht so, dass du einmal in den Bauch atmest und der Ton dann mir nichts dir nichts nicht mehr luftig ist. Es ist kein "Wundermittel", keine Instant-Lösung, es braucht Training und Zeit. Am besten allerdings führt man dieses Training unter fachkundiger Anleitung, d. h. bei einem guten Gesangslehrer durch, der darauf achtet, dass alles richtig abläuft.
     
  8. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.05   #8
    Es gibt eine relativ kurze Antwort auf die Frage nach der richtigen Atmung, der Stütze:
    In den Bauch atmen (d.h. der Bauch wird dabei dick) und beim Ausatmen, also bei der Tonbildung, den Bauch weiterhin nach außen/unten drücken!
    Das zu trainieren, ist allerdings eine mühsame Angelegenheit, wie MysteriousRider schon ganz richtig schrieb! Körperbeherrschung und Muskeltraining!
    Es gibt noch den folgenden Zusammenhang: Wenn wir entspannt ausatmen , wenn also die Bauchdecke wieder flach wird, dann entspannt sich automatisch (reflektorisch) auch die Stimme (wie beim Seufzen).
    (Was auf dem Link von Elisa Day zum Thema "Atmung" zu lesen ist, ist zwar richtig, aber nicht fürs Singen, als aktive Atemtechnik, zu gebrauchen.)
     
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